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letzter Beitrag von Beorn am

Pilz Buch leider nicht dabei.. was meint ihr?

  • hallo sehr verehrte Pilz Kompetenz!

    Bin gerade im Urlaub in Norwegen. Habe bei einer wunderbaren Wanderung, hier unter ein paar Birken am rande eines sumpfes, folgendes gefunden.. vielleicht könnt ihr mir bei der Bestimmung helfen?


    Hmm.. was könnte das sein? Kann ich das eventuell sogar essen?


    Ps. Es tritt keine Milch aus, sie duften pfeffrig wie Pfifferlinge und nach einer winzigen, sofort wieder ausgespuckter Geschmacks Probe festgestellt das die angenehm ähnlich wie pfifferlinge schmecken.


    Vielen Dank im voraus.


    Speckbacki

  • Hallo.


    Also ich würde mal behaupten, dass der schon milchen sollte. Wenn nicht, dann hat er nur keine Lust gerade.

    Bei der genauen Art kann ich leider nicht weiterhelfen.


    LG.

    Bin lediglich fortgeschrittener Anfänger.
    Posts sind nicht als Essensfreigabe zu verstehen. :-]

  • Hallo!


    Das Wichtigste Zuerst:
    >Einschätzung zur Genießbarkeit deines Fundes<
    Alles andere ist Quatsch. :gzwinkern:


    Wirklich keine Milch? Auch keine farblos - durchsichtige? Dann waren die wohl schon ziemlich trocken. Lass sie mal antrocknen, könnte gut sein, daß die dann nach Maggi riechen.



    LG; Pablo.

  • Hallo Zusammen,


    Ich dachte spontan an Rhodocybe. Aber genau deshalb ist es gut, sich als GroMak ein wenig bedeckt zu halten und auf die Profis zu warten.


    Was mich am Filzigen Milchling stört ist aber die Größe und die vielen Weißtöne an der Stielspitze und -basis.



    Grüßle

    RudiA

  • Beorn : hmm ok ja gut. Ich kann mal morgen bei einem offiziellen pilzsachverständigen anrufen und den fragen ob er sich meine Bilder anschaut. Aber vielleicht mag der/sie auch nicht nach den Bildern einen Tipp abgeben...


    Ich verstehe ja das man vorsichtig sein muss und im Zweifelsfall kommen sie auf jeden Fall zurück in den Wald zum aussporen. Ich dachte nur falls hier irgendwie alle einer Meinung wären könnte ich über den evtlen Kandidaten Nachrescherschieren... und schauen ob er hypothetisch in Frage käme.


    Keine Sorge späckbacki macht schon keinen Käse!


    Danke soweit für eure Hilfe!

  • Nein definitiv keine Milch habe alle Bruch stellen kontrolliert.

    Hallo,


    vielleicht sind die Bruchstellen schon zu ausgetrocknet. Ich finde es immer sehr effektiv, mit dem Fingernägel über die Lamellen zu "ritzen". In der Regel kann man dann gut die austretenden Milchtröpfchen sehen.


    Liebe Grüße

    Rotfüßchen

    "Pilze sind erst einmal nicht anwesend, sie verstecken, verbergen, verschließen und tarnen sich, aber es gibt eine Wahrscheinlichkeit und eine Hoffnung, sie zu finden. Die Suche bedeutet Aufbruch, Verheißung, Abenteuer, und je vergeblicher und erfolgloser der letzte Pilzgang war, desto mehr Spannung, Erfüllung, Belohnung verspricht der nächste." (Hans Helmut Hillrichs: Pilze sammeln)


    Pilzmärchen

  • Hallo, Speckbacki!


    Also der offizielle PSV kann sich natürlich die Bilder angucken. Kann damit aber auch nicht mehr machen als wir hier. Der wird auch nix anderes sagen als: "Denn bringense mal die Pilze vorbei, daß ich gucken kann."

    es geht um deine Gesundheit, und mir ist auch klar, daß das anfangs erstmal nicht so einfach zu verstehen ist: Pilze mit braunem Hut, hellem Stiel und Lamellen gibt's mehr als nur ein paar hundert. Pilze sind reichlich komplex, in ihrer Arten- und Formenvielfalt viel komplexer als Pflanzen.

    "Hypothetisch in Frage kommen" ist für eine kulinarische Verwendung auch viel, viel zu wenig. "Könnte es sein" ist bei Pilzen immer gleichbedeutend mit "könnte böse enden".

    "ist sehr wahrscheinlich essbar" bedeutet bei PIlzen im Hinblick auf den Verzehr nichts anderes als "ist möglicherweise ziemlich giftig".


    Aber: Reinarbeiten kann man sich, und Funde diskutieren und vergleichen ist schon eine gute Sache und wichtig auf dem Weg zur Sicherheit.

    Insofern: Hier gilt es erstmal herauszufinden, was den Pilz zu einem Milchling macht. Auch wenn der jetzt keine Milch (die durchsichtig wäre!) mehr abgibt, weil das ohnehin nicht mehr geht, wenn der mal eine Weile vom Mycel getrennt in der Sonne rumlag.


    Milchlinge sind Sprödblättler wie Täublinge. Ist ein wenig ein irreführender Begriff, weil nicht bei allen Milchlingen (und auch nicht bei allen Täublingen) die Lamellen gleich spröde und brüchig sind. Besser ist es, den Stiel mal quer durchzubrechen. Bei Sprödblättlern geht das mit einem Knack und der Stiel bricht glatt bis eckig durch, wie ein Stück Parmesan oder Styropor. Da zeigen sich keinerlei längsfasern, im grunde fasert da rein gar nichts auf beim Durchbrechen. Bei allen anderen Lamellenpilzen hast du beim Querbrechen des Stieles immer eine mehr oder weniger deutliche Faserung.


    Wäre man sich nun also sicher (und da macht auch die Erfahrung den Meister, einfach mal bei einigen sicheren Täublingen, Milchlingen und differentialdiagnostisch bei diversen anderen lamellenpilzen ausprobieren), dann bleibt noch die Frage: Milchling oder Täubling. Da es keine Täublinge mit so einer Struktur auf der Hutoberfläche gibt, muss es ein Milchling sein (wenn man es sicher als Sprödblättler bestimmt hat). Die Artbestimmung wäre dann normalerwise noch etwass kompliziert, aber wenn dein Piz beim Antrocknen nach Kampfer / Maggi riecht, dann gibt es nur noch zwei Möglichkeiten: Lactarius camphoratus (Kampfermilchling) und Lactarius helvus (Maggipilz). Lactarius camphoratus sieht anders aus, und damit wäre das Rätsel gelöst.

    Aber immer nur vorausgesetzt, daß meine These, daß das überhaupt ein Sprödblättler ist, zutrifft. Und das könnte ich mit ausreichender Sicherheit auch nur sagen, wenn ich den Pilz in der Hand hätte.


    Insofern: Das war alles andere als verlorene Liebesmüh hier, auch wenn am ende die Pfanne leer bleibt.

    Guck dir den Pilz an, probier das mit dem Stiel aus, lass ihn weiter trocknen, ob noch mehr Maggigeruch raus kommt, und vergleiche weitere Funde mit diesem, vor allem mach mal viele Experimente, was das Stielverhalten von Täublingen, Milchlingen und anderen Lamellenpilzen betrifft.

    Weil: Milchlinge wären wie Täublinge prinzipiell schon gute Pilze auch für Einsteiger, die mal etwas mehr als nur Röhrlinge, Pfifferlinge und Krause Glucke sammeln wollen. Wenn man sich da mal die Sicherheit erarbeitet hat, die Gattung zu erkennen, hat man schon mal keine lebensbedrohlichen Giftpilze zu fürchten. Man muss auch nicht ejde Art exakt bestimmen können, sondern sich nur ein paar Ausnahmen einprägen (gibt ein paar Täublinge, die zwar mild aber kritisch bzw. schwach giftig sind) und ansonsten nach Geschmack einer Kauprobe gehen.


    PS.: Der Maggipilz wäre eine der sehr wenigen Ausnahmen bei den Milchlingen: Der ist in sehr geringen Mengen als Würzpilz verwendbar, aber normal verzehrt (also als Reingericht) Magen-Darm-giftig bzw. hat schon in größeren Mengen verzehrt öfters solche Probleme verursacht.


    PPS.: Nö, Rhodocybe glaube ich eher nicht. Der Würzige Tellerling (Rhodocybe gemina) hat normalerweise noch einen helleren Stiel und ein enig andere Lamellen - ist aber schwer zu beschreiben, vor allem der Gesamteindruck passt nicht so recht zu dem, was ich von Rhodocybe gemina kenne.



    LG, Pablo.

  • Hey Leute, danke Pablo für deine Mühe und die lange Nachricht die du geschrieben hast. Das weiß ich sehr zu schätzen!


    Ich habe die Lamellen direkt beim pflücken angekratzt, welche spröde waren, aber aus welchen leider definitiv keine mich kam. Auch keine klare. Das das ein Milchling seien könnte, war ja auch mein erster Gedanke.


    Der Stiel bricht wie beschrieben wie styropor mit einem knacken ab.


    So ein nach liebstöckel duftender/schmeckende würtzpilz klingt doch sehr aufregend. Ich werde ihn mal trocknen. Und weiter dran schnuppern.. das mit der geringen Dosis habe ich auch gelesen und verstanden.

  • habe mal einen auf ein weißes Blatt Papier gelegt. Zum aussporen.


    Habe nachgelesen das der maggi piltz gelb aussport und der würzige tellerling wohl rötlich/Lachs farben. Glaube nach dem ich bilder verglichen habe das es warscheinlich der maggi piltz sein könnte.. aber mal schauen was die Sporen sagen. Hui ist das spannend :)


    Halte euch auf dem laufenden:thumbup:

  • Hallo Pablo !


    Wegen bei R. gemina heller Stiel : Bei Trockenschaden besonderes in alter Stadium R. gemina kriegt eine dunklere Braun-rötliche Farbe (nicht immer) mein Fund - Stiel

    -


    Lamellen


    Mein Fund mit etwas wellige Lamellen wie bei diese Fund (Bild nr 4)


    -


    Auch andere Lamellen passen (Trockenschaden)


    -


    -


    Hab auch ein ungewöhnliche R. gemina gefunden , sehr helle Hutfarbe und sehr Stinkende Geruch nach Fischmel (Du hast diese Ungewöhnliche Mikroskopiert - vor 2 Jahre)


    LG beli !


    -

  • Hallo Beli,

    der Hauptunterschied in der Lamellenhaltung zwischen Rhodocybe gemina und einem Milchling: beim Milchling gehen die Lamellen vom Stielansatz bis zum Hutrand, bei Rhodocybe gemina, wie du selber zeigst, wechseln sich solche Lamellen, die vom Stielansatz bis zur Hutmitte gehen, mit solchen ab, welche von der Hutmitte bis zum Hutrand gehen. Was auch ganz typisch für Milchlinge ist, sind die sichelförmig verdrehten Lamellen, so etwas macht Rhodocybe gemina niemals.

    Außerdem haben die Anfragepilze teilweise einen kleinen Hutbuckel, dem ist in der Diskussion auch noch zu wenig Gewicht beigemessen worden. Die meisten Milchlinge haben so etwas nicht, Rhodocybe gemina schon gar nicht, aber der Bruchreizker schon, ebenfalls der Rotbraune Milchling (Lactarius rufus).

    FG

    Oehrling

    PSVs dürfen weder über I-Net noch übers Telefon Pilze zum Essen freigeben - da musst du schon mit deinem Pilz zum lokalen PSV!

  • Hallo Beli,

    der Hauptunterschied in der Lamellenhaltung zwischen Rhodocybe gemina und einem Milchling: beim Milchling gehen die Lamellen vom Stielansatz bis zum Hutrand, bei Rhodocybe gemina, wie du selber zeigst, wechseln sich solche Lamellen, die vom Stielansatz bis zur Hutmitte gehen, mit solchen ab, welche von der Hutmitte bis zum Hutrand gehen. Was auch ganz typisch für Milchlinge ist, sind die sichelförmig verdrehten Lamellen, so etwas macht Rhodocybe gemina niemals.

    Außerdem haben die Anfragepilze teilweise einen kleinen Hutbuckel, dem ist in der Diskussion auch noch zu wenig Gewicht beigemessen worden. Die meisten Milchlinge haben so etwas nicht, Rhodocybe gemina schon gar nicht, aber der Bruchreizker schon, ebenfalls der Rotbraune Milchling (Lactarius rufus).

    FG

    Oehrling

    Hallo Stephan !


    Buckel - Hutbuckel ? Ich sehe kein Hutbuckel , nur etwas an Hutbuckel ähnlich ist hier an Bild nr 3 zu sehen ist (bei kein andere ist nicht zu sehen) aber meine das kein Hutbuckel ist , nur etwas ähnlich . Bei R. gemina ist auch etwas an Hutbuckel ähnlich zu sehen ist . sieche Link unten , aber das ist kein Hutbuckel , nur ähnlich

    post-2286-1260799906.jpg

    LG beli !


  • .

    Habe nachgelesen das der maggi piltz gelb aussport und der würzige tellerling wohl rötlich/Lachs farben. Glaube nach dem ich bilder verglichen habe das es warscheinlich der maggi piltz sein könnte.. aber mal schauen was die Sporen sagen. Hui ist das spannend

    Ich meine, einen Maggipilz sollte man schon deutlich am Geruch erkennen. Auch die Finger nehmen nach Berührung einen intensiven Liebstöckelgeruch an, den man selbst durch Schrubben mit Seife kaum wegbekommt. Riech doch mal an Deinen Händen...


    Viele Grüße

    Ralph

  • der Hauptunterschied in der Lamellenhaltung zwischen Rhodocybe gemina und einem Milchling: beim Milchling gehen die Lamellen vom Stielansatz bis zum Hutrand, bei Rhodocybe gemina, wie du selber zeigst, wechseln sich solche Lamellen, die vom Stielansatz bis zur Hutmitte gehen, mit solchen ab, welche von der Hutmitte bis zum Hutrand gehen.


    Hallo Oehrling,


    Ich finde deine Anmerkung zu den Lamellen interessant, bin aber nicht ganz sicher, ob ich sie richtig verstehe. Willst du sagen, Milchlinge hätten keine untermischten Lamellen?


    LG, Craterelle

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    Einmal editiert, zuletzt von Craterelle ()

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