Kremplinge

Es gibt 14 Antworten in diesem Thema, welches 3.633 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag () ist von Thorwulf.

  • Hallo zusammen,


    bei den Kremplingen hat sich ja anscheinend Einiges getan, und dabei meine ich nicht P. validus & co. (das war noch mein letzter Stand), sondern dass jetzt der Kahle Krempling in mehrere Arten aufgespalten worden sein soll, ebenso der Erlen-Krempling...
    Hat jemand da Informationen für mich (oder am besten einen Schlüssel --> Christoph? :D )?

    Viele Grüße,

    Emil

  • Servus Emil,


    ja, es wurde mittlerweile noch Paxillus cuprinus vom Kahlen Krempling abgetrennt und der Erlenkrempling sind jetzt drei Arten. Das Problem dabei ist, dass ich davon nur zwei kenne, den dritten Erlenkrempling aber nicht. Deshalb fällt es schwer, hier zu schlüsseln. Da ist mal wieder das Sequenzieren gefragt.


    Paxillus cuprinus erkennt man an einem deutlichen Rotton im Sporenpulver, das aber nicht so dunkel ist wie bei Paxillus obscurisporus. Er wächst nach aktuellem Stand nur an offenen Stellen, also nicht im Wald, sondern eher in Parks unter Solitärbäumen oder an offenen Böschungen - wo halt viel Licht reinkommt. Und er bevorzugt die Birke. Man kann ihn noch an den angedeutet mandelförmigen Sporen erkennen. Das wurde vor kurzem hier diskutiert, da habe ich auch die Sporenform gezeigt:Paxillus validus (ich habe auf das entsprechende Postuing verlinkt - der Thread erklärt da Vieles)


    Ich werde einen aktualisierten Schlüssel vorbereiten, allerdings muss ich dafür das Erlenkremplingsproblem irgendwie hinbekommen - ich schlüssle nicht gerne mit ITS-Sequenzabschnitten...


    Liebe Grüße,

    Christoph

  • Hallo Christoph,


    Danke schön. Also sind Kremplinge auf offenen Flächen (außerhalb des Waldes) nicht (mehr) makroskopisch bestimmbar, die Unterscheidung sonst aber machbar. Wie ist es mit Waldfunden von kleinen Kremplingen? Das ist dann schon recht sicher P. involutus?

    Viele Grüße,
    Emil

  • Servus Emil,


    auf alle Fälle ist das Sporenpulver wichtig. Kleinere Kremplinge auf saurem Boden im Wald sind Kahle Kremplinge s.str. (jedenfalls nach aktuellem Stand).


    Liebe Grüße,

    Christoph

  • Jargeat P, Chaumeton JP, Navaud O, Vizzini A, Gryta H. The Paxillus involutus (Boletales, Paxillaceae) complex in Europe: genetic diversity and morphological description of the new species Paxillus cuprinus, typification of P. involutus s.s., and synthesis of species boundaries. Fungal Biol. 2014 Jan;118(1):12-31. doi: 10.1016/j.funbio.2013.10.008. Epub 2013 Nov 5. PMID: 24433674.

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  • Tabelle neuer genetischer Untersuchungen zum Download verfügbar - www.dgfm-ev.de/de/


    Hier der neue Link, weil die Internetseite der DGfM neu gemacht wurde

  • Hier zur Ergänzung aus dem FunDrive Projekt: das Paxilon- Booklet 2025

    Vielen Dank!

    Der P. ammoniavirescens in dem Paper entspricht nicht wirklich dem, was ich mir unter P. validus vorstelle. Allein die Hutgrößenangabe von 3–13 cm passt nicht. Das soll aber genetisch dieselbe Art sein, oder?

    Viele Grüße

    Emil

  • Servus Emil,


    zumindest in der ITS lassen sich die beiden Ausprägungen nicht unterscheiden. "Mein" Paxillus validus ist viel kräftiger und reagiert nicht mit Ammoniak (nur braun, kein Grünton), ist stämmiger, kurzstielig. Die zierlichere, längerstielige Variante reagiert grün mit Ammoniak und scheint mher Wärme zu benötigen (südlich der Alpen, bei uns am Rhein, in Mainfranken?!).


    Jedenfalls ist das, was ich als Paxillus validus beschrieben habe, für mich etwas Anderes. Da es aber anscheinend auch Übergangsformen gibt, warte ich persönlich ab, was sich durch weitere Loci, die sequenziert werden könnten, ergibt. Vielleicht sind es auch zwei Varietäten einer Art. Anatomisch finde ich halt keinen Unterschied, nur makroskopisch und bezüglich der Reaktion mit Ammoniak.


    Liebe Grüße,

    Christoph

  • N'abend Christoph.

    Jedenfalls ist das, was ich als Paxillus validus beschrieben habe, für mich etwas Anderes. Da es aber anscheinend auch Übergangsformen gibt, warte ich persönlich ab, was sich durch weitere Loci, die sequenziert werden könnten, ergibt. Vielleicht sind es auch zwei Varietäten einer Art. Anatomisch finde ich halt keinen Unterschied, nur makroskopisch und bezüglich der Reaktion mit Ammoniak.

    Auch für mich ist in dieser Sache bislang nur eines klar: Paxillus validus ist für mich - getreu nach den Worten von Pontius Pilatus (aus der Überlieferung nach Brian) - ein großer Chelm, ein Widerporst, insbesondere was seine "Beziehungen" wie z.B. zu ammoniavirescens angeht. Dort ist das Ganze mehr als chelmisch und widerporstig, weil es genetisch nun mal keine Trennung gibt, nur eine Art von "Differenzierung" resp. "Verhaftung" aufgrund von Habitus und einer einzigen chemischen Reaktion.


    Vielleicht gibt es diesbezüglich aber mal irgendwann irgendwie durch das FunDive-Gattungsprojekt doch etwas mehr Klarheit. Noch vertrackter kann es ja wohl kaum werden...?! ==Gnolm23


    Feinste Grüße

    -Marcel.