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letzter Beitrag von boccaccio am

Gruga 03.02.2019

  • Hallo zusammen,


    für den letzten Sonntag war eigentlich eine Exkursion mit dem MAB in die Grube 7, einen ehemaligen Kalksteinbruch bei Wuppertal angesagt. Leider mußte die Exkursion dann wegen der Witterungsverhältnisse abgesagt werden, so daß ich stattdessen mit zur nächsten Gruga-Exkursion gehen konnte. Dort erfuhren wir dann nicht nur die Lösung des aktuellen WDR-Musikrätsel (Lerchenquartett von Joseph Haydn) sondern fanden auch zahlreiche Pilze.


    1. Crucibulum laeve


    2. Resupinatus trichotis


    3. Cyclaneusma niveum an Schwarzkiefer


    4. An Laubholz, eventuell Korkenzieherhasel. Bis jetzt gab es nur einen schnellen Blick durchs Mikro, der eine Basidie zeigte, aber ich schaue noch mal genauer rein.


    5. Ein Rindensprenger, der noch unters Mikro kommt.


    6. Ein weiterer Fall fürs Mikroskop


    7. Hier muß ich heute Abend noch mal genauer schauen



    8. Myxarium nucleatum


    9. Vermutlich eine Athelia, die sich hier satt futtert. Aber die Sklerotien hier reichen wohl nicht zu einer sicheren Bestimmung.


    10. Das Highlight des Tages:



    11. Mycena pseudocorticola


    12. Marchandiomces aurantiacus



    13. Physcia aipolia


    14. Porostereum spadiceum


    15. An gleicher Stelle wie vor 2 Wochen Lachnellula occidentalis. Nur irritiert diesmal die fehlende Reaktion mit Lugol. Liegt vielleicht daran, daß hier nur sehr junge Fruchtkörper vorhanden waren. Ich hoffe mal, daß die jetzt noch nachreifen.



    16. Eine Nectria auf einem alten Pyrenomyceten



    17. Puccinia mirabilissima (II, III) auf Mahonia sp.



    Björn

  • Hallo Björn, das hat sich wieder mal gelohnt! Tolle Fotos. Mich begeistern immer wieder die kleinen Teuerlinge. Ich habe lange gebraucht, selbst welche zu entdecken und habe die erst zwei Mal in "echt" gesehen. Für diese kleinen Pilze ist der Winter eigentlich ganz schön. Da ist die Ablenkung durch die großen Pilze nicht so stark. Hast Du einen Namen für Dein Highlight?

    Lieben Gruß


    Claudia


    ...leben und leben lassen... ;)


    Hier im Forum gibt es grundsätzlich keine Verzehrfreigaben.

  • Hallo, Björn!


    Auch toll. :thumbup:

    4: Ist jetzt freilich nur so'n ganz verwegener Gedanke, aber ich bin mal gespannt, ob nicht vielleicht doch >Phlebia subochracea< rauskommt.

    7: Dürfte Peniophora laeta sein.

    Highlight des Tages ist Phleogena faginea oder ein Myxo?



    LG, Pablo.

  • Hallo Björn,

    habe durch eine Nachricht von Jan-Arne den Schleimi angeschaut. Es ist Lamproderma arcyroides wie Jan-Arne schon vermutet hat.

    Ein schöner und seltener Fund!

    Die Art kommt im Spätherbst im Flachland vor und wird jetzt mit der vorwiegend nivicol erscheinenden Art Lamproderma splendens synonymisiert.

    LG Ulla

  • Hallo Björn,


    schöne Funde mal wieder und Glückwunsch zur Lamproderma. Ich habe bislang nur dreimal eine Lamproderma gefunden (pulchellum, scintillans und sp halb zerfallen).

    Die Physcia ist wirklich eine Augenweide, sowas will ich mir dieses Jahr auch mal näher ansehen.


    Die Cyclaneusma niveum - wie hast Du die genau von minus abgegrenzt?


    Die fehlende Reaktion bei der Lachnellula dürfte schon am Reifegrad liegen, bloß ich würd bei Ascomyceten immer Lugol statt Melzers verwenden, mit letzterem bekommst Du hemiamyloide Reaktionen schlechter mit.


    Viele Grüße,

    Matthias

    Je intensiver man sich mit Pilzen beschäftigt, desto komplizierter wird es, sie zu bestimmen.

  • Hallo zusammen,


    ich habe mal bei Pilze-Deutschlands nach den verschiedenen Lamprodermas geschaut. Sehr häufig scheinen die ja fast alle nicht zu sein. Und offenbar haben sie eine starke Vorliebe für den Harz ;)


    Die Unterscheidung zwischen C. niveum und C. minus haben wir rein übers Substrat gemacht. Im Artikel von Butin (1973) wird das zumindest auch so erwähnt. Außerdem paßt da ins Bild, daß die Fensterläden bei unserem Fund schon sehr groß waren (wurden aber nicht explizit vermessen).


    Was die Lachnellula angeht, hatte ich mich beim Aufschreiben einfach vertan. Die ist als Ascomycet selbstverständlich in Lugol gebadet worden. Das werde ich dann gleich mal oben korrigieren.


    Ansonsten habe ich weiter mikroskopiert. Zunächst einmal gab es da noch einen dünnen weißen Belag auf unbestimmtem Laubholz, den ich als Lyomyces sambuci einordnen würde. Sporengröße (6.4+-0.5) µm x (4.5+-0.4) µm


    Dann ist da ja noch die Nr. 4. Auffällig waren kristallbesetzte Zystiden, mit denen P. subochracea dann wohl raus ist?


    Und noch zwei Bilder nach Zugabe von KOH. Da hat sich der Pilz etwas gelockert und es traten sehr breite Hyphen zu Tage.



    Außerdem hatte ich noch einen vermeintlichen Rindensprenger auf Hasel mitgenommen. Ein Makrofoto habe ich davon nicht, weil ich im Gelände davon ausgegangen war, daß es halt ein Rindensprenger ist und das Stück, was ich jetzt zu Hause habe, nicht gerade fotogen ist (Bei Bedarf kann da aber bei einer der nächsten Exkursionen sicher ein besseres Foto vor Ort gemacht werden). Neben großen Sporen und massiven, geweihartigen Basidien fielen besonders rundliche Zystiden (?) auf, die ich bei keinem der Rindensprenger in FE12 finden kann.



    Björn

  • Hallo zusammen,


    jetzt hab ich's auch in den Thread geschafft - wieder mal sehr schick, Björn! :alright:


    Hier die Lamproderma noch mal näher.

    So richtig geklappt hat der Stack nicht, aber besser krieg ich die Mikro-Fotografie derzeit nicht hin.




    Schick war auch Episphaeria fraxinicola, ein Cyphelloider, der nicht nur direkt auf Totholz, sondern auch auf Pyrenos wächst, hier Diatrype decorticata.




    LG, Jan-Arne

                                                                               
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  • Hallo, Björn!


    Nummer 4 ist jedenfalls auf keinen Fall Phlebia subochracea, sondern gehört vermutlch gar nicht in die Gattung.

    Sieht sehr spannend aus, die hätte eigentlich eine Extra - Vorstellung verdient (und angucken täte ich mir die natürlich sowieso gerne, also falls du davon was aufheben magst...).

    Die dicken runden Dinger in der Vuilleminia sind eher keine Zystidne, sondern vermutlich Fremdkörper, die nicht vom Pilz gebildet wurden.

    Ob das nun aber Vuilleminia comedens oder Vuilleminia coryli ist, wäre für mich aus der Distanz auch schwer abzuschätzen. coryli hat Zystiden, die sind aber nicht rund.



    LG, Pablo.

  • Hallo zusammen,


    ich habe heute noch mal in Nr. 4 reingeschaut. Dabei fielen zunächst einmal Zystiden auf, die 200 µm lang werden können. Schnallen sind auch vorhanden. Die Sporengröße ist (9.2+-0.5) µm x (4.6+-0.4) µm. Hat irgendwie schon Ähnlichkeit mit der Peniophora incarnata aus dem Hespertal von gestern, nur daß es hier deutlich weniger inkrustierte Zystiden gibt und diese inkrustierten Dinger hier auch aus dem Hymenium herausragen.



    Björn

  • Hallo, Björn!


    Mit den Zystidenmerkmalen sollte das schon Peniophora incarnata sein. Ist halt auch eine recht wandelbare Art.
    Auch die Zystidenanatomie ist variabel, ich hatte auch schon Kollektionen gefunden, wo Lamprozystiden komplett fehlten, bzw. wo diese durchgehend in einem juvenilen Stadium (dünnwandig, nicht inkrustiert) stehen geblieben waren. Die Gloeozystiden sind eigentlich immer da und werden bisweilen wirklich sehr lang.



    LG; Pablo.

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