Beiträge von Mreul

    Hallo Christoph,


    hast Recht, wie ich das schrieb könnte man das als Aufforderung sehen, dass man nicht mehr explizit darauf achtet. War aber so keinesfalls gemeint.

    Ich wollt es hier im Forum für alle schnell und einfach formulieren und dabei kam es missverständlich raus.


    Wollte damit nur sagen, dass das eben zu Mycena pura als Aggregat, hätte ich besser explizit schreiben sollen, gehört. Dass sich da noch was tun wird ist schon klar, ich bin sogar sehr gespannt, wie sich das noch weiter entwickelt. Wie ich schrieb, ich such sie aber bisher vergebens.

    Und "ITS identisch", ist eigentlich falsch ich hätte korrekterweise schreiben müssen "fällt gemäß Untersuchungen der ITS zusammen mit den anderen Farbformen in das Mycena-pura-Aggregat, dessen einzelne Arten noch nicht beschrieben und deren Abgrenzung zueinander noch nicht abschließend geklärt ist".


    Daher hier nochmal explizit der Aufruf: Natürlich auf diese Farbvariante achten, wer weiß, was sich da in Zukunft noch tun wird und schön ist sie ja sowieso. :)


    Viele Grüße,

    Matthias

    Hallo Thorben, hallo Raphael,


    offenbar gehöre ich zur seltenen Subspezies von Pilzinteressierten, die gerne Hebelomas bearbeitet. Also mir machen die schon Spaß, gerade weil man was zu knabbern hat.

    Denke auch wie Raphael, dass das auf velutipes inauslaufen wird. Jedenfalls nicht das crustuliniforme-Aggregat.


    Mit unregelmäßigen Cheilos ist die Form gemeint, die wäre beim crustuliniforme-Komplex besonders apikal deutlich verdickt, hier z.B. Hebeloma aanenii:


    Dem gegenüber hat velutipes recht charakteristische, gleichmäßige Cheilos, die von oben und unten im Mittel nicht sehr viel verdickt sind:


    Zudem ist velutipes bei mir und auch in Fungi Europaei eine der häufigsten Arten, was natürlich nix heißen muss.


    Wenn Du Fungi Europaei nicht hast, es gibt auch online einen Schlüssel für den crustuliniforme-Komlpex, das sollte ziemlich genau der aus dem Buch sein:

    (PDF) Decrypting the Hebeloma crustuliniforme complex: European species of Hebeloma section Denudata subsect. Denudata (Agaricales)


    Wobei Du wie gesagt hier was anderes hast, aber nur für den Fall, dass Du das noch nicht kennst. Da werden dann im Schlüssel auch die ganzen Mittelwerte abgefragt, die Raphael eingangs schon genannt hat.


    Viele Grüße,

    Matthias

    Hallo zusammen,


    danke für eure Rückmeldungen. Dann lag ich ja bei 1 & 3 schon mal nicht so weit daneben. WObei die anomalus-Gruppe ja recht einfach zu erkennen ist, aber dann geht es los.

    Zur Nr. 4 hab ich nach wie vor keinen Schimmer was das sein soll. Aber dass der identisch mit Nr. 3 ist glaub ich auch nicht mehr wirklich, sonst könnte man die Farben bei der Bestimmung ziemlich vergessen. Vielleicht aber eine atypische Erscheinung einer anderen Art ungleich Nr. 3.

    Schleierlinge eben, leicht ist was anderes, aber das macht ja gerade den Reiz aus.


    Viele Grüße,

    Matthias

    Hallo André,


    kurz noch zur Nr. 4, die ja schon sehr auffällig ist, aber trotzdem ist das wie schon gesagt wurde einfach eine blaue Form von Mycena pura.

    Besonders häufig ist die aber sicher nicht, ich suche schon lange danach, bisher vergeblich.


    Genetisch scheint das, zumindest was die ITS angeht, identisch zu den anderen Farbformen der Art, gibt es auch noch in weiß, gelblich, usw.

    Wen es im Detail interessiert, für den könnte diese Arbeit interessant sein, ist aber sehr speziell:

    (PDF) A comparison between ITS phylogenetic relationships and morphological species recognition within Mycena sect. Calodontes in Northern Europe


    Viele Grüße,

    Matthias

    Hallo Norbert,


    ich würd mal davon ausgehen, dass das kleine intensiv gefärbte Exemplar rechts in Bild 1 auch dazugehört. Mit solchen Farben wäre das dann eine stark ausgeblasste Atheniella/Mycena leptophylla. Mikroskopisch hätte die aber auch Cheilozystiden, die wie die Pleuros aussehen sollten. Sterile Exemplare kommen vor, aber ohne Cheilos wäre seltsam.

    Vielleicht mal von einem jüngeren Exemplar eine Lamelle rausschneiden und zunächst ohne quetschen bei bis 100-fach im Auflicht ansehen, also einfach so unters Mikro legen, ob da irgendwas absteht. Sporen könntest Du auch noch im Lamellenpräparat suchen, wenn keim Abwurf möglich ist, wirst Du aber ja schon gemacht haben.

    Jedenfalls wüsste ich keine Art die so aussieht und keine Cheilos hätte.


    Viele Grüße,

    Matthias

    Hi zusammen,


    hier hätte ich vier wie ich finde recht schöne Kollektionen von Schleierlingen aus einem sauren Fichte-Kiefernwald mit einigen Birken drin. Kenne das Gebiet seit meiner frühesten Kindheit, habe die Schleierlinge dort aber noch nie konsequent bearbeitet, was ich gerne nachholen würde. Dieses Jahr fanden sich dort außergewöhnlich viele Arten, es wären locker 20 Kollektionen möglich gewesen, allerdings nahezu sämtliche Arten waren Telamonien, was das Bestimmen ja nun nicht gerade leichter macht. Kleine Arten habe ich noch ignoriert, vielleicht nächstes Jahr.

    Ein paar der größeren stelle ich kurz vor, vielleicht lässt sich mit Erfahrung mehr dazu sagen. Habe zwar jeweils eine Vermutung dazu, aber mangels Überblick bleibt immer eine gewisse Unsicherheit.


    Sporen habe ich im Schnellverfahren gemessen, also nach Augenmaß ca. 10 Sporen ausgesucht und gemessen, denke für eine Einschätzung reicht das erst mal, genauer messen kann ich bei Bedarf natürlich auch noch.

    Auffällige Cheilozystiden gab es bei keiner Art.

    Mykorrhiza ist bei allen Kollektionen mit Birke, Fichte und Kiefer möglich.


    Nr. 1:

    Mit den rundlichen Sporen wohl klar anomalus-Gruppe. Bräunliche Bänder wie beim jungen Exemplar zu sehen hatten alle, was nicht so toll auf dem Foto rüberkommt. Insofern könnte es noch anomalus s.str. sein, allerdings sind die optisch wohl ziemlich variabel.

    Hutdurchmesser: 3,6-6 cm, Sporen 6,5-8 x 5,5-6,8 µm; Geruch besonders bei älteren Exemplaren stark wie Reifpilz.

    Vermutung: Cortinarius anomalus s. str.




    Nr. 2:

    Hut bis ca. 4 cm Durchmesser, Gesamthöhe bis 8 cm, Geruch unauffällig. Sporen 7,3-8 x 4,3-5 µm. Vor lauter Begeisterung hab ich ein Schnittbild vergessen, naja.

    Vermutung: Cortinarius subbalaustinus, für armeniacus sind mir die Sporen zu schmal




    Nr. 3:

    Sehr große Gruppen, da hätte es noch viel mehr gegeben.

    Hut 3,5-6 cm Durchmesser. Geruch unauffällig, Sporen 7-8 x 4,5-5 µm.

    Vermutung: Cortinarius quarciticus, wobei mir die sehr dunkel vorkommen.






    Nr. 4:

    Die standen nicht weit von Nr. 3 entfernt, makroskopisch würde ich eine andere Art vermuten als bei Nr. 3. Die Mikromerkmale stimmen aber wieder gut überein.

    Hut mind. bis 5 cm, Geruch unauzffällig, Sporen 7-8 x 4,5-5 µm.

    Vermutung: wieder Cortinarius quarciticus oder das was Nr. 3 eben ist mit makroskopisch etwas anderem Aussehen. Kann aber genauso gut wieder was anderes sein, was ich nicht kenne.





    Für jegliche Kommentare bin ich dankbar, versuche mich gerade etwas in diese unüberschaubare Gattung einzuarbeiten.


    Viele Grüße,

    Matthias

    Hi Pablo und Ditte,


    danke Pablo für's Hochschieben, das mit dem @ vergess ich jedes Mal...


    Und natürlich vielen Dank für die Bestimmung, Ditte. Da hätt ich lang dran gesessen, weil ich den Hut nie im Leben als schuppig erkannt hätte. Jetzt wo ich es weiß seh ich es aber auch, die Exemplare rechts passen gut zu dem was ich als typische flocculosas kenne, da hatte ich neulich auch welche. Sehe auch jetzt im direkten Vergleich, außer im Mittel etwas größerer Zystiden weicht da mikroskopisch nicht viel ab. Also leider doch nix besonderes, aber wieder viel über die Variabilität der Art gelernt.


    Viele Grüße,

    Matthias

    Hi Norbert,


    interessant, dass es bei Dir auf Kalk auch nicht allzu viel gibt. Hier in den paar nahegelegenen Kalkgebieten ist das Bild trotz längerer Nässe ähnlich, es gibt noch nicht viel, im Vergleich zu letztem Jahr um die Zeit praktisch nix. Sauere Nadelwälder quellen hier dagegen stellenweise vor Arten über.

    Beim letzten bin ich auch gespannt.


    Viele Grüße,

    Matthias

    Hallo Risspilzfans,


    habe hier wieder einmal eine von vielen Aufsammlungen mit denen ich nicht so recht weiterkomme.

    Dachte makroskopisch erst an fuscidula, wobei die Lamellenfarbe des reifen Exemplars schon etwas seltsam schien, mikroskopisch würde der aber m.W. viel breitere Zystiden haben. So wirklich eine Idee hab ich hier wie so oft nicht.


    Gewachsen im sauren Fichten-Kiefernwald, wobei der aufgeschüttete Wegrand an dem die standen theoretisch etwas kalkhaltig sein könnte.

    Hutbreite bis ca. 2,5cm, deutlich faserig. Geruch schwach spermatisch. Jung klar mit Cortina.

    Leider waren ein paar Exempalre schon geschimmelt wegen der feucht-kalten Witterung, aber die meisten waren noch intakt.





    Mikroskopisch auffällig, dass es einige zweisporige Basidien gab, gar nicht mal so selten. Diese produzierten auch noch übergroße Sporen, die ich bei den Messungen nicht berücksichtigt habe.


    Sporen 7,9-9,5(10) x 4,7-6µm, Mittelwert 8,59 x 5,17µm. Ausreißersporen von 2-sporigen Basidien auch bis 13µm lang.


    Kaulozystiden nur oben vorhanden:




    Cheilozystiden dickwandig, oft mit KOH gelblich, in der Größe ziemlich variable, meist 45-60 x 10-13 µm, auch hier gibt es Ausreißer bis 80µm Länge.




    Diese verbogenen hier würde ich als nicht typisch ansehen:


    Pleurozystiden zahlreich, ähnlich den Cheilos:




    HDS inkrustiert, Schnallen in allen Lagen vorhanden:


    Lässt sich dazu was Genaueres sagen? Exsikkat wäre bei Interesse vorhanden.


    Viele Grüße,

    Matthias

    Hallo Thorben,


    schöner Fund, der fehlt mir noch. Habe auch erst durch den von Nobi genannten Artikel im Tintling davon erfahren, dass es die Art gibt. Werde mal schauen, ob es die nicht auch in Bayern gibt.


    Viele Grüße,

    Matthias

    Hallo Philipp,


    Coccomyces tumidus passt, genau so hab ich den schon viele Male gesehen. Dieses Jahr auch schon dreimal, scheint hier bei mir die häufigste Art zu sein. An Buchenlaub hatte ich vor längerer Zeit auch noch coronatus, aber tumidus scheint viel häufiger.


    Viele Grüße,

    Matthias

    Hallo Tuppie,


    das ist Laetisaria fuciformis, die Rotspitzigkeit, der Befall damit ist sicher für die Gelbfärbung, etc. verantwortlich. Dazu findet man im Netz sehr viele Infos, wenn man denn den Namen mal weiß.


    Viele Grüße,

    Matthias

    Hi Raphael,


    die glutinipes ist auch aus meiner Sicht sehr eindeutig, selbst makroskopisch würde ich meinen. Habe glutinipes seit Jahren bei mir im Garten in großer Zahl wachsen und die sehen exakt so aus. Die Lamellentrama beseitigt dann, wie Pablo ja schon sagt, endgültig jeden Zweifel.


    Bei der Cheilymenia müsstest Du mal die Sporenornamente reifer Sporen in Baumwollblau anschauen. Diese sollten gestreift sein:


    Unreife Sporen sind auch in BWB ohne Ornamente. Könnte gut die Art sein, das ist bei mir hier eine der häufigeren Arten der Gattung.


    Viele Grüße,

    Matthias

    Hallo Oehrling,


    dann hab ich bei den Reaktionen wohl geistig einen Dreher drin, dachte das wäre im Fleisch auch mal relevant. War dann vielleicht aber Cortinarius.

    Nächstes Mal weiß ich Bescheid.


    Viele Grüße,

    Matthias

    Hallo Raphael,


    danke für die Hinweise, schau ich mir mal an.

    Habe für beide noch keine so rechte Idee. I. glabripes kenn ich dem Namen nach, aber noch nie gefunden oder eben noch nie mitgenommen.


    Viele Grüße,

    Matthias

    Hallo Raphael,


    nun zum eigentlichen Thema, Pilze: Die Nr. 2 war zweifelsfrei oben etwas violett, also pusio könnte in der Tat nicht verkehrt sein. Schau ich mir mal an. Ich hatte auch schon eindeutige pusios gefunden, die sahen für mich etwas anders aus, besonders makroskopisch. Mikroskopisch kommt es aber hin, auch was die Darstellung auf Dittes Seite angeht.


    Und beim ersten, je länger ich mir den ansehe umso mehr denke ich, dass das zu adaequata schon passt, auch wenn das scheinbar fehlende oder jetzt beim Trocknen im Schnitt nur schwache Bräunen etwas störte, aber sowas hatte ich schon mal in meinen Aufzeichnungen. Die Art scheint jedenfalls extrem variabel.


    Viele Grüße,

    Matthias

    Hi Pablo,


    Bilder sollten nun da sein.

    Als Webprogrammierer hab ich oft mit dem Cache zu tun, insofern weiß ich Bescheid wie das läuft.

    Hier kann ich aber ausschließen, dass es rein am Cache liegt, dass ich die Bilder noch sehe.


    Folgendes als Info für die Admins, wird etwas technisch, einfach ignorieren, wer sich nur für die Pilze oben interessiert:

    - Mein Problem entstand dadurch, dass sich die Seite aufgehängt (Browser-Sache, denke da kann das Forum nix dafür) hat und ich diese neu laden musste (Chrome auf Windows)

    - Dass ich die Bilder sehe, sieht eher nach einer Berechtigungsstufe aus. Ich weiß nicht, wie WoltLab sowas handhabt, aber ich konnte auch in einem Browser (in dem Fall war es ein Firefox, dürfte aber egal sein denk ich), in dem ich vorher nie im Pilzforum angemeldet war die fehlerhaften Anhänge sehen, wenn ich mich angemeldet habe. Und nur dann, unangemeldet nicht und vermutlich sieht sie auch niemand anders, weil vermutlich irgendwas sagt, dass nur ich die Berechtigung dazu hätte (so nach dem Motto "ist noch nicht veröffentlicht worden, daher kann es nur der Ersteller sehen".

    Wäre es eine reine Cache-Thematik hätte ich im anderen Browser in dem ich mich überhaupt erstmals im Forum angemeldet habe, die Bilder niemals sehen können, denn der Cache-Mechanismus liegt im Browser. Zudem sehe ich die Bilder hier im Chrome auch noch nachdem ich den Cache geleert habe.

    - Außerdem fällt in der Quelltextansicht des Beitrags mit den fehlerhaften Anhängen folgendes auf.

    So sieht eins aus, das anscheinend nur ich sehen kann:

    Code
    1. <p>[attach='330965','none','false'][/attach]</p>

    Und so sieht ein normal funktionierendes aus:

    Code
    1. <p><img class="woltlabAttachment" src="https://www.pilzforum.eu/attachment/330996-inocybe-sp-8029-3-jpg/" data-attachment-id="330996"></p>

    Wobei aber im tatsächlichen DOM dann wieder alles passt, auch beim ersten. Aber vielleicht ist das ein Hinweis.

    Vermutung wäre, dass alle Anhänge, die man vor einem Neuladen in der Erstellen-Ansicht hochlädt nicht richtig freigegeben werden. Sie verschwinden auch aus der Ansicht der Attachments unten. Passt also eine Zuordnung zum Thema nicht oder sind sie eben nicht vollständig freigegeben - das kann nur jemand sagen, der den serverseitigen Quelltext kennt.


    Habe in diesem Beitrag noch temporär ein Bild eingefügt und während des Bearbeitens neu geladen, da ging aber alles wie es sollte. Passiert also nicht immer oder nur beim Erstellen eines Themas. Wie auch immer, ich hab schon diverse Themen und Hinweise dazu gelesen, ihr sucht den Bug ja auch schon länger. Kenne sowas ja beruflich nur zu gut, wäre ja zu einfach wenn es immer reproduzierbar wäre.


    Viele Grüße,

    Matthias

    Hallo Werner, Hallo Oehrling,


    danke für Eure Antworten.


    Ich habe die KOH-Reaktion an der in der Tat gelblichen Stielbasis geprüft, und siehe da, intensiv rot:


    Denke daher, nun kann ich den als Russula insignis beschriften.


    Warum meine Angaben nicht passten oder nicht präzise genug waren:

    - Die Basis war definitiv gelblich. Aber ich habe gedacht, dass das bloß eine standortbedingte Verfärbung wäre, weil die vielleicht etwas zu feucht geworden ist, habe das nicht als bestimmungsrelevant erachtet und nicht genug drauf geachtet. Hatte "vollständig weiß" geschrieben, weil ich keine Ansätze von grau oder rötlich sah, wie ich es bei anderen Täublingen kenne und jenseits der Basis war der Stiel auch weiß. Die Basis aber eben nicht, insofern ist die Angabe schlicht falsch gewesen.

    - Die KOH-Reaktion hab ich zwar nicht falsch angegeben, aber an der falschen Stelle getestet. Habe KOH an die weiße Stielaußenseite gegeben und ins Stielfleisch, dort passierte jeweils nichts. An die Basis hab ich nicht als Merkmal bei Täublingen gedacht, das hätt ich eher bei Cortinarius erwartet.


    Nächstes Mal bin ich schlauer, worauf ich achten muss, auch dank Deines sehr guten Überblicks, Oehrling. Danke nochmals dafür.


    Viele Grüße,

    Matthias

    Hi zusammen,


    normalerweise mache ich um alles, was wissenschaftlich "Russula" heißt einen weiten Bogen und kümmere mich lieber um alles andere. Aber die folgende Kollektion stand einfach zu schön da, sodass ich es mal versuchen wollte die Art herauszubekommen. ALlerdings bei meiner Null-Erfahrung mit der Gattung versande ich recht schnell, zumal mir manche Chemikalien fehlen und ich die HDS-Struktur nicht wirklich in Begriffe fassen kann.

    Da die Art aber doch recht auffällig daher kommt hoffe ich mal, dass sich mit den Angaben zumindest für Gattungskenner was anfangen lässt. Und wenn nicht, dann bleibt es halt Russula sp.


    Die Angaben dazu:


    Standort: Unter sehr großer einzeln stehender Roteiche, über Muschelkalk

    Größe: recht kleine Art, bis 5cm Hutdurchmesser gemessen, dürfte bei dem überalterten Exemplaren dort nie die 7cm überschreiten

    Stiel: Vollständig weiß, keine Verfärbungen bemerkt, keine erkennbare Reaktion mit Eiselsulfat (allenfalls könne man kurz nach Auftragen einen Hauch rosa reininterpretieren, der aber wieder verschwindet), mit KOH 20% tut sich gar nichts (Guajak und co hab ich nicht)

    Geruch: Unauffällig, vor Ort hätt ich leicht süßlich gedacht, in der Dose dann aber eher nach nichts

    Geschmack: mild, nach nichts

    Sporenpulver: Nach Romagnesi IIa

    Sporen: 6,5-7,5 x 5,3-6 µm

    Sporenornamente: bis ca. 0,75 µm hoch

    Huthaut: nur recht schwer und nur in Stücken abziehbar; Farbe einheitlich trüb wie auf den Fotos zu sehen

    Pileozystiden: Verschiedenartige Elemente (siehe Fotos, kenne mich nicht aus, wie da was heißt). Auffällig sind sehr häufig nach oben hin deutlich raue Hyphen, siehe Fotos.



    Sporen in Melzers:



    Hymenium in Melzers (Lamellenpräparate von Täublingen muss ich noch üben):


    HDS in Wasser (hab kein Sulfovanilin)





    Danke im Voraus,

    Matthias

    Hallo Rissi-Fans,


    hier zwei weitere Risspilz-Funde, bei denen ich noch zu keiner sinnigen Bestimmung gekommen bin.


    Zunächst mal mein einziger Höckersporer von diesem Tag:


    Risspilz 3: Herbarnummer #8038


    Standort: Laubmischwaldrand mit Quercus, Tilia, Fagus

    Größe: bis 2,5cm Durchmesser, bis 4,3cm Gesamtlänge

    Geruch: spermatisch

    Stielbasis: deutlich verdickt, aber nicht extrem, nicht gerandet

    Stielbereifung: weit nach unten reichend, mind. 3/4 der Stiellänge

    Schnitt: keine Auffälligkeiten


    Sporen: sehr stark höckerig, manchmal richtig sternförmig ausgezogen, die Maße sind als Näherungswert ("Kasten drum rum") zu verstehen: 8-10,5 x 6-9 µm

    Cheilo- und Pleurozystiden: Auffallend dick, manchmal langezogen blasenförmig, die Fotos zeigen solche, die ich als typisch betrachte, mind. 45-50 x (17) 22-28 µm

    Kaulozystiden: Ebenfalls wie die Hymenialzystiden meist breit, blasenförmig, selten kommen flaschenförmige vor






    Cheilozystiden:


    Pleurozystiden:




    Kaulozystiden:


    Risspilz 4: Herbarnummer #8043


    Standort: Laubmischwaldrand mit Tilia, Quercus, Fagus

    Größe: kleine Art, bis 1,9cm Durchmesser, bis 3,3cm Gesamtlänge

    Geruch: spermatisch

    Stielbasis: nicht nennenswert verdickt

    Stielbereifung: Dachte mikroskopisch erst nur oberes Drittel, makroskopisch schaut die Bereifung aber länger aus. Ich fand mikroskopisch aber nichts außer abstehende Hyphen, wenn das auch zählt, dann nahezu ganz bereift.

    Schnitt: keine Auffälligkeiten


    Sporen: recht gleichmäßig 7,5-8,5 x 4,5(5) µm

    Cheilo- und Pleurozystiden: Flaschenförmig mit mittlerer Wandstärke, keine deutlich gelbe Reaktion in KOH, ca. 40-50(65) x 11-16 µm

    Kaulozystiden: selbst oben praktisch nur haarförmige Elemente gesehen, keine Kaulos, die wie die Hymenialzystiden aussehen (mglw. übersehen, jedenfalls nicht zahlreich)





    Pleurozystide:


    Cehilozystiden (große rechts Pleurozystide):



    Viele Grüße,

    Matthias

    Hallo Risspilzfreunde,


    gestern (04.09.2020) habe ich einige Risspilze eingesammelt und zusammen mit Arten aus vielen anderen Gattungen bearbeitet.

    Insgesamt vier Kollektionen sind recht interessant gewesen und immerhin hab ich in der abgesuchten Parkanlage nun erstmals auch einen Höckersporer gefunden. Den Zeig ich aber in einem separaten Thread, um das Thema nicht zu überladen.


    Hier die ersten zwei Kollektionen. Belege sind von allen vorhanden, ich schreibe meine Herbarnummern mit dran.

    Mikroaufnahmen in KOH ca. 5% (von 20% runterverdünnt), sofern nicht anders angegeben.


    Risspilz 1: Herbarnummer #8026


    Standort: Hainbuchen-Allee, dort ziemlich häufig, evtl. könnte auch Quercus der Mykorrhiza-Partner sein

    Größe: Stämmige Art, bis 6cm Durchmesser, bis 6,7cm Gesamtlänge

    Geruch: spermatisch

    Stielbasis: nicht knollig, allenfalls undeutlich verdickt

    Stielbereifung: Nur oben gesehen, aus langen abgerundeten Hyphen, keine Kaulos, die den Cheilozystiden ähnlich sehen

    Schnitt: keine Auffälligkeiten, konnte auch keine wirkliche Braunverfärbung erkennen, lag alles so im minimalen Interpretationsbereich


    Sporen: 8,5-11(13) x 6,5-7,5(8) µm

    Cheilozystiden: keulig, selten etwas dickwandig, meist aber nicht, 33-52 x 11-18 µm

    Pleurozystiden: fehlend


    Die dort recht häufige adaequata, bzw. Inosperma adaequatum könnte es sein, aber die sollte nicht spermatisch riechen, vielleicht funktioniert meine Nase aber auch schon nicht mehr. Hätte ich mal eindeutig bräunende Exemplare mit beschnuppern sollen, ob da ein Unterschied wäre. Süßlich-obstig kam mir das aber jedenfalls nicht vor. Die Mikromerkmale könnten allerdings passen und ich wüsste nicht, was es sonst noch sein sollte.







    Ab hier Cheilozystiden in Wasser:






    Risspilz 2: Herbarnummer #8029


    Standort: Laubmischwald mit Quercus, Tilia, Carpinus, Fagus (Einzelexemplar)

    Größe: 2cm Durchmesser, 4cm Gesamtlänge

    Geruch: spermatisch

    Stielbasis: nicht verdickt

    Stielbereifung: nur ganz oben, ähnlich Hymenialzystiden

    Schnitt: siehe Foto


    Sporen: nach vorne zugespitzt, 9-11 x 5-5,5 µm, im Lamellenpräparat zahlreiche unreife blassere Sporen, diese wurden nicht gemessen, Messung anhand abgefallener reifer Sporen an der Stielrinde

    Cheilo- und Pleurozystiden: Auffallend stumpf, meist von oben nach unten sehr gleichmäßig breit, nur selten mit ausgezogenem Hals; meist dünnwanding, keine auffanllend gelbe Reaktion in KOH, mind. bis 55 x 10-13 µm Rest siehe Fotos


    Vielleicht ja nitidiuscula, bloß die Zystiden einer Kollektion, die ich von der Art mal hatte waren deutlicher und viel öfters flaschenförmig.






    Pleurozystiden:




    Cheilozystiden:



    Kaulozystiden:


    Viele Grüße,

    Matthias

    Hallo Philipp,


    das ist ganz normal, dass auch scheinbar sehr auffällige Arten mal schwierig zu bestimmen sind, einfach weil sie entweder selten oder kaum beachtet werden.

    Bei der Art die Du zeigst, ist die Kombination aus der schönen orangen Färbung und dem bräunlichen Rand schon makroskopisch auffällig. Daran kann man Geopyxis (= Kotlabaea) delectans schon makroskopisch gut vorbestimmen.

    Randnotiz: Da stecken wohl mehrere nur genetisch unterscheidbare Arten dahinter, aber das überlassen wir mal den Genetikern (siehe Uwes Kommentare in diesem Thread).


    Viele Grüße,

    Matthias

    Hallo Thorben,


    meiner Meinung nach hast Du klar C. pulcherrima.

    Capronia semi-immersa finde ich immer mit deutlich größeren Sporen, die fangen da bei ca. 15µm an und gehen je nach Kollektion mal bis 18 oder bis 20µm. Auch die Breite ist schon deutlich verschieden zu pulcherrima, die fängt nämlich da an, wo pulcherrima aufhört, bei ca. 5-5,5µm und wird deutlich breiter, bei folgender Kollektion bis 6,5:


    Viele Grüße,

    Matthias