Beiträge von Mreul

    Hi Ingo,


    super - vielen Dank für die Bestätigung und die Hinweise. Und ja, die hat kleine Isidien drauf, die hab ich erst nicht als solche erkannt, aber beim Zoomen des Fotos eindeutig.

    Dass bei den Mikromerkmalen offenbar noch nicht so viel bekannt ist nehme ich mal als Ansporn alle bei mir vorkommenden Arten mikroskopisch zu dokumentieren und zu vergleichen. Peltigeras gibt es hier einige, habe die aber nie konsequent angeschaut, daher weiß ich nicht wie viele Arten das dann letztendlich sind.


    Viele Grüße,

    Matthias

    Hallo zusammen,


    da ja in letzter Zeit häufiger über Peltigera-Arten diskutiert wurde, hätte ich hier auch eine im Angebot. Nach P. didactyla und rufescens ist es die dritte Art, die ich versuche zu bestimmen. Unabhängig vom aktuellen Fund würde mich aber noch die Mikroskopie interessieren, bei Wirth wird ja z.B. nur nach makroskopischen Merkmalen geschlüsselt. Gibt es auch Schlüssel oder allgemein Arbeiten, die die mikroskopischen Unterschiede der Peltigera-Arten behandeln? Vielleicht sogar die vitalen Mikromerkmale?


    Hier mein aktueller Fund von vor ca. 2 Wochen, bestimmt hab ich den jetzt mal vorsichtig als P. praetextata nach dem Wirth-Schlüssel und einigen Vergleichen im

    Netz, aber da es das erste Mal ist, würde ich gern fragen, ob das stimmen kann. Traue ich mich z.B. membranacea nicht zu 100% auszuschließen, canina sollte nach dem was ich (u.a. auch im Forum) gelesen habe ja besonders nach unten hin deutlicher ausgefranste Rhizinen haben.


    Infos dazu:

    Standort: lichtreicher, steiler Südhang in ca. 460m Höhe, im Sommer sicherlich ziemlich trocken, auf mit Moosen usw. bewachsenem Basaltgestein.

    Die Thalli werden sehr groß, die größten dürften die 20cm problemlos knacken, habe aber nicht genau nachgemessen. Am Rand sind sie etwas filzig, in der Mitte glatt,

    die Farben variieren sehr stark, obwohl eigentlich alle Thalli halbwegs feucht waren. Denke trotzdem, dass das alles eine Art war, da manche Thalli in sich die

    Farbübergänge drin hatten.

    Die Unterseite ist weiß, bis zur Mitte hab ich die allerdings nicht entnommen. Beim Trocknen wird der hintere Bereich der Unterseite deutlich dunkel. Rhizinen besonders im apikalen Bereich aufgefächert, nach unten eher glatt (siehe Bilder).


    Sporen (vital) (39)41-47(54,5) x (4,2)4,5-5,2(5,5) µm,

    Paraphysen 4,2-4,8 µm breit.













    Viele Grüße,

    Matthias

    Hallo Dippold,


    spontan fiele mir Herpotrichia macrotricha zum Vergleichen ein. Dafür sind die Sporen etwas schmal, die sehen bei Dir aber auch schon ziemlich geschädigt bzw. tot aus. Die Richtung kannst ja mal verfolgen, ob das passen kann.


    Viele Grüße,

    Matthias

    Servus zusammen,


    die Schleimhülle der Sporen kenne ich auch von beiden Arten.

    So wie Du, Christoph, es beschreibst mit den Paraphysen passt das nicht hierzu und auch die Zeichnungen im genannten Artikel passen so gar nicht zu dem was ich hier habe. D.h. die echte episphagnum muss was anderes sein, und das hier nur eine nigrella, die eben mal Vorliebe für Sphagnum zeigt. Damit sollte das soweit für den Moment klar sein. Schade zwar, aber sieht dann schlussendlich eindeutig aus, auch ökologisch ist das hier ja keine offene Sphagnum-Fläche.

    Wenn man die richtige episphagnum natürlich selbst kennt, ist das gleich ganz anders zu beurteilen. Und es gibt hier ja durchaus noch ein paar offene Moorbiotope, die für die Art passen könnten, insofern such ich umso motivierter weiter. Danke an alle für die Beiträge.


    Viele Grüße,

    Matthias

    Hallo Thomas,


    an solchen Wegrändern finde ich immer wieder Interessantes, oft viel mehr als im Inneren der Wälder. Der Standort der Pseudoplectania nigrella auf Bild 5 war hier links auf einem moosigen Erdhügel, der beim Wegebau entstanden ist:


    Hallo Felli,


    dass das hier eine nigrella ist, die sich eben mal ans Sphagnum gesetzt hat, das kann ich nicht ganz ausschließen, drum hab ich auch vorsorglich etwas mehr mitgenommen, falls das mal zur Sequenzierung geht. Ich hatte nigrella v.a. wegen des Standorts und der kleineren Fruchtkörper ausgeschlossen.

    Siehe die Arbeit hier, wobei ja episphagnum hier sogar noch explizit als kurzstielig angegeben wird:

    (PDF) Phylogenetic and morphological studies in the genus Pseudoplectania (Ascomycota, Pezizales)

    Meine hatte einen klaren kurzen Stiel, aber eben auch nur einen kurzen. Im Schnittbild schlecht zu erkennen, da schwarz. Sämtliche überprüften Exemplare wuchsen definitiv am Sphagnum und nicht auf Erde oder Nadeln daneben. Damit komme ich im Schlüssel oben nicht an episphagnum vorbei. Funde von nigrella an Sphagnum hab ich noch von keinen gehört und auch selbst noch keine gehabt, aber kann natürlich nicht ausschließen, dass das vorkommt. Zumal ja nigrella in dem Gebiet auch zuhauf wächst. Aber in dem abgegrenzten Bereich strikt nur an Sphagnum.

    Zu den Paraphysen, tja schwierig. Es waren schon auch eindeutige Paraphysen gekrümmt, aber Dein Hinweis auf die Haare ist natürlich berechtigt, das hab ich nicht überall berücksichtigt. Die Bilder zeigen auch noch deutlich, dass hier nicht die Mehrheit gekrümmt ist, wie in der Literatur angegeben. Allerdings hab ich auch wieder mehr Krümmungen gesehen als bei einer zum Vergleich nochmal untersuchten eindeutigen nigrella. Vielleicht hat aber eine episphagnum noch stärker gekrümmte, ich kenn sie ja bisher auch nur aus der Literatur. Es sieht, wie oben geschrieben, subtil anders aus als bei nigrellas, die ich mikroskopiert habe, kann aber Reifegrad, Standortbedingungen, normale Variabilität usw. als Ursache auch nicht ausschließen.

    Ich denke, das kann letztendlich mal wieder nur per Sequenz zu 100% geklärt werden. Ist es episphagnum, dann ist der Unterschied bei den Paraphysen nicht immer so deutlich wie in der Literatur angegeben. Ist es doch nigrella, dann taugt das Merkmal an Sphagnum nicht zur Bestimmung und die Fruchtkörpergröße bei Reife ebensowenig, weil dann ja an Sphagnum wachsende nigrellas auch nicht sonderlich groß zu werden scheinen. Nur größere wären dann klar nigrella.

    Es bleibt also spannend wie so oft. ;)


    Viele Grüße,

    Matthias

    Hallo zusammen,


    Nun der zweite Teil: (hier geht es zum Teil 1)

    An Kiefernnadeln wird man immer fündig, Melanospora chionea, Phacidium lacerum, Pseudohelotium pineti u.v.a. sind hier sehr häufig. Auch häufig, aber auffallend schön ist Lachnellula subtilissima:




    Nebenan ein neuer Standort vom Kleinen Nesterdstern, Geastrum quadrifidum, der häufigsten Erdsternart in meiner direkten Umgebung, weiter weg übernimmt fimbriatum die Führung:


    Pseudoplectania nigrella ist hier auch relativ häufig, in fast jedem geeigneten Biotop zu finden. Allein dieses Jahr kamen 3 neue Standorte dazu, an einem davon fanden sich ca. 150 Exemplare entlang eines Wegs:




    Im Wald drin im gleichen Waldgebiet dann Pseudoplectania episphagnum. Edit: doch nur eine nigrella, die sich an Sphagnum verirrt hat, danke v.a. an Christoph für die Infos zu den Arten. Und davon auch gleich locker über 100 Exemplare, meist gut versteckt im Sphagnum.

    Die Unterschiede zu typischen nigrella sind der Standort an Sphagnum, kleinere Fruchtkörper, die auch hier nur selten 1 cm überschritten und oft apikal gekrümmte Paraphysenspitzen. Die Paraphysen sehen im Schnitt auch etwas schlanker und dunkler aus als bei meinen Kollektionen von nigrella, aber das sind Nuancen, ich kann noch nicht beurteilen ob das konstant ist. Edit: Wie Hinweise von Christoph zeigen, sehen die Paraphysen der echten episphagnum nochmals deutlich anders aus.





    Und es sollte an dem Tag noch besser kommen: ca. 500 m von der Pseudoplectania-Stelle entfernt fand sich dann noch ein sehr erfreulicher Erstfund für mich, wenngleich nur zwei Exemplare von denen auch noch eins vergammelt war:

    Märzschneckling, Hygrophorus marzuolus.

    Wuchs hier rechts unten am Wegrand:






    Da davon selten Mikromerkmale gezeigt werden hier noch eine Auswahl an Mikrofotos:

    Sporen


    HDS mit Schnallen


    Basidiolen


    So kann es dieses Jahr gerne weitergehen. Derzeit allerdings liegt hier erst mal wieder Schnee.


    Viele Grüße,

    Matthias

    Hi zusammen,


    in diesem Jahr gab es trotz meist recht niedriger Temperaturen bereits einige interessante Funde, durchaus auch größere Arten, die man mit bloßem Auge auch sehen

    kann. Einen Teil davon möchte ich kurz vorstellen, besonders die Arten, die selten gezeigt werden, aber auch einfach was schön ist.

    Wegen der Menge teile ich das Ganze in zwei Themen auf.

    Ich fange mal bei den eher trivialen Arten an.


    Häufig ist Ciboria caucus, von der ich hier wieder einen neuen Standort gefunden habe:




    Einer der ganz kleinen: Winzige schwarze Punkte an Rohrkolben-Blättern entpuppten sich als Phaeosphaeria typharum, die dann schöne große Mikrostrukturen hat:



    Schon häufig gezeigt, aber immer wieder schön, Sarcoscypha austriaca an bekanntem Standort:



    Auch mal langgestielt:



    Überall hier Massenpilz ist der Fichtenzapfenrübling, Strobilurus esculentus:



    Ein paar mikroskopische Eindrücke, Cheilos häufig mit Köpfchen:


    Jede Menge Pleurozystiden:


    Sporen:


    So hätte ich ihn nicht auf den ersten Blick erkannt, wär glatt als Helmling durchgegangen, hatte aber etwas gelbliche Farben an der Stielbasis:

    Rindenpilze gibt es zuhauf, habe da mal ein bisschen was dokumentiert, da ich die bisher ja nur sehr sporadisch angeschaut habe:


    Athelia salicum, würde ich zumindest so nennen, auch wenn da natürlich noch nicht alles geklärt ist.


    Skeletocutis amorpha ist hier an Kiefern recht verbreitet bis häufig:




    Phlebiopsis gigantea ebenso:



    Hier geht es zum Teil 2


    Viele Grüße,

    Matthias

    Hallo Björn,


    schöne Sachen gibt es da bei euch schon, hier ist zwar auch schon einiges los, aber Rötlinge zeigen sich hier noch nicht. Pholiota graminis hab ich noch nie gesehen.


    Bei den einzelnen Arten sehe ich bei Nr. 6 Strobilurus tenacellus, die anderen beiden Arten haben deutlich stumpfere Zystiden. Kristalle haben alle, tenacellus noch die wenigsten.


    Die 8 hast du schon mit Calyptella capula verglichen?


    Die 9 sieht nach Neomassariosphaeria typhicola aus, ich kenne die mit etwas mehr Septen. Welche nahestehenden Arten es noch gibt weiß ich grad nicht auswendig, allerdings zeigt Harzi hier (letztes Bild im ersten Beitrag) eine Kollektion mit auf nur einem Bild schon sehr variablen Septenzahlen. Von der Sporengröße her passt das jedenfalls. Hatte ich übrigens auch schon an Juncus.


    Viele Grüße,

    Matthias

    Hallo Björn,


    den Flechtenparasiten Nr. 12 kannst du mal mit Arthonia molendoi vergleichen.

    Sieht bei mir derzeit sehr ähnlich aus, was das Artenspektrum angeht, nur achte ich nicht so sehr auf die Phytos.


    Viele Grüße,

    Matthias

    Hallo Heidrun,


    das Becherchen oben ist eine überalterte, daher stark entfärbte Trichopeziza. Wegen der Sporengröße, dem vielen Ölinhalt der Sporen und der Paraphysen wäre ich hier bei T. sulphurea. Sollte dann keine Haken haben. Du kannst ja mal hier mit Zottos Archiv vergleichen, da bekommt man einen annähernden Überblick, was es da so gibt.


    Viele Grüße,

    Matthias

    Hi Thorben,

    Einfach wäre ja auch langweilig ;) Gerade diese Überraschungen, dass Funde anders sind als gewöhnlich macht es spannend.

    Ich bin gespannt zu welcher Art dein Fund gehört.

    Das seh ich ganz genauso. Klar wärs schön, wenn man einen klaren Namen dranschreiben könnte, aber wenn es immer so wäre wär ja die ganze Spannung weg, die die Mykologie ja so interessant macht. Insofern eigentlich ein Glücksfall, der mich motiviert hat heute nochmal weiße Beläge mitzunehmen.


    Viele Grüße,

    Matthias

    Hallo Nobi,

    Rindenpilze, also diese "Problematik" werde ich wohl auf das nächste Leben verschieben müssen!:D

    Für alles reicht die Zeit einfach nicht.

    Stimmt, aber ich kann es nicht lassen, muss einfach alles mal durchmachen, um einen Überblick zu bekommen was hier alles wächst. Fertile Flechten sind bei mir grad auch hoch im Kurs.

    Tja, selber schuld, Matthias! :D
    Hätteste mal anstatt nach Cortis nach Dungis geschaut. Da ist zwar auch nicht alles lösbar, aber manches zumindest lösbarer!:D

    Die Dungis müsst ich auch mal wieder intensivieren, da halte ich mich wegen meiner im Januar wieder angefangenen Therapie wegen wiederaufgeflammter Colitis momentan etwas zurück. Aber die bekommen zu 100% auch wieder ihre Zeit. ;)


    Viele Grüße,

    Matthias

    Hallo Frank,


    den kann ich dir gerne zuschicken, ich melde mich, wenn ich den zum Versand trage.


    Es waren auch ein paar 6-sporige Basidien da, aber mit 8 Sterigmen fand ich keine. Komisch auf alle Fälle aber zumindest in dem Bereich den ich im Auflicht fotografiert habe ist es ja auch klar zu sehen, ich dachte anfangs im Präparat, dass da einfach was abgebrochen ist.

    Da schau ich einmal nen Rindenpilz an und dann gleich sowas.


    Viele Grüße,

    Matthias

    Hallo Pablo,

    Hui, der ist ja spannend. In ein paar Punkten weicht der schon von meinen Funden von S. guttuliferum ab.
    Insbesondere was die Sporenzahl pro Basidie betrifft und eben auch die Sporengröße und Form.

    Da wäre dann die Art, die Frank erwähnt (Madeira & Azoren sowie Funde von Frank und Hans in Deutschland) irgendwie naheliegend, oder?
    Aber ist das dann tatsächlich das, was in der Telleria - Arbeit als S. chilensis vorgestellt wird?

    Das von den Azoren usw. meint doch guttuliferum, oder versteh ich jetzt was komplett falsch?

    Die Abweichungen bei den Sporen sehe ich auch, Thorbens Fund hat ja auch klar größere Sporen als meiner. Aber vielleicht ist die Art ja so variabel oder wieder in sich eine Sammelart. Ich seh schon, der braucht wohl ne Sequenz.


    Hab grad auch noch meine Dokumentation fertiggestellt, hier der Vollständigeit halber nochmal alles zusammengefasst:


    Viele Grüße,

    Matthias

    Servus zusammen,


    vielen Dank für eure Ausführungen. D.h. es läuft schlussendlich dann doch auf guttuliferum hinaus, auch wenn die Tröpfchen hier fehlen, das war noch der Punkt, den ich nicht gewusst habe. Nach Sporen und Ausschlussverfahren wäre der ja auch rausgekommen, wenn man nur von den 3 Arten bei uns ausgeht. Nichts desto trotz, Exsikkat für ein eventuelles späteres Sequenzieren ist aufbewahrt.

    Habe nochmal versucht von dem Mittelteil bessere Fotos zu machen, aber die Tröpfchen scheint der einfach nicht zu haben bzw. allenfalls sehr vereinzelt, Breite meist 4-6µm:


    Hi Werner,


    die Auflichtfotos sind v.a. nicht nur optisch ansprechend, sondern wie man sieht auch noch sehr praktisch um festzustellen wie viele Sporen da nun wirklich dranhängen. An überwiegende 7-Sporigkeit hab ich erst dadurch geglaubt, hab ich vorher noch nie gesehen oder gelesen.


    Viele Grüße,

    Matthias

    Hallo Björn,


    wie immer sehr schöne Funde. A. brassicae hatte ich länger nicht mehr, aber habe mich auch beim Dung wieder etwas mehr zurückgehalten.

    Die drei neu gezeigten Arten hätte ich auch so bestimmt.


    Viele Grüße,

    Matthias

    Hi zusammen,


    Rindenpilze schaue ich zwar nicht so oft an, aber so spannend wie der aktuelle Fund hier gerade ist muss ich das wohl mal ändern.

    Den folgenden Pilz würd ich gerne mal zur Diskussion stellen, Sistotremastrum als Gattung sollte klar sein, aber dann wird es eng.

    Das Substrat hier ist ein liegender Ast von Pinus sylvestris, an der Unterseite wuchs der weiße Belag großflächig.

    Das Teil hier hat in der weit überwiegenden Mehrheit 7-sporige Basidien, siehe Auflichtfoto, 6-sporige hab ich wenige gesehen, 8-sporig nicht eine. Sporen (vital, aus Abwurf): 4,7-5,5 x 2,8-3,1 µm, Mittelwert: 5,2 x 3,0, Q = 1,61 - 1,92, Mittelwert 1,76. In Melzers ca. 0,1-0,2 µm kleiner im Schnitt.

    Nach Recherche im Forum und anderswo im Netz (Bayern-Forum, kürzlich Thorbens Beitrag, Portraits) findet man ja bereits einiges über die Gattung und auch, dass es offenbar im einzelnen mal schwierige Kollektionen geben kann. Aber vielleicht ist die nur für mich als Anfänger bei den Resupinaten schwer, keine Ahnung. Vorausgesetzt also ich bin in der richtigen Gattung würde ich praktisch alle Arten ausschließen können:

    - niveocremum mit deutlich größeren Sporen

    - suecicum mit schmäleren Sporen

    - guttuliferum würde dann wieder von den Sporen gemäß dieser Arbeit gut passen, Thorbens Fund hatte da allerdings wieder merklich größere Sporen. Auch finde ich diese dicken kurzen Hyphen, die guttuliferum haben sollte nicht, siehe Schnittbild

    - chilensis kann ich nicht ausschließen, aber recht dran glauben mag ich da nicht, da interpretiere ich viel eher was nicht richtig oder habe ein Merkmal noch nicht gefunden


    Oder doch ne Sistotrema, ich bekomm da den Unterschied nicht so 100% auf die Reihe. Aber überwiegend 7-sporige Basidien hab ich noch von keiner Art gelesen, kann natürlich ne Anomalie sein.


    So schaut der aus:


    Basidien im Auflicht mit meist 7 Sporen


    Basidie mit allen 7 Sterigmen sichtbar (Stack)


    Basidien in Seitenansicht


    Schnitt


    Sporen aus Abwurf in Wasser


    Sporen aus Abwurf in Melzers


    Myzelhyphen an der Basis


    Vielleicht lässt sich ja mit Erfahrung mehr dazu sagen. Werde auch nochmal nachmikroskopieren, ob im Mittelteil doch noch Hyphen wie sie bei guttuliferum vorkommen sollen zu finden sind.


    Viele Grüße,

    Matthias

    Hallo Bernd,


    so rein makroskopisch kannst die weißen Becherchen mal mit Hyaloscypha aureliella vergleichen, die sieht so aus und ist Massenwaren an Nadelholz. Die weißen Stäbchen dazwischen dürften was Anamorphes sein.


    Viele Grüße,

    Matthias

    Hallo Andreas und Matthias,


    vielen Dank euch beiden, damit bin ich schon mal um einiges weiter als zu vor.

    C. parvannulatus scheint es ziemlich eindeutig zu sein, der passt exzellent. Bei atrocoeruleus schau ich mich mal noch etwas um, leicht ist ja was anderes.

    C. casimiri s.l., da hab ich es mir irgendwie schon gedacht, dass das ja zu einfach wäre. Aber umso spannender wird es die nicht einfach mal schnell abhaken zu können. Da schau ich auch mal was ich zu den drei Megaspori finden kann und ob die so auseinanderzuhalten sind. Hatte letztes Jahr weitere Kollektionen von solchen Großsporern, hier der aus einem anderen Gebiet ein paar Tage später hatte zumindest ein paar Violetttöne am Stiel, aber auch schon Frost abbekommen:


    Wie auch immer, ich werd mal versuchen da ein paar Sequenzen zu bekommen. In GenBank sind doch ziemlich viele Einträge drin und da in der Studie auch viele Typen dabei sind könnte das durchaus ein paar Erkenntnisse bringen. Bei vielen Helotiales schaut es da viel magerer aus im Vergleich, naja, die sind auch viel unscheinbarerer.


    Danke nochmals und viele Grüße,

    Matthias

    Weiter geht es:


    Nr. 5 (#8405)

    Jetzt in einem völlig anderen Gebiet, in einer Hochlage im Fichtenwald, aber auch Birken vorhanden. Ziemlich groß im Vergleich zu den anderen 5-6cm Hurdurchmesser werden problemlos erreicht. Geruchlos.

    Sporen: 7,2-8,2(9) x 4,2-5µm, relativ hell.

    Inkrustationen und Schnallen vorhanden.


    Nr. 6 (#8406)

    An einem Parkplatzrand unter Pappel, aber auch Kiefer, Birke und weiter weg Eiche vorhanden. Mittelgroße Art meist 4-5cm Hutdurchmesser und ohne Geruch.

    Sporen: (8,5)9-10 x (4,5)5-5,3µm, sehr grob ornamentiert

    Mit sehr deutlichen Inkrustationen in der HDS.


    Nr. 7 (#8464)

    Wegen der großen Sporen denke ich ist das hier ziemlich klar Cortinarius casimiri. Oder gibt es da inzwischen auch mehrere mit so großen Sporen?

    Unter Pappel (und vereinzelt Weide) im ansonsten von Kiefern dominierten Nadelwald. Solche Cortinarien fand ich kurz letztes Jahr in rauen Mengen, regelrecht in Massen, aber nur wo Pappeln standen, im restlichen Wald nur sehr vereinzelt und wohl andere Arten. Ohne Geruch.

    Auffallend große Sporen mit recht feinem Ornament: 10-11,5 x 6,2-7µm

    HDS: mit Schnallen und mit schwachen Inkrustationen


    Viele Grüße,

    Matthias

    Servus zusammen,


    habe mich letztes Jahr im Herbst einigen kleinen meist braunen Telamonien abgegeben. Eine Bestimmung erhoffe und erwarte ich mir hier nicht, aber ich wollte die Arten einfach mal dokumentiert haben.

    Natürlich würde es mich trotzdem interessieren, wenn jemand der Cortinarien-Kenner hierzu nähere Infos hat oder nennen würde worauf es noch ankommt.

    Belege existieren zu allen Kollektionen, meine Herbar- bzw. Datenbanknummer gebe ich in Klammern mit an.

    Interessant wäre für mich auch welche der Arten hier am besten sequenziert werden sollten und wenn, welche Loci dort von Interesse wären, also ob die ITS nach Stand der Kenntnis ausreicht.


    Kann gut sein, dass ich mangels Erfahrung mit Telamonien nicht immer alle relevanten Merkmale angegeben habe oder angeben kann, aber irgendwo muss man ja mal anfangen.

    Mikroskopisch hatte keine der Arten irgendwie auffallende Cheilozystiden, das schreibe ich nicht jedes Mal dazu. Alle Mikrofotos in verdünnter KOH, Sporenmesswerte erst mal grob nach ca. 10 nach Augenmaß selektierten Sporen, geht natürlich auch ausführlicher wenn von Interesse.


    Nr. 1 (#8312+#8412)

    Eine kleine orangebraune Art unter Weiden, Hut 1-2,5 cm, 5-6 cm Gesamtlänge. Möglich wäre auch Pappel als Mykorrhizapartner, Birke sehr unwahrscheinlich.

    Die selbe Stelle habe ich mehrfach aufgesucht, daher gibt es zwei Belegnummern. Beim ersten Mal meinte ich einen klar süßlichen Geruch zu erkennen, irgendwie komisch Richtung Honig, kaum sinnvoll zu beschreiben, aber angenehm. Jedoch fehlte der Geruch einige Tage später selbst bei Lagerung in der Dose. Da die Exemplare vom gleichen Büschel an der exakt gleichen Stelle stammten, kann der Geruch wegen zunehmender Kälte verflogen sein oder meine Nase hatte am ersten Tag eine Totalverirrung.

    Wie auch immer, hier noch die übrigen Daten:

    Sporen: 7,2-8,5 x 4,5-5µm

    Velum mit Schnallen, habe keine nennenswerten Inkrustationen in der HDS gesehen.


    Nr. 2 (#8313)

    An der gleichen Stelle wie Nr. 1, nur 50 cm entfernt. Auch von der Größe her praktisch identisch, bis 2,5cm Huntdurchmesser, usw. Aber makroskopisch mit violettlichen Tönen, ähnelt insgesamt einer Mini-Ausgabe von C. hemitrichus.

    Kein Geruch wahrnehmbar.

    Sporen: 8-9 x 5-5,5µm

    Velum mit Schnallen, HDS mit Inkrustationen.


    Nr. 3 (#8315)

    Denke hier, dass das C. decipiens oder was Nahestehendes ist.

    Etwa 50m von 1+2 entfernt, in einer jungen Kiefernpflanzung, auch Birke direkt daneben. Wieder kein besonderer Geruch, mit bis 4cm Hurdurchmesser klar größer als die anderen und auffallend dunkel in der Mitte. Die Lamellen kontrastieren schön zum Hut.

    Sporen: 8,3-9,2 x (4,7)5-5,5µm

    Velum wieder mit Schnallen.


    Nr. 4 (#8358)

    Immer noch im gleichen Gebiet, ca. 150m von den anderen entfernt, an einem steilen Hang unter Pappel, Weide und Birke.

    Hut wieder bis um 2,5cm mit deutlicher Papille und ohne nennenswerten Geruch, aber die Sporen sind sehr auffällig, nämlich nach vorne deutlich ausgezogen-zugespitzt, habe sowas noch nie bei einem Cortinarius gesehen. Ist sowas normal oder kann das als Anormaliät auftreten? Oder am Ende sogar arttypisch?

    Sporen: (7,9)8-11,5 x 4,2-5(5,5)µm, durch die unterschiedlich lang ausgezogene Spitze sehr variabel in der Länge

    Schnallen wieder vorhanden, HDS klar mit Inkrustationen.

    Hallo Claudia,


    ich versuchs mal, alles ist aber nicht sicher erkennbar:


    1. Vermutlich Mycena leptocephala.

    2. Mycena maculata. Büscheliges Wachstum an Nadelholz und die Flecken sind typisch.

    3. Vgl. Mycena filopes. Finde ich jedenfalls an solchen Habitaten mit genau dem Aussehen. Der kleine rechts unter der Galerina ist was anderes. Könnte Mycena latifolia sein, ist aber natürlich geraten. Nur als Hinweis für die Zukunft, der könnte interessant sein.

    4. Wie schon gesagt wurde, zweifelsfrei Strobilurus sp.

    5 Bild 1. Die vorne könnten zwar schon tintinnabulum sein, aber inclinata ist sehr variabel. Die rechts sehen sehr nach inclinata aus, also wohl doch die, aber bin mir nicht 100% sicher. Ein Blick auf die Unterseite und den gesamten Stiel wäre von Vorteil gewesen.

    5 Bild 2. Die Lamellenschneiden sind klar rot gefärbt, also weder inclinata noch tintinnabulum, eher sowas wie purpureofusca oder alte haematopus, so nicht mehr sicher zu sagen.

    6. Mycena flavescens kenn ich genau so.

    7. junge Xeromphalina campanella


    Viele Grüße,

    Matthias

    Hallo Nobi, hallo Sandra,


    zur Verbreitung von Lachnellula calyciformis kann ich noch sagen, dass ich die bei mir bisher ausschließlich an Tanne gefunden habe. Da allerdings kommt sie recht verbreitet vor, zumindest hier wo es nicht so viele Tannen gibt. Hab ich hier schon mal vorgestellt.

    Die abietis hab ich dieses Jahr auch schon mehrfach gehabt, allerdings sind beide hier schon deutlich seltener als die Standards occidentalis oder subtilissima.

    L. abietis wuchs bereits an mehreren Stellen als hier so ziemlich der meiste Schnee lag, hier mal die Merkmale zusammengestellt:


    Viele Grüße,

    Matthias

    Hallo Powermushroomer,


    willkommen im Forum auch von mir als jemanden, der ebenso das Fichtelgebirge absucht.
    Insofern wird sicherlich die ein oder andere gemeinsame Tour möglich sein. :)

    Ich bin allerdings weniger auf Speisepilze aus, sondern v.a. auf wissenschaftlich interessante Arten, oft, aber nicht nur unterhalb der Millimetergrenze, insofern geht es bei meinen Touren auch meist eher langsam zu, von "rennen" kann da keine Rede sein. ;)


    Viele Grüße aus Marktredwitz,

    Matthias

    Hallo Sandra,


    es ist schon krass, was man alles selbst bei tiefem Schnee finden kann, oft noch ohne sich zu bücken, dieses Jahr hab ich u.a. schon ein kleines Keulchen (Typhula abietina) an dünnen toten, ansitzenden Fichtenästen gefunden und einen Ascomyceten, den nicht mal Zotto kennt. Also es lohnt sich solche Substrate in luftiger Höhe im Auge zu behalten.


    Sarea difformis ist klar, wie Nobi schon sagt, kann man nicht wirklich verwechseln. Die ist hier bei mir nicht selten, wenngleich S. resinae mindestens 3x häufiger ist.

    Hatte letztes Jahr auch mal eine seltsame difformis mit violettlichem Hymenium und etwas größeren Sporen als üblich, seither nicht mehr so gesehen. Oder es war eine geschädigte, verfärbte S. resinae, wer weiß. Ansonsten alle Merkmale wie üblich. Vielleicht findest du sowas ja auch mal:


    Viele Grüße,

    Matthias