Beiträge von Mreul

    Hallo zusammen,


    nun möchte ich noch einiges zu Nobis Ausführungen ergänzen. Torsten hat mir dafür noch einige seiner Bilder zur Verfügung gestellt, mit denen ich meinen Beitrag noch erweitern kann.


    Los geht es in der Sandgrube. Geoglossum subumratile nom prov hat Nobi ja bereits erwähnt. Um auf Karls Frage einzugehen, die Art ist nach wie vor nicht gültig beschrieben. Mit herkömmlichen Schlüsseln ließ sich diese Art nicht bestimmen, man kam bei umbratile raus, aber es passte nicht wirklich. Diese Art hier ist viel kleiner (nur bis max. 3 cm Höhe) und hat einen stark beschuppten Stiel, den man hier auf Torstens Foto perfekt erkennen kann:


    Vielleicht ließe sich die Art ja nun anhand des reichlichen Funds hier gültig beschreiben, wenn die Identität mit der provisorischen Art aus Spanien auch genetisch bestätigt werden kann.


    Außerdem gab es noch eine weitere Seltenheit in der Sandgrube, die aber ziemlich leicht bestimmbar ist, wenn man sie denn mal kennt.

    Gymnopilus flavus, Gras-Flämmling, hier an der Basis eines großen Grasbüschels, es war nur ein Exemplar:


    Nicht nur "reinrassige" Pilze waren am Start, Flechten fanden sich natürlich auch, hier z.B. Enchylium tenax:


    Torsten natürlich immer fleißig am Suchen und Finden, hier in Uferbereichen, da wird man nie enttäuscht:


    Die meisten Funde pro Quadratmeter gab es aber am Tag darauf in den nahegelegenen ehemaligen Tongruben:


    Mycena belliae, gefunden und fotografiert von Torsten soll hier exemplarisch für eine ganze Reihe interessanter Arten stehen, die sich an den Weiherufern auftreiben ließen.


    Aber die übrigen weitläufigeren Uferbereiche waren nicht minder interessant. Hier ein winziger, nur bis ca. 8 mm Hutdurchmesser erreichender Cortinarius sp unter Weide und Birke:

    Die Bestimmung steht noch aus.


    Auffällig der Reichtum an Hodophilus-Arten in der Region. Neben der von Nobi bereits gezeigten Art gab es reichlich weitere Exemplare und üppige Kollektionen, an deren Bestimmung noch gearbeitet wird.

    Hier eine sehr dunkle, fast geruchsneutrale Art, die in Massen zwischen Gräsern und Moosen in Weihernähe auftrat:


    Nebenan dann eine kleine Kollektion einer hellhütigen Art, die stinkt extrem, damit gehört sie zum Umfeld von H. foetens:

    HDS:


    Nicht nur Pilze gab es, kleine und größere Tiere ließen sich freilich auch blicken. Torsten erwischte hier ein sehr bedrohlich aussehendes Prachtexemplar eines Dornfingers:


    Und nicht nur wir waren in den Gruben erfolgreich, andere Gruppen der Tagung zog es in die umgebenden Wälder. Hier hat mir Hartmut (Harzpilzchen) einen Buchen-Hütchenträger, Phleogena faginea, zum Fotografieren mitgegeben, vielen Dank nochmals dafür, hier einige Ergebnisse:


    Zu Hause wurde es dann nochmals spannend, was Dungproben und co. alles an Mikropilzen hergaben. Die Untersuchungen sind noch nicht abegeschlossen. Saccobolus eleutherosporus hat Nobi schon gezeigt, hier weitere schöne Funde:

    Sporormiella pulchella an Schaf:


    Sporormiella octonalis an Schaf:


    Preussia fleischhakii an Reh:


    Sicherlich werden noch viele weitere Kleinpilze in unseren Dosen auftauchen und ich konnte hier auch nur einen groben Eindruck vermitteln, es gab überwältigend viel zu entdecken.


    Das war eine der besten Tagungen, bei denen ich je dabei war, in jeder Hinsicht, danke sehr an alle Beteiligten!

    Die über 8 Stunden bis ich dort ankam haben sich auf jeden Fall gelohnt.


    Viele Grüße

    Matthias

    Hi zusammen,


    habe seit gestern schon etwas recherchiert, aber mir sagt das leider auch nichts und finden ließ sich bislang ebenso wenig, was passen könnte.

    Vielleicht könnte man noch im "Atlas of soil ascomycetes" was finden, aber bei so merkmalsarmen Pilzen ist das nicht besonders leicht was zu finden, noch dazu bei der Größe.

    Also leider hab ich hier auch keine zündende Idee.


    Viele Grüße

    Matthias

    Hi Martin,


    die braunen Strukturen auf Bild 6 sind schon die Sporen. Die raue Oberfläche platzt sehr schnell ab, was dem Ganzen eine sehr unregelmäßige Erscheinung gibt.
    Bilder von Flechtensporen sind oft Mangelware, aber hier sieht man z.B. es genauso wie Du es zeigst:

    Lichens marins


    Asci zu finden wird bei solchen Arten sehr schwierig, weil sie die im Mazaedium lange vor der Sporenreife auflösen. Selbst gefunden hab ich die Art noch nicht, aber hab mal eine chrysocephala zugeschickt bekommen, aus Mecklenburg-Vorpommern, die war vom Reifegrad her ideal, ist gerade reif geworden. Hier einige Bilder der Sporen und Asci zum Vergleich:


    Und hier noch eine selbstgefundene Chaenotheca ferruginea, die zeigt auch solche Sporen mit stark abplatzendem Ornament, allerdings ist die natürlich insgesamt was ganz Anderes, aber dass die Sporen so aussehen ist eben in der Gattung durchaus normal:


    Viele Grüße,

    Matthias

    Hallo Hans,


    war aber ne sehr gute Idee mich da nochmal drauf zu bringen und die Merkmale nochmal genau abzugleichen. Bin mir inzwischen sicher, dass es ein Leucoagaricus ist.


    Hallo Thorben,


    Vielen Dank für den Link, die Arbeit kannte ich noch nicht. Allerdings halte ich meinen Fund nicht für aurantioruber, zum einen fehlen solche Kristalle, auch die Sporen sind bei mir etwas kleiner und schmäler. Die nahestehendste Art, die ich kenne ist aktuell L. rubroconfusus, den ich aus Bayreuth kenne, siehe mein Kommentar oben. Vielleicht ist es doch der, aber sieht auch makroskopisch schon anders aus finde ich.

    Dann gibt's an roten Arten noch lahorensis, der hat aber klar größere Sporen: https://www.ingentaconnect.com…0000130/00000002/art00027

    Und noch lahorensiformis, dessen Sporen kommen hin, aber da sind die Cheilos wieder anders gezeichnet und makroskopisch sieht der auch klar stämmiger aus: https://www.researchgate.net/p…_species_of_Leucoagaricus

    Und hier gibt's noch eine Reihe roter Arten:https://www.researchgate.net/p…ITH_RED-BROWN_BASIDIOMATA


    Bleibt spannend, ich denk mit ner Sequenzierung lässt sich dann mehr sagen, ob das doch zu einer der bisher genannten Arten passt, zum Glück sind ja zu allen diesen Arten Sequenzen verfügbar, jedenfalls die, die ich nachgeschaut hab.

    Vielleicht taucht die Art auch nochmal auf. Und am Exsikkat schau ich nochmal die HDS eines anderen Exemplars an, vielleicht gibt's da Hinweise auf die rubroconfusus-Struktur.


    Viele Grüße,

    Matthias

    Hallo Hans,


    ich hab schon auch damit gerechnet, dass da Leucoagaricus rauskommt, aber auch da finde ich keine Art mit solchen Merkmalen. Ich hab als Name Lepiota sp gewählt, weil ich meine in der HDS meine ein paar Schnallen gefunden zu haben, wenn auch selten, Keimporus seh ich auch keinen eindeutigen, auch wenn manche Sporen wie zu sehen oben etwas verdickt-ausgezogen sind. Also da mag auch gut und gerne am Ende Leucoagaricus sp rauskommen, auf eine Art komm ich in beiden Gattungen nicht.


    Edit: Hab nochmal mit meinen Dokumentationen von anderen Lepiota und Leucoagaricus-Arten verglichen, da sind bei Lepiota die Schnallen in der HDS und das Fehlen des Keimporus schon eindeutiger zu sehen als hier. Das was ich hier als Schnallen gesehen habe könnten auch andersartige Auswüchse sein, die dann zufällig ähnlich aussehen, so selten wie das zu finden war. Außerdem sah ich z.B. bei dem recht ähnlichen Leucoagaricus rubroconfusus auf manchem Bildern noch weniger was nach Keimporus aussieht als hier. Dagegen ist auf dem Bild in Melzers hier zumindest bei manchen Sporen ein klar abgesetzter Keimporus zu sehen, d.h. das sollte wirklich eine Leucoagaricus-Art sein, die ins Umfeld von rubrotinctus geht. Letzterer müsste größere Sporen haben, rubroconfusus kenn ich mit größeren Cheilos und die HDS sieht etwas anders aus, auch die Pigmentierung, ich sah da nie solche Vakuolen wie hier. Makroskopisch ist die Färbung hier auch eher Richtung rosarot. Und ein paar andere kürzlich beschriebene Arten mit roten Tönen sehen auch immer etwas anders aus.


    Viele Grüße

    Matthias

    Hallo zusammen,


    danke an alle für Eure Rückmeldungen.


    Hallo Schupfi,


    ich hab nochmal verglichen und denke Du hast Recht mit luxurians. Die Art kenne ich aus Bayreuth, allerdings hat mich die Makroskopie hier sehr irritiert, so eine Hutform und -oberfläche ist mir noch nicht untergekommen. Aber das wird bei jungen etwas trocken stehenden Exemplaren schon hinhauen. Mikroskopisch passt es ja, die Zystiden kenn ich etwas anders, zahlreicher, apikal gern gegabelt, aber auch das mag bei den jüngeren Exemplaren hier eben noch so aussehen. Und sonst passt ja vom Standort, Stiel und Mikroskopie alles. Danke für den Hinweis.


    Viele Grüße,

    Matthias

    Hi,


    hier der Link zu den Ergebnissen, die ich festhalten konnte:


    Viele Grüße,

    Matthias

    Hi zusammen,


    hier nun Teil 2 der Tropenhauspilze aus Tettau.


    Link zum Teil 1.


    Lepiota pseudorubella (#9293)

    DIe Art ist gut kenntlich an den aufgeblähten Endzellen der HDS und Stielrinde. Sicher bestimmt werden kann sie aber nur mikroskopisch, da L. rubella genauso aussieht. Die Arten sind aus einigen Gewächshäusern bekannt.


    Agaricus endoxanthus (#9289)

    Davon fand ich nur noch alte Exemplare und Überreste, Claudia hatte die viel schöner. Rein zahlenmäßig war das aber die häufigste Art im Glashaus und mit bis 9 cm Hutdurchmesser auch die größte. Die Mikromerkmale konnte ich festhalten.

    Die Art taucht immer mal wieder in tropischen Glashäusern auf (z.B. bekannt aus Spanien, Estland und der Schweiz), für Deutschland gab es m.W. noch keinen Fund.


    Hier mit Claudias Genehmigung nochmal eine Zusammenstellung der Makromerkmale mit ihren Fotos:


    Leucocoprinus cepistipes (#9296)

    Einzelexemplar, den hab ich nicht als Exsikkat aufgehoben, da hab ich genug aus Bayreuth. Eine der häufigeren Leucocoprinus-Arten in Gewächshäusern.


    Leucocoprinus heinemannii (#9297)

    Komplizierte Artengruppe in sich, auch noch verwechselbar mit Leucoagaricus melanotrichus und wie genau es sich mit dem Namen Lepiota atrodisca verhält ist mir selbst noch nicht klar mangels Literatur dazu.

    Jedenfalls eine Art, die ich vorher noch nie gesehen habe, hier trat sie immer wieder auf, die schönsten Exemplare natürlich in einer Vitrine.


    Conocybe nigrescens (#9298)

    Der Typus dieser Art stammt aus den Gewächshäusern von Bayreuth. Hier also wieder ein neuer Standort, bei uns immer in Warmhäusern. Aus dem Freiland nicht bekannt. Mikroskopisch gibt es hier keine kopfigen Kaulozystiden, dazu recht breite Sporen unter 10 µm, Cheilozystiden-Köpfchen klein, unter 5 µm. Makroskopisch schwärzt diese Art beim Trocknen, auch frisch kann das manchmal deutlich ausgeprägt sein, hier sieht man es nicht wirklich deutlich. Es gab im Haus weitere Conocybe-Exemplare, aber da kam ich nicht ohne weiteres ran, das mach ich dann beim nächsten Besuch.


    Als weitere Art gab es dort noch einige verstreute Exemplare von Leucocoprinus straminellus, die hab ich nicht fotografiert, da sie oft schwer erreichbar gewesen wären und ich die Art ohnehin schon oft gesehen hab.


    Also wenn jemand bei sich ein tropisch klimatisiertes Glashaus in seiner Nähe hat, es loht sich immer darin mal nach Pilzen zu schauen.


    Viele Grüße

    Matthias

    Hallo zusammen,


    vor nicht allzu langer Zeit bereichtete Claudia ( Wutzi) hier von einigen Pilzen im Tropenhaus Klein Eden in Tettau. Da dort einige interessante Arten dabei waren, hab ich spontan beschlossen dort hinzufahren. Ich muss sagen, so viele Arten sind mir noch nie in einem Tropenhaus auf gleicher Fläche begegnet. Die Gewächshäuser des Bot. Gartens Bayreuth haben im Vergleich dazu im Moment zumindest relativ wenig auf einmal zu bieten.

    Insgesamt fand ich bei meinem Besuch in Tettau mindestens 11 verschiedene Arten, von denen ich 10 nachfolgend mal vorstelle, in genau der Reihenfolge wie ich sie gefunden habe. Und dabei hab ich noch nicht so intensiv gesucht wie man es hätte können. Inzwischen habe ich auch den Betreiber kontaktiert und die Genehmigung bekommen die dort vorkommenden Pilze zu erforschen.

    Dies wird also sicher nicht mein letzter Bericht von dort sein, dafür lohnen sich 120 km einfach schon mal.


    Hier also nun meine Funde, 7 davon wurden noch nie in Bayreuth gefunden, obwohl von dort mittlerweile mindestens 109 Arten aus den Gewächshäusern bekannt sind. Auffällig bei den Tettau-Funden auch, dass keine einzige Art dabei ist, die hierzulande üblicherweise im Freiland vorkommt, in Bayreuth hat man oft auch heimische Arten dabei.


    1. Lactocollybia sp (#9290)

    Lactocollybia ist eine bei uns nicht heimische Gattung mit 19 beschriebenen Arten, die zumeist weißlich-gelbliche, kleine gestielte Fruchtkörper hervorbringt und bei und gerne mal in nassen Orchideentöpfen mit Rindenmulch auftaucht, hier war bei den Funden auch jeweils Rindenmulch beteiligt.

    Lactocollybia zeichnet sich mikroskopisch u.a. durch auffällige, in die HDS und Stieltrama eingeflochtene Gloeozystiden, sowas hat keine bei uns vorkommende Gattung zu bieten.

    Dieses Einzelexemplar wird zumindest zunächst mal unbestimmt bleiben, da seine Cheilozystiden soweit gesehen bis zur Untersuchung alle kollabiert waren, nichts desto trotz hab ich die Art so gut es geht dokumentiert, ich rechne damit, diese Art wiederzufinden.


    2. Lactocollybia sp (#9292) - cf cycadicola

    Diese schöne Kollektion wuchs unter einem Farnbüschel unbekannter Art an Rindenstückchen, die aber wahrscheinlich nicht zum Farn gehören. Auffällig sind die sehr schmalen Cheilozystiden, abgesehen davon könnte die Art zum Konzept von cycadicola passen, die Bestimmung ist hier noch im Gange. Wenn sich was tut, werde ich es hier bekannt geben.


    3. Leucoagaricus cygneus (#9295)

    Diese Art erreicht kaum 1cm Hutdurchmesser. Die meisten Exemplare wuchsen hinter einer Vitrine, aber ich fand auch ein reifes Exemplar nicht weit außerhalb davon und gehe davon aus, dass beides die selbe Art ist. Die Merkmale passen ganz zu dem, was Enrique hier als L.cygneus vorstellt, aber ganz sicher bin ich mir nicht, es ist ja immer noch auch mit Unbeschriebenem zu rechnen und makroskopisch könnte es auch was anderes Nahestehendes sein.

    Diese Exemplare im Glaskasten zeigte Claudia auch schon, hier nun ca. eine Woche später:


    4. Lepiota Leucoagaricus sp ("rubrostriatus") (#9294)

    Für mich der beste Fund dieses Tages, eine Art benennen kann ich hier zwar nicht, aber der Pilz ist sehr attraktiv. Wird bei Gelegenheit mal zum Sequenzieren verschickt. Hut bis 2 cm Durchmesser.


    5. Gymnopus luxurians

    Hatte ich erst nicht als solchen erkannt, siehe Antworten von Schupfnudel und mir unten. Erinnerte optisch erst mal an eine Inocybe, bloß mit sehr hellen Lamellen und es ist tatsächlich ein Weißssporer, der auch einen Sporenabdruck lieferte. Mit Gröger lande ich da bei Gymnopus und es sollte, obwohl ich die Art vom Hut her eigentlich anders kenne, dann G. luxurians sein.

    Mikromerkmale auffällig unauffällig, nur Cheilozystiden recht spärlich vorhanden, HDS deutlich inkrustiert, sonst nichts wirklich auffällig.


    Im nächsten Teil folgen dann noch einige weitere Arten, die alle auch einen Artnamen haben (einer als Aggregat), aber die spannendsten sind trotzdem immer die, die sich nicht unmittelbar benennen lassen.


    Link zu Teil 2.


    Viele Grüße

    Matthias

    Hallo Hans,


    da schließe ich mich Nobi gerne an.

    Hast Du von dem Fund noch was übrig, was Du mir in vitalem Zustand senden könntest? Wenn ja wäre ich nicht abgeneigt davon auch mal eine fotografische Dokumentation anzulegen.


    Viele Grüße

    Matthias

    Hi Claudia,

    Moin Matthias, dann wünsche ich dir maximale Erfolge!

    Danke, ich war dort und es war wirklich mit maximalen Erfolgen gesegnet, so viel Neues auf einmal hatte ich noch nicht in einem Tropenhaus. 10 Arten bin ich dabei ausführlich zu dokumentieren, gesehen hab ich mehr. Offen war am Feiertag nur das Besucherhaus, aber das reichte voll und ganz.

    Agaricus endoxanthus fand ich nur noch alt, aber mikroskopisch top.

    Nicht gefunden hab ich Deine Nr. 3 und leider auch die 6 nicht auf die ich besonders gehofft hatte. Der Rest war da. Den Vitrinen-Leucocoprinus hab ich auch außerhalb derselben gefunden, jedenfalls 1:1 optisch identisch, wenn auch nur ein Exemplar, aber sollte bestimmbar sein, nen Verdacht hab ich schon, wird noch im Detail verglichen. L. straminellus ist es nicht, aber der kommt dort auch vor sowie mehrere weitere Leucocoprinus-Arten.

    Und dann fand ich noch viel anderes wie z.B. diese Schirmlinge, die ich so erst mal nicht kenne:


    Werde mich wieder melden, aber ich hab jetzt erst mal gut zu tun.


    Viele Grüße,

    Matthias


    PS: Deine Nr. 4 wird dann wohl pseudorubella sein, die gab es jedenfalls jetzt wo ich dort war.

    Hallo Claudia,

    Lieber Matthias, irgendwie hatte ich schon in Tettau das Gefühl, dass ich mich ärgern werde, wenn ich keine Pilze mitnehme. Jetzt hast du es also geschafft :gmotz:.

    Yay, geschafft. ^^ War aber jetzt nicht meine Absicht, dass Du Dich ärgerst, aber für einen nächsten Besuch anspornen wollt ich natürlich schon. :)

    Nach Tettau ist es für dich tatsächlich nicht viel weiter als für mich.

    Ich hab jetzt einfach mal spontan beschlossen da morgen hinzufahren, das hast Du mit dem Beitrag geschafft. ;)
    Bayern hat morgen ja nen Feiertag. Hoffe da ist jetzt auch noch so viel zu finden. Werde berichten.

    Ich hatte letztes Jahr übrigens eine Anfrage aus der Notaufnahme Im Krankenhaus Marktredwitz wegen einer Vergiftung mit Parasolen. Da hab ich mich gefragt, warum sie hier in Thürinen suchen, wo doch die Profis vor Ort sitzen.

    Also ich bin kein offizieller Pilzberater, tauch daher in keiner Liste auf, aber zumindest in der Region Bayreuth müsst es auch welche geben, soweit ich weiß jedenfalls.


    Viele Grüße,

    Matthias

    Hallo Claudia,


    also wenn Du in Gewächshäusern was Interessantes findest und selbst keine Zeit hast oder nicht weiter kommst, ich nehm immer gerne Proben von Gewächshausfunden, besonders wenn da noch tropisches Klima herrscht. Und wie mein Namensvetter sagt, es findet sich dann schon immer jemand, der sich dann anhand der Daten um die Bestimmung kümmert.

    Ich hab auch schon mal was in der ZfM zu Gewächshauspilzen veröffentlicht:

    Neue Pilzfunde in den Gewächshäusern des Ökologisch-Botanischen Gartens der Universität Bayreuth - ERef Bayreuth

    U.a. sind da zwei Arten Hydropus s.l. dabei, die sehr wahrscheinlich auch noch komplett unbeschrieben sind.


    Viele Grüße

    Matthias


    PS: Und nach Tettau werd ich sicher auch selbst mal kommen, so weit ist das ja nun nicht von hier.

    Hallo Claudia,


    sehr schöne Funde, so ergiebig ist es bei mir in den Tropenhäusern des ÖBG Bayreuth derzeit nicht.


    Ein paar Tipps hätte ich:

    1) Agaricus endoxanthus

    2) ebenso, junge Exemlare

    3) Lepiota sp

    4) Lepiota rubella oder pseudorubella

    5) Schaut nach nem jungen Leucocoprinus aus

    6) Mycena sp, mit dem bereiften Hut und Stiel wäre die Sektion Sacchariferae und da vielleicht M. hawaiiensis eine Option, wobei mir da die Hutform nicht gefällt. Einen Collar wie bei manchen Schwindlingen hast Du vermutlich nicht gesehen, oder? Könnte auch was viel "besseres" sein.

    7) vgl. Leucocoprinus straminellus = denudatus


    Proben mitgenommen wirst du ja nicht haben, oder?


    Viele Grüße,

    Matthias

    Hallo Sandra und alle anderen,


    da wäre ich dann auch sehr gerne mit dabei, ist ja von mir aus nicht sehr weit. Noch ist bei mir der Terminkalender sehr frei in der Zeit.


    Viele Grüße,

    Matthias

    Hallo Armin,


    das sieht doch sehr gut aus, klar, so eine Reaktion des Ascusporus schließt uvidula aus und dafür einiges andere mit ein, und Naevia diaphana ist auch meiner Meinung nach hier der beste Treffer, jedenfalls passt praktisch alles und noch besser passende Arten wüsste ich auch nicht.

    Die rote Reaktion müsste sich dann beim Nachuntersuchen ja bestätigen lassen.


    Viele Grüße,

    Matthias

    Hallo Armin,


    vergleiche mal in Zottos Archiv mit Laetinaevia uvidula. Da passt die Gesamtheit der Merkmale ganz gut, die Sporen sind hier etwas schmäler, aber auch solche kommen vor, die Art ist sehr variabel. Im Ordner "uvidula-like small-spored H+" sind auch viele solche Sporen wie bei Dir zu sehen, nur insgesamt wieder kleiner, das Umfeld ist sicher ein Komplex aus mehreren Arten.

    Solche Haare wären mir hier aktuell nicht als bestimmungsrelevant bekannt, aber sowas kommt sicherlich vor und vielleicht zeigt sich künftig mal, dass es hier Arten mit und ohne solcher Haarbildung gibt.

    Auf jeden Fall ein sehr interessanter Fund.


    Viele Grüße,

    Matthias

    Hi,


    also die Konidienketten kann ich bestätigen, da sind einige zu sehen, ich trau mich aber nicht nach dem Foto was Belastbares zur Bestimmung zu sagen, zumal ich Intralichen noch nicht selbst gefunden oder untersucht habe, aber halte es für möglich. Auf den anderen Fotos ist dann nichts aussagekräftiges zu sehen, wie Du selbst sagst.


    Viele Grüße,

    Matthias

    Hallo Kathrin,


    herzlich willkommen im Forum - in Bayreuth bin ich regelmäßig unterwegs z.B. zur Kartierung des Botanischen Gartens und insbesondere der Gewächshäuser dort, ist ja nur ca. 50 km von mir entfernt. Und ich kann bestätigen was Oehrling sagt, da und in den anderen genannten Orten sind sehr spannende Pilzfunde bekannt und zu erwarten, bzw. habe ich dort auch selbst schon gemacht.

    Mit Pilzen an Flechten beschäftige ich mich zwar nicht schwerpunktmäßig, aber schaue ich - wie eigentlich alles - auch sehr gerne an, da sind ja immer spannende Mikrostrukturen dabei. In letzter Zeit habe ich z.B. ein paar Arten an Cladonia bearbeitet, z.B. Lichenoconium pyxidatae und was mir noch Unbekanntes.


    Viele Grüße,

    Matthias

    Hallo Timm,


    wie Du schon sagst, bei solchen Becherchen wird man für eine sichere Bestimmung immer das Mikroskop anwerfen müssen, weil es immer noch andere, oft seltenere potentiell ähnliche Arten gibt, aber eine Richtung in die man schauen kann lässt sich so auch schon angeben:

    • Becher 1 hat keine erkennbaren Haare, eine recht flache, kaum vertiefte Scheibe und einen farblich abgesetzten Rand und wächst an altem Holz. Mit den Merkmalen und der Farbe kommt Bisporella subpallida gut hin.
    • Becher 2 ist in der Mitte stark vertieft, hat einen leicht gezackten Rand und eine auf Bild 1 recht gute erkennbare zonierte Scheibe sowie ein insgesamt glasig-durchscheinendes Erscheinungsbild. Die häufigste Art, die so aussieht ist Hyalorbilia inflatula, also da hat Martin schon die richtigen Richtung eingeschlagen. Hier auf dem Bild sieht man die Zonierung sehr schön: https://www.123pilzsuche.de/da…biliainflatula-000102.jpg
      So deutlich hab ich das bisher auch nur bei H. inflatula gesehen.
    • Neben der Hyalorbilia sind auf Deinem Foto 1 auch noch sehr kleine gelbliche Pünktchen zu erkennen, das könnte Richtung Tubeufia cerea gehen, so als unverbindliche Nebenbei-Info.

    Viele Grüße,

    Matthias