Beiträge von Mreul

    Hi,


    absolut sicher Conocybe sp, besonders bei den jungen Exemplaren könnte man Richtung rickenii vermuten, ein Klassiker in Blumentöpfen, aber das ältere geriefte Exemplar wäre nicht wirklich typisch. So oder so müsste man für eine Artbestimmung ein Mikroskop haben. Conocybe sind nur selten makroskopisch eindeutig.


    Man kann Conocybe meist ganz gut als Gattung an folgenden Merkmalen erkennen:

    - Lamellen hellbraun (bei Mycena usw. nicht der Fall), Hut bräunlich und oft glockig, kann aber alt verflachen, kein Ring. Wenn man die Farben mal kennt, sit das recht eifach, weil es keine Hemlinge mit so einer Farbe gibt. An Schwindlingen höchstens Marasmius torquescens, der aber recht entfernte Lamellen und einen typischen Farbübergang am Stiel hat.

    - Stiel oft mit streifiger Bereifung (sieht man am Bild ganz oben rechts beim obersten Exemplar am Stielansatz unter dem Hut), das ist m.E. das beste makroskopische Gattungsmerkmal für Conocybe. So eine Bereifung gibt es theoretisch noch bei Pholiotina, von der man wenige Arten optisch schlecht von Conocybe unterscheiden kann, (z.B. Ph. filipes) aber eben nie bei Schwindlingen oder Helmlingen. Rillen hätte zwar Mycena polygramma, aber das ist erstens keine Bereifung und zweitens sieht sie schon optisch ganz anders aus.


    Schwindlinge kann man insofern ausschließen, als dass sämtliche Arten komplett anders aussehen. Es gibt aber kein "Patentmerkmal", mit dem man einen Schwindling sofort als solchen erkennen könnte. Folgende Kombi wäre aber für Schwindling eindeutig: Stiel dünn, schwarz und Hut an den Stellen, wo unten die Lamellen sitzen vertieft oder Lamellen mit Kollar (mit Kollar sind auch manche exotische Helmlinge). Beide Merkmale sieht man gut, wenn man einfach nach Marasmius rotula googelt. Das gilt natürlich nicht für alle Schwindlinge, insb. die größeren wie oreades, wynneae, cohaerens und torquescens. Die sehen aber eben vollkommen anders aus als das, was Du hast.


    Hoffe das hilft ein wenig bei der Einordnung.


    Viele Grüße,

    Matthias

    Hallo Lars,


    wieder wie bei alba: Makroskopisch die beste Option, die ich sehe, aber hier wäre noch mehr als bei der alba mal ein Blick ins Mikro nötig, um ausgeblasste Exemplare anderer Phloeomanas oder Hemimycenas sicher auszuschließen.


    Viele Grüße,

    Matthias

    Hallo Lars,


    wie Pablo sagt, da bräuchte es schon einen Blick ins Mikro, um da sicher zu sein. Makroskopisch ist alba auch die beste Option, die man rausholen kann. Innerhalb der Gattung Phloeomana könnte es noch kleine, weiße Formen von hiemalis als Verwechslungsmöglichkeit geben, wenngleich hier unwahrscheinlich durch die Anzahl kleiner Exemplare. Ansonsten käme noch eine Zahl Hemimycena-Arten potentiell in Frage, aber ich kann keine Behaarung o.Ä. erkennen, was die meisten wieder ausschließt.

    Also mit großer Wahrscheinlichkeit schon alba, sollte man bloß eben noch für die 100% gar absichern, ansonsten bleibt es halt bei der guten Wahrscheinlichkeit. Dagegen spricht jedenfalls nichts.


    Viele Grüße,

    Matthias

    Hallo Lars,


    makroskopisch sieht das nach einer typischen hiemalis aus. Würde mich sehr wundern, wenn das was anderes wäre.

    Mycena meliigena ist dann bei typischen Exemplaren in der Farbe anders und die Hutoberfläche normalerweise erkennbar rau, auch wenn das witterungsbedingt mal anders sein kann.


    Viele Grüße,

    Matthias

    Hallo Maria,


    ja, das sind Lasiobelonium. Die Art geht eben mal wieder nur mit Mikroskop. Falls Du mal so Kleinzeug findest, das Dich besonders interessieren würde, kannst Du mir sowas auch gerne mal zuschicken. Müsste allerdings frisch sein, da man getrocknet wichtige Merkmale verliert.


    Bei uns hier weiterhin Pilze bis zum Abwinken, gestern mit Nobi und Dieter erstmals den Dottergelben Spateling gefunden.


    Viele Grüße,

    Matthias

    Hallo Maria,


    Nr. 7 halte ich für Gymnopus erythropus. Jedenfalls kein Marasmius.

    Für M. wynnei/wynneae passen die Farben jung nicht, der ist nicht ocker, außerdem sind die Hüte hier nicht gestreift wie bei normalen wynnei.

    M. torquescens kommt nur bei Buchen vor, ist ebenfalls gerieft und cohaerens hat u.a. eine gefärbte Lamellenschneide.


    14 ist auch interessant, ich nehme an der wuchs an Laubholz und hat eine bräunliche Scheibe. Falls ja, ist das ein Lasiobelonium. Die sind aus der Kombination Standort auf Holz, weiße Haare (oft mit vielen Tautröpfchen), braune Scheibe und stiellos als Gattung gut zu erkennen. Die Arten sind halt nur mit Mikro bestimmbar, bei mir die häufigste ist variegatum.

    Wenn die Scheibe weiß ist und ebenfalls so behaart, ist es ein Lachnum, die können aber manchmal auch röten.


    Viele Grüße,

    Matthias


    PS: Sehr schöne Geastrum rufescens, ich hatte die bisher nur etwas älter und bräunlicher.

    Hallo Maria,


    danke für die Glückwünsche - ein besseres Geburtstagsgeschenk als den heutigen Tag so erlebt zu haben, wie er gelaufen ist, kann man sich ja nicht wünschen. Bilder (671) sind schon gestackt, die bekomm ich morgen durch. Aber jetzt geht es zum Ausklang des Tages noch ans Mikro, Ergebnisse dann in den nächsten Tagen.

    Eins steht aber mal sicher fest: Das war nicht unsere letzte gemeinsame Tour, ich komme gerne wieder.


    Beli, danke auch Dir vielmals für die Gratulation.


    Viele Grüße,

    Matthias

    Hallo Jessica,


    ein paar Vorschläge zum Vergleichen habe ich zu den helmlingsartigen Pilzen noch. Schreib Dir auch mal auf, worauf Du in Zukunft bei den Arten achten kannst. Sorry, dass ich meistens wissenschaftliche Namen verwende, die deutschen fallen mir oft nicht ein.


    7: Glaube hier nicht an den braunschneidigen (Mycena olivaceomarginata). Dafür passt mir die gesamte Farbgebung nicht, schwierig das zu erklären. Könnte gut Mycena flavescens sein, die ist sehr variabel. Achte beim Umdrehen der Hüte mal auf die Lamellenschneiden, die sind bei olivaceomarginata z.B. meist deutlich gelbgrün, grünlich bis bräunlich gefärbt. Bei flavescens sehr subtil gelblich - am besten ein hochaufgelöstes Foto machen und das darauf anschauen, kann mit bloßem Auge manchmal schwierig werden. Beide Arten können selten auch mit ungefärbten Schneiden vorkommen, dann erkennt man sie erst mit etwas Erfahrung.

    11: könnte ein etwas verkümmerter Ästchen-Zwergschwindling, Marasmiellus ramealis sein, aber da lässt sich nichts sicheres rausholen

    12: kann gut Mycena galericulata sein, Helmling ist sicher. Typisch für galericulata: Wachstum an Holz, große graue Hüte, starke Anastomosen am Lamellengrund (= zwischen den Lamellen schauen, da sieht man deutliche Queradern am Grund). Sieht man auf den Bildern aber nicht. Die ähnliche M. polygramma hat (fast immer) einen Stiel mit deutlichen Rillen auf der ganzen Länge. Es gibt dann weitere seltenere Arten, die meistens farblich etwas abweichen.

    13: Den wage ich sogar sicher zu bestimmen. Schau Dir mal den Stiel an, auf ganzer Länge sieht man feine Härchen, dazu ein gestreifter Hut, der ganz subtile gelbgrünliche Töne hat. Die Art kann auch besonders am Rand etwas bläulich sein: Mycena amicta, Geschmückter Helmling.

    14: Orageroter Heftelnabeling, Rickenella fibula: In der Kombination knallorage Farben + ganz feine Härchen am Hut und Stiel (sieht man gerade so) ist der klar. Mit Erfahrung auch so problemlos erkennbar.

    15: Sollte eine alte Rickenella fibula sein

    16: ist definitiv zu jung, um da irgendwas sagen zu können. Mit dem filzigen Hut wird das aber sicher kein Helmling.

    18: Bei grauen Helmlingen kann man folgende Schnellchecks machen: - Kurz anbrechen, wenn weiße Milch rauskommt: Mycena galopus. Dann mal schauen, ob die Schneiden gefärbt sind, wenn nicht auch mal dran riechen, ich vermute Deiner hätte intensiv chlorartig/nitrös gerochen (kann man auch mal zerreiben, dann wird es deutlicher). Mit dem deutlichen Filz unten könnte das was aus dem Umfeld von Mycena leptocephala sein.


    Viele Grüße,

    Matthias

    Hi Maria,


    da ich ab morgen Nachmittag frei habe, hätte ich auch noch Kapazität mir was davon anzuschauen. Bei mir wäre es zeitlich im Moment gut machbar.

    Meine Adresse müsstest Du ja schon haben, falls Du mir was schicken willst.


    Peziza saniosa kann ich mir auch gut vorstellen, hätte sehr schöne Sporen.


    Viele Grüße,

    Matthias


    PS: Seh gerade im dritten Bild an der linken Seite des Bechers, ca. bei der Mitte des Bechers einen lila Tropfen, der farblich gut auf die Milch von saniosa passt. Also das sieht schon sehr danach aus. Hab ich selbst noch nicht gefunden.

    Hallo zusammen,


    danke Euch dreien für die Hinweise, nach einiger Recherche denke ich auch, dass quarciticus die am besten passende Option ist. Malachius ist ja durch die Hutoberfläche und die Sporen sowieso raus. C: suberi bin ich mir noch nicht ganz sicher, aber nach dem, was hier beschrieben ist, passt quarciticus schon besser, ebenso nach der Beschreibung in GPBW.

    Uwe, mit "gestreift nachdunkeln" meist Du sowas wie hier rechts zu sehen?

    Sah bei mir in angetrocknetem Zustand etwas streifig aus, aber nicht so deutlich wie auf dem verlinkten Bild. Habe leider keins der ältesten Exemplare mitgenommen.


    Denke, der ist mit quarciticus für den Moment gut beschriftet. Habe jedenfalls durch den Fund eine Menge über die Cortinarien in dem Umfeld gelernt.


    Viele Grüße,

    Matthias

    Hallo zusammen,


    habe gestern mit Dieter zusammen einen Cortinarius gefunden, bei dessen Bestimmung ich im Moment nicht weiterkomme. Der Schlüssel in FN erschlägt mich etwas, daher stelle ich den Pilz mal hier ein, vielleicht hat ja jemand eine Idee.


    Merkmale:


    Standort im sauren Nadelwald mit Picea abies und Pinus sylvestris, weiter weg ein paar jüngere Buchen. Glaube aber nicht, dass die an denen hängen, zumal weiter weg im Nadelwald noch eine Gruppe davon stand.

    Größe ca bis 8cm hoch, Hutdurchmesser bis 5cm gemessen, es gab aber noch etwas größere Exemplare, dürfte also 6-7cm das Maximum sein.

    Geruch etwas aromatisch-süßlich, jedenfalls nicht unangenehm, auch nicht sonderlich srtark, aber deutlich.

    Fleisch im Schnitt besonders im oberen Stielbereich violett, zur Basis und zur Mitte hin zunehmend weißlich, im Hut auch etwas bräunlich.

    Cortina weiß.

    KOH-Reaktion keine auffällige feststellbar.

    Sporen deutlich warzig, (7)8-9(9,5) x 5-5,5(6)µm. Habe auch nach langem Suchen keine mit 10µm gefunden, selbst 9,5 schaffte nur eine klar, mit 7 gab es mehrmals welche.

    Cheilozystiden nicht vorhanden oder sehr unauffällig.

    HDS nichts auffälliges, siehe Fotos.


    Was ich so in die Richtung kenne fällt alles raus:

    - traganus ist durch das violette Fleisch raus, außerdem Sporen zu klein

    - camphoratus hätte einen anderen Geruch, Sporen auch zu klein

    - anomalus-Gruppe hätte ganz andere Sporen

    - alboviolaceus passt weder optisch noch vom Standort


    Bilder:






    Sporen:


    HDS:


    Hat jemand noch eine Idee oder ist eine der genannten Arten doch so variabel? Ich steh irgendwie grad aufm Schlauch.


    Viele Grüße,

    Matthias

    Hallo zusammen,


    kürzlich bat mich Christian Gubitz um Bestimmungshilfe bei einem Champignon. Als er mit Material zuschickte, um Mikrofotos davon zu erstellen, kam leider kaum mehr was brauchbares an, lediglich die Sporen waren noch fotografierbar. Seine Vermutung ist hier Agaricus depauperatus.

    Da ich mich mit Champignons nun auch nicht sehr gut auskenne, geschweige denn die genannte Art, stelle ich den Fund hier einmal ein. Vielleicht kann uns ja einer der Agaricus-Auskenner hier weiterhelfen.


    Hier Christians Beschreibung:


    "H. bis 8 cm Ø, jung glatt u. weiß, dann - ausgenommen Mitte/Scheibe -

    zunehmend graubraun, -orange (5-6B3) anliegend feinschuppig, gegen Rd. z.

    T. auch streifig; wenn H. noch geschlossen Rd. zahnradartig ausgebildet,

    später deutlich überstehend. L. reif graurosa (7B3). St. bis 7,5 cm lang, glatt,

    weiß, bei Druck leicht rötend; Ring noch oben abziehbar (hängend). Fl. im

    Bereich der St.-Spitze rötend, dann braun, alt schwärzend. Ger. u. Geschm.

    0. Sp. 7-9(10)x4-5(6,5) μm, elliptisch. Bas. 4-sp. Cheilozyst. dichtstehend,

    ziemlich veluminös, breitkeulig bis ballon- od. birnenförmig aufgeblasen,

    einzellig?, bis ca. 45x30 μm. Gesellig unter Ahorn, Kastanie u. a.

    Bemerkungen:

    Der Fund zeichnet sich durch - für Champignos - sehr markante Merkmale

    aus: Ger. u. Geschm. 0, rötendes Fl., ellipsoide Sp. u. große breitkeulige bis

    bis gestielt-globulose Cheilozyst.

    Als Bestimmungsgrundlage diente GRÖGER (2014). Auffälliger Unterschiede

    zu LUDWIG (2007) ist der auch unterhalb des Ringes glatte St. Außerdem

    zeichnet dieser Autor nur rundlich-ovale Sp., gibt aber in der Beschr. als

    erstes “ellipsoid“ an (s. z. B. A. pertubans od. arvensis var. macrosporus). Als

    Ref.-Abb. für die Form der Cheilozyst. könnte A. leucotrichus od. impudicus

    dienen. Bei den im Netz unter “123pilze.de“ gezeigten Fotos (St. ebenfalls glatt, nur ältere Frk.)

    besteht große Ähnlichkeit. Auf Seite www.gbif.org sind ebenfalls keine geschuppten St. erkennbar."


    Bilder dazu (habe die leider auch nicht größer)


    Und hier noch die Sporen, die ich als einziges Mikromerkmal fotografisch festhalten konnte:


    Danke im Voraus,

    Matthias

    Hi,


    mit gefärbten Schneiden und dem Aussehen ist Entoloma serrulatum am naheliegendsten. Sollte man natürlich nach Möglichkeit mikroskopisch bestätigen, sieht aber makroskopisch schon sehr typisch aus.


    Edit:Da hatte Uwe noch knapp schneller geantwortet. :)


    Viele Grüße,

    Matthias

    Hallo Harzi,


    die calamistrata wuchs etwa 100m sündlich vom Lactarius aspideus, es waren nur die 3 Exemplare, aber gut versteckt.


    Das Substrat für Gelatinomollisia hab ich mikroskopisch als Salix bestimmt, sofern ich die Markstrahlen richtig gedeutet habe, waren etwas schwer zu erkennen - kann das hinkommen? Und hättest Du davon die ungefähren Koordinaten (kannst mir ja per PN schreiben), Zotto wäre an sowas sicherlich interessiert, dann würd ich ihm die Funddaten komplett schicken.


    Sehr schön übrigens auch die Cystoplepiota bucknallii, die hab ich nicht mitbekommen. Hätte ich gerne mal fotografiert, da ich bei mir hier immer nur einzelne hatte und dann noch nicht sonderlich schön.


    Viele Grüße,

    Matthias


    PS: Dein Rätselpilz schaut von den Sporen her aus wie das, was ich als Amniculicola lignicola bestimmt habe, aber die Fruchtkörper sind bei Deinem Fund ja komplett zusammenfließend, was dafür nicht sonderlich passt. Vielleicht sind meine einzelner wachsenden dann auch eher sowas - hast Du schon die Sporenmaße?

    Und weiter mit den kleinen berühmten Nerd-Pilzen::)

    Sämtliche folgende Arten finden sich an und in Bachläufen. Die meisten stammen aus einem sehr ergiebigen Bachtal:


    In solchen Gebieten tummeln sich natürlich die Pilze, hier Tatraea dumbirensis


    Miladina lecinthina wurde auch schon gezeigt, hier noch ein paar Ergänzungen. Auf dem ersten Foto sieht man zwischen den gelben Bechern kleine schwarze Punkte. Davon gab es einige, wie ich gleich noch zeigen werde.


    Insgesamt 12 Proben hab ich zum Sammeln von Kernpilzen mitgenommen.

    Hier das Ergebnis:

    5x Phomatospora luteotingens

    4x Amniculicola lignicola

    2x Lentithecium aquaticum

    1x Trematosphaeria hydrophila

    1x Cosmospora aquatica, leider unreif

    1x unbekannt kleinsporig, zu spärlich zum Bestimmen


    Hier die Arten in o.g. Reihenfolge:


    Phomatospora luteotingens


    Amniculicola lignicola


    Lentithecium aquaticum


    Trematosphaeria hydrophila


    Aus einem anderen Gebiet mit stehendem Gewässer hatte ich noch auffallend große Orbilia rosea:


    Am Vorabend dieser Exkursion hatte mir Harzi noch ein Stöckchen mit weißlichen Becherchen mitgebracht. Die Vermutung war zunächst Ombrophila. Aber das Ergebnis war dann etwas sehr Besonderes. Die Art stand auch mal in Ombrophila, aber steht genetisch Mollisia nahe, was auch morphologisch durch die lichtbrechenden Vakuolen in den Paraphysen zu Ausdruck kommt. Die sind typisch für Mollisien.

    Die Art hier heißt Gelatinomollisia hemiamyloidea. Der Name nennt gleich zwei der wesentlichen Merkmale, der Pilz ist im Inneren völlig gallertig, die Ascuspori hemiamyloid (in Lugol rot, in Melzers keine Reaktion). Zudem haben die Sporen eine in Lugol rot reagierende Hülle, die ich so auch von keiner anderen Art kenne.


    Danke Hartmut auch nochmal für diese kleine Besonderheit. :daumen:


    Viele Grüße,

    Matthias

    Hallo zusammen,


    auch von mir nochmal danke an Hartmut und alle, die bei diesem spannenden Treffen dabei waren.

    Pilzlich komme ich auf 12 Erstfunde (ohne Täublinge, die schaue ich ohnehin nicht weiter an), wobei zwei weitere Arten noch nicht bestimmt sind (Psathyrella sp + Lepiota sp).


    Hier zunächst einmal die Großpilze:

    Direkt am Parkplatzrand in Brennnesseln versteckt eine sehr fotogene Gruppe von Hortiboletus rubellus, dem Blutroten Filzröhrling, der dieses Jahr wirklich überall zu finden ist.


    Im Wald daneben Lepiota clypeolaria


    Schirmlingsartige gab es noch mehr, hier z.B. Melanophyllum haematospermum



    Pluteus plautus ist hier nicht selten, den hatte ich an mehreren Stellen


    Am Wegrand fanden sich einige Becherlinge, hier Peziza succosa:


    In einem anderen Gebiet ging es weiter mit einer Rarität, die uns Harzi zeigte: Lactarius aspideus (Schild-Milchling)


    An einem Bachlauf dann Inocybe calamistrata, die an der grünlichen Stielbasis zu erkennen ist.


    Soviel zu den Großpilzen als grober Überblick. Gleich geht es weiter mit meinem üblichen Kleinkram. ;)


    Viele Grüße,

    Matthias

    Hallo Björn,


    die HDS bei Deinem Fund besteht nicht nur aus subglobosen Elementen, sondern hat auch klar erkennbar langgestreckte Elemente, d.h. Du müsstest im Gröger Teilschlüssel c nehmen, da wärst Du dann sofort bei Pluteus podospileus geladet.

    Dann passen auch die kleinen Sporen und der aufreißende Hut. Siehe z.B. hier Mikroskopie und aufreißender Hut.


    Viele Grüße,

    Matthias

    Hallo Beli,


    könnte gut Hemimycena lactea sein, die wächst typischerweise an Nadeln. Wobei ich so per Fotos cucullata nicht ausschließen will. Optisch spräche nichts dagegen, nur dass das Wachstum an Nadeln nicht gerade typisch wäre, ist ja eher eine Art des Laubwalds, würde die aber deswegen nicht kategorisch ausschließen. Für H. lactea sind die Lamellen schon ziemlich stark gedrängt, geht gerade noch. Für Atheniella/Mycena flavoalba definitiv zu stark gedrängt.

    Denke es muss schon eine der beiden sein H. lactea oder cucullata, Tendenz lactea, wobei ich mich hier per Foto nicht endgültig festlegen will.


    Kann Dir anbieten, dass Du mir eine getrocknete Probe zuschickst, falls vorhanden. Allerdings bin ich die restliche Woche nicht daheim, könnte also erst aber nächster Woche etwas untersuchen.


    Viele Grüße,

    Matthias

    Hallo Björn,


    würde ich so anhand der Bilder bestätigen wollen.

    Klar, ist schon etwas groß, aber auch bei Hausknecht steht bis 4,5cm und da der schon ziemlich alt ist, sollte das kein Hindernis sein. Habe auch z.B. pilosella schon in allen möglichen Größen gehabt. C. tenera hatte ich selbst bisher nur einmal, die passt aber auch zu dem, was Du zeigst. Evtl. könnte semiglobata mal ähnlich sein, aber die sieht man kaum je gerieft und die Sporen sollten da auch größer sein.


    Viele Grüße,

    Matthias

    Hallo Norbert,


    könnte in dem Fall relativ schwer zu schlüsseln sein. Das ist eine sanguinolenta mit - da Du ja keine erwähnst - versiegter Milch. Das kommt aber vor, wie auch bei galopus.

    Optik und Habitus passen perfekt, ebenso die Sporengröße und die charakteristisch ziemlich gleichmäßig spitzen Cheilos.


    Viele Grüße,

    Matthias

    Hallo Björn und Felli,


    Eure Kommentare decken sich mit dem, was ich vermutet habe, nämlich, dass die Inhalte einfach noch nicht wirklich beachtet worden sind. Ist ja bei den Ascos auch noch nicht so ganz lange her, dass die als Bestimmungsmerkmal wichtig sind.

    Umso spannender wird es, sich das mal genau anzusehen. Das habe ich vor, wenngleich das natürlich nicht mein Haupt-Beschäftigungsfeld sein wird, da bin ich mit den nicht-lichenisierten Kleinpilzen schon sehr gut versorgt.


    Danke euch und viele Grüße,

    Matthias

    Hi Flechtenfans,


    seit längerem drängt sich mir die Frage auf, wie es sich mit den Ölinhalten von vitalen Sporen bei Flechten verhält.

    Hauptsächlich bearbeite ich ja kleine Ascomyceten und bei diesen spielt der Inhalt von Sporen oft eine sehr große Rolle bei der Artbestimmung, z.B. bei Mollisia, den Hyaloscyphaceae usw.


    Bei Flechten finde ich zu so etwas keine Angaben, ob das da auch eine Rolle für die Bestimmung spielen könnte oder auch nicht. Die allermeisten Bilder, die man von Flechtensporen findet, zeigen diese im toten Zustand. Mittlerweile habe ich schon einige Arten der Gattung Caloplaca mikroskopiert, hier eine Kurzübersicht zu einigen Sporen im vitalen Zustand:


    Besonders wenn man die Sporen von Caloplaca arenaria und crenulatella gegenüberstellt, fällt auf, dass erstere einen prominenten zentralen Tropen in jeder Zelle haben, letztere konstant multiguttulat sind. Ein bisschen variabler scheint da holocarpa. Die Septendicke ist ja schon als wichtiges Unterscheidungsmerkmal bekannt, nur auf die Inhalte wird nirgends wirklich eingegangen.


    Da ich noch nicht so viel Erfahrung mit Flechten habe, würde mich mal interessieren, ob jemand von Euch schon Erfahrungen mit den Sporeninhalten hat oder ob es dazu Literatur gibt, ich habe dazu noch nichts gefunden bisher.


    Viele Grüße,

    Matthias