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letzter Beitrag von Tricholomopsis am

APR-Exkursion Gruga 28.10.2018

  • Hallo zusammen,


    gestern ging es mit dem APR auf einer Kartierungsexkursion in den Grugapark in Essen. Der wenige Regen der vergangenen Tage scheint den Pilzen gut getan zu haben, denn die Fundliste hat es jetzt schon auf etwas über 100 Arten gebracht. Im Folgenden einige Impressionen der Tour, angefangen mit den Großpilzen, die Phytoparasiten werde ich dann später ergänzen.


    1. Galerina sp.


    2. Armillaria gallica


    3. Aleuria aurantia


    4. Lactarius sp.



    5.


    6. Lactarius sp.



    7. Hebeloma cf. sacchariolens



    8. Helvella crispa


    9. Leratiomyces ceres



    10. Clavulina coralloides



    11. Armillaria mellea


    12. Trametes versicolor


    13. Typhula contorta


    14. Peziza succosa



    15. Bulgaria inquinans


    16. Agaricus subperonatus


    17. Nectria peziza auf altem Meripilus giganteus





    18. Boletus edulis



    19. Crucibulum laeve



    20. Datronia mollis



    21. Arrhenia retiruga



    22. Ganoderma pfeifferi


    24. Psilocybe cyanescens


    25. Macrocystidia cucumens mit Zystiden, die so groß sind, daß man sie im Makrofoto bei voller Auflösung sogar schon ganz gut erkennen kann.



    Björn

  • Hallo Björn,


    da ist ja schön was zusammengekommen :thumbup:

    Einige Fragen/Bemerkungen möchte ich loswerden.

    2. wie bestimmt man denn so alte Schlappen?

    4. Geschmack und Begleitbäume sind zwingend erforderlich. Auch eine Verfärbung der Milch isoliert auf Papiertaschentuch wäre hilfreich.
    (lange mild dann etwas bitter werdend, Birke, blassgelb) = L. tabidus :)

    7. muss mikroskopiert werden

    22. wodurch von älteren G. resinaceum unterschieden?


    LG Karl

  • hallo björn, eine feine aufsammlung mit tollen fotos==)

    Zu pilz 13 hab ich eine kurze frage und bitte steinigt mich nicht dafür/ist aus wikipedia: T.contorta könnte auch als hungerform der röhrigen keule angrsehen werden, hast du dazu nähere infos?

    Danke&lg

    Joe

  • Björn : Bei Nr. 22 schließe ich mich Karls Frage an. Sollte es sich beim Substrat um Eiche handeln, die Frkp. einjährig, auffällig leicht sein und einen mehr oder weniger auffälligen Geruch aufweisen, dürfte es sich um G. resinaceum handeln. Im Gegensatz zu G. pfeifferi eine sich deutlich ausbreitende Porlingsart.

    Joe : Die Keulchen (13) sind 2013 in MYCOTAXON von Ibai Olariaga zu Typhula contorta umkombiniert worden. Begründung siehe dort (z.B. über CyberLiber).

    Schöne Grüße,

    Klaus

  • Tach!


    Schön, da tut sich was. Und sogar komische PIlze mit Stielen und Hüten und Klump. :gzwinkern:

    5 = Pholiota jahnii (Pinselschüppling)

    22: Habt ihr die mal durchgeschnitten und / oder die Hutkruste unters MIkro gepackt? Ganoderma pfeifferi ist eher eine Art alter Rotbuchenwälder, wo wenig bis keine Forstwirtschaft betrieben wird (und halt ziemlich scharv auf Rotbuche). An Eiche / Pappel / Weide (zu wass auch immer die Rinde da gehört) und in anthropogen beeinflussten Gebieten ist es meistens Ganoderma resinaceum.



    LG, Pablo.

  • Hallo zusammen,


    ich äußere mich mal. Ich war auch dabei und uiii, wieder die gesammelte Kritik. ;)


    Die Pholiota halte ich - nach falscher Erinnerung im Feld - auch für P. jahnii. Die kommt aber noch unters scharfe Glas. Dann präge ich mir vielleicht ein, dass es keine P. lucifera ist, die ja viel fein- und kleinschuppiger wäre.


    Zu 2: Da waren auch jüngere Schlappen, die eindeutig wie A. gallica aussahen (Gelbe Bänder, kein Büschelwuchs, keuliger Stiel usw.)


    Zu 4: Ausschließlich Nadelbäume in der weiteren Umgebung. Und zwar hier nicht heimische. Kiefern? Fichten? Irgendwas halt. Eine leichte Gelbfärbung auf dem Taschentuch war zu sehen. Gut, dass du noch mal kritisch nachfragst. Ich fand den eigentlich zu kräftig gefärbt für L. tabidus, den ich eigentlich gut kenne. Aber die kräftiger gefärbten Arten sollten allesamt stabiler sein und/oder nicht gelblich färben. Und der darf ja auch bei Nadelholz. Also wohl doch L. tabidus. :alright:


    Zu 7: Heißt cf., weil sie noch mikroskopiert wird. Besser wäre vorerst: Hebeloma sect. sacchariolens.


    Zu 13: Genau, die Krüppelform hat nun Artrang. :)


    Zu 22: Tja, wir hatten am Ende auch Zweifel. Pilzkollege Thomas wollte sie auch eher G. resinaceum nennen, aber ich habe in diversen Langzeit-Dokumentationen kein so rötliches Stadium gefunden. Deshalb wollte ich übers Substrat (Roteiche) hinwegsehen.

    Wir wollten auf jeden Fall noch mal hin und einen jüngeren Fruchtkörper aufschneiden, um die Trama anzusehen. Die geballte Kompetenz erspart uns das jetzt vorerst. Danke!


    LG, Jan-Arne

                                                                               
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  • Zu 2: Da waren auch jüngere Schlappen, die eindeutig wie A. gallica aussahen (Gelbe Bänder, kein Büschelwuchs, keuliger Stiel usw.)


    Zu 22: Tja, wir hatten am Ende auch Zweifel. Pilzkollege Thomas wollte sie auch eher G. resinaceum nennen, aber ich habe in diversen Langzeit-Dokumentationen kein so rötliches Stadium gefunden.

    Hallo Jan Arne

    Zu 2: Hab ich mir zwar gedacht, aber bei den Exemplaren musste ich einfach nachfragen ;)

    zu 22: habe ich ein Vergleichsbild


    LG Karl




  • Servus beinand,


    von mir noch als Anmerkung zu 11: das ist für mich nicht Armillaria mellea. Die Stielbasen sieht man zwar leider nicht gut, aber das sieht nach basal angeschwollen aus - Armillaria mellea s.str. hat spindelige Stielbasen.

    Die Velumflocken auf dem Hut sehen plüschig gelb aus, bei Armillaria mellea s.str. sind sie auf die Hutmitte konzentriert und (fast) schwarz, zumindest sehr dunkel, sodass die Hutmitte auffallend dunkel aussieht, der Hutrand hingegen glatt. Was spricht hier gegen eine junge Armillaria gallica?


    Liebe Grüße,

    Christoph

  • Hallo zusammen,


    Jan-Arne hat ja gestern schon alle Fragen und Kommentare weggefrühstückt während ich in Gladbeck beim Pilzstammtisch war.

    Zu 2 ist natürlich auch noch anzumerken, daß der APR extra über fähige Physiker verfügt, die für solche alten Schlappen extra eine Zeitmaschine gebaut haben, damit man sie auch mal in jung sehen kann ;)

    Zu 11 kann ich leider nicht viel sagen, Hallimasch ist so gar nicht mein Gebiet (was ja irgendwie für fast alle Großpilze zutrifft), aber vielleicht kann Jan-Arne dazu noch Erhellendes beitragen.


    Und damit kommen wir jetzt zu den richtig spannenden Pilzen des Tages ;)


    26. Phragmidium mexicanum auf Potentilla indica




    27. Phragmidium violaceum auf Rubus fruticosus agg.



    28. Pucciniastrum epilobii auf Epilobium sp.



    29. Erysiphe necator auf Vitis vinifera



    30. Cronartium ribicola auf Ribes sp.




    31. Puccinia bornmuelleri auf Levisticum officinale




    32. Ampelomyces quisqualis auf Mehltau auf Zucchini




    33. Golovinomyces ambrosiae auf Helianthus annuus




    34. Puccinia helianthi auf Helianthus annuus





    35. Puccinia malvacearum auf Alcea rosea




    36. Rost auf Carex pendula




    37. Erysiphe ornata var. europaea auf Betula pubescens



    38. Puccinia circaeae auf Circaea lutetiana


    39. Erysiphe flexuosa auf Aesculus hippocastanum



    40. Nochmal ein Rost auf Carex pendula




    41. Uromyces rumicis auf Rumex Subgen. Rumex




    42. Erysiphe azaleae auf Rhododendron sp.



    43. Rostpilz auf Galium odoratum




    44. Triphragmium ulmariae auf Filipendula ulmaria


  • Hallo zusammen,


    ein absolut aussagekräftiges und überzeugendes Foto, Karl! Danke dafür.


    Was die Armillaria angeht: Ich mache die Bestimmung an dem deutlich büscheligen Wuchs fest, der für A. mellea typisch ist und den ich Armillaria gallica nicht zutraue bzw. von der Art auch nicht kenne. Zudem war bei den älteren Exemplaren der deutlich ausgeprägte häutige Ring zu sehen, der parallel zum Hut steht und den Armillaria gallica nicht in der Form haben darf. Dass die bis zur Mitte gelblichen Schüppchen nicht zur eigentlichen Beschreibung der Art passen, sehe ich aber ein.


    LG, Jan-Arne

                                                                               
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  • Servus Jan-Arne,


    es ließe sich ja leicht überprüfen, indem man nach Schnallen an den Basidienbasen sucht. Armillaria mellea s.str. hat ja keine - im Gegensatz zu den anderen beringten Arten. Ich habe Armillaria mellea s.str. noch nicht sehr oft gesehen, da es bei mir offensichtlich zu kalt dafür ist (oder zu kontinental). Insofern ist es am Foto eh schwer. Da man die Stielbasen nicht sieht, fällt es so halt schwer. Ein häutiger, abstehender Ring wäre natürlich ein Merkmal für Armillaria mellea s.str. Sollte der Fund kartiert werden, würde ich dennoch eine mikroskopische Überprüfung empfehlen.


    Liebe Grüße,

    Christoph

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