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letzter Beitrag von Beorn am

Baumpilz

  • Hallo liebe Pilzfreunde und Experten,

    ich bin jetzt 67 Jahre alt, aber ein solches Pilzjahr habe ich in Brandenburg noch nie erlebt. Die Wälder hier sind wie leer gefegt. Kein einziger Röhrling, Täubling, Ritterling usw. läßt sich sehen.

    Aus purer Verzweiflung habe ich heute einen keinen Auwald aufgesucht. Abgesehen von wenigen tief liegenden Stellen, war auch hier der Boden staubtrocken. Um meine „Sammler-Ehre“ zu retten, beschloss ich mich nach Baumpilzen umzusehen und wurde fündig.

    Allerdings ist mein Kenntnisstand bei dieser Pilzart gleich Null, weil ich dies hier noch nie nötig hatte. Deshalb wenden ich mich an Euch, vielleicht könnt Ihr mir weiterhelfen. Ich habe 5 verschiedene Arten gefunden – also denke ich – von denen ich hier, die erste vorstellen möchte.

    Fundort: trockener Auwald

    Baumart: Laubbaum (vermutlich Robinie), Totholz

    Größe: die etwa 20 Fruchtkörper waren zwischen 4 bis 15cm breit und zwischen 2 – 6cm dick an der jeweils stärksten Stelle.

    Geruch: beim Abschneiden intensiv pilzig angenehm, später (5 Stunden) intensiv muffig (besonders die Röhren/Poren)

    Farbe: Oberseite satt braun mit fast weißem Rand, Unterseite hell cremefarbig fast weiß, dann langsam nachdunkelnd, an den Druckstellen sofort grauend.

    Konsistenz: fest nur gering auf Druck nachgebend.



    LG Mischa

  • Hallo Mischa,

    das dürfte Ganoderma applanatum sein, der kommt bei mir im Wiener Prater (=Auwald) auch oft vor, ist aber auch in anderen Wäldern zu finden.

    LG

    romana

    103-15 APR2017+17(3.Platz)+2(Wette)=107-1(OBR)-15 APR2018=91+13(3.Platz)+8(Wetten)=112-2+7(Wette)=117-15 APR2019=102+8(8.Platz)

  • Hi.


    Nun, immerhin ist er ja erkennbar einjährig (was nicht viel heißen muss), an den nicht mit Sporen bestäubten Stellen wirkt die Hutkruste ziemlich glänzig.
    Ich vermute, daß dieser Pilz einjährig bleibt (die Fruchtkörper also in diesem Jahr noch absterben und nicht im nächsten reaktiviert werden), das Fleisch und die Kruste vergleichsweise weich sind, und vor allem: Die Hutkruste Harz enthält und also Blasen schlägt, schmurgelt und "schmilzt", wenn man eine Flamme daran hält.

    Dann wäre das der Harzige Lackporling (Ganoderma resinaceum), der ebenfalls so aussieht und so wachsen kann.


    Brutzeltest bitte wegen der Dürrekatastrophe nicht draußen im Wald durchführen!



    LG; Pablo.

  • Hallo Pablo,

    ich bin mir nicht ganz sicher, ob ich Dich richtig verstanden habe. Habe aber heute den Pilz (letzte drei Bilder) an der Hutkante an eine Kerze gehalten, aber da ist nichts geschmolzen, sondern eher verkohlt mit einem sehr unschönen Gestank. Zum Vergleich habe ich die Buckeltramete ebenfalls an die Kerze gehalten und der Gestank war sehr ähnlich.

    Ich hatte 3 Fruchtkörper des Flachen Lackporlings mitgenommen und heute nach dem Waschen in kleine Stücke geschnitten zum Trocknen. Dabei ist mir aufgefallen, dass zwei Pilze viele Fraßgänge aufwiesen, mit zum Teil schwarzer oder weißer Füllung. Könnte es sich dabei, um die Fressfolgen von Larven der Tummelfliege handeln?


    Nach dem Abwaschen des Sporenstaubes war auch bei dem großen Fruchtkörper (letzte drei Bilder) kein Glanz zu sehen. Vielleicht täuschen die Bilder hier etwas.


    Aber vielen Dank für den berechtigten Einwand, der mich auf diese Lackporlings-Variante aufmerksam gemacht hat.


    LG Mischa

  • Hallo, Mischa!


    Ich würde keine Kerze nehmen, sondern eher ein Feuerzeug. Weil ich nicht weiß, ob durch das Wachs im Kerzenrauch etwas verändert werden kann.

    Und nicht den Hutrand, sondern die Hutkruste, bis sich die Bläschen bilden kann es auch mal einige Sekunden dauern. Wenn gar keine Reaktion, dann bleibt es wohl bei der ersten Idee von Romana.



    LG, Pablo.

  • Hallo Pablo,

    hatte die Pilze schon etwas kleingeschnitten, aber noch ein größeres Stück mit Huthaut gefunden und mit dem Feuerzeug Deinen Test gemacht. Es werden keine Blasen gebildet, die Huthaut kohlt auch erst nach etwa 8 Sekunden an und brennt nicht. Dann habe ich noch ein kleineres Stück, dass schon gut getrocknet war getestet. Auch hier keine Blasenbildung, aber es fing an zu brennen und glühte dann bis zur Asche durch.

    Der Geruch war jetzt nicht mehr so widerlich, aber nach Harz roch da nichts.Ich fahre in der kommenden Woche nochmals in das Auwäldchen und werde einige frische Exemplare dieses Lackporlings mitnehmen (den Baum finde ich problemlos wieder) und dann nochmals testen. Wenn ich mich hier nicht mehr melde, dann ist das Ergebnis negativ und es bleibt beim Flachen Lackporling.


    @Alle: Weiß jemand ob der Flache Lackporling ähnlich verwendet werden kann, wie der Glänzende Lackporling? Hat jemand Informationen zu entsprechender Literatur, Artikeln, Links usw. …? Würde mich über solche Informationen sehr freuen.

    Mit irgendwas muss man sich ja beschäftigen, wenn es hier keine "richtigen" Pilze mehr gibt!:)


    LG Mischa

  • Hallo, Mischa!


    Da das Harz beim Trocknen ja nicht aus der Hutkurste verschwindet, klappt der Test normalerweise auch bei getrockneten Pilzen.

    Zur Verwendung von Ganoderma applanatum ist mir nichts bekannt, soweit ich weiß, gilt nur der Glänzende (Ganoderma lucidum) als Heilpilz, und auch da darf man skeptisch sein, ob das auch für europäische Kollektionen zutrifft, oder nur für asiatische. Pilze sind ja nach Kontinent mitunter auch verschieden, wass ihre Inhaltsstoffe betrifft.



    LG, Pablo.

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