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Bericht vom 03.08.2016: 6 tolle Funde im Garten unter'm Birnbaum

  • Etwas verspätet - der Bericht vom 03.08.2016: 6 tolle Funde im Garten unter'm Birnbaum


    Liebe Pilz-Freunde,
    wieder mal kroch ich in unserem Garten unter dem Birnbaum herum - 6 tolle Pilze fand ich da - die zeige ich Euch natürlich......
    4 davon waren Erstfunde. Danke an Matthias für alle Bestimmungshilfen zu den nachfolgenden Pilzen.

    Fundnummer: 2016-08-03-1619

    Morphologische Daten:

    Fundort: ca. 550 müNN. ca. N50, O12, auf Wiese unter Birnbaum
    Fundzeit: 03.08.2016
    Wuchsform: gesellig
    Hutform: jung konvex, alt flach, mit deutlichem, tiefen Nabel
    Huthaut: braun, Zentrum schwarzbraun, radial silbrig streifig durch Hygrophanität, glatt, radialfaserig, Lamellen am Rand durchscheinend
    Hygrophanität: ja, silbrige radiale Flecken
    Hutrand: kantig
    Lamellen: hellbraun, viele Zwischenlamellen, einige Y-Gabeln
    Lamellenschneiden: ohne Besonderheiten (glatt)
    Lamellen-Stielübergang: weit am Stiel herablaufend
    Stiel: dunkelbraun, fest, verdreht, mit weißlichen Fasern aufgefüllt (nicht hohl)
    Stielbasis: knollig verdickt, etwas mycelfilzig
    Fleisch: Farben wie außen
    Größe: Hutdurchmesser ca. 1-2 cm, Stiellänge ca. 2-3 cm, Stieldurchmesser ca. 1,5 mm
    Sporenpulverfarbe: rosa
    Geruch: neutral, zerrieben etwas mehlig
    Geschmack: mild und etwas mehlig

    Mikroskopische Daten:

    Schnallen:
    keine (weder in HDS noch an Basidien noch in Lamellentrama)

    leptonioide Tröpfchen:
    keine (weder in HDS noch im Lamellentrama)

    HDS:

    Pigment intrazellulär und manchmal inkrustiert (hauptsächlich in Hutmitte), Hyphen-Enden aufgeblasen.

    Hyphen-Breite im Hymenium der HDS:
    Präparat: Huthaut - Radialschnitt (Exsikkat) --> Ammo 10%; Untersuchungsmedium: GSM; Messwertanzahl: n = 27
    Test auf Normalverteilung nach Anderson Darling: normalverteilt
    Arithmetischer Mittelwert Me: 5,7 µm; Standardabweichung S. D.: 1,3 µm; Median: 5,6 µm
    Abmessungen nach t-Verteilungsverfahren: mit 80%-Konfidenzintervall: (3,9) 4 - 7,4 (9) µm; mit 90%-Konfidenzintervall: (-) 3,5 - 7,9 (9) µm

    Hyphen-Enden der HDS:
    Präparat: Huthaut - Radialschnitt (Exsikkat) --> Ammo 10%; Untersuchungsmedium: GSM; Messwertanzahl: n = 18
    Test auf Normalverteilung nach Anderson Darling: nicht normalverteilt
    Arithmetischer Mittelwert Me: 16,7 µm; Standardabweichung S. D.: 2,8 µm; Median: 15,8 µm
    Abmessungen nach Quantil-Verfahren: mit 80%-Standardbereich: (13,5) 13,9 - 20,7 (21,7) µm; mit 90%-Standardbereich: (13,5) 13,5 - 21,3 (21,7) µm



    Basidien:
    2- und 4-sporig
    Präparat: Lamellenstück (Exsikkat) --> Ammo 10% --> Kongo NH3; Untersuchungsmedium: GSM; Messwertanzahl: n = 4
    Standardabweichung S. D.: von L × B: 5,3 × 0,9 µm; von Q: 0,3
    Median: von L × B: 32,5 × 11,1 µm; von Q: 2,9
    Arithmetischer Mittelwert Me: von L × B: 31,9 × 10,8 µm; von Q: 2,9
    Abmessungen nach Quantil-Verfahren mit 80%-Standardbereich: für L × B: (24,9) 27,1 - 36,2 (37,8) × (9,5) 9,9 - 11,5 (11,5) µm; für Q: (2,6) 2,7 - 3,2 (3,3)

    Sporen:
    Form: heterodiametrisch, (4)-5-(6)-eckig


    Präparat: Sporenabwurf; Untersuchungsmedium: GSM; Messwertanzahl: n = 45
    Test auf Normalverteilung nach Anderson Darling: Länge: normalverteilt; Breite: normalverteilt; Q: normalverteilt
    Standardabweichung S. D.: von L × B: 0,6 × 0,5 µm; von Q: 0,1
    Median: von L × B: 9,6 × 6,6 µm; von Q: 1,4
    Arithmetischer Mittelwert Me: von L × B: 9,6 × 6,7 µm; von Q: 1,4
    Abmessungen nach t-Verteilungsverfahren mit 80%-Konfidenzintervall: für L × B: (8,2) 8,8 - 10,4 (10,9) × (5,8) 6,1 - 7,3 (8) µm; für Q: (1,1) 1,3 - 1,6 (1,7)
    Abmessungen nach t-Verteilungsverfahren mit 90%-Konfidenzintervall: für L × B: (8,2) 8,5 - 10,7 (10,9) × (5,8) 5,9 - 7,5 (8) µm; für Q: (1,1) 1,2 - 1,7 (1,7)



    Schlüsselung nach Gröger (Teil I Seite 478):
    A* > B > Teilschlüssel t, S. 585 > 1b > 12 > 12b > 16 > 16b > 21 > 21a > Entoloma incarnatofuscescens
    Nachprüfung mit Pilzkompendium, Alternativen geprüft, keine Zweifel entdeckt.

    Das ist der eindrucksvolle Lilagraue Nabelrötling (Entoloma incarnatofuscescens):






    Fundnummer: 2016-08-03-1630

    Morphologische Daten:

    Fundort: ca. 550 müNN. ca. N50, O12, auf Wiese unter Birnbaum
    Fundzeit: 03.08.2016
    Wuchsform: einzeln
    Hutform:
    konvex
    Huthaut: grau, Zentrum graubraun, stark geschuppt
    Hygrophanität: nicht festgestellt
    Hutrand: behangen
    Lamellen: weiß mit Rosastich, mit Zwischenlamellen, keine Y-Gabeln, keine Queradern, bauchig
    Lamellenschneiden:
    ohne Besonderheiten
    Lamellen-Stielübergang:
    frei, mit kleinem "Kollar"
    Stiel: glasig weiß, schuppig bereift
    Stielbasis:
    minimal verdickt
    Fleisch: ohne Besonderheiten
    Größe:
    Hutdurchmesser ca. 0,8 cm, Stiellänge ca. 1,5 cm, Stieldurchmesser ca. 1 mm
    Sporenpulverfarbe: nicht getestet
    Geruch: neutral
    Geschmack: nicht getestet

    Bei diesem Zwergdachpilz (Pluteus hispidulus) war die Art klar, jedoch musste noch die Variata mikroskopisch geprüft werden.
    Dazu sind die Cheilozystiden das entscheidende Merkmal. var. hispidulus hat keulenförmige Cheilozystiden während var. cephalocystis utriforme hat.
    Ergebnis: Die Cheilozystiden sind ganz klar keulenförmig:



    Damit ist das der Haarige Zwergdachpilz (Pluteus hispidulus var. hispidulus):




    Fundnummer: 2016-08-03-1636

    Morphologische Daten:

    Fundort: ca. 550 müNN. ca. N50, O12, auf Wiese unter Birnbaum
    Fundzeit: 03.08.2016
    Wuchsform: gesellig
    Hutform:
    konvex, manchmal leichter Buckel
    Huthaut: hellbeige, nach außen hin heller werdend, Lamellen durchscheinend, glatt
    Hygrophanität: ja
    Hutrand: etwas ausgefranst
    Lamellen: weiß, sichelförmig, mit Zwischenlamellen, keine Y-Gabeln, keine Queradern
    Lamellenschneiden: ohne Besonderheiten
    Lamellen-Stielübergang:
    herablaufend
    Stiel: weiß, stark bereift auf ganzer Länge
    Stielbasis:
    ohne Besonderheiten
    Fleisch:
    ohne Besonderheiten
    Größe: Hutdurchmesser ca. 0,3 cm, Stiellänge ca. 1,5 cm, Stieldurchmesser ca. 0,5 mm
    Sporenpulverfarbe: nicht getestet
    Geruch: nicht wahrnehmbar
    Geschmack: nicht probiert

    Dieser ist bereits makroskopisch klar - der Bogenblättrige Helmling (Phloeomana speirea):






    Fundnummer: 2016-08-03-1641

    Morphologische Daten:

    Fundort: ca. 550 müNN. ca. N50, O12, auf Wiese unter Birnbaum
    Fundzeit: 03.08.2016
    Wuchsform: gesellig
    Hutform: jung: glockig, mittelalt: ausflachend mit Buckel, alt: flach mit Buckel und Rand hochgebogen
    Huthaut: jung: violettbeige auf creme, alt: rotbraun auf beige, am Rand feldrig-schuppig aufgerissen, Zentrum nicht feldrig-schuppig, Zentrum samtig/filzig
    Hygrophanität: nein
    Hutrand: jung: behangen, alt: stark gerieft
    Lamellen: weiß, mit Zwischenlamellen, keine Y-Gabeln
    Lamellenschneiden: ohne Besonderheiten
    Lamellen-Stielübergang: scharfkantig frei
    Stiel: auf ganzer Länge weiß mit Rosastich, faserig, mit Ring
    Ring: oben weiße Haare, unten dunkelbraunen Häutchen, Form: dreieckig im Querschnitt
    Stielbasis: schief, rund, keine Knolle
    Fleisch: ohne Besonderheiten
    Größe: Hutdurchmesser ca. 1-1,2 cm, Stiellänge ca. 1,5 cm, Stieldurchmesser ca. 1-2 mm
    Sporenpulverfarbe: nicht getestet
    Geruch: neutral
    Geschmack: nicht probiert

    Auch dieser ist makroskopisch klar - der Lila Schirmling (Lepiota lilacea):
















    Fundnummer: 2016-08-03-1649

    Morphologische Daten:

    Fundort:
    ca. 550 müNN. ca. N50, O12, auf Wiese unter Birnbaum
    Fundzeit:
    03.08.2016
    Wuchsform: einzeln
    Hutform:
    stumpfkegelig
    Huthaut: kahl, matt, rotbraun bis beige, Zentrum deutlich dunkler
    Hygrophanität: nicht zu deuten
    Hutrand: kantig
    Lamellen: orange-braun, bauchig, mit Zwischenlamellen
    Lamellenschneiden: leicht schartig
    Lamellen-Stielübergang:
    nicht zu deuten
    Stiel: orange-braun, auf ganzer Länge etwas bereift, Spitze nicht rinnig bereift, längsfaserig
    Stielbasis:
    ohne Besonderheiten, nicht wurzelnd
    Fleisch:
    ohne Besonderheiten
    Größe: Hutdurchmesser ca. 0,7 cm, Stiellänge ca. 3 cm, Stieldurchmesser ca. 0,8 mm
    Sporenpulverfarbe: nicht getestet
    Geruch: neutral
    Geschmack: nicht probiert
    Exsikkat-Farben: Stiel und Lamellen: rostbraun, Hut: graubraun

    Mikroskopische Daten:

    Cheilozystiden:
    lecythiform
    Präparat: Lamellenstück (Exsikkat) --> Ammo 10% --> Kongo NH3; Untersuchungsmedium: GSM; Messwertanzahl: n = 15
    Test auf Normalverteilung nach Anderson Darling: Länge: normalverteilt; Breite: nicht normalverteilt; Q: normalverteilt
    Standardabweichung S. D.: von L × B: 1,3 × 1,1 µm; von Q: 0,3
    Median: von L × B: 15,9 × 8,2 µm; von Q: 2
    Arithmetischer Mittelwert Me: von L × B: 15,8 × 7,5 µm; von Q: 2,1
    Abmessungen nach Quantil-Verfahren mit 80%-Standardbereich: für L × B: (13,3) 14,3 - 17,5 (17,9) × (5,6) 6,1 - 8,6 (8,7) µm; für Q: (1,7) 1,9 - 2,4 (2,8)

    Cheilozystiden-Köpfe:
    Test auf Normalverteilung nach Anderson Darling: nicht normalverteilt
    Arithmetischer Mittelwert Me: 3,5 µm; Standardabweichung S. D.: 0,7 µm; Median: 3,2 µm
    Abmessungen nach Quantil-Verfahren: mit 80%-Standardbereich: (2,8) 2,9 - 4,3 (5,6) µm; mit 90%-Standardbereich: (2,8) 2,9 - 4,9 (5,6) µm

    Cheilozystiden-Hälse:
    Test auf Normalverteilung nach Anderson Darling: Länge: normalverteilt; Breite: normalverteilt; Q: normalverteilt
    Standardabweichung S. D.: von L × B: 0,8 × 0,2 µm; von Q: 0,7
    Median: von L × B: 3 × 1,2 µm; von Q: 2,4
    Arithmetischer Mittelwert Me: von L × B: 3 × 1,2 µm; von Q: 2,5
    Abmessungen nach t-Verteilungsverfahren mit 80%-Konfidenzintervall: für L × B: (1,5) 1,9 - 4,1 (4,3) × (-) 1 - 1,4 (1,5) µm; für Q: (1,4) 1,6 - 3,4 (3,8)

    Basidien:
    4-sporig, selten 2-sporig, Mauerzellen: keine gesehen
    ca. 14,7 - 18,9 × 5,8 - 6,8 µm
    Q = 2,3 - 3 ; N = 3
    Me = 16,5 x 6,3 µm ; Qe = 2,6


    HDS-Zellen:
    sphärisch
    Präparat: Huthaut - Radialschnitt (Exsikkat) --> Ammo 10% --> Kongo/NH3 --> P. Wäsche; Untersuchungsmedium: GSM; Messwertanzahl: n = 13
    Test auf Normalverteilung nach Anderson Darling: normalverteilt
    Arithmetischer Mittelwert Me: 16,7 µm; Standardabweichung S. D.: 1,8 µm; Median: 16,4 µm
    Abmessungen nach t-Verteilungsverfahren: mit 80%-Konfidenzintervall: (12,1) 14,2 - 19,1 (19,9) µm; mit 90%-Konfidenzintervall: (12,1) 13,4 - 19,9 (19,9) µm


    Sporen:
    Form: ellipsoid, glatt, nicht ornamentiert, nicht linsenartig platt gedrückt sondern deutlich zylindrisch.
    Wand: einwandig dünn, Keimporus sehr undeutlich oder ganz unsichtbar
    Farbe: hellbräunlich, in KOH hellbräunlich mit Orangeton
    Präparat: aus Lamellenstück (Exsikkat) ausgewaschen; Untersuchungsmedium: GSM; Messwertanzahl: n = 53
    Test auf Normalverteilung nach Anderson Darling: Länge: normalverteilt; Breite: normalverteilt; Q: nicht normalverteilt
    Standardabweichung S. D.: von L × B: 0,5 × 0,2 µm; von Q: 0,1
    Median: von L × B: 6,2 × 3,6 µm; von Q: 1,7
    Arithmetischer Mittelwert Me: von L × B: 6,1 × 3,6 µm; von Q: 1,7
    Abmessungen nach Quantil-Verfahren mit 80%-Standardbereich: für L × B: (4,9) 5,5 - 6,8 (7,3) × (3,1) 3,4 - 3,8 (4,2) µm; für Q: (1,4) 1,5 - 1,8 (2)


    Kaulozystiden:
    Form: gemischt: lecythiform (überwiegen), keulig und Haare
    Maße: lecythiforme ca. 16,3 x 10,4 µm, Köpfe: ca. 4-4,7 µm, Halsdurchmesser: ca. 1,4-1,8 µm, Halslängen: ca. 2,3-3 µm


    Schlüsselweg inkl. aller untersuchter Alternativen:
    Seite 324 Gröger II:

    A > A* > B > B* > H > H* > I > Teilschlüssel b > 1 > 1b > 14 > 14b > 21 > 21b > 24 > 24a > Conocybe tuxlaensis - passt wie die Faust auf's Auge

    A > A* > B > C > C* > D > Conocybe karinae (Geruch passt nicht)

    A > A* > B > B* > H > Teilschlüssel a/1, S. 330 > 1b > 12 > 12b > 15 > 15b > 20 > siehe bei Teilschlüssel a/2

    A > A* > B > B* > H > Teilschlüssel a/1, S. 330 > 1a > 2 > 2b > 4 > 4b > 5 > 5a > 6 > 6b > 7 > 7a > Conocybe ingridiae (sehr unwahrscheinlich, außerdem Stiel mit kopfigen Kaulozystiden)

    A > A* > B > B* > H > Teilschlüssel a/2, S. 337 > 20b > 22 > 22b > 23 > 23b > 26 > 26a > 27 > 27a > Conocybe pilosella --> kann nicht sein denn Kaulozystiden mit Kopf und abgesetztem Hals und Sporen schmäler

    A > A* > B > B* > H > Teilschlüssel a/2, S. 337 > 20b > 22 > 22b > 23 > 23b > 26 > 26a > 27 > 27b > Conocybe pallidospora (Kaulozystiden passen überhaupt nicht)

    A > A* > B > B* > H > Teilschlüssel a/2, S. 337 > 20b > 22 > 22b > 23 > 23b > 26 > 26b > 28 > 28b > 29 > 29b > 33 > 33b > 34 > 34a > 35 > Sackgasse

    A > A* > B > B* > H > H* > I > I* > Teilschlüssel c > 1 > 1b > 2b > 3 > 3b > 8 > 9 > 9b > 10 > 10b > 12 > 12b > 13 > 13b > 14 > 14a > Conocybe enderlei (größe passt nicht)

    A > A* > B > B* > H > H* > I > Teilschlüssel b > 1 > 1b > 14 > 14a > 15 > 15a > 16 > 16b > Conocybe enderlei var. variispora (nein, da mehr 4-sporige Bas.)

    Alternativen nach Funga Nodrdica - 2 - Seite 735:
    hier landet man sofort in einer Sackgasse (Schlüsselfehler):
    1 > 2 > 3 > Sackgasse

    kann also nur so weiter gehen:
    1 > 2 > 4 > 5 > Key C sect. Mixtae p. 750 > 1 > 3 > 6 > 7 > 8 > Conocybe tuxlaensis

    1 > 2 > 4 > Key A sect. Conocybe p. 736 > 1 > 4 > 6 > 7 > 15 > 16 > 17 > 18 > 19 > Conocybe tuxlaensis

    1 > 2 > 4 > Key A sect. Conocybe p. 736 > 1 > 4 > 6 > 7 > 15 > 16 > 17 > Conocybe dumetorum var. phaeoleiospora (nein, Sporen nicht punktiert)

    1 > 2 > 4 > Key A sect. Conocybe p. 736 > 1 > 4 > 6 > 7 > 15 > 16 > 17 > 18 > 19 > Conocybe enderlei (nein - siehe oben)

    1 > 2 > 4 > Key A sect. Conocybe p. 736 > 1 > 2 > 3 > Key C

    1 > 2 > 4 > 5 > Key C sect. Mixtae p. 750 > 1 > 3 > 4 > 5 > Sackgasse

    1 > 2 > 4 > 5 > 6 > Bey B sect. Pilosellae p. 743 > 1 > 9 > 13 > Sackgasse

    1 > 2 > 4 > 5 > 6 > Bey B sect. Pilosellae p. 743 > 1 > 2 > 4 > 5 > Sackgasse

    Achtung: Sect. B enthält einen Fehler im Schlüssel: Man kann nicht nach 14 gelangen.
    Deshalb:
    von Hand auf 14 gehen: 14 > 16 > 17 > Conocybe pallidospora (nein - siehe oben)

    von Hand auf 14 gehen: 14 > 16 > 17 > Conocybe pilosella (nein - siehe oben)


    Dies ist eindeutig das Dünnwandige Samthäubchen (Conocybe tuxlaensis):






    Und noch ein Samthäubchen in ummittelbarer Nähe:

    Fundnummer: 2016-08-03-1650


    Morphologische Daten:

    Fundort:
    ca. 550 müNN. ca. N50, O12, auf Wiese unter Birnbaum
    Fundzeit:
    03.08.2016
    Wuchsform: einzeln
    Hutform:
    halbkugelig
    Huthaut: stark behaart, rotbraun bis beige, Zentrum dunkler, Lamellen durchscheinend
    Hygrophanität: nicht zu deuten
    Hutrand: kantig
    Lamellen: orange-braun, mit Zwischenlamellen
    Lamellenschneiden: leicht schartig
    Lamellen-Stielübergang:
    nicht zu deuten
    Stiel: beige-braun, auf ganzer Länge stark bereift, Spitze nicht rinnig bereift, längsfaserig
    Stielbasis:
    ohne Besonderheiten, nicht wurzelnd
    Fleisch:
    ohne Besonderheiten
    Größe: Hutdurchmesser ca. 0,5 cm, Stiellänge ca. 1,5 cm, Stieldurchmesser ca. 0,4 mm
    Sporenpulverfarbe: nicht getestet
    Geruch: neutral
    Geschmack: nicht probiert
    Exsikkat-Farben: Lamellen: rotbraun, Hut und Stiel: ocker


    Mikroskopische Daten:

    Cheilozystiden:
    lecythiform
    Präparat: Lamellenstück (Exsikkat) --> Ammo 10% --> Kongo NH3; Untersuchungsmedium: GSM; Messwertanzahl: n = 11
    Test auf Normalverteilung nach Anderson Darling: Länge: normalverteilt; Breite: normalverteilt; Q: normalverteilt
    Standardabweichung S. D.: von L × B: 1,7 × 0,8 µm; von Q: 0,3
    Median: von L × B: 15,1 × 6,5 µm; von Q: 2,3
    Arithmetischer Mittelwert Me: von L × B: 15,1 × 6,5 µm; von Q: 2,3
    Abmessungen nach t-Verteilungsverfahren mit 80%-Konfidenzintervall: für L × B: (12,5) 12,7 - 17,4 (19) × (5,3) 5,4 - 7,6 (8) µm; für Q: (1,9) 1,9 - 2,7 (2,8)

    Cheilozystiden-Köpfe:
    Test auf Normalverteilung nach Anderson Darling: normalverteilt
    Arithmetischer Mittelwert Me: 3,9 µm; Standardabweichung S. D.: 0,3 µm; Median: 3,9 µm
    Abmessungen nach t-Verteilungsverfahren: mit 80%-Konfidenzintervall: (3,4) 3,5 - 4,3 (4,3) µm; mit 90%-Konfidenzintervall: (-) 3,3 - 4,4 (4,3) µm

    Cheilozystiden-Hälse:
    Test auf Normalverteilung nach Anderson Darling: Länge: normalverteilt; Breite: normalverteilt; Q: normalverteilt
    Standardabweichung S. D.: von L × B: 0,4 × 0,1 µm; von Q: 0,2
    Median: von L × B: 2,3 × 1,3 µm; von Q: 1,6
    Arithmetischer Mittelwert Me: von L × B: 2,2 × 1,3 µm; von Q: 1,6
    Abmessungen nach t-Verteilungsverfahren mit 80%-Konfidenzintervall: für L × B: (1,4) 1,6 - 2,8 (2,5) × (-) 1,1 - 1,5 (1,5) µm; für Q: (1,2) 1,3 - 1,9 (1,9)

    Basidien:
    4-sporig, selten 2-sporig, Mauerzellen: keine gesehen
    ca. 24,4 - 26,4 x 10,3 - 10,6 µm
    Q = 2,3 - 2,6

    Sporen:
    Form: ellipsoid, glatt, nicht ornamentiert, linsenartig platt gedrückt und zwar ist die Dicke 15% weniger als die Breite
    Wand: doppelwandig erscheinend, Keimporus deutlich
    Farbe: rotbräunlich
    Präparat: aus Lamellenstück (Exsikkat) ausgewaschen; Untersuchungsmedium: GSM; Messwertanzahl: n = 54
    Test auf Normalverteilung nach Anderson Darling: Länge: normalverteilt; Breite: normalverteilt; Q: normalverteilt
    Standardabweichung S. D.: von L × B: 0,6 × 0,4 µm; von Q: 0,1
    Median: von L × B: 10,3 × 6,5 µm; von Q: 1,6
    Arithmetischer Mittelwert Me: von L × B: 10,3 × 6,5 µm; von Q: 1,6
    Abmessungen nach t-Verteilungsverfahren mit 80%-Konfidenzintervall: für L × B: (9) 9,5 - 11,1 (11,4) × (5,8) 6 - 7 (7,5) µm; für Q: (1,4) 1,4 - 1,7 (1,9)


    Dies ist das Gebirgs-Samthäubchen (Conocybe velutipes):


    Das war's für heute....
    Beste Grüße
    Dieter

  • Hallo Dieter,

    wow, welch tolle Dokumentation! Gut Ding braucht eben Weile. Vielen Dank für's Zeigen dieser hübschen und interessanten Pilze! Unter deinem Birnbaum ist ja einiges los!

    LG

    romana

    Pilzchips 100-5 für APR2016-10 für APR-Platzierungswette+3 für APR+15 APR-Platzierungswette=103-15 für APR2017+Platzierungswette=88+17 APR 3.Platz + 2 APR-Platzierungswette= 107

  • Hallo Dieter!

    Wie immer wahnsinnig toll dokumentiert. Aber auch für die "nicht-so-wissenschaftlich-drangehenden-Forumler" wie mich immer ein Genuss.

    Arten, die ich wahrscheinlich niemals erkennen würde. Mein Liebling diesmal der Bogenblättrige Helmling. Danke fürs Herzeigen Deiner Birnbaumfunde.:)

    Liebe Grüße
    Tuppie
    ==12



    ... durch herbstlich Tann eilt ihre Mär, herbei, herbei!

    Erblickend die Herbsthex, Kränzchen windend.


    "Tuppies Sammelmappe" "Gnolmengalerie" ==Gnolm2
    Meine Fotos UND Zeichnungen sind nicht ohne meine vorherige Genehmigung außerhalb dieses Forums zu verwenden!

  • Hallo Dieter,

    klasse Bilder, klasse dokumentiert.

    Mir hat es vor allem der Zwerg von Dachpilz angetan.

    Die Mikrodokumentation - ich gebe es zu - überfliege ich nur, aber man weiß ja dann, wo was steht - und denjenigen, die sich auch tiefergehend damit beschäftigen wollen, ist ein guter Vergleich möglich.

  • Hallo Dieter,

    Deine Dokumentationen sind wirklich beeindruckend. Bewundernswert mit wie viel Aufmerksamkeit und Akribie Du die Pilze unter die Lupe bzw. unter das Mikroskop nimmst und die Fotos sind ebenfalls klasse!

    Lieben Gruß


    Claudia


    ...leben und leben lassen... ;)


    Hier im Forum gibt es grundsätzlich keine Verzehrfreigaben.

  • Mal wieder ein ganz wunderbarer Beitrag von Dir, Dieter!


    Solche feine Sachen wachsen in unserem Garten leider nicht.

    Da kann man Dir nur zum Garten gratulieren.


    Die Pilze zu finden, ist das eine, sie dann auch zu bestimmen, das andere. Und das bei so schwierigen Gattungen wie Conocybe, Entoloma, Pluteus. Hut ab.==Pilz24

    Aber natürlich hast Du mit Matthias einen exzellenten Pilzkenner in Deiner Nähe.

    Wart Ihr eigentlich wie angedacht Ostern unterwegs, und falls ja, können wir uns auf einen Bericht freuen?


    Liebe Grüße vom Nobi


    Nur wer gegen den Strom schwimmt, kann erkennen, wieviel Unrat mit dem Strom schwimmt. (Frank Richter?)

    Chips: 88 nach diversen Verlusten - Spende für APR 2015 - 5 verdiente Chips für Emil + 3 Chips von Sarah - 5 EM-Wetteinsatz - 3 APR 2016 - 10 APR 2017 (Einsatz) + 18 APR 2017 (Gewinn).

  • Hallo Pilzfreunde,
    vielen Dank!

    Hallo, Dieter!

    Schön, daß du wieder da bist!
    Diese bildgewaltigen Superdokus haben irgednwie ein wenig gefehlt in der letzten Zeit.

    LG, Pablo.

    Ich war nicht richtig weg - hatte nur viel anderes zu tun...

    Wart Ihr eigentlich wie angedacht Ostern unterwegs, und falls ja, können wir uns auf einen Bericht freuen?

    Oh ja, wir waren unterwegs und ein Bericht folgt - nach noch sehr vielen anderen Berichten :)))
    Dauert natürlich etwas.
    Bis bald
    Dierter

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