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letzter Beitrag von Pilzfinder am

kleine schwarze Punkte - ist das ein Pilz?

  • Hallo an alle!
    Wir haben an unserer Hausfassade kleine schwarze Punkte, ca. 2mm im Durchmesser, fest verbunden mit dem Untergrund, teerartig von der Konsistenz. Die Hauswand ist trocken und bekommt ab Mittag Sonne.
    In einem alten Thread wurde das gleiche Phänomen beschrieben:
    https://www.pilzforum.eu/board…uf-diversen-untergruenden
    Unsere Punkte sehen ganz exakt so aus wie auf den Bildern dort. Ist das ein Pilz? Der Befall breitet sich immer weiter aus und betrifft neben dem Putz inzwischen auch Fenster, Fensterrahmen, Terrassenplatten und umliegende Pflanzen.
    Wir haben den Verdacht, dass wir uns das mit dem Rindenmulch eingeschleppt haben, der großflächig verteilt vor der Wand liegt.
    Kann jemand weiterhelfen, was es damit auf sich hat und vor allem, wie wir das Zeug wieder losbekommen?
    Vielen Dank für jede hilfreiche Antwort!

  • Hallo.


    Also zumindest bei den kleinen schwarzen Punkten im verlinkten Thema würde ich mich der Meinung der Kollegen anschließen: Eher kein Pilz, sondern irgendwas Anderes zwischen einem angewehten und kleben gebliebenen Dreck und Insekteneiern.
    Was die Pünktchen bei dir betrifft: Dazu kann ich ohne Bild nix Sinnvolles sagen (was so ein vorsichtiger Wink mit dem Zaunpfahl wäre). ;)



    LG; Pablo.

  • Vielen Dank für die schnellen Rückmeldungen! Hier kommen noch ein paar Bilder.






    Die kleinsten Punkte sind 0,5 mm groß, die größeren 2-3 mm. Sie sind gewölbt und erheben sich vom Untergrund (sind also nicht platt), passen sich aber in ihrer Form dem Untergrund an (bspw. wenn dieser uneben ist wie unser Putz).


    Ehrlich gesagt sieht es aus wie Bitumen-Spritzer. Aber Bitumen existiert nirgens in der näheren Umgebung, und gegen Spritzer spricht, dass sich die Punkte offensichtlich vermehren und ausbreiten.


    Hat jemand noch eine Idee?
    [hr]
    Die Bilder oben waren von der Hauswand (Putz), die Punkte finden sich aber auch auf Keramikfließen, Alu-Fensterrahmen, Fensterscheiben und auf den Pflanzen, die in der Nähe wachsen (siehe die nachfolgenden Bilder - das Foto vom Blatt ist leider unscharf, im Hintergrund sieht man den großflächig verteilten Rindenmulch).

    Kann uns jemand weiterhelfen?

  • Hallo.


    Was man auf jeden Fall sagen kann: Es sind keine Pilze. Auch keine Myxomyceten (Schleimpilze). Weder die einen noch die anderen könnten so auf frischem Putz, Aluminium oder gar Keramik überleben.
    Die Punkte auf dem Holz und auf den Blättern scheinen das Gleiche zu sein. Und dann würde ich auch zB Insekteneier ausschließen, dazu ist die Verteilung falsch. Ein Insekt legt seine Eier nicht so wahllos und weit zerstreut auf so unterschiedliche Oberflächen.
    Es sieht in der Tat so aus, als könnte das eine Verschmutzung sein, es erinnert vage an feine Teerspritzer, wie sie zB beim Erhitzen von Teerpappe für Dächer oder Isolierungen entsptehen können. Oder beim Verfugen mit irgendeiner Masse per Pistole.
    Jeweils nur Beispiele, rein Spekulativ. Aber so als Anhaltspunkt, wie in etwa es zu solchen "Spritzern" kommen könnte.



    LG, Pablo.

  • Hallo Pablo!
    noch vielen Dank für Deine Rückmeldung.


    Und hallo an alle anderen, die vielleicht doch noch weiterhelfen können!


    Wir wollen nochmal nachfragen:


    Sind es ganz sicher keine Pilze wegen den auch nicht-organischen Untergründen?


    Die Punkte auf den verschiedenen Untergründen (Fensterrahmen und Fensterbänke = Aluminium, Fließen = Keramik, Glas und Putz) sind definitiv das Gleiche.
    Für Spritzer sind sie aber erstens zu gleichmäßig geformt, zweitens gibt es hier weder Baustellen in der Nähe noch irgendwelche andere mögliche Ursachen für Spritzer oder Tropfenbildung. Auch der Wind kann keine so gleichmäßigen Tupfer gleichmäßig an die Wand/Fenster/Fensterbank etc. verteilen. Ich habe nochmals Fotos gemacht. Drittens vermehren sich keine Spritzer, das tun sie aber (s.u.).




    Was sehr beängstigend ist: Die Punkte nehmen sehr schnell zu. Ich würde sagen, pro Woche kommen pro Quadratmeter 20 neue hinzu. Das heißt doch, es müsste irgendetwas sein, was sich kontinuierlich vermehrt?!


    Auch scheinen die Punkte zu wachsen... Zunächst sind sie eher mittelbraun und klein im Durchmesser (ca. 0,5mm), und mindestens so hoch (vom Untergrund abstehend) wie breit (siehe das erste Foto oben). Dann scheinen sie nachzudunkeln, bis sie fast schwarz sind, bis zu 2-3mm im Durchmesser und eher flach. Dieses Wachsen spricht auch sehr gegen Spritzer, gleich welcher Art...


    Hat jemand noch einen Hinweis? Wir sind SEHR dankbar für jede Art von Hilfe!!


    Herzliche Grüße


    Sarah

  • Hallo Sarah,


    ich kann Dir nach den Fotos zwar nicht weiterhelfen, wäre aber bereit mir die Dinger mal unter dem Mikroskop anzuschauen. Immerhin scheint es Dich/Euch ja mächtig zu beunruhigen. Ich kann zwar nicht versprechen das Rätsel dann aufzulösen, aber ich bin sicher ich kann sagen ob es organisch ist oder nicht.
    Wenn Du magst, schick mir ein paar Proben, am besten mit Untergrund. Meine Adresse kannst Du gerne per PN erfragen.

  • Danke für den Link!
    Das hatte ich auch schon gefunden, aber da wir kein Insektennest in der Umgebung gefunden und auch noch nie Insekten in der Nähe der Punkte gesehen haben, deshalb halten wir das für eher unwahrscheinlich...
    Mal sehen, was die Mikroskopanalyse ergibt!
    Viele Grüße
    Sarah

  • Hallo,was hat das bei euch ergeben? Bei uns haben wir exakt das gleiche Problem.Zu finden sind die Punkte auf den Fenstern und der ganzen Aussenfassade,aber nur an der Front. Mich würde auch interessieren,was das ist.Wir bekommen in zwei Wochen unser Haus gedämmt und neu verputzt.Wäre ja ärgerlich,wenn das auf der neuen Fassade wieder erscheint.Wir wollen den Maler aber auch nochmal fragen,wenn er zur Vorbesichtigung kommt,ob er das schonmal gesehen hat. Über weitere Infos wäre ich dankbar.LG
    [hr]
    In einem.anderen Forum lese ich gerade von anderen Leuten,die dasselbe Problem haben und ebenfalls Rindenmulch vor der Fassade haben. Wir haben ebenfalls Rindenmulch vor der Front.Also kann doch da ei Zusammenhang sein,oder?

  • Servus zusammen,


    ich vermute, dass das von Fliegen stammt. Quasi eingetrocknete Fliegenkotze (ist ernst gemeint, nicht humoristisch).


    LG
    Christoph

  • Hallo zusammen,


    leider hat es mit der Antwort nun so lange gedauert, erst Urlaub, dann viel Arbeit, dann Vergessen - aber da es für den einen oder anderen vielleicht noch relevant ist: Hier die Erkenntnisse zum aktuellen Stand:


    Wir hatten einen Pilzsachverständigen da (danke, Ralf, für das Angebot, die "Besuchsalternative" hat sich ergeben, deshalb habe ich dann keine Proben mehr geschickt), der Proben mitgenommen und untersucht hat. Ergebis: Es zeigten sich unter dem Mikroskop zahlreiche Sporen und Myzel (Pilzgewebe). Es handelt sich also tatsächlich um einen Pilz, genauer um einen Schlauchpilz. Die genaue Art konnte er nicht identifizieren, in den Standardwerken, die er nutze, ist die Art nicht zu finden. Er schrieb, dass es sich ggf. auch um eine Flechte handelt: Das sind Mischorganismen aus Pilz (meistens Schlauchpilze) und Alge. Dadurch sind sie extrem anpassungsfähig und können im Gegensatz zu Pilzen ohne Symbiosepartner auch auf Stein, Keramik usw. wachsen.


    Wir sind nun so vorgegangen, dass wir alle Pflanzen radikal zurückgeschnitten haben, den gesamten Rindenmulch entfernt haben und die komplette Hausfassade mit einem Mittel gegen Pilze eingesprüht haben. Laut Mittel kann es einige Wochen bis Monate dauern, bis sich die schwarzen Punkte zersetzt haben. Das heißt wir haben die Punkte derzeit immer noch, aber offensichtlich kommen keine neuen dazu. Da war vor der Behandlung der Fall, da konnte man förmlich zusehen, wie immer neue schwarze Punkte entstanden. Die Weiterverbreitung scheint also gebannt. Wir hoffen, dass es dabei bleibt.


    Also an alle, die mit dem gleichen Phänomen zu tun haben: Es ist kein Fliegenschiss und auch nichts Nicht-Organisches. Die schwarzen Punkte sind Pilze/Flechten.


    Herzliche Grüße


    Sarah

  • Da kann ich nochwas zu sagen.


    Jemand anderes mit genau dem gleichen Problem hatte diesen Thread gelesen und mich kontaktiert. Die Proben die er mir geschickt hat erwiesen sich als Sporenkapseln vom Kugelschneller (Sphaerobolus stellatus), der zu tausenden die ausgebrachten Holzschnitzel besiedelte.

  • Danke! - Nun habe ich aber doch noch eine Frage: Ich habe den Artikel zum Kugelschneller auf Wikipedia gelesen - Wie passt das denn mit den schwarzen Knubbeln zusammen? Die Farbe wird dort als hell/gelblich beschrieben...?

  • Hallo Leute

    Ich hoffe ihr werft mich nicht gleich raus weil ich mich nicht vorgestellt habe! Werde es bei Gelegenheit nachholen.


    Ich habe etwas DRINGENDES. Habe versucht "Sarah" zu kontaktieren... da Sie aber seit 2017 nicht online war, weiss ich nicht ob ich Sie erreiche.


    Ich habe GENAU DIESE PUNKTE an meiner Fassade! Auch habe ich Rindenmulch (und zwar ganz viel) vor genau dieser Fassade ausgetragen. Die Punkte vermehren sich im Eiltempo und ich habe einige bereits im Innenraum! Aussen sinds bereits tausende...


    Hat jemand eine Idee mit welchem Mittel man dagegen ankämpfen kann ohne die Farbe der Fassade zu ruinieren? Sonstige Tips?


    Klar ist, dass ich den Mulch entfernen muss... Ich weiss nur noch nicht, ob ich neuen austragen soll (hatte ja 10 Jahre Ruhe) oder eine Alternative einsetze.


    Bin für alle Tips dankbar!!

    Grüsse

    Angelo

  • Hallo Angelo,

    wie oben beschrieben haben wir damals drei Maßnahmen ergriffen:

    1. Rindenmulch komplett entfernen. Als Ersatz haben wir Lava-Granulat ausgebracht.

    2. Befallene Pflanzen, auf denen sich ebenfalls die schwarzen Punkte zeigten, radikal zurückschneiden.

    3. Die komplette Hausfassade haben wir mit einem Gift behandelt. Das genaue Mittel wissen wir nicht mehr. Aber es war gegen Algen/Flechten/Pilze und wurde gesprüht. Das hat dafür gesorgt, dass die schwarzen Punkte abgestorben sind. Die Fassade hat keinen Schaden davon getragen. Das Mittel war farblos. Die schwarzen Punkte sind zwar immer noch da, da sie nicht abfallen, wenn sie tot sind. Aber sie haben spürbar keine Kleb/Saugkraft mehr (d.h. man könnte sie theoretisch einzeln abknubbeln, wenn man die zeit hat). Der Erfolg zeigte sich v.a. darin, dass keine neuen Punkte mehr hinzukamen und wir seit zwei Jahren diesbezüglich sorgenfrei sind. Bei der nächsten Hausrenovierung werden die Punkte dann übermalt.

    Viel Erfolg!

  • Ciao Sarah

    Vielen Dank für deine Antwort!! Ich habe nun die Fassade auch mit einem Mittel gegen Pilze/Flechten/Algen eingesprüht sowie angefangen den ganzen Rindenmulch zu entfernen. Ich werde das nun beobachten ob wirklich keine neuen Punkte dazu kommen.. an der Haustüre, welche ich nicht behandelt habe, sind bereits wieder Punkte zu sehen. Unglaublich.

    Nochmals an alle: Es ist unglaublich wie schnell sich dieser Pilz/Flechte vermehrt! Das geht wahnsinnig schnell und die komplette Fassade inkl. Dach sind voll damit. Bei offenen Fenstern hat man die Dinger dann auch im Haus!! Also bitte keine Sekunde warten sondern sofort behandeln... ich hätte lieber auch etwas schneller reagiert.

    Liebe Grüsse

    Angelo

  • Hallo Angelo,

    ganz schön viel Panik wegen ein paar Punkten...

    Dachte gerade an den Film "Invasion"

    Du verwechselst aber Ursache und Wirkung!

    Die Kugelschneller sind Pilze die im Substrat (hier Mulch) leben. Und wenn die reif sind, dann schleudern die Ihre Sporenpaket zur Verbreitung unkontrolliert in alle Richtungen. Da ist es völlig egal, ob eine Tür mit Gift behandelt wurde oder nicht. Es liegt nicht an der unbehandelten Tür sondern an dem Mulch, das in Schussweite liegt. Dss musst du entweder entfernen oder abdecken.

    Den Zielort zu behandeln ist Humbug. Da kannst du auch ein Schild "hier bitte keine Kugeln hin schießen" aufhängen, das ist umweltfreundlicher und hat die gleiche Wirkung!

    Beseitige die Ursache, dann hast du kein Problem aber behandle nicht irgendwas, ohne zu wissen, was du tust.


    Gruß

    Bernd

    Ich bin kein PSV, also gibt es von mir auch niemals eine Freigabe zum Verzehr! Wenn ich "essbar" schreibe, dann bezeichnet das eine Art im idealen Zustand, das lässt sich anhand von Fotos niemals beurteilen!

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