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letzter Beitrag von Mausmann am

Eine Logik-Frage

  • Hallo,


    aufgrund einiger Berichte hier und des verheißungsvollen Wetters hier bei uns (Raum Freiburg) hat es mich dann doch gefuchst, so dass ich gestern ein paar Plätze im Wald abgegangen bin. Gefunden habe ich schlussendlich natürlich nichts ;)


    Mir ist dabei allerdings eine Frage in den Sinn gekommen: Ich habe letztes Jahr ein Wäldchen entdeckt in dem ich massenweise Herbsttrompeten gefunden habe. Ich habe mal gelesen, dass Sommersteinpilze bevorzugt im Laubwald (und hier bevorzugt bei Buchen/Eichen) vorkommen. Das gleiche trifft ja im Prinzip auch auf die Herbsttrompeten zu. Kann man daher sagen, dass die Wahrscheinlichkeit hier auch Sommersteinpilze zu finden gar nicht mal so schlecht ist? Oder ist es eher so, dass die beiden Pilze an selbem Ort aufgrund anderer Bedingungen/Einflüsse eher gänzlich auszuschließen sind?
    Gestern wuchs in diesem Wäldchen jedenfalls nichts ;) Was ja aber - so oder so - nichts heißen muss.

  • Hallo.


    Das stimmt schon, Sommersteinpilze und Herbsttrompeten bevorzugen eine sehr ähnliche Ökologie. Beide bilden bevorzugt Mykorrhiza mit Laubbäumen, beide tendieren eher zu kalkhaltigen Böden (Herbsttrompete noch stärker als Sommersteinpilz), beide mögen warme Standorte ohne Staunässe. Wobei Sommersteinpilze auch mit mehr Trockenheit klar kommen.
    All das muss nichts heißen, aber es kann nicht schaden, die Stelle auch im Sommer im Auge zu behalten.



    LG, Pablo.

  • Hallo,


    meine Erfahrung:
    Seit etwa 6 Jahren sammle ich an einem super Platz mit altem Buchenbestand regelmäßig Herbsttrompeten (komme auch im Sommer schon ab und an vorbei) hier wachsen auch Strubbelköpfe, aaaaaaaber
    ich hab`noch nie einen Steinpilz gefunden.
    Schade.


    LG Hans

    Wenn du eine weise Antwort verlangst, musst du vernünftig fragen.


    Johann Wolfgang von Goethe


    Derzeitige PC 100 - 2 - 2 - 6 = 90 (23.10.14) :(

  • Hallo, Mausmann!


    Das klappt nur mit Sommersteinpilzen (Boletus reticulatus und mit Schwarzen Steinis (Boletus aereus), nicht mit dem Gemeinen (Boletus edulis). Der bevorzugt eine andere Ökologie (eher saure Böden, meidet trockene Standorte, schert sich keinen Meter um Wärmebegünstigung); immerhin der Mykorrhizapartner ist bei B. edulis egal, Buche zB mag der genauso gerne wie Fichte.



    LG, Pablo.

  • Hallo Mausmann,


    die Herbsttrompeten mögen neben Kalk den jungen Buchenanflug. Unter alten Beständen wirst Du sie nicht finden. Meine Plätze sind i.d.R. ehemalige, kleinräumige Windbruchflächen, auf denen 2-5m hohe Jungbuchen stehen, sie mögen es hell.


    Viele Grüße - Rika


  • Hallo Pablo,


    ich erlaube mir eine Ergänzung, aus Erfahrung.


    Die Trompeten bevorzugen Schatten, dort sind die anzutreffen.
    Im Sommer kannst ruhig die Augen auf etwas anderes ausrichten, die haben ihren Namen nicht von ungefähr. Im Herbst, früher nicht.


    Dann allerdings schauen die meisten auf die etwas höheren FK, verständlich :D


    Die Herbsttrompeten sind eigentlich leicht auszumachen, wenn der Blick nach unten gerichtet ist. Dafür spazierst aber an den "anderen" vorbei.


    Küchenmykologisch: unbedingt vorher trocknen, gleich den Morcheln :P


    LG
    Peter

    --------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

    Es reicht ein Hut aus Zunderschwamm als Statussymbol. Brennt nur der Kopf, wenn der Blitz einschlägt.

    Chips: 52 - 5 für Pablo = 47

    47 - 10 für APR 2019 = 37,000

    + 5 ausm APR = 42

    - 20 für die Leistungsträger,

    22. Ingo mag nicht, = 27.

    27 -10 für APR 2020 = 17 + ein Kerzenstummel

  • Hallo Ihr lieben, an meinen Totentrompeten Plätzen in Freiburg :cool: habe ich auch noch nie Sommersteinpilze gefunden. Totentrompeten trockne ich ich finde sie frisch aber auch lecker, sehen eben nicht schön aus weil die Farbe vom Essen etwas dunkel wird. Und so sehen die ganz großen dann aus. Ich wollte mal versuchen wie das mit dem Hochladen geht.

  • Wenn ich so überschlage was ich bisher an Plätzen gezeigt bekam und an Beschreibungen hörte, so komme ich zu dem Schluß daß der bevorzugte Wachstumsort nicht wirklich einhellig auszusehen scheint.
    Einzig die Buche, der Kalk und wohl auch ein laubbedeckter Boden scheinen allen gemein zu sein. Sonne oder Schatten, das scheint mir nicht wirklich relevant zu sein denn von beidem hört man.

  • Hallo miteinander!


    Man braucht den jungen Buchenanflug für die Herbsttrompeten - das steht außer Zweifel. Mit hell habe ich nicht sonnig gemeint, sondern dass es dort nicht von zu vielen, hohen Bäumen verschattet sein darf - einzelne große Bäume stören nicht.


    Wenn das Wetter passt, gibt es den ersten Schub bereits Ende Juli/Anfang August. Die Frk. halten sich sehr lange (4-6 Wochen), veralgen etc. dabei aber und sind dann nicht mehr zu empfehlen.


    Viele Grüße - Rika


  • ...
    Man braucht den jungen Buchenanflug ...


    Da mußte ich jetzt doch erst mal googlen was damit gemeint ist.
    Jetzt bin ich schlauer.
    Gleichzeitig habe ich dabei lernen können, daß, wenn die Verjüngung des Buchenwaldes erwünscht ist, man gut beraten sei diese am Nordrand herbeizuführen. Das kann man sich ja mal hinter die Ohren schreiben wenn man seinen Buchenwald nach Herbsttrompeten untersucht. Zuerst im Norden nachsehen. :)

  • Hallo,


    danke für die vielen interessanten Antworten.
    D.h. zusammengefasst macht das logisch also schon irgendwo Sinn; allein in der Praxis hat bisher aber noch niemand diese Erfahrung gemacht.
    Irgendwie dachte ich mir sowas schon... die Pilze machen halt echt was sie wollen ;) Ich schau da noch 1-2 mal rein, allerdings befürchte ich auch, dass das wohl eher nix wird mit den Sommersteinpilzen ;)


    Wegen Totentrompeten:
    Mein Wäldchen ist durchmischt sowohl mit großen als auch kleinen (Buchen-)Bäumen. Und viele Baumstümpfe gibts dort. Sonnig ist das eher nicht, allerdings stehen die Bäume auch nicht sehr eng zusammen.

  • Hallo Freecastle,


    die Kombination Sommersteinpilze und Herbsttrompeten kenne ich nur von einer Art Standort; und zwar sind das lichtere Roteichenbestände über etwas lehmigen, feuchteren Böden. Bei uns findet man diese Roteichen-Inseln vereinzelt in Buchenbeständen, vermutlich sind die da als Mastbäume fürs Wild gepflanzt worden, oder stammen aus Pflanz-Experimenten.


    Grüßle
    Jürgen

  • Hallo Freecastle,


    ich habe eine Lieblingsstrecke, Südseite, Laubmischwald, vorwiegend Rotbuche, Eiche, wenig Ahorn. Ist ein kleiner Teilabschnitt in einem ohnehin schon kleinen Wald. Ca. 150 x 30 Meter.


    Dort finde ich die letzten Jahre am gleichen Standort :
    Herbsttrompeten, Grauer Leistling, Semmelstoppelpilze, Sommersteinpilze, Fichtensteinpilze (Gemeiner Steinpilz), den Schwarzhütigen Steinpilz, an den noch stehenden Buchen Buchenschleimrüblinge, Austernseitlinge. Diverse noch unbestimmte Boleten.


    Nicht ganz in dieser Vielfalt habe ich noch ein anderes Waldstück, alle drei genannten Steinpilzarten, samt B. erythropus und B. luridus, Luftlinie davon ca. 500 Meter auch Herbsttrompeten. Habitat ähnlich wie oben beschrieben.


    Liebe Grüße und viel Erfolg,


    Markus

  • Hallo!


    Wirklich eine interessante Frage.
    Also, ich kann die nicht beantworten. Sehe aber erst mal keinen Zusammenhang zwischen dem Vorkommen des Sommer-Steinpilzes und den Herbst-Trompeten im gleichen Areal, auch wenn es womöglich logisch erschiene.


    Mir gefällt mausmanns Antwort:

    Zitat


    ....und an Beschreibungen hörte, so komme ich zu dem Schluß daß der bevorzugte Wachstumsort nicht wirklich einhellig auszusehen scheint.


    VG Ingo W

    ________________________________________________________________
    "Pilz nur von oben ist wie Käfer nur von unten"
    oder wie sogar die Gnolme wissen:
    "Pilzis ne bloß von o'm anguck!! Unt'n auch wichtich is!" ==Gnolm2


    137-15 (Gebühr APR 2018) = 122+12 (APR 2018 Platz 4) = 134+1 (Segmentwette APR 2018) = 135+2 (schöner Falsch-Phal APR 2018 = 137+9 (3.Platz schöner Phal APR 2018) = 146-15 (Gebühr APR 2019) =131+9 (APR-Schnell-Joker-Bonus) = 140+4 (APR2019-Platzierungswette) = 144+3 vom Gnemil-APR-Nachrätsel = 147+9 (Phalplatzierungs-PCs) = 156 - 20 (Gebühr APR 2020) = 136



    Link: Nanzplan APÄ-2020

    Link: Gnolmengalerie

    Link: Phalabstimmung 2019

  • Hallo zusammen,


    ich habe gerade nochmals Mausmanns Antworten gelesen.
    Da bezieht sich viel auf Craterellus cornucopiodes.


    Ob Funga in eine Logik einzuordnen ist, da habe ich eh meine Zweifel. Zumindest wissen wir noch nicht ausreichend genug (falls das so wäre) um einordnen zu können. Bislang spricht für mich nichts dafür. Deswegen habe ich in meiner letzten Antwort auch auf die Realität Bezug genommen und die Fundorte beschrieben.


    Herbsttrompeten haben wir fast ausschließlich an sonnenbegünstigten Stellen gefunden, an Waldrändern, Lichtungen, sonnenbegünstigte Lagen. Noch niemals auf der Nordseite eines Waldes. Aber so einfach ist das nicht.
    Jedenfalls kann ich berichten, in (fast) allen Wäldern, in welchen Steinpilze zu finden waren, auch in relativer Nähe oder direkt daneben (nicht zeitgleich !) auch Herbsttrompeten gefunden zu haben. Da müsste man wohl die Habitate vergleichen und dann auch sehr häufig vor Ort sein. Herbsttrompeten sind sehr beständig, Steinpilze "ploppen" an heißen Tagen mal kurz hoch und drei Tage später ist nichts mehr davon zu sehen.


    LG,
    Markus

  • Hallo Markus!

    Zitat


    ich habe gerade nochmals Mausmanns Antworten gelesen.
    Da bezieht sich viel auf Craterellus cornucopiodes.


    Ja klar, war doch auch die Frage, oder?


    Zitat


    Ob Funga in eine Logik einzuordnen ist, da habe ich eh meine Zweifel.


    Ich nicht!
    Die funktioniert ganz sicher nach logischen Kriterien........Wie alles, das sich entwickelt oder überlebt.


    Ob wir es irgendwann begreifen, wie es funktioniert?
    Ob es sich niederschreiben lässt??
    Sicher! Zumindest theoretisch und irgendwann!


    Wenn die Zeit da ist, vieles erklären zu können, wird es allerdings niemanden mehr interessieren.


    VG Ingo W

    ________________________________________________________________
    "Pilz nur von oben ist wie Käfer nur von unten"
    oder wie sogar die Gnolme wissen:
    "Pilzis ne bloß von o'm anguck!! Unt'n auch wichtich is!" ==Gnolm2


    137-15 (Gebühr APR 2018) = 122+12 (APR 2018 Platz 4) = 134+1 (Segmentwette APR 2018) = 135+2 (schöner Falsch-Phal APR 2018 = 137+9 (3.Platz schöner Phal APR 2018) = 146-15 (Gebühr APR 2019) =131+9 (APR-Schnell-Joker-Bonus) = 140+4 (APR2019-Platzierungswette) = 144+3 vom Gnemil-APR-Nachrätsel = 147+9 (Phalplatzierungs-PCs) = 156 - 20 (Gebühr APR 2020) = 136



    Link: Nanzplan APÄ-2020

    Link: Gnolmengalerie

    Link: Phalabstimmung 2019

  • Hallo Ingo,


    klar war das die Frage, in Verbindung mit Steinpilzen.


    "Ob wir es irgendwann begreifen, wie es funktioniert?
    Ob es sich niederschreiben lässt??
    Sicher! Zumindest theoretisch und irgendwann!"


    Besser formuliert als ich, genau. Es geht um das Begreifen und um das Verstehen, da sind wir wohl noch ein Stück weit entfernt davon.


    "Wenn die Zeit da ist, vieles erklären zu können, wird es allerdings niemanden mehr interessieren."


    Dieser Zeit sind wir wohl schon sehr nahe, das es kaum noch jemanden interessiert, ohne das wir bislang alles erklären können.
    Leider.


    Meinen Senf habe ich ja dazugegeben und der bezog sich auf bislang gemachte Feststellungen. Im Ergebnis heißt das, es ist sehr gut möglich, bei passendem Habitat. Aber was zählen da wenige Jährchen Erfahrung ?


    Liebe Grüße,
    Markus

  • Hallo Rika,



    Man braucht den jungen Buchenanflug für die Herbsttrompeten - das steht außer Zweifel.


    Das klingt so apodiktisch! Wie kommst Du darauf, dass es eine notwendige Bedingung sein muss? Steht das irgendwo in der Literatur, oder resultiert das aus Deiner Erfahrung? Ich finde Herbsttrompeten zwar auch sehr oft im oder am Rande von Buchenjungwuchs, aber es gibt auch Fundorte an lichten, moosigen Standorten, wo keinerlei Jungwuchs zu sehen ist, ja sogar an südwest-exponierten und wärmebegünstigen, fast ausgehagerten Carici-Fegeten (Seggen-Buchenwälder).


    Grüßle
    Jürgen

  • Hallo Rika und Jürgen,


    hätte ich die Aufgabe, unsere teilweise massenhaft vorkommenden Herbsttrompetenfunde hinsichtlich des Habitats beschreiben zu sollen, würde ich aus euren Beschreibungen einen Mix machen.


    Im Herbst ist aber noch der eine oder andere Termin frei.


    Einladung meinerseits an Euch für eine Runde Schönbuch mit entsprechender Dokumentation.


    Liebe Grüße,
    Markus


    PS:
    @ Rika : Vielleicht kommst Du mit Gerd im Herbst ?

  • Hallo Jürgen,


    das liest sich ja, wie wenn bei Dir (Luftline vielleicht 15 km von mir) an jeder Ecke die Trompeten wüchsen?!?



    ... Ich finde Herbsttrompeten zwar auch sehr oft im oder am Rande von Buchenjungwuchs, aber es gibt auch Fundorte an lichten, moosigen Standorten, wo keinerlei Jungwuchs zu sehen ist, ja sogar an südwest-exponierten und wärmebegünstigen, fast ausgehagerten Carici-Fegeten (Seggen-Buchenwälder).


    Wieviele Standorte hast Du denn?
    Ich habe hier 2 Standorte und hatte an meinem früheren Wohnort auch nochmal zwei - alles immer in absoluter räumlichen Nähe zu Jungbuchen. Klar stehen da auch alte Buchen, vereinzelte Eichen und Eschen, mancherorts wächst auch ein bisschen Moos... Aber Du kannst mir gerne mal einen Deiner Standorte mit keinerlei Buchenjungwuchs zeigen, da wäre ich echt neugierig drauf!


    Viele Grüße - Rika

  • Hallo Rika,



    das liest sich ja, wie wenn bei Dir (Luftline vielleicht 15 km von mir) an jeder Ecke die Trompeten wüchsen?!?


    So würde ich das zwar nicht bezeichnen, aber wenn man ein paar Jährchen die Wälder der Umgebung kartiert, summieren sich die Standorte: So gut wie in allen einigermaßen bodenfeuchten Waldmeister- und Orchideen-Buchenwäldern kann man bei uns die Trompeten finden, darüberhinaus gibts noch besondere Standorte, z.B. ein ausgehagerter, am SW-Hang liegender Seggenbuchenwald (Ottenhau - Längenfeld, Mundinger Spielplatz) ohne Jungwuchs - der flachgründige Boden besteht fast nur aus einer dünnen Humuslage und es kommen hier sogar "saure Arten" vor. Ein anderer abweichender Standort ist bei Weißtanne (Immenhardt), zwar bei Buchen (die geflanzten Buchen im "Vorbau" - also die Laubholzinseln im Weißtannenbestand), aber auch bis in den Weißtannenbestand hinein im Moos - Jungwuchs fehlanzeige. Dann gibts noch Wuchsorte bei und zwischen Roteichen (oft mit Laubwaldpfifferlingen zusammen) - ebenfalls ohne Buchenjungwuchs (Wald bei Bihlafingen - Schnürpflingen).


    Grüßle
    Jürgen

  • Hallo Rika und Interessierte,


    ich will noch anmerken, dass die Herbsttrompete nicht gerade häufig ist! Die vielen Fundorte, die ich kenne, könnten den Eindruck einer Häufigkeit vermitteln, dem ist aber nicht so. Obwohl diese Art in fast allen großen Buchenwäldern in meiner Region vorkommt, muss man leider etwas Glück haben, Stellen zu finden.


    Grüßle
    Jürgen

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