Beiträge von Bihlerben

    Melanoleuca hätte keine freien Lamellen - ich bin bei einem gammligen Dachpilz!


    lg Lara

    Wie ich sehe, hat der Dachpilz Lamellen, die nicht ganz "durchgehen", sondern erst in der Hutmitte anfangen. Meine sind aber komplett parallel.

    Ziemlich sicher hatte dein Fruchtkörper auch Zwischenlamellen (Blätter, die nicht vom Hutrand bis zum Stiel durchgehen). Man sieht sie nur nicht, da die Blätter so gekräuselt sind.


    Wenn dein Fund ein Dachpilz war, sollten sich Hut und Stiel leicht voneinander lösen lassen. Die Blätter wären dann nicht am Stiel angewachsen und wären eher rosabraun gefärbt. Auf einem deiner Bilder sieht es so aus, als würden die Lamellen den Stiel nicht berühren...?


    Falls es ein Frühlingsweichritterling war, waren die Blätter am Stiel schmal angewachsen und Hut und Stiel sollten sich nicht so leicht voneinander lösen lassen. Die Blätter wären dann mehr gelblich oder ockerfarben als rosa. Ocker ist eher die Farbe, die ich auf meinem Gerät bei deinem Fruchtkörper sehe...?


    Benjamin

    Guten Tag,


    Heinz Clémençon verwendet in "Großpilze im Mikroskop" (https://www.zobodat.at/pdf/Z-M…_BH_12_2012_0001-0176.pdf) häufig den Begriff "Thromboplere", ohne ihn zu definieren. Ich hab diesen Begriff vor allem in seinen Publikationen gefunden.


    Er unterscheidet Thromboplere von Gloeopleren. Auf Seite 46 schreibt er: "Oleiferen ist eine alte, irreführende Bezeichnung für Thrombopleren." Aus Wikipedia meine ich zu ersehen, daß Gloeoplere kleine lichtbrechende Tröpfchen enthalten (https://de.wikipedia.org/wiki/Gloeopleres_Element). Heißt das, daß Thrombopleren homogen gefüllt aussehen?


    Die Verwirrung wird für mich komplett, wenn es in Wikipedia heißt, daß gloeoplere Hyphen der Milchlinge und Täublinge als Oleiferen bezeichnet werden (https://de.wikipedia.org/wiki/Oleifere). Was denn nun? Das ist doch die alte Bezeichnung für die Thrombopleren! :D


    Mein Eindruck ist, daß diese Begriffe teilweise unterschiedlich verwandt wurden. Was ist denn die kanonische Definition, so es eine solche gibt?


    Vielen Dank.


    Grüße,

    Benjamin

    Lieber Achim,


    deine Absicht ist verstanden worden. Es ist auch nichts Unanständiges an dem, was du vorhast, du gehst die Sache nur grundsätzlich falsch an.


    Rose Marie Dähncke hat meiner Meinung nach sehr schöne Pilzbilder für ihr Buch gemacht. Da hat sie aber mit großem Sachverstand überlegt, was sie abbilden will. Manche Fruchtkörper hat sie verletzt, andere hat sie halbiert, auf wieder andere hat sie KOH getropft, die nächsten hat sie nur von oben abgebildet, andere vor allem von unten und so weiter. Zudem hat sie Wert auf die Umgebung des Fundes gelegt und Teile des Substrates zu den Pilzen drapiert. Warum? Weil sie so die wichtigen Bestimmungsmerkmale herausgearbeitet hat. Diese Bilder sind sehr wertvoll, um Pilzwissen zu vermitteln. Ohne ihre tiefe Artenkenntnis wären die Bilder völlig wertlos geworden, da meist (praktisch immer?) das Entscheidende gefehlt hätte.


    Wenn man keine Lehrbuchbilder erstellen will, sondern nur Beispielbilder, die zeigen, wie Arten aus willkürlichen Blickwinkeln aussehen können (das ist nicht so viel wert, aber eventuell auch nicht völlig nutzlos), dann sollte man den abgebildeten Fruchtkörper trocknen und (gleich oder später) über eine Sequenzierung bestimmen lassen (die willkürlichen Bilder nützen für eine Bestimmung ja nichts). Dann weiß man, was man abgelichtet hat und hat zumindest einen Satz von Informationen, der irgendwie nützlich sein könnte. Zum Beispiel wäre es großartig, den Fundort (in den Metadaten?) zu haben, das wäre dann die halbe Miete für die Kartierung.


    Willkürliches Abbilden ohne Sequenzierung kannst du dir sparen.


    Viele Grüße,

    Benjamin

    Guten Tag,


    als Argument, den ganzen Korb zu verwerfen, kenne ich auch das Problem der Sporen. Wenn ein tödlich giftiger, organschädigender Pilz im Korb war, würden dessen Sporen bei der Notfalldiagnostik eventuell in großer Zahl gefunden werden, falls der Verzehrer eine Magenverstimmung bekäme. Das könnte dann Weiterungen haben, die man vermeiden will.


    Viele Grüße,

    Benjamin

    Guten Tag,


    der Schuppige Sägeblättling wäre für mich ein heißer Kandidat. Da wären die Blätter auffällig gesägt. Man sieht die auf dem Bild leider nicht so gut. Totes Nadelholz paßt.


    Viele Grüße,

    Benjamin

    Guten Tag,


    aber das Gute ist, daß das Orellanin es nicht so eilig hat. Es läßt einem die Zeit, vor dem Ableben noch ein paar Rauhkopffundstellen in (schmackhafte?) Pilzmahlzeiten zu verwandeln. ;)


    Viele Grüße,

    Benjamin

    Guten Tag,


    falls unter dem Rasen Nadelholz vergraben ist (Wurzeln?), hätte man vielleicht auch den Harzigen Sägeblättling (Neolentinus adhaerens) ins Auge fassen können. Ich meine, gesägte Blätter und einen rilligen Stiel zu erkennen. In diesem Fall sollten die Fruchtkörper sich aber mehr oder weniger deutlich klebrig ("harzig") anfühlen.


    Viele Grüße,

    Benjamin

    Guten Tag,


    in älteren Pilzbüchern (zum Beispiel denen von Michael Merkl) wird der Name anders hergeleitet. Hier: https://www.google.com/url?sa=…Vaw2F6OxhhvXtwgjE1OomQI7d findet man das auch im Netz:


    Der Hallimasch durchwuchert auch morsches Holz und bewirkt das Leuchten abgestorbenen Holzes im Dunkel. A. Wesemüller leitet den Namen Hallimasch ab vom ahd. hali (helan, hehlen, verbergen, heimlich) und masch (Masche, vom germ. mesq flechten) und nennt ihn «den (im Wurzelwerk) heimlich Flechtenden».


    Mir kam das immer plausibel vor, aber ich hab zur Kenntnis genommen, daß die Mehrheit beim Hallimasch jetzt weniger an Geflecht und mehr an Popo denkt. ;)


    Viele Grüße,

    Benjamin

    Guten Tag,


    ich hab bei den Bildern zuerst an Nebelkappen gedacht. Der Marmorierte Rötelritterling und Nebelkappen sollen sich auch sehr ähnlich sehen. Ersterer hätte rosanes Sporenpulver, vielleicht könnte man damit die Unterscheidung hinkriegen.


    Viele Grüße,

    Benjamin

    Guten Tag,


    ich glaube nicht: https://www.123pilzsuche.de/da…tails/VielgKohlebeere.htm


    Benjamin

    Frau Rose Marie Dähncke schreibt zu Tricholoma scalpturatum: "Diesen etwas schmächtigen Pilz ohne hervortretendes Aroma wird man zum Auffüllen von Pilzmischgerichten nehmen oder zum Trocknen. Feste und junge Exemplare eignen sich auch für ein Einzelgericht oder blanchiert für Salat." und bewertet ihn als "gut".


    Auch Tricholoma terreum nennt sie "gut" und schreibt: "Die Massenvorkommen machen den Pilz für die Küche interessant. Er hat ein angenehmes Aroma und kann in größeren Mengen Pilzmischgerichten beigegeben werden. Auch für Einzelgerichte und nach Blanchieren für Salate geeignet, ebenso für Pilztorte."


    Natürlich ist es völlig plemplem, über Geschmack zu streiten... und sowieso hat Frau Dähncke immer recht! ;)


    Benjamin

    Guten Tag,


    Erdritterlinge werden auf 123Pilze als "giftig" oder "tödlich giftig" bezeichnet (mit Kleingedrucktem dazu). Die Finder kurz über die Kontroverse aufzuklären, könnte daher nützlich sein, damit niemand einen Schrecken kriegt, wenn er nach der Mahlzeit ins Internet schaut.


    Viele Grüße,

    Benjamin

    Hier die Bilder

    Guten Tag,


    ein Grauer Wulstling ist das für mich nicht. Dessen Manschette wäre stärker gerieft und nicht so "flauschig", sondern mehr häutig.


    Den Fransigen Wulstling hatte ich noch nicht in der Hand, aber mit dem könnte man mal vergleichen.


    Viele Grüße,

    Benjamin

    Vielen vielen Dank genau solche Infos hab ich gesucht 🙏

    Ich würde mich tendenziell eh an Röhrlinge halten für den Anfang da ich sie nicht selbst Esse will ich auf keinen Fall Gefahr laufen etwas falsches weiter zu geben. Die beiden Bücher werde ich mir asap besorgen.

    Also denkst du es ist noch im Rahmen selbst vermeintlich Geschütze Arten wie den vielfärbenden Mal einzeln mitzunehmen um sie sicher zu bestimmen?

    Danke euch allen für die vielen Infos ich möchte einfach möglichst wenig Schaden anrichten und dabei etwas lernen. Schon traurig genug daß ich nach jedem Mal Pilze suchen mit einem Beutel Müll aus dem Wald komme. 😭

    Mach dir nicht zu viele Sorgen. Du holst ja nur Fruchtkörper. Das Lebewesen Pilz (-geflecht) lebt nach deiner Ernte weiter. Durch deine Herumgetrage verbreitest du vielleicht sogar ein paar Sporen. Rote Listen haben nur unverbindlichen, mahnenden Charakter. Lediglich die gesetzlichen Vorgaben sind bindend.


    Pilze kann man am besten schützen, wenn man ihre Lebensräume vor Zerstörung und Nährstoffeintrag (Stickstoff!) schützt.


    Wenn du Pilze kennenlernst und dein Wissen und deine Begeisterung verbreitest, hast du wahrscheinlich mehr für den Naturschutz getan, als wenn du ein paar Fruchtkörper im Wald läßt.


    Benjamin

    Guten Tag,


    Leccinum variicolor hatte bei mir immer blaugrüne Flecken an der Stielbasis und deutlich gesprenkelte Hüte. Nichts davon sehe ich auf deinen Bildern, ich wäre deshalb von anderen Birkenpilzen ausgegangen.


    Ich mach es anders als du: ich nehm gerade die Pilze mit, die ich im Feld nicht bestimmen kann und betrachte sie zuhause möglichst eingehend.


    Glückwunsch zu dem reichen Fund!


    Viele Grüße,

    Benjamin

    Noch generell zur geophylla-Gruppe : Ich habe eine neue Art mit drei Kollektionen von unterschiedlichen Standorten: jede der drei Kollektionen hat andere Mikromerkmale!! Daher beschreibe ich die nicht! Ja, ja, die "so einfache Art geophylla"!!!!

    Guten Tag Ditte,


    was bedeutet das? Daß die Mikromerkmale bei dieser Art sehr veränderlich sind (und daher zur Artbestimmung allein nicht taugen)? Oder die neue "Art" vielleicht drei Arten wäre, wenn man bei der Sequenz andere Abschnitte betrachtete? In dem Fall wären die betrachteten Abschnitte allein zur Artbestimmung nicht tauglich?


    Vielen Dank für die Antwort,

    Benjamin

    Hallo Benjamin,


    C. flexipes sollte kräftig und gut wahrnehmbar nach Pelargonien (Geranien) riechen? Daher ja auch der Name Pelargoniengürtelfuß. Die Art kenne ich mit einem auffällig feinschuppigen Hut, wobei die hellen Schuppen zurdunkleren Huthaut kontrastieren.

    Der Geruch hat mich auch irritiert. Falls hier Pelargoniengeruch vorhanden ist (die Meinungen der Riecher gehen auseinander), wäre er nur schwach ausgeprägt. Bei C. flexipes wird auch eine Varietät inolens beschrieben, deshalb habe ich das nicht so stark gewichtet.


    Auch die helle Hutschuppung habe ich in den Büchern gesehen. Aber man findet zumindest im Netz (zum Beispiel Bild von Uwe Winkler auf fundkorb.de) auch Bilder mit deutlich weniger kontrastreicher Schuppung.


    Auf jeden Fall schon mal danke für den Kommentar.


    Benjamin

    Guten Tag,


    im reinen Fichtenwald auf 1000 Metern über dem Meeresspiegel (Allgäu bei Unterjoch) mit saurem, moosbedecktem Boden war heute *alles voll* mit einem dunkelbraunen Gürtelfuß. Die Schwierigkeit beim Bestimmen von Telamonien ist mir wohl bewußt. Da aber im Winkler und FoTE die meisten ähnlich gefärbten Gürtelfüße als Laubwaldarten angegeben werden, hatte ich die Hoffnung, vielleicht doch eine Art eingrenzen zu können.


    Mein Vorschlag wäre Cortinarius flexipes var. flabellus.


    Hutdurchmesser: 3 cm

    Hut: wasserzügig (hygrophan), gebuckelt bis spitz gebuckelt

    Stiellänge: 4,5 cm

    Geruch: wenig auffällig, chemisch, blumig

    Sporen: 8x5 mu, warzig


    Dürfte C. flexipes hinkommen? Oder ist es falsch? Oder alles unsicher?


    Für Antworten bedanke ich mich herzlich.


    Viele Grüße,

    Benjamin


    Nachdem ich einen Bericht in der Schweizer Pilzzeitung gelesen habe, dass Pilzsammler statt den vermuteten Maronenröhrlingen Kopfige Kernkeulen gesammelt, zubereitet und gegessen haben, wundert mich nichts mehr. Diese Vergiftung war nicht ohne.

    Guten Tag Peter,


    hab ich dich richtig verstanden, daß sich jemand mit Kopfigen Kernkeulen vergiftet hat? Was enthalten die für ein Gift und wie verläuft die Vergiftung?


    Viele Grüße,

    Benjamin

    Wobei ich hier aber tatsächlich trotz der etwas hochstehenden Scheide eine weiße Amanita citrina nicht 100% ausschließen würde. Manchmal machen die auch solche Faxen und mit Schnupfen könnte auch der typische Geruch nicht wahrgenommen worden sein. Tendenz aber auch bei mir zu einem weißen grünen Knolli

    Viele Grüße

    Amanita citrina meine ich ausschließen zu können. Den Geruch kenne ich gut. Außerdem hatte der Pilz eine lappige Scheide, die bei der Entnahme aus dem Boden abgefallen ist. Das kenne ich so vom Gelben nicht.

    Meine Frau hat den Geruch als rettichartig empfunden. Meine Tochter hat auch Schnupfen. Rettichgeruch spräche für A. virosa. Kalilauge hatte ich vor Ort nicht und den Fruchtkörper habe ich leider nicht mehr. Kann der Kegelhütige auch so flach ausgebreitete Hüte haben?