Beiträge von Bihlerben

    Hallo Benjamin,

    es gibt mit Caloboletus polygonius einen Doppelgänger der im kalkhaltigen Laubwald vorkommen kann, aber auch da kann man mit calopus rechnen. Schau mal hier: Caloboletus polygonius ist ohne Chemie nicht bestimmbar

    Man muss auch bei Trockenheit damit rechnen das Fruchtkörper sich nicht typisch entwickeln.

    Viele Grüsse

    Matthias

    :huh: Von C. polygonius hab ich ja noch nie etwas gehört. Winkler und FoTE führen den auch nicht auf. Zum Glück - wenn auch zum Unmut meines geliebten Eheweibes - habe ich den alten Schlappen im Kühlschrank aufbewahrt.


    Das Stielfleisch ist deutlich amyloid. Damit wäre C. polygonius wohl raus. Super, wieder was gelernt! :)


    Für den Schönfußröhrling spricht einiges - vor allem auch die relative Häufigkeit.


    Drei (schwache) Argumente habe ich dagegen:

    - Der Boden im Enzkreis ist meines Wissens kalkhaltig, der Schönfußröhrling soll es lieber sauer mögen. Aber nicht weit entfernt waren Heidelbeeren und Adlerfarn, also kann es an der Stelle zumindest oberflächlich sauer gewesen sein.

    - Die fehlende Bitterkeit wiegt wie schon gesagt nicht schwer.

    - Ich hab absolut niemals (auch nicht im Netz oder in Büchern) einen Schönfuß mit so langem, dünnen Stiel gesehen. Allerdings auch keinen anderen solchen Dickfußrörling... :D


    Damit gefällt mir der Vorschlag doch sehr gut.


    Leider komm ich aller Voraussicht nach in nächster Zeit nicht mehr an die Stelle und kann wohl erst im Herbst nachkucken, ob Geschwister nachgerückt sind.


    Vielen Dank für alle Beiträge.


    Benjamin

    Ich kenne falsche Netze bei Filzröhrlingen vor allem dann, wenn die Stieloberfläche runzlig ist. Dadurch gibt es Erhebungen, die wie ein Netz wirken.


    Das, was man auf dem dritten Bild sieht, ist eine erhabene, regelmäßige Netzstruktur an einer relativ runden Stielstelle. Kennt ihr das von Xerocomus? Ich (bisher?!) nicht.

    Danke für die Einschätzung. Da würde der fruchtige Geruch, die Stielform und einiges mehr voll passen. Aber ich hatte noch nie einen Xercomus mit so deutlicher Netzzeichnung in der Hand. Behalte ich als Möglichkeit im Hinterkopf...

    Guten Tag,


    wir haben im Enzkreis im Nordschwarzwald in einem von Buchen dominierten Mischwald einen Röhrling gefunden, der mich nicht in Ruhe läßt. Leider ist der Röhrling nicht mehr frisch, ich habe mich dennoch an einen Bestimmungsversuch gewagt.


    Hutdurchmesser: 6 cm

    Stiellänge: 14 cm

    Geruch: fruchtig

    Geschmack: mild

    Hutoberfläche: braun, lederartig

    Stieloberfläche: unter dem Hut gelbliches Netz, darunter bräunliches/rötliches Netz und rötliche Flocken, am Grund Zone gelblich

    Porenfarbe: dunkel olivgrün, an einer Fraßstelle (?) auch rotbraun

    Blauen: vor allem Röhren und Hutfleisch über den Röhren, außerdem teilweise Stieloberfläche


    Auffällig ist der sehr lange und zylindrische Stiel. Ich hätte den Pilz dennoch zu den Dickröhrlingsartigen gesteckt, da ich Filzröhrlinge und ähnliche im Alter nicht so robust kenne. Die Röhrenwände zerreißen teilweise beim Trennen (spricht gegen Dickröhrlinge), das könnte aber auch am Alter des Gewebes liegen.


    Den milden Geschmack würde ich nicht überbewerten, da ich Bitterkeit nicht immer wahrnehme und der Pilz außerdem recht alt ist.


    Die Merkmale passen zu keinem Pilz eindeutig, den ich im Winkler und in Fungi of Temperate Europe nachschlage, was ich auf den nicht mehr frischen Zustand schiebe. Wenn ich die Stielfarbe, die Netzzeichnung und das Blauen der Röhren und über den Röhren stärker gewichte, kämen Butyriboletus fuscoroseus und fechtneri in Frage. Wenn ich die fehlenden Rosa- und Rottöne der Huthaut in die Waagschale werfe, wäre ich beim Silberröhrling.


    Ist der Fruchtkörper in diesem Zustand überhaupt bestimmbar? Geht meine Einschätzung in die richtige Richtung oder ist das sicher ein Holzweg?


    Vielen Dank für alle Antworten.


    Grüße,

    Benjamin


    An der Stielspitze gibt es einen breiten Burggraben und die Lamellen liegen sehr eng aneinander und untermischt. Die Farbton sieht aus, als wenn er rosa wäre.

    Guten Tag,


    "Burggraben" sagt man, wenn die Blätter ausgebuchtet am Stiel angewachsen sind (wie bei Ritterlingen). In diesem Fall gehen sie aber nicht bis zum Stiel, sondern sind "frei".


    Schöner Fund! :)


    Viele Grüße,

    Benjamin

    Guten Tag,


    bei uns wachsen viele sehr kleine Tintlinge in Blumenerde. Nach dem Aufschirmen verwelken sie innerhalb eines Tages.


    Hutfarbe: gelbbräunlich

    Hutdurchmesser: 0,8 cm

    Stielfarbe: weißlich

    Stiellänge: 4 cm

    Geruch: kein Geruch festgestellt

    Blätter: am Stiel angewachsen, minimal herablaufend

    Ständerzellen: viersporig

    Huthaut: blasige Zellen mit etwa 60 mu langen Haaren

    Sporen: etwa 13 x 6,5 mu, glatt, ellipsoid

    Keimporus: deutlich und exzentrisch


    Durch den sehr kleinen, behaarten Hut und die großen Sporen mit seitlichem Porus steht für mich die Bestimmung fest: Coprinellus heptemerus (Borstiger Zwerg-Glimmertintling). Oder gäbe es noch einen anderen, den ich vergleichen sollte?


    Bilder:



    Behaarte Huthaut:




    Sporen mit seitlichem Keimporus:



    Vielen Dank für die Antworten,

    Benjamin

    Melanoleuca hätte keine freien Lamellen - ich bin bei einem gammligen Dachpilz!


    lg Lara

    Wie ich sehe, hat der Dachpilz Lamellen, die nicht ganz "durchgehen", sondern erst in der Hutmitte anfangen. Meine sind aber komplett parallel.

    Ziemlich sicher hatte dein Fruchtkörper auch Zwischenlamellen (Blätter, die nicht vom Hutrand bis zum Stiel durchgehen). Man sieht sie nur nicht, da die Blätter so gekräuselt sind.


    Wenn dein Fund ein Dachpilz war, sollten sich Hut und Stiel leicht voneinander lösen lassen. Die Blätter wären dann nicht am Stiel angewachsen und wären eher rosabraun gefärbt. Auf einem deiner Bilder sieht es so aus, als würden die Lamellen den Stiel nicht berühren...?


    Falls es ein Frühlingsweichritterling war, waren die Blätter am Stiel schmal angewachsen und Hut und Stiel sollten sich nicht so leicht voneinander lösen lassen. Die Blätter wären dann mehr gelblich oder ockerfarben als rosa. Ocker ist eher die Farbe, die ich auf meinem Gerät bei deinem Fruchtkörper sehe...?


    Benjamin

    Guten Tag,


    Heinz Clémençon verwendet in "Großpilze im Mikroskop" (https://www.zobodat.at/pdf/Z-M…_BH_12_2012_0001-0176.pdf) häufig den Begriff "Thromboplere", ohne ihn zu definieren. Ich hab diesen Begriff vor allem in seinen Publikationen gefunden.


    Er unterscheidet Thromboplere von Gloeopleren. Auf Seite 46 schreibt er: "Oleiferen ist eine alte, irreführende Bezeichnung für Thrombopleren." Aus Wikipedia meine ich zu ersehen, daß Gloeoplere kleine lichtbrechende Tröpfchen enthalten (https://de.wikipedia.org/wiki/Gloeopleres_Element). Heißt das, daß Thrombopleren homogen gefüllt aussehen?


    Die Verwirrung wird für mich komplett, wenn es in Wikipedia heißt, daß gloeoplere Hyphen der Milchlinge und Täublinge als Oleiferen bezeichnet werden (https://de.wikipedia.org/wiki/Oleifere). Was denn nun? Das ist doch die alte Bezeichnung für die Thrombopleren! :D


    Mein Eindruck ist, daß diese Begriffe teilweise unterschiedlich verwandt wurden. Was ist denn die kanonische Definition, so es eine solche gibt?


    Vielen Dank.


    Grüße,

    Benjamin

    Lieber Achim,


    deine Absicht ist verstanden worden. Es ist auch nichts Unanständiges an dem, was du vorhast, du gehst die Sache nur grundsätzlich falsch an.


    Rose Marie Dähncke hat meiner Meinung nach sehr schöne Pilzbilder für ihr Buch gemacht. Da hat sie aber mit großem Sachverstand überlegt, was sie abbilden will. Manche Fruchtkörper hat sie verletzt, andere hat sie halbiert, auf wieder andere hat sie KOH getropft, die nächsten hat sie nur von oben abgebildet, andere vor allem von unten und so weiter. Zudem hat sie Wert auf die Umgebung des Fundes gelegt und Teile des Substrates zu den Pilzen drapiert. Warum? Weil sie so die wichtigen Bestimmungsmerkmale herausgearbeitet hat. Diese Bilder sind sehr wertvoll, um Pilzwissen zu vermitteln. Ohne ihre tiefe Artenkenntnis wären die Bilder völlig wertlos geworden, da meist (praktisch immer?) das Entscheidende gefehlt hätte.


    Wenn man keine Lehrbuchbilder erstellen will, sondern nur Beispielbilder, die zeigen, wie Arten aus willkürlichen Blickwinkeln aussehen können (das ist nicht so viel wert, aber eventuell auch nicht völlig nutzlos), dann sollte man den abgebildeten Fruchtkörper trocknen und (gleich oder später) über eine Sequenzierung bestimmen lassen (die willkürlichen Bilder nützen für eine Bestimmung ja nichts). Dann weiß man, was man abgelichtet hat und hat zumindest einen Satz von Informationen, der irgendwie nützlich sein könnte. Zum Beispiel wäre es großartig, den Fundort (in den Metadaten?) zu haben, das wäre dann die halbe Miete für die Kartierung.


    Willkürliches Abbilden ohne Sequenzierung kannst du dir sparen.


    Viele Grüße,

    Benjamin

    Guten Tag,


    als Argument, den ganzen Korb zu verwerfen, kenne ich auch das Problem der Sporen. Wenn ein tödlich giftiger, organschädigender Pilz im Korb war, würden dessen Sporen bei der Notfalldiagnostik eventuell in großer Zahl gefunden werden, falls der Verzehrer eine Magenverstimmung bekäme. Das könnte dann Weiterungen haben, die man vermeiden will.


    Viele Grüße,

    Benjamin

    Guten Tag,


    der Schuppige Sägeblättling wäre für mich ein heißer Kandidat. Da wären die Blätter auffällig gesägt. Man sieht die auf dem Bild leider nicht so gut. Totes Nadelholz paßt.


    Viele Grüße,

    Benjamin

    Guten Tag,


    aber das Gute ist, daß das Orellanin es nicht so eilig hat. Es läßt einem die Zeit, vor dem Ableben noch ein paar Rauhkopffundstellen in (schmackhafte?) Pilzmahlzeiten zu verwandeln. ;)


    Viele Grüße,

    Benjamin

    Guten Tag,


    falls unter dem Rasen Nadelholz vergraben ist (Wurzeln?), hätte man vielleicht auch den Harzigen Sägeblättling (Neolentinus adhaerens) ins Auge fassen können. Ich meine, gesägte Blätter und einen rilligen Stiel zu erkennen. In diesem Fall sollten die Fruchtkörper sich aber mehr oder weniger deutlich klebrig ("harzig") anfühlen.


    Viele Grüße,

    Benjamin

    Guten Tag,


    in älteren Pilzbüchern (zum Beispiel denen von Michael Merkl) wird der Name anders hergeleitet. Hier: https://www.google.com/url?sa=…Vaw2F6OxhhvXtwgjE1OomQI7d findet man das auch im Netz:


    Der Hallimasch durchwuchert auch morsches Holz und bewirkt das Leuchten abgestorbenen Holzes im Dunkel. A. Wesemüller leitet den Namen Hallimasch ab vom ahd. hali (helan, hehlen, verbergen, heimlich) und masch (Masche, vom germ. mesq flechten) und nennt ihn «den (im Wurzelwerk) heimlich Flechtenden».


    Mir kam das immer plausibel vor, aber ich hab zur Kenntnis genommen, daß die Mehrheit beim Hallimasch jetzt weniger an Geflecht und mehr an Popo denkt. ;)


    Viele Grüße,

    Benjamin

    Guten Tag,


    ich hab bei den Bildern zuerst an Nebelkappen gedacht. Der Marmorierte Rötelritterling und Nebelkappen sollen sich auch sehr ähnlich sehen. Ersterer hätte rosanes Sporenpulver, vielleicht könnte man damit die Unterscheidung hinkriegen.


    Viele Grüße,

    Benjamin

    Guten Tag,


    ich glaube nicht: https://www.123pilzsuche.de/da…tails/VielgKohlebeere.htm


    Benjamin

    Frau Rose Marie Dähncke schreibt zu Tricholoma scalpturatum: "Diesen etwas schmächtigen Pilz ohne hervortretendes Aroma wird man zum Auffüllen von Pilzmischgerichten nehmen oder zum Trocknen. Feste und junge Exemplare eignen sich auch für ein Einzelgericht oder blanchiert für Salat." und bewertet ihn als "gut".


    Auch Tricholoma terreum nennt sie "gut" und schreibt: "Die Massenvorkommen machen den Pilz für die Küche interessant. Er hat ein angenehmes Aroma und kann in größeren Mengen Pilzmischgerichten beigegeben werden. Auch für Einzelgerichte und nach Blanchieren für Salate geeignet, ebenso für Pilztorte."


    Natürlich ist es völlig plemplem, über Geschmack zu streiten... und sowieso hat Frau Dähncke immer recht! ;)


    Benjamin

    Guten Tag,


    Erdritterlinge werden auf 123Pilze als "giftig" oder "tödlich giftig" bezeichnet (mit Kleingedrucktem dazu). Die Finder kurz über die Kontroverse aufzuklären, könnte daher nützlich sein, damit niemand einen Schrecken kriegt, wenn er nach der Mahlzeit ins Internet schaut.


    Viele Grüße,

    Benjamin

    Hier die Bilder

    Guten Tag,


    ein Grauer Wulstling ist das für mich nicht. Dessen Manschette wäre stärker gerieft und nicht so "flauschig", sondern mehr häutig.


    Den Fransigen Wulstling hatte ich noch nicht in der Hand, aber mit dem könnte man mal vergleichen.


    Viele Grüße,

    Benjamin