Beiträge von Thorwulf

    N'abend Jezicek.

    Ich habe diese als Warzensporiger Tintling (Coprinus echinosporus) bestimmt. Könnte das passen?

    Für eine Verhaftung braucht es Mikromerkmale. Coprinopsis echinospora ist m.W. einer der wenigen Tintlinge mit warzigen Sporen.


    VG

    -Marcel.

    Och die Rauköpfe wahrscheinlich mehrmals...

    Wobei man aber die Rauhköpfe aus der Untergattung Orellani wie z.B. die Typusart Cortinarius orellanus keineswegs kosten sollte, da diese äußerst toxisch sind (sie enthalten das Nierengift Orellanin).


    Und Orellanin kann nicht durch Trocknen und Kochen neutralisiert werden. Die Letalität bei diesen Vergiftungen liegt bei 10-15 %. Mithin gehören diese Rauhkopf-Arten mit zu den gefährlichsten Giftpilzen.


    VG

    -Marcel.

    Hallo Thomas,


    soweit ich es sehe, hat der Tintenstrichpilz laut MycoDB aktuell den vorgenannten Namen, siehe z.B. hier: Bispora pallescens


    Das Becherchen Bisporella pallescens, was du hier wohl im Sinn hast, wächst in Gesellschaft vom Tintenstrichpilz.


    Aber letztlich auch mehr oder weniger wumpe, denn der Tintenstrichpilz ist - egal wie er nun momentan auf Schlau benamst wird (ändert sich ja zum Teil ständig :rolleyes: ) - einfach immer wieder ein hübscher Anblick.


    Viele Grüße

    -Marcel.

    Hallo,


    womöglich eine Anamorphe von einem der vielen Trichoderma-Stämme…? :/


    An solchen Funden verzweifele ich stets, daher ignoriere ich solche immer gerne... ;)


    LG

    -Marcel.

    N'abend miteinander.


    Zu den Prototaxites, die in der Devon-Periode in Erscheinung traten, gibt es eine ganz aktuelle neue interessante Studie, wo man vermutet, dass diese Spezies weder eine Alge od. Flechte und auch kein Pilz sein kann (und auch keine Pflanze war), sondern höchstwahrscheinlich zu einer eigenständigen Art von komplexen Lebewesen gehörte, die im Laufe der Evolution ganz und gar untergegangen ist. Zuletzt meinte der Großteil der Fachwelt, dass die Prototaxites eine Art von Ur-Pilz sein könnte.


    Diese brandaktuelle Studie aus dem Fachmagazin Science Advances findet sich im Download. Einen Artikel hierzu gibt es auf der GEO-Seite Acht Meter hoch: Forschende haben eine wohl unbekannte Lebensform entdeckt und alleine der Vollständigkeit halber sei auch auf die Wikipedia-Seite verwiesen: Prototaxites


    Viele Grüße

    -Marcel.


    Edit: Austausch im Download => Supplement Material entfernt, Studie nun eingefügt. Danke Björn, für den Hinweis!

    N'abend Harald.

    Ansonsten mehren sich die Fälle, in denen erstmal gesammelt und gegessen wird und nach der Mahlzeit kommen dann die Zweifel und es wird das Pilzbuch und dann der PSV zu Rate gezogen.

    Nach meiner - wohlgemerkt - anekdotischen Beobachtung haben viele Pilzsammler nicht so sehr das Problem, beim Sammeln einen Speisepilz von einem Giftpilz zu unterscheiden, weil doch die allermeisten wohl so vernünftig sind, nur die ihnen schon lange geläufigen Speisepilze mitzunehmen. So kenne ich etliche Speisepilzjäger, die sammeln hartnäckig nur Steinis und Maronen in altbekannten Revieren und lassen alle anderen Pilzarten links liegen.


    Was ich aber schon oft erlebt habe - und dies leider ständig -, dass in manchen Körbchen viele überständige (verdorbene) Exemplare von Speisepilzen zu finden sind, wo dann selbst gutes Zureden kaum fruchtet, diese doch besser zu entsorgen, weil die Sammler oftmals stundenlang gesucht haben und die wollen dann selbst vergammelte Funde nicht wegschmeißen. Dies ist dann schon zum Verzweifeln. ?(


    Beste Grüße

    -Marcel.

    Hallo Peter,

    Eine große Portion Sorglosigkeit (mir ist bisher auch nichts passiert) gepaart mit Ahnungslosigkeit (bei uns gibt es doch keine giftigen Pilze) und zusätzlich eine Portion Selbstüberschätzung (ich kenne doch die Pilze) - das sind für mich eher die Gründe für Vergiftungen.

    dies klingt für mich so als gäbe es unter den Pilzsammlern eine ganze Menge von Donald Trumps. g:D


    Grüße

    -Marcel.

    Hallo Sabine,

    Meine Ergebnisse waren, dass die Verwechslungspartner wohl eher die üblichen Verdächtigen sind: Grüne Täublinge und (vermutlich sehr junge, sonst ist das ja eher abwegig) Kaiserlinge, und dass der Grüne Knolli auch in Mexico vorkommt (vermutlich nicht in allen Regionen).

    der Erstfund von A. phalloides wurde in Mexico erst 1982, also gerade mal vor etwas über 40 Jahren, gemacht, der Artikel dazu (por supuesto, en español ;) ) findet sich im Download.


    Der Pilz ist dort mithin also noch mehr oder weniger ungeläufig in der Bevölkerung und keineswegs häufig in dieser Region anzutreffen. Dass die Mexikaner dann den Grünen Knolli heutzutage in einer Region, wo er häufiger als in ihrer Heimat vorkommt, für einen recht ähnlich daherkommenden Speisepilz halten, wäre für mich in Anbetracht dieser Ausgangslage mehr als plausibel.


    Deine Verlinkung führt übrigens leider immer noch ins Nirwana. Hier der Link zu dem Beitrag, den du erwähntest:


    Grüner Knollenblätterpilz – die Legende vom Doppelgänger

    Beste Grüße

    -Marcel.

    Hallo Sabine,

    Auch noch spannend, gerade erst in dem Los Angeles Times-Artikel gelesen:


    "Many cases, officials say, involved people from Mexico and elsewhere for whom the death cap resembles an edible mushroom in their home countries."


    Ob es für diese Behauptung dort eine Grundlage gibt? Ich zweifle ja dran.


    Beste Grüße

    Sabine

    es könnte aber schon sein, dass es - wie es in deinem Zitat aus dem Zeitungsartikel steht - in Mexiko und sonstwo dort essbare Pilze gibt, die eine Ähnlichkeit zum Grünen Knolli haben, und somit diese Personen den Grünen Mörder mit diesen fatalerweise verwechseln.


    Ich erinnere nur an den Pantherpilz, der in Brandenburg unter anderem als 'Sachsentod' bekannt ist, weil dieser in manchen Gegenden Sachsens nicht vorkommt. Und wenn die Sachsen auf ihre Urlaubsreise zur Ostsee einen Zwischenstop in Brandenburg einlegten und bei einem kurzen Spaziergang durch die dortigen Wälder dem Pantherpilz begegneten und ihn für einen in Sachsen begehrten u. häufig gesammelten Perlpilz hielten, gab es leider viele Vergiftungen, die nicht immer gut endeten.


    Beste Grüße

    -Marcel.

    ... hier bitte gern zugreifen ...

    Na, da passt doch ganz gut eine auf dem Holzkohlegrill zubereitete Thüringer Roster zwischen und dann noch ein Klecks Bautzener Senf dazu und schmecken lassen… g:D

    Zumindest in D sind mir keine gesicherten! Belege von H. chrysospermus auf Xerocomellus und Hortiboletus bekannt. Das allermeiste sind wohl Altdaten, wo H. microspermus noch nicht gültig beschrieben worden sind, bzw. noch unbekannt war.

    Mein Pilzfreund Steffen Lorenz und ich sehen uns die Hypomyces-Befälle an Röhrlingen an.

    Was ja bekanntlich erstmal nix weiter bedeutet, schon alleine auch weil sich ja wohl hierzulande (D) nur ein kleinster Kreis von Kartiereren mit mehr od. weniger Fachexpertise für die Bolete Eater und deren auch nicht einfachen Wirten hiermit auseindersetzt.


    Aber gut zu wissen, dass man dann ggf. dich und Steffen hierzu kontaktieren kann.


    LG

    -Marcel.

    Hi.


    Jetzt hab ich den Hinweis zu H. chrysospermus wiedergefunden, der wohl auch Xerocomellus-Arten befällt; die Angabe findet sich auch auf der Seite von Michael Kuo, der den vorgenannten Hypomyces-Bestimmungsschlüssel zusammengestellt hat:


    »Hypomyces microspermus attacks only "xerocomelloid" boletes, while Hypomyces chrysospermus attacks many kinds of boletes, xerocomelloid or not.« (Quelle: Hypomyces microspermus)


    LG

    -Marcel.

    N'abend miteinander.


    Europäische Forschende aus Serbien, Großbritannien, Deutschland, Frankreich, Italien u. Spanien haben kürzlich den molekularen Wirkmechanismus der Aminosäure Ergothionein entschlüsselt, der z.B. in Shiitake- u. Austernpilze enthalten ist.


    Die Versuche fanden u.a. an Fadenwürmern aber auch bereits an Säugetieren (Ratten) statt und hatten zum Ergebnis, dass Ergothionein ein vielversprechendes therapeutisches Potential zur Prävention altersbedingter Erkrankungen birgt (so Dr. Miloš Filipović vom Leibniz-Instituts für Analytische Wissenschaften (ISAS)).


    Die Ergebnisse und den zugrundeliegenden molekularen Wirkmechanismus beschreiben die Autoren im Fachjournal Cell Metabolism. Das Paper findet sich als Short article unten zum Download.


    Ergothionein sorgt für mehr schützenden Schwefelwasserstoff (H₂S) und dieser schützt Zellen vor oxidativem Stress. Mit zunehmendem Alter ist unser Körper immer weniger in der Lage, Schwefelwasserstoff zu produzieren, wodurch unsere Zellen anfälliger für Schäden werden. Dies ist mit ein Faktor bzw. Auslöser für altersbedingte Krankheiten wie z.B. Herz-Kreislauf-Probleme, Abbau von Muskelmasse, Krebs sowie neurodegenerativen Erkrankungen wie Alzheimer. Der menschliche Körper kann Ergothionein nicht selbst herstellen, kommt aber nachweislich im Shiitake u. Austern-Seitlingen vor. Die Forschungsgruppe plant daher als nächstes eine Studie mit gesunden menschlichen Probanden, um das Potential von Ergothionein in dieser Richtung weiter zu erforschen. Damit dürften dann auch die Pilze, die diese Aminosäure enthalten, noch stärker in den Fokus der Forschung rücken.


    Viele Grüße

    -Marcel.


    PS/Kleine Ergänzung:

    => aus: "Apotheke der Heilpilze. Kompendium der Mykotherapie: Einsatzmöglichkeiten der wichtigsten Vitalpilze in Prävention und Therapie." (Beate Berg, Jan Lelley), 2015

    »In China reiht man den Shiitake in jene Gruppe der Heilkräuter ein, von denen behauptet wird, dass sie besonders gut gegen Alterungsprozesse wirkt. So hat die Chinesische Akademie der Medizinischen Wissenschaften den Shiitake unlängst auf die Liste der Forschungsprojekte gesetzt, welche die Entwicklung von gesundheitsfördernden Maßnahmen für die ältere Bevölkerung zum Ziel haben.«

    Hallo Matthias,

    das hält manche Leute nicht vom sammeln ab, habe früher öfter an einer Fundstelle immer wieder Schnittspuren gesehen, [...]

    ich denke, dies mag daran liegen, dass viele Speisepilzjäger den Goldröhrenschwamm auf den ersten u. zweiten Blick für ein Rotfüßchen halten, und so werden sie halt eingesammelt.


    Viele Grüße

    -Marcel.

    Hallo Wolfgang,

    Deswegen gucke ich eher auf geologische Karten als auf Bodenkarten.

    ich verwende hier auch noch das Geoportal der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR), wo man die ganze Palette von der Bodenbeschaffenheit findet, sowohl die physikalischen als auch die chemischen usw. Denn grundsätzlich sind Böden ja bekanntermaßen sehr komplexe Systeme mit zahlreichen nicht identischen Eigenschaften, die allesamt in Wechselwirkungen stehen und eben auch Einfluss auf die Vegetation (Pflanzen u. Pilze) haben.


    Von daher versuche ich hier immer möglichst viele Parameter zu berücksichtigen, allerdings wird es damit nicht einfacher - im Gegenteil. Und es gibt ja auch Pilze, denen ist die Beschaffenheit der Vegetationsdecke und Gesteinslage relativ wumpe, die findet man sowohl auf sauren Böden wie auch auf Kalkböden, wenn die passenden Baumpartner dort sind.


    Grüße

    -Marcel.

    Moin Ingo.

    Ich frag mich halt, warum das nicht einfach ausprobiert wird, bevor man sowas in die Welt setzt.

    Es gibt bekanntlich verschiedene Gründe für eine Publikationstätigkeit bei Wissenschaftlern. Vordergründig dürfte hierbei die Anregung zu weiteren Nachforschungen und eine fachliche Diskussion im Fokus stehen. Auch dürfte hierbei eine Art von Pionierleistung eine gewisse Rolle spielen, also der wissenschaftlichen Gemeinde zu zeigen, dass man Forschungsergebnisse, wenn auch nur vorläufige, zu einem gewissen Zeitpunkt schon hatte, wo andere noch nicht einmal in der Richtung geforscht haben.


    Aber selbstredend liegen hier zum Teil gewöhnlich auch noch andere, profanere Gründe mit vor (z.B. Prestige, Geld, Eigen-Marketing u.ä.), in aller Regel mit unterschiedlicher Gewichtung bzw. oftmals ist solches die Folge von Publikationstätigkeiten. Jedoch dürfte der Großteil der Wissenschaftspublikationen zum Ziel haben, dass mit diesen Arbeiten weitere Forschungen stattfinden und sich dazu ausgetauscht wird.


    Von daher empfinde ich deine Einlassung hier doch etwas an den (abgeschnittenen) Haaren herbeigezogen. ==Gnolm7 ==Gnolm1


    Viele Grüße

    -Marcel.

    Ansonsten entstehen wieder hitzige Debatten,...

    Ja, es ist wirklich echt schade, dass diese Thematik in vielen Kreisen bzw. unter uns Laien nicht nur kontrovers sondern zumeist leider auch emotional und oft auch ideologisch geführt wird.


    Zum Glück sind die universitär forschenden Wissenschaftler in dieser Hinsicht recht unvoreingenommen und sind bei ihrem Engagement überwiegend neugierig bzw. wissbegierig was es an medizinischen Wirkstoffen zu entdecken bzw. oftmals wiederzuentdecken gibt und das gibt doch Anlass zur Hoffnung.


    (Das bei Pharmazeutika-Forschungen natürlich auch mehr od. weniger ökonomische Interessen mit dabei sind, ist natürlich klar, ist aber nach meinem Vertändnis auch kein wirklich unredliches Motiv. Aber dies ist wieder eine ganz andere Sache/Baustelle und führt in der Regel zur nächsten hitzigen Debatte... ==Gnolm7 )


    LG

    -Marcel.

    Moosfreundin und alle anderen Mitdiskutanten hier:


    Ein nicht unwichtiger Sachverhalt sollte hier nicht unter den Tisch fallen, nämlich dass die moderne wissenschaftlich fundierte Schulmedizin ihren Ursprung im sog. medizinischen Volkswissen (Volksheilkunde) und der Klostermedizin hatte. Die Trennung hiervon geschah ungefähr ab dem 19. Jahrhundert, als an Hochschulen nach wissenschaftlichen Verfahren Forschungen durchgeführt wurden und dies dann zur Herstellung von wirksameren Pharmazeutika führte. Und sehr, sehr viele unserer Arzneimittel beruhen häufig auf Wirkstoffe, die in der Volksheilkunde/Klostermedizin bekannt waren bzw. dort verwendet wurden (z.B. Acetylsalicylsäure/Aspirin).


    Nicht ohne Grund findet ja nach wie vor Forschung unter Berücksichtigung solchen Wissens statt, warum u.a auch z.B. weiterhin Pflanzen wie auch Pilze nach ihren Wirkstoffen auf Infektionen, Erkrankungen usw. untersucht werden. Letztlich geht es also nicht um die Frage oder Entscheidung zwischen Erfahrung/Volksmedizin und Wissenschaft/Schulmedizin sondern vielmehr um das (Wieder-)Finden und Nutzbarmachen der Kräfte aus der Natur für unsere Gesundheit, natürlich nach unseren modernen wissenschaftlichen Standards.


    Schönen Abend allerseits.

    -Marcel.