Beiträge von Wolfgang P.

    Hallo Pilzliebenordsachsen,

    verbuche den mal als 'was aus dem Seifenritterlings-Aggregat (Tricholoma saponaceum s.l.).

    Mit dem grünen Hut mit schwarzen Schüppchen, gelblichen Lamellen und leicht schwärzlicher Stielüberfaserung fällt mir sonst wirklich nichts ein.

    Der ist auch bekannt dafür, selbst bei guten Pilzkennern Konfusion auslösen zu können.

    Röten in der Stielbasis wäre ein weiteres Merkmal, aber die fehlt leider im Schnittbild, während sie eins drüber noch da war.


    Grüße,


    Wolfgang

    Besonders auf das unregelmäßige Aufreißen und die Stacheln, die kein Muster hinterlassen, will ich mal genauer achten / mir das anschauen.

    beides unterscheidet ihn vom Flaschenstäubling! Aber Du brauchst ganz reife Exemplare zum bestimmen.

    Hi Thorben,

    ich hätte den vom Bild zuerst bei Hemimycena gesucht. Keine leichte Gattung.


    Manchmal riechen die Funde auf Magerwiese aber krass nach Chlor (traut man so einem kleinen Fruchtkörper kaum zu), dann ist es H. delectabilis.


    Grüße,


    Wolfgang


    Edit: der Tipp Clitopilus scyphoides ist noch besser... wäre aber ein Rosasporer

    An welchen Merkmalen genau würdest du den Beutel-Stäubling ohne Mikroskop bestimmen?

    - sehr große Fruchtkörper

    - ausgeprägter zylindrischer Pseudostiel (Subgleba)

    - bei Reife unregelmäßig aufreißend, also nicht mit einer zentralen Öffnung

    - mittelfeine Stacheln, die beim Abfallen kein Muster hinterlassen

    - Habitat oft im Wald


    bei kleineren Exemplaren in anderen Habitaten (Moore, Heiden, Magerwiesen) braucht man ein Mikroskop zur Unterscheidung von den dort vorkommenden Arten.


    Grüße,


    Wolfgang

    Hallo,

    den Beutelstäubling kann man ohne Mikroskop bestimmen.


    Auf die Angaben zu Ernährungsweisen in Wikipedia und auch in 90% der Pilzbücher würde ich keinen Pfifferling verwetten.

    Vermutlich gibt es viel mehr (fakultative?) Symbiosen und Parasitosen als bekannt. Wie sollte z.B. ein Hasenstäubling auf der Magerwiese die Energie für so große Fruchtkörper in Form von Humus dem Boden entnehmen? Die Frage wurde einfach noch nie wissenschaftlich untersucht, und solange kein offensichtlicher Baumpartner da ist, wurde ein Pilz früher als Saprobiont bezeichnet, und seitdem schreiben alle voneinander ab.


    Wolfgang

    Hallo Kupfergraben,


    der Stadtchampignon hat einen doppelten, aufsteigenden Ring und einen gedrungenen Wuchs, der Wiesenchampi einen dünnen, häutigen Ring.


    Wenn Du Champignons im Allgemeinen bestimmen willst, beschäftige Dich als erstes mit dem giftigen Karbolchampignon. Der ist stickstoffliebend und wärmeliebend (Klimawandel-Gewinner), und daher die häufigste Art in stadtnahen Gebieten. Und das ist eine Art, die man am Gilben im Fleisch der Knolle gut bestimmen kann. Danach wird es schnell sehr kompliziert.


    Deinen Fund würde ich auch so einschätzen, aber ohne ihn zu pflücken und die Knolle anzuschneiden, bleibt das ein Verdacht.


    Grüße,


    Wolfgang

    Macht ihr auch gemeinsame Wanderungen?

    9: 30 am 2. Samstag eines Monats. Und nachmittags mikroskopische Bestimmung.


    Schick' Deine E-Mail per PN dann lass ich Dich in den Verteiler aufnehmen.


    Grüße,


    Wolfgang

    Wenn ich Bettina Haberl richtig verstanden habe, dann trifft das Paxillus Syndrom jeden! Bei den einen nach der 10. Pilzmahlzeit, bei den andren nach der 100.

    Oder nach der 100 000., wenn man in seiner Lebenszeit so viele schafft.

    In polnischen Mischpilzen in der Dose können immer noch Kremplinge dabei sein, und es haben auch in Polen noch Pilzesser überlebt.


    Wolfgang

    Gibt's halbwegs aktuelle Literatur?

    In neueren Zitaten wird der Parasitismus einfach erwähnt - quasi vorausgesetzt, als Primärquelle aber immer wieder auf diese 2 Arbeiten unten verwiesen. Möglicherweise sind es also auch kompliziertere Dreiecksbeziehungen zum Baum.


    Ein gutes Indiz, dass ein Pilz kein Saprobiont ist, ist dass er sich nicht auf Nährboden züchten lässt. Das wird aber bei den Labormykologen eher informell ausgetauscht, denn mit der Info: "ich habe es nicht geschafft xy zu züchten" kann man keine Publikation schreiben. Das trifft auf sehr viele Entolomataceen zu (alle??), andere Clitopilusse sind auch sicher Parasiten, beim Mehlräsling kenne ich auch nur das Gerücht, das aber schon seit den 90ern.



    Agerer, R. (1990) Studies on ectomycorrhizae XXIV. Ectomycorrhizae of Chroogomphus helveticus and C. rutilus (Gomphidiaceae, Basidiomycetes) and their relationship to those of Suillus and Rhizopogon. Nova Hedwigia 50: 1–63.


    Olsson, P. A., Munzenberger, B., Mahmood, S., Erland, S., Olsson, A., and Mu, B. (2000). Molecular and anatomical evidence for a three-way association between Pinus sylvestris and the ectomycorrhizal fungi Suillus bovinus and Gomphidius roseus. Mycol. Res. 104, 1372–1378.


    Gruß,

    Wolfgang

    Fund: Diese FK Gruppe schätze ich auf einen Entoloma ein. Die rissige dunkle Huthaut mit den weis schmutzigen Lamellen. Nach der Sichtung der Bilder von Karl im Depot

    "Das Depot erwacht"

    könnte dies nicht auch Entoloma porphyrogriseum (Kahlstieliger Porphyr-Zärtling) sein. Der Habitus die gesägten Lamellen, die dunkle Hutstruktur?

    Hi magicman,

    definitiv eine Entoloma Sekt. Cyanula. Und zwar eine aus der Gruppe, bei der die jung blauschwarze Farbe an der Sonne zu braun verblasst.


    Weiter sollte man ehrlicherweise nicht gehen, da es in den Cyanula eine Vielzahl an ähnlichen Arten gibt, die sich heute teilweise nur per Sequenzierung sicher unterscheiden lassen, und sicher auch noch ein paar unbeschriebene.

    Wer sich nicht auf die Gattung spezialisieren will, muss sich zumeist mit der Sektion zufrieden geben.


    Wolfgang

    Hallo an alle,

    die meisten Pflanzen machen Arbusculäre Mykorrhiza mit Bodenpilzen.

    Das sind dann aber nicht die Pilze, die oberirdische Fruchtkörper bilden.


    Kklassische Ektomykorrhiza mit Ständerpilzen ist nur bei einigen Tausend Pflanzenarten nachgewiesen, zumeist Gehölze der gemäßigten Breiten. Es gibt aber allerlei Ausnahmen wie Cortinarius an Sauergräsern, Inocybe an Knöterich etc.


    Dann kommen eigene Formen der Mykorrhiza mit Orchideen und Heidegewächsen.


    Was Saftlinge genau tun, ist unbekannt - sicher ist ein enger Austausch mit lebenden Pflanzen. Manche Pilze leben parasitisch auf Pilzen, z.B Gelbfüße.


    Die Welt ist bunt, und auch die Frage nach Symbiont oder Saprobiont ist non-binär mit allen Formen von trans und queer.


    Grüße,


    Wolfgang

    letztes Jahr habt ihr mir unbewusst eine Aufgabe gestellt: such und finde Saftlinge.

    Hi Sherlock,

    am besten suchst Du zuerst ein Saftlings-Habitat.

    Das geht in den meisten Bundesländern online über die öffentlichen Daten der Offenlandkartierung. Ideal sind Borstgrasrasen, Arnika- oder Bärwurz-Wiesen, Magerrasen mit Orchideen. Es gibt auch wenige Saftlinge in Halbtrockenrasen. Alles andere ist Glückssache (Ungedüngte Stadtparks, Dämme, etc.).


    Wenn die ganze Pflanzenkartierung online ist, gucke z.B. nach Klappertopf Rhinantus, Schlüsselblume Primula, etc.


    Wo Goldmistpilze wachsen, sind Saftlinge jedenfalls seehr weit weg.


    Wenn Du nicht klarkommst, schick mir eine PN mit Deinem Wohnort, und ich suche im Umkreis ein paar potentielle Ziele. Klappt nicht immer, aber in 50%.


    Gruß,


    Wolfgang

    Ein Klimawandel-Zeiger. Fruktifiziert wohl vor allem in Jahren mit einer trockenheißen Periode, wie dieses Jahr im Juli.


    Bei meinen Funden kann ich mich nicht an eine dunkle Ringunterseite erinnern.


    Gruß,

    Wolfgang

    Hallo,

    bei 11 kann man den vermuteten Speitäubling anhand der Lamellenfarbe sicher ausschließen. Der wäre rein weiß.


    Mehr geht natürlich nicht, ohne weitere Infos.


    Wolfgang

    Aber ich stimme dir zu, der besteht definitiv nicht darin, Fruchtkörper stehen zu lassen.

    Erstmal: selbst in einer PSV-Prüfung sollte man sich inhaltlich nicht total verbiegen. Es gibt auf die Frage ja viele richtige Antworten, und z.B. den Förster auf einen Pilz-Hotspot aufmerksam zu machen, ist sicher ein echter Beitrag zum Pilzschutz.


    Bei den Fruchtkörpern würde ich der Aussage von Wutzi zustimmen und sehe wenige Ausnahmen, aber im Rhein-Main-Gebiet schaffen es Kaiserlinge nicht zur Sporenreife, weil sie radikal abgesammelt werden. Sonst müsste der Klimawandel eigentlich für eine Ausbreitung der Art sorgen.


    Wolfgang