Hallo Pablo,
von mir auch einen herzlichen Wiesenpilz-Geburtstags-Bildergruß.
Wir haben ja noch einen gemeinsamen Sandkisten-Spaziergang ausstehen - diese (gerade beginnende) Saison sollte das ja mal klappen....
Wolfgang
Hallo Pablo,
von mir auch einen herzlichen Wiesenpilz-Geburtstags-Bildergruß.
Wir haben ja noch einen gemeinsamen Sandkisten-Spaziergang ausstehen - diese (gerade beginnende) Saison sollte das ja mal klappen....
Wolfgang
Trüffel... Sehr schön. Wie habt ihr die denn am Waldboden erblicken können ?
...nee, Mißverständnis:
nicht alle Pilze, die irgendwie "Trüffel" heißen, sind mit den echten Trüffeln verwandt.
Die "Schiefertrüffel" und die "Wurzeltrüffel" haben mit einer echten Trüffel ungefähr so viel gemeinsam wie mit einer Schokoladentrüffel, also die Form und die Farbe, und wachsen oberirdisch.
Wolfgang
ich meine mich zu erinnern, in einer offiziellen Giftpilzliste gelesen zu haben, dass M. pura den "bösen Pilzgeist" enthält. Laut dem Flammer-Giftpilzbuch widerspricht sich dessen Anwesenheit aber mit Muskarin gemeinsam im gleichen Fruchtkörper.
Ist die Angabe falsch? In meinen anderen Pilzbüchern wird hinsichtlich M. pura klar von Muskarin gesprochen.
Hallo Thorsten,
von Psilocybin in M. pura habe ich noch nichts gelesen. Wohl aber von "unbekannten Giftstoffen mit psilocybinähnlicher Wirkung".
Psilocybin und Muskarin sind beides Nervengifte, genauer gesagt Agonisten für Dopamin- bzw. Acetylcholin-Rezeptoren. Ein logischer Grund, warum es keine Pilze geben kann, die Nervengifte aus beiden Substanzklassen enthalten? Gibt es nicht, vielmehr sind in vielen Pilzen komplexe Gemische von Giften. Von daher ist die Aussage von Flammer als praxis-orientierte Angabe zu diesen beiden Substanzen vermutlich korrekt, aber nicht übertragbar.
Viel Spaß bei welchem Kurs auch immer - mich haben die Kurse in Hornberg damals erst richtig für Pilze "angefixt".
Gruß,
Wolfgang
Hallo Wolfgang,
Na ja , bin ja Mikroskop-Laie, was ich da sehe kann ich oft nicht interpretieren.
Hallo Norbert,
wäre das nicht eine Idee, Zeit in einen Mikroskopiertag zu investieren?
Laut Deinem Profil wohnst Du im östlichen Rhein-Main-Gebiet, da wäre ja sogar ein Besuch bei unserem Binger Pilzverein denkbar, der sehr mikroskop-lastig arbeitet.
Ansonsten ist Hermine Lotz-Winter aus Mörfelden nicht so weit - die macht sowas auch gelegentlich und kostenlos, soweit ich weiß.
Grüße,
Wolfgang
Alles anzeigen
Mir ist der Artikel über die Giftigkeit der Rettich-Helmlinge wieder in den Sinn gekommen. Steht in der Zeitschrift für Mykologie 48 (1) 1982, S. 27f.
Zitat:
Mycena rosea ist –žpharmakodynamisch" von M. pura trennbar!
Im Gegensatz zu mikroskopischen Unterschieden sind makroskopische und ökologische Argumente bislang weitgehend unterbewertet worden, und da die beiden Sippen mikroskopisch kaum trennbar sind, wurden sie vermengt. Erst durch das Auftreten verschieden ablaufender Vergiftungsfälle wurde man auf die selbständige Stellung der M. rosea aufmerksam.
In manchen Gegenden wurde M pura bis heute als Speisepilz verwendet, und so schreibt z. B. J. S c h r o e t e r (1889), der die Sammelart als Agaricus roseus Bull. 1790 vorstellt, wörtlich: –žLäßt sich als Speisepilz, auch roh, salatähnlich benutzen." Wir selbst haben früher hin und wieder einige Exemplare rnit ins Pilzgericht genommen und keine negativen Folgen verspürt. In anderen Gegenden wurden jedoch immer wieder schwächere und ernstere Vergiftungsfälle bekannt, bis man den Pilz als –žverdächtig" oder gar –žgiftig" einzustufen lernte.
Schließlich unternahm V. E. E t i e n n e 1959 einen Selbstversuch, indem er 40 frische, bei Paris gesammelte, kurz gedünstete Exemplare verspeiste. Das war offenbar zu viel. Das Gericht verursachte eine ziemlich charakteristische psychotrope Vergiftung. 1961 wies H o f m a n n in Mycena pura (Nadelwaldform) psychotrope Indolsubstanzen nach (R. H e i m 1963), was G e r a u l d (1976) bestätigte. Nachdem N o t h n a g e 1 1968 von einer Erkrankung berichtete, die ein Mischgericht mit Mycena pura s. l. verursacht hatte, schrieb M. H e r r m a n n (1973) erstmals in einer deutschen Pilzzeitschrift über die Giftigkeit des Rettichhelmlings, und so stellte man allgemein den Genuß ein.
Nun hatte 1971 G. M a k a r a (Ungarn) nach dem Genuß von 100 g –žRettichhelmlingen" eine mittelschwere Muskarinvergiftung davongetragen! T. T i l s c h o v a (1976), die bislang die violette Nadelwaldform in geringeren Mengen immer wieder ohne Schaden verspeist hatte, unternahm einen Versuch mit derselben Menge der rosafarbenen Laubwaldform. Das führte nach 45 Minuten zu kolikartigen Bauchschmerzen und Durchfällen, die sich immer mehr steigerten, bis der herbeigerufene Arzt zwei Injektionen Atropin gab, worauf sich der Zustand der Patientin besserte. Nun erst wurde nach und nach klar, daß die beiden Sippen offenbar verschiedene Gifte enthalten, und daß rosea-Vergiftungen als klassische Muskarineffekte zu werten sind. So berichten K u b i c k a & V e s e 1 s k y 1978 von der –žpharmakodynamischen" Unterscheidbarkeit von M. pura und M. rosea.
Hallo Harald,
Danke für diesen Exkurs in die Geschichte der Myko-Toxikologie.
Glücklicherweise muss man heute keine Selbstversuche mehr unternehmen, um den Muskaringehalt einer Pilzart zu bestimmen - das macht der Chromatograph.
Alle aktuellen Autoren sind sich in der Einschätzung von pura als Giftpilz einig.
Grüße,
Wolfgang
Hallo Norbert,
ich sehe im Moment nichts was gegen E. lividoalbum spricht.
Allerdings hat der Pilz auf dem Hut einen starken Trockenheitsschaden, und in dieser Gruppe gehen fast alle Merkmale über Hutmerkmale (genaue Farbe, durchscheinende Riefung, ...).
Du hast auch nichts über Zystiden geschrieben, ich gehe mal von fehlend aus.
Gruß,
Wolfgang
Hallo Pilzpof,
vielleicht suchst Du Dir einen Pilzverein in Deiner Nähe, und gehst mal bei ein paar Exkursionen mit?
Pilze nur über das Internet kennenzulernen, wird nicht zum Erfolg führen, gerade für Neulinge.
Grüße,
Wolfgang
Hallo Pilzpof,
Wenn Du eine Liste der Speisepilze mit Bildern suchst, dann möchtest Du doch nicht etwa in den Wald gehen und mit diesem Wissensstand sammeln gehen?
Zumindest solltest Du dann auch eine Liste der Giftpilze mit Bildern angucken, um zu verstehen, dass Du gerade mit Deinem Leben Roulette spielst.
Grüße,
Wolfgang
Hallo Ralf,
wenn Deine Haupt-Aktivität Führungen mit Kindern und Jugendlichen sind, ist tatsächlich die PSV-Ausbildung und -Prüfung nur mäßig hilfreich.
Für die Zielgruppe Kinder und Jugendliche bietet die DGfM mit dem PilzCoach eine andere Ausbildung und Prüfung an.
Die Aktivität, auf die die PSV-Ausbildung zugeschnitten ist, ist die Beratung von Speisepilzsammlern. Und wer das macht, sollte schon den Mehlräsling und die Unterschiede zu weißen Trichterlingen kennen und vermitteln. Auch wenn man den ratsuchenden Pilzsammler damit auch beim nächsten Mal nicht alleine lassen sollte.
Welche Kenntnisse für Naturführungen ohne Speisepilzsammeln am wichtigsten sind, finde ich durchaus interessant und wichtig. Das wäre ein mögliches zukünftiges Betätigungsfeld der DGfM, in dem man eng mit den Anbietern von Naturführer-Ausbildungen (z.B. NaBu) zusammenarbeiten sollte. Denn eigentlich sollte ja jeder, der Naturführungen anbietet, ein gewisses Mindestwissen über Pilze haben, das sich natürlich dramatisch von PSV-Kenntnissen unterscheidet.
Grüße,
Wolfgang
Hallo,
nur weil es jetzt mehrfach implizit und ungenau angesprochen wurde:
ALLE Helmlinge der Purae enthalten Muskarin, nur in verschiedener Menge. M. rosea wohl am meisten, aber aus Sicht des Speisepilzsammlers sind alle als giftig zu klassifizieren.
Wolfgang
Harald: ohne Frage kennt Piwo sehr viele Pilze (wahrscheinlich mehr als ich), aber ein Ratsuchender weiß halt nie, ob er an einen Piwo oder an einen Herrn Bahne gerät. Wenn man sich selbst zum Experten ernennt, kann man nie selbst entscheiden, ob das gerechtfertigt ist oder nicht. Das kann nur eine unabhägige Instanz, die die Vergleichsmöglichkeit hat.
Hallo an alle,
der WDR hat gestern bei mir angerufen und nach der DGfM-Einstufung des Rettichhelmlings und des Kahlen Kremplings gefragt.
Den WDR-Kollegen war es außerordentlich peinlich, auf einen selbsternannten "Experten" hereingefallen zu sein.
Zitat
ich würde vielmehr jemandem trauen, der seit Jahrzehnten Pilze sammelt und noch lebt, als einem frischgebackenen PSV-Absolventen
Diese Aussage halte ich für falsch und gefährlich. Jahrzehntelanges Pilzesammeln (möglicherweise nur von Steinpilzen) qualifiziert in keiner Weise. Gerade vorgestern ist ein jahrzehntelang "erfahrener" Pilzsammler in Bremerhaven an einer Knollenblätterpilzvergiftung gestorben.
Natürlich ist eine DGfM-Prüfung nicht der alleinige Weg zu Pilzwissen. Aber jeder, der nicht nur für sein eigenes Leben Verantwortung tragen, sondern andere Menschen beraten will, sollte sicherstellen, dass er einen Minimal-Standard an Kenntnissen besitzt.
Wolfgang Prüfert
Vizepräsident der DGfM
Hallo Pablo,
nur vom Bild hätte ich den Pilz in die rhodopolium-Ecke eingeordnet.
Diese Art (oder Artkomplex?) ist extrem variabel. An der Hutgröße sollte man die Bestimmung jedenfalls nicht scheitern lassen.
Uns soo viel zu klein sind die Sporen ja nun auch nicht.
Wolfgang
Hallo abeja,
für mich sind das auch ziemlich typische gallica.
Wolfgang
Hallo Oehrling,
kennst Du die Bodenfeuchtekarte vom Deutschen Wetterdienst?
http://www.dwd.de/bvbw/appmana…andwirtschaft_agrarwetter
Danach sollte der nächste Bereich mit ausreichend Regen in Deiner Region der Nordschwarzwald sein.
Grüße,
Wolfgang
Hallo an alle,
verwirrend ist hier ja der Begleitbaum Birke.
Ich selbst kenne an Boletus s.l. bei Birke ja nur Netzstielige Hexenröhrlinge. B. radicans soll aber nach Lit. auch selten mal an Birke vorkommen. Daher schließe ich mich mal Claudi an und den Schönfuß schließe ich aus.
Grüße,
Wolfgang
Bei der Huthaut-Untersuchung vor allem die Blende am Kondensor ganz weit öffnen, bei dem Sporenbild war sie vermutlich fast geschlossen.
Bei geschlossener Blende hat man Tiefenschärfe auf Kosten der Auflösung - das ist bei Pigment-Untersuchung ist das fatal.
Grüße,
Wolfgang
P.S.: wenn Du die Pigmentierung nicht findest, ist es vermutlich trotzdem sordidulum...
Hallo an alle,
ich hätte 3+4 relativ unbefangen als pruinatus durchgehen lassen. Ich habe von bubalinus aber keine richtige Vorstellung im Kopf.
Ohne Sporen (da der Pilz ja schon schimmelt) bleibt er wohl unbestimmbar.
Grüße,
Wolfgang
Hallo Norbert,
ich denke das ist E. sordidulum.
Der sollte Schnallen an den Basidien und fein inkrustierendes Pigment in der Huthaut haben. Beides keine ganz leichten Mikromerkmale...
Grüße,
Wolfgang
Hallo,
Das ist der Tränende Saumpilz (Lacrymaria lacrymabunda).
Auf einigen Bildern sind sogar die Tröpfchen gut erkennbar.
Gruß,
Wolfgang
EDIT: Apollo war schneller...
Hallo,
beim Saftling werfe ich noch miniata oder calciphila in's Rennen. Der erste sollte eingeschnürte Sporen haben, der letztere runde.
Jedenfalls ist die Art nicht makroskopisch bestimmbar, diese gelborangen haben's in sich. coccinea ist es aber sicher nicht.
Wolfgang
Hallo Ricola,
Täublinge haben keine Zwischenlamellen, alle gehen bis zum Stiel.
Bei Ritterlingen erreicht nur jede 2. bis 6. Lamelle den Stiel.
Hallo salmotrutta,
(1) Flockenstieliger Hexenröhrling
(2) Netzstieliger Hexenröhrling
(3) das ist einer von den seltenen Rotporern , der Blasshütige Purpur-Röhrling (Boletus rhodoxanthus) oder so, den sollte man einem Spezialisten vorlegen. Bitte ein komplettes Schnittbild anfertigen und vom Pilz ein, zwei dünne Scheiben zum Trocknen auslegen als Beleg und zum Nachmikroskopieren.
Genaue Standort-Angabe (GPS-Koordinaten) für die Kartierung?
(4) Einer aus dem Rotfuss-Wirrwar! Ich hätte am ehesten Herbstrotfuß (X. pruinatus) gesagt, leider fehlt die Stielbasis.
Gruß,
Wolfgang
P.S.: natürlich keine Essensfreigabe per Bild!
Hallo jakez,
das Bild zeigt nicht wirklich viele bestimmungsrelevante Merkmale, aber ich meine einen Schleier zwischen Hut und Stiel zu erkennen.
Dann ist es ziemlich sicher der Seidige Risspilz (Inocybe geophylla) in seiner violetten Form. Giftig.
Wolfgang
Hallo,
üblicherweise sind die "Übeltäter" die Larven verschiedener Pilzkäfer.
Die Bestimmung der Pilzkäfer ist normalerweise genauso schwer wie die Bestimmung von Pilzen und benötigt auch viel Geduld, da man oft das Schlüpfen der Käfer abwarten muss.
... einfach mal nach "Pilzkäfer" googlen...
Grüße,
Wolfgang
Hallo,
wie viel früher meinst Du denn mit früher?
Im Jahn (1979) sind alle Nichtblätterpilze noch in der Ordnung Aphyllophorales aufgeführt.
In den Nordic Macromycetes (1997) gibt es schon die Ordnung Stereales.
Grüße,
Wolfgang
