Hallo an alle,
zur Frage, was wie auf eine Positivliste kommt:
Wie der Name sagt, ist es eine Positivliste, das heißt, vom Pilz liegen viele symptomfreie Speise-Erfahrungen vor, und keine Vergiftungsberichte.
Ein Pilz, der sehr selten zu Speisezwecken gesammelt wird, kann ungiftig sein, vielleicht sogar schmackhaft, aber benötigt keine Einstufung irgendeiner Art. Das macht man bei Insekten ja auch nicht, obwohl die Mehrzahl der 40.000 Arten in Deutschland ungiftig sein wird.
Wenn jemand der Meinung ist, dass ein Pilz auf der Positivliste fehlt, kann er sich an Siegmar Berndt (siegmar.berndt@dgfm-ev.de) wenden. Dann werden wir im FA beraten, ob ausreichend Erfahrungsberichte vorliegen oder ein Rückschluss über eng verwandte Arten zulässig wäre, und ob die Aufnahme überhaupt sinnvoll ist.
In den letzten Jahren sind wenig neue Erkenntnisse dazugekommen (außer bei Giftpilzen). Die Listen sind also mittlerweile relativ stabil. Falls irgendwelche Trends wie Tee aus Schmetterlingstramete dazu führen, dass weitere Pilzarten regelmäßig verzehrt werden, oder im Rahmen der Integration z.B. osteuropäische Zubereitungsmethoden für scharfe Milchlinge auch bei uns Anwendung finden, müsste sich auch die Positivliste daran anpassen.
Grüße,
Wolfgang