Beiträge von Wolfgang P.

    Hallo an alle,

    ich kenne den physikalischen Effekt, dass gelboranger Farbstoff verdünnt gelb, konzentriert eher orange aussieht.


    Bei Saftlingen ist mir aber bisher eher das Gegenteil aufgefallen, dass die roten Arten nach dem Trocknen nur noch orange aussehen.


    Es bleibt also rätselhaft.


    Gruß,

    Wolfgang

    Hi Rika,

    das sind ja schlechte Nachrichten.


    Gerne kann ich das Exsikkat von 2024 nehmen, aber bis ich wieder Proben zur Sequenzierung schicke, ist wohl erst Dez./Jan.


    Gruß,


    Wolfgang

    Hallo Rika,


    auch umbrinella ist ein Aggregat.

    Mit der existierenden Bestimmungsliteratur ist leider kein Blumentopf zu gewinnen, noch nicht einmal die Aggregate werden alle richtig aufgelöst.

    In diesem Fall muss aber wirklich erst einmal die Gattung geklärt werden.


    Gruß,


    Wolfgang

    Hi Geck,


    ich war am schwanken zwischen

    - Narzissengelber Wulstling


    - Königs-Fliegenpilz

    Amanita regalis (Fr. : Fr.) Michael 1904
    Amanita regalis (Fr. : Fr.) Michael 1904 Tassonomia Divisione Basidiomycota Classe Agaricomycetes Ordine Agaricales Famiglia Amanitaceae Genere Amanita…
    www.funghiitaliani.it


    Im Ostalbkreis kommt letzterer aber wohl nicht vor, dann bleibt m.E. der Narzissengelbe.


    Verbreitung Amanita regalis (Fr.) Michael 1896


    Gruß,


    Wolfgang

    Hallo Rika,


    das finde ich vom Sporenbild tatsächlich nicht ganz eindeutig, und könnte auch noch in der Nähe von Clavulinopsis umbrinella landen.

    Besser mikroskopiert man in Baumwollblau, das färbt das Ornament von Ramariopsis. Ich meine, man sieht am Bauch ein paar Stacheln.


    Auf jeden Fall eine interessante Kollektion!


    Wolfgang

    Hallo Rika,

    einige Ramariopsis-Arten haben so feinwarzige Sporen, dass man sie im Lichtmikroskop nicht sieht.

    Clavulinopsis-Sporen haben immer einen großen Öltropfen und einen großen Apiculus.


    Von den genetischen Ergebnissen zerfallen die Clavulinopsisse in sehr stark verzweigte Arten rund um corniculata, umbrinella (manchmal in einer eigenen Gattung Donkella gefasst), und die unverzweigten Arten (gelb oder braun).


    Alles andere ist ein Gewirr aus dem Ramariopsis-Clade.


    Wenn ich den Beleg sequenziere, brauche ich natürlich auch noch Material zum Mikroskopieren und ggf. um was in einem Herbar zu hinterlegen. Das wäre also ein Großteil Deines Beleges. Wie alt ist der? Die Keulen lassen sich schon nach 2-3 Jahren wohl oft nicht mehr gut sequenzieren.


    Wir können aber auch warten, ob in den nächsten Jahren nochmal was kommt. Dann könntest Du auch die FeCl3-Reaktion testen und probieren, ob sie bitter sind.


    Grüße,


    Wolfgang

    Hallo geck,


    Das ist ein etwas gammeliges, vertrocknetes Exemplar aus der Gattung Wulstlinge (Amanita). Leider nur mit halber Knolle.


    Bevor ich mich auf die Art festlege, interessiert mich:

    - Geruch

    - Fundort (Region, Wald-Typ)


    Wolfgang

    Hallo Grüni/Kagi,

    ich denke, in der acutoconica-Gruppe bist Du richtig.

    Dahinter verbergen sich wohl mehrere Arten, also lassen wir es bei acutoconica agg.


    Was mich stutzig macht ist der Satz:

    Zitat


    VERFÄRBUNG: Nur ganz wenig dunkel anlaufend an Verletzungsstellen

    acutoconica sollte eigentlich gar nicht schwärzen.


    Gruß,


    Wolfgang

    über den genauen Artnamen gibt es wohl generell noch keine Klarheit, daher nenne ich sie erstmal Clavulinopsis luteo-ochracea-rufipes.

    ... dann nenn' sie lieber Ramariopsis, zumindest die Gattung scheint ja klar.


    Die würde ich gerne nehmen und bei Gelegenheit mit sequenzieren. Danach haben sie zwar immer noch keinen Namen, aber zumindest können sie zur Frage beitragen, aus wievielen Arten der Komplex besteht.


    Grüße,


    Wolfgang

    Hallo an alle,


    In der Genbank ist nur eine holosericeus-Sequenz.

    Wenn man die blastet, sind unter den 100%-Ergebnissen viele leucothites-Sequenzen und auch subcretaceus.


    entsprechend werden diese Namen in der Mycobank als Synonyme geführt:

    Loading...



    Das klingt so, als wäre ich in eine Geheimwissenschaft eingeweiht, die Normalsterbliche niemals erreichen.

    Nein, das sind nicht mehr als ein paar Klicks:


    Code
    https://www.ncbi.nlm.nih.gov/nuccore/



    "Search" drücken, dann kommt das Ergebnis (hier, weil nur ein Treffer, werden gleich die Details geöffnet)



    Links oben ist der Button "Run BLAST"

    In der nächsten Seite sind alle Parameter voreingestellt:


    Und dann den Button "BLAST" drücken und 5 min warten:




    Gruß,

    Wolfgang

    Hallo Marcel,

    man kann natürlich immer die These vertreten, dass in diesem Artkomplex die ITS kein geeigneter Locus sei.

    Von "besseren" Loci wie rpb2 oder tef liegen aber viel zu wenig Daten vor.


    Oder man kann sich von allen Fakten lossagen und Sequenzierung als Teufelszeug verdammen und auf makroskopischen Trennmerkmalen beharren.


    Ich möchte also nicht von mir behaupten, dass ich in einer 10-min-Fingerübung einen alten Streit final entscheiden könne.


    Ich würde mich nur, nachdem ich zumindest ein Faktum selbst nachgeprüft habe, auf die Seite von Vellinga stellen (wie übrigens auch bei Macrolepiota).


    Wolfgang

    Ob die Ferkelnuss auch als Baumpartner für Pilze erhalten kann, weiß ich aber leider nicht.

    Zitat aus Wikipedia: "Hickory (Carya) ist eine Gattung von Bäumen aus der Familie der Walnussgewächse (Juglandaceae)."


    Walnussgewächse haben in Europa wohl eher keine Ektomykorrhiza. Aus Mittelamerika hat nach meiner Erinnerung aber Cathrin Manz eine Russula an einem Walnussgewächs beschrieben.


    Auch die Schwarznuss (Juglans nigra) wird inzwischen als Waldbaum angepflanzt.


    Gruß,


    Wolfgang

    Hallo an alle,


    ich hab' gerade zum Spaß mal alle 149 ITS-Sequenzen von leucothites von der Genbank heruntergeladen und in MEGA11 aligned.

    In der Genbank steht die Art übrigens gerade bei Leucocoprinus.


    Einen Baum zu rechnen hab' ich mir schon gespart, weil alle Sequenzen schon nach bloßem Augenschein bis auf 2 variable Basenpaare identisch aussehen.

    Nur eine Sequenz aus Israel ist anders - falsch bestimmt?

    Derzeit gibt es in der Genbank also keinen Hinweis darauf, dass es sich um ein kryptisches Artenaggregat handeln könnte.


    Gruß,


    Wolfgang

    Die Entscheidungsgewalt liegt am Ende beim Förster.

    Unser Förster hält zB nichts von der Douglasie und forstet als einzigen Nadelbaum aktuell Weißtannen auf (im Buchenwald).

    Mit Buchen wird nach wie vor in der Verjüngung gearbeitet, es werden aber keine Buchen aktiv aufgeforstet.


    Weitere Baumarten die aufgeforstet werden sind Roteiche, weitere Eichenarten, Esskastanie, Baumhasel, Elsbeere und Bergahorn.


    Viele der hier genannten Baumarten sind ektomykorrhizafähig und die Esskastanie kann z.B. mit Hunderten verschiedenen Ektomykorrhizapilzen eine Symbiose eingehen.

    Hi Cornelius,


    ja, es gibt Zukunftsbaumarten, die auch für Zukunftspilzarten attraktiv wären, um auf den Kaiserling zurückzukommen.


    Das Problem ist leider, dass sich die forstlichen Untersuchungsanstalten und die Forstverwaltungen nicht einmal für die Frage interessieren, ob die Baumart Ektomykorrhiza-fähig ist oder nicht. Da wird meistens immer noch in Festmetern gedacht und geplant. Wie schön für jede Ausnahme!


    Nicht einmal bei der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald werden Mykorrhizapilze unter "sonstige Ökosystem-Dienstleistungen" erwähnt.

    ZukunftsBaumarten


    Sicher ist: der Wald wird sich dramatisch verändern, und die Funga mit ihm.


    Gruß,


    Wolfgang

    Hallo an alle,

    ich habe definitiv schon Funde von Wiese aus dem mastoidea-Clade sequenzieren lassen.

    mastoidea aus dem Wald hatte ich noch nicht gefunden, seit ich mich systematischer mit der Gruppe befasse (2-3Jahre).

    Echte, genetisch überprüfte excoriata auch noch nicht, bei einem dachte ich es makroskopisch, aber es war mastoidea Clade.

    Jetzt liegt mal bei mir ein Fund aus dem Wald, der in die Richtung des hier gezeigten geht, aber ich sammle noch Proben zur Sequenzierung.


    Volkmar wenn Du nochmal so einen Gesellen findest, mach bitte eine gute Foto-Dokumentation (Detailaufnahmen von Stiel, Ring und Hutschuppung), trockne einen Teil und lege ein Stück Hut zum Sporenabwurf abgedeckt auf ein weißes Papier.


    Gruß,


    Wolfgang

    Hallo an alle,

    die Gattung Riesenschirmlinge (Macrolepiota) ist klar.


    Die genaue Art ist es schon weniger.


    Für einen Parasol M.procera fehlt der grob genatterte Stiel.

    Für den Sternschuppigen/Rosasporigen M.rhodosperma fehlt die Sternschuppigkeit.

    Für den Ackerschirmling M. excoriata fehlt eigentlich alles.

    Bleibt also nur was aus dem Zitzenschirmlings-Umfeld M.mastoidea? So ganz ohne Buckel?


    Bei dem würde mich die Sporenpulverfarbe interessieren.


    Wolfgang

    Hallo Albus,

    was die Sporengewinnung angeht, denkst Du zu kompliziert. Warum willst Du Sporen auf Erde?


    Wenn Du in Rumänien ein paar Fruchtkörper gekauft hast (die alten, schon weit aufgeschirmten, die sind sicher nochmal billiger und haben reife Sporen. Von unterschiedlichen Händlern, damit die genetische Vielfalt höher ist ), kannst Du einfach die Lamellen abkratzen, zerkrümeln, und in eine halbvolle Flasche Wasser geben, schütteln und absieben.


    Dann fährst Du in den Wald und gießt mit dieser Suspension die von Dir vorher ausgesuchten Eichen.


    Wolfgang