Einstieg in Bayerische Pilzkartierung

Es gibt 34 Antworten in diesem Thema, welches 813 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag () ist von Tomentella.

  • Hallo zusammen,


    Maronistos Beitrag ignoriere ich jetzt einfach mal, der schwebt wie immer in eigenen Sphären. Durch Peters Beitrag angeregt, wollte ich gerade auf die DGfM-Iniative des Feldmykologen hinweisen. Das klingt ja im ersten Moment vielversprechend. Schaut man sich die entsprechende Webseite dazu an, liest man sogar, daß dort im Rahmen des Methodik-Teils Wissen über "Kenntnis und Umgang mit Kartierungs-Software und -datenbanken" vermittelt und geprüft wird. Schaut man dann allerdings etwas genauer in die Prüfungsordnung, stellt man fest, daß bei Stufe 1 der Methodikteil kein Lehr- und Prüfinhalt ist. Selbst bei Stufe 2 gilt für den Methodikteil nur "Erste Grundkenntnisse werden vorausgesetzt bzw. vermittelt und ggf. geprüft." Klingt für mich so, als würde die DGfM da also ingesamt wenig Wert drauf legen.


    Björn

  • Ist nicht die Mushpits App eine relativ einfache Kartierungsoption? Ist ja ähnlich wie iNaturalist, aber nur für Pilze und die Daten sollen wohl in die Kartierung übernommen werden.

    Das ist eine von vielen Möglichkeiten, aber die Daten werden nur übernommen, wenn der Nutzer sie aktiv weitergibt.


    Grüße

    Harald

    Ich nutze die App nicht, aber was heißt "aktiv weitergeben" in dem Fall?

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  • Nach dem Ausscheiden von Karl war Flavius Popa zuständig, wir kennen uns nicht, ich wurde nicht (per Mail) kontaktiert, und es wurden auch keine Meldungen von mir übertragen. Inzwischen ist mir das echt zu blöd, da noch weiter hinterher zu laufen. Dann eben nicht...

    Das kann ich bestätigen, dass es da Probleme mit der Kommunikation mit Flavius gab, auch Funde von mir wurden nicht übernommen. Aber das ist ja Geschichte.

    Mittlerweile liegt das in anderen Händen.

  • Genau das was es heißt. Der Nutzer muss seine Daten von sich aus an den jeweiligen Landeskoordinator weitergeben. Dazu gibt es eine Exportfunktion im Programm.

    Es gibt keine automatische Übernahme von Daten.

  • interessanter Thread


    Was die Pilzvalidierung bei Obs angeht, spielen zwei Faktoren rein. Zum einen gibt es mit Peter Eenshuistra und mir eigentlich nur zwei aktiven PIlzvalidatoren. Wenn jetzt im Herbst zur Hochsaison jeden Tag mehrere Tausend Pilzbeobachtungen hochgeladen werden, haben wir also nicht einmal die Möglichkeit uns jede Beobachtung auch nur anzuschauen, geschweige denn sie zu validieren. Der andere Faktor ist, daß abgesehen von Allerweltsarten das meiste eben nicht nur anhand eines Fotos bestimmt werden kann. Wer also seine Funde nicht mikroskopiert, kann entsprechend nicht damit rechnen, daß ihm Scutellinias validiert werden.

    Was passiert dann mit all den Daten bei Obs, wenn die nicht validierbar sind?

    Was mit den validierten Beobachtungen?

    Wenn Institutionen, Behörden freien Zugang zu den Daten haben, können sie sich ja auf den Karten in den großen Feldern z.B. anschauen, was wurde an Käfern, Pflanzen im jeweiligen Gebiet gemeldet und können anhand der Fotos selbst erkennen ob sie das für plausibel halten.

    Ich finde es eine Unart, dass sich bei Obs so viele nicht mit Klarnamen melden.

    Das macht eine Meldung unseriös.


    Bei Obs wurden viele NSG und Naturdenkmalsflächen nun kleinen Gemeinden und Ortsteilen neu zugeordnet.

    .

    Heißt das, daß all die Natura2000 Gebiete nun nicht mehr als solche weiter beobachtet werden, sondern auf Gemeinde-Ebene?

    Dann lassen sich auch keine Zahlen vergleichen, ob Funde rückläufig oder zunehmend sind.


    Darin sehe ich die Gefahr, daß all die mühsam gesammelten Beobachtungsdaten entwertet werden.. Soll dadurch das Artensterben verschleiert werden?

    Durch Datenmassen kann der Eindruck entstehen als ob Arten zunehmen.

    Für den Naturschutz ist das eine bittere Verzerrung .


    Seht Ihr das auch so?


    lieben Gruß, inge






    ich sehe darin eine Aushebelung des Naturschutzes

  • Hallo Inge,


    was mit den nicht validierbaren Daten geschieht, hängt ein bißchen davon ab... Bei Phytos bin ich mittlerweile recht rigoros und lösche Beobachtungen, auf denen kein Pilz erkennbar ist. Bei anderen Pilzen markiere ich die Beobachtung manchmal als nicht validierbar, ggfs. mit Hinweis auf fehlende Fotos der Hutunterseite. In den meisten Fällen ignoriere ich (und andere Validatoren) solche Beobachtungen aber einfach und sie bleiben dann einfach ohne Validierung in der Datenbank.


    Mit validierten Beobachtungen passiert erstmal nichts. Die sind da und können, wie du schon schreibst, von jedem der Interesse hat eingesehen werden. Inwiefern öffentliche Stellen auf die entsprechenden Daten zurückgreifen, kann ich dir nicht sagen.


    Zur Zuordnung von Flächen kann ich nicht wirklich etwas sagen, das ist mir noch nicht aufgefallen. Aber eigentlich müßte man über die Ortsuche auch Natura2000-Gebiete finden können. Ein Punkt auf der Karte kann ja durchaus mehreren Gebieten zugeordnet sein. Hier verschleiert also niemand ein Artensterben.


    Björn

  • Dann ist die News-Mitteilung der DGfM aber Mist, denn dort steht nix davon, dass man das manuell machen muss, sondern:

    Zitat

    Die Funddaten aus Mushpits werden in regelmäßigen Abständen an die DGfM in das System Mykis übertragen und stehen dann z.B. im neuen Portal „Pilze Deutschlands“ beim Rote Liste Zentrum (siehe Rundbrief vom Febr. 2025) zur Verfügung.

    Ob die Nutzer das wissen bezweifle ich daher. Kommen solche Exporte aus Mushpits denn bei dir an seit es die App gibt (ohne dass du vlt. nochml persönlich Nutzer individell drauf hingewiesen hast?). In der App wird darauf auch nicht hingewiesen.


    LG.

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  • Hi,


    nur noch 2-3 Gedanken zu dem Thema von mir dazu. Die Kartierung über das Rote-Liste-Zentrum wird "Pilze-Deutschland" irgendwann Mal ablösen. Auch Mykis wird es nur noch so lange geben, wie Frank das Programm betreuen kann. Danach werden wohl die meisten Kartierer umschwenken müssen.

    Derzeit ist es wohl so, dass die Kartierdaten regelmäßig (1-2 Mal pro Jahr) von der Seite des Rote-Liste-Zentrums auch auf Pilze-Deutschland überspielt werden.

    Die Probleme mit den Landeskoordinatoren kann ich bestätigen. In Sachsen habe ich wenig Bauchschmerzen, denn Hans-Jürgen und Frank kennen die 10-12 "Extremkartierer" und deren Kenntnisse/mykologische Vorlieben ganz gut.

    Zu Peter Karrasch äußere ich mich nicht! Dass er Mails teilweise ignoriert, ist ja hinlänglich bekannt.

    Deswegen rate ich dir Tina Tinschähn , dass du deine Funde direkt, in das Rote-Liste-Portal einträgst. Das macht Christoph Hahn auch so.

    Bei Phytos solltest du das Phytoportal des Rote-Liste-Zentrums nutzen.


    l.g.

    Stefan

    Risspilz: hui; Rissklettern: bisher pfui; ab nun: na ja mal sehen...


    Derzeit so pilzgeschädigt, das geht auf keine Huthaut. :D


    Meine Antworten hier stellen nur Bestimmungsvorschläge dar. Verzehrsfreigaben gibts nur vom PSV vor Ort.

  • Hallo Stefan,

    irgendwie finde ich dies alles sehr eigenartig. Funktioniert die Übertragung vom Rote-Liste-Zentrum nun doch? Die Informationen die ich erhalten habe sagen, dass es eben noch nicht funktioniert. Jedenfalls, so hat man mir berichtet, erscheinen die dort kartierten Pilze auch nach langer Zeit nicht in Pilze-Deutschland.


    Und dann, wenn ich dies alles richtig verstanden habe, werden die Daten doch erst einmal an die jeweiligen Landeskoordinatoren geschickt. Ist dies bei den Daten des Rote-Liste-Zentrums auch so? Ich vermute ja - oder?

    Wann, wie und ob die Daten dann bei Pilze-Deutschland erscheinen ist also unter Umständen auch davon abhängig, in welchem Bundesland man die Pilze kartiert hat? Sorry, aber dieser Verdacht schleicht sich bei mir immer mehr ein und ich hoffe sehr, dass dies nicht stimmt.


    Liebe Grüße


    Maria

  • Hallo zusammen,


    von mir mal Grundsätzliches: Ich finde diese Zerstückelung der Kartierung Deutschlands sehr sehr unglücklich, kann das aber leider nicht aufhalten und das wird leider noch weiter so gehen.

    Es gehen dadurch allerdings die Qualität, die Auswertbarkeit und die Vollständigkeit verloren.


    Hier mal der Ablauf der jetzigen Zusammenfassung der Daten:


    Die Landeskoordinatoren melden mir zweimal im Jahr (Februar und August) ihre Gesamtdaten des Bundeslandes, die ich dann komplett in http://www.Pilze-Deutschland.de austausche, zusammen mit einer jeweils aktuellen Taxrefliste.


    Alle Daten von RLZ- Portal können von den Landeskoordinatoren verifiziert und auf ihre Landeszentrale downgeloadet werden.


    Die Daten aus der Kartierung https://www.pilzkartierung.de/ von Axel Schilling bekomme ich jedes Jahr zum Verteilen an die Landeskoordinatoren.


    Funde aus INaturalist können inzwischen durch eine geschaffene Schnittstelle ebenfalls den Landeskoordinatoren zur Verfügung gestellt werden.


    Das Gleiche gilt für die Daten aus App mushpits.


    Die Auswertungen von Naturgucker sind allerdings qualitativ sehr bescheiden und werden kaum genutzt.


    All diese Daten auf Qualität zu prüfen, ist meines Erachtens unzumutbar. Es muss also jeder LK nach seinen Möglichkeiten entscheiden, was er in seine Zentrale aufnimmt und auf Pilze-Deutschland hochgeladen wird.


    Zu Baden-Württemberg noch die Info, das jetzt ein neuer Landeskoordinator (Joshua Ferency) dafür gefunden wurde. Er muss sich nun aber erstmal einarbeiten und den Stau in der Aufnahme und Korrektur der Daten aufarbeiten.


    LG

    Frank