Xerocomellus sp. aber welcher?

Es gibt 16 Antworten in diesem Thema, welches 800 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag () ist von EmilS.

  • Guten Tag, ich möchte Euch einen Filzröhrling zeigen und um Eure Meinung bitten.

    Gefunden an einem Waldweg in Siedlungsnähe.

    Buche, Fichte und 2 weitere Laubbäume.

    Geruch so wie Rotfußröhrlinge eben riechen, bisschen säuerlich.

    Es hatte geregnet bevor ich den Pilz gefunden habe. Es war auch keine weitere Blaufärbung zu beobachten, siehe die letzten zwei Bilder.

    Vom Eindruck komme ich auf Xerocomellus sp.

    Aber für manche Arten fehlen mir Rottöne auf dem Hut, für andere blaue Verfärbungen im Fleisch. Das pseudonetzige am Stiel macht es nicht besser.

    Was meint Ihr?


    Viele Grüße Stefan

  • Hallo,

    Die Farbe des Fleisches im Stielquerschnitt stört mich etwas; ich denke, das könnte an der Kamera liegen. Ich halte ihn für *Xerocomus ferrugineus*. Auf dem Foto wirkt das Stielnetz sehr rot, aber ich glaube, das liegt an der Kamera und das Stielnetz ist eigentlich viel eher braun.

    Viele Grüße.

  • Hallo Stefan,

    ich denke hier an den "normalen" Rotfussröhrling, das pseudonetzige würde ich nicht überbewerten. Einzelexemplare sind halt immer schwierig zu bewerten gerade wenn nicht typisch ausgebildet,

    viele Grüsse

    Matthias

  • ich denke hier an den "normalen" Rotfussröhrling, das pseudonetzige würde ich nicht überbewerten. Einzelexemplare sind halt immer schwierig zu bewerten gerade wenn nicht typisch ausgebildet,

    Lieber Matthias,


    bisher habe ich mir keine besondere Mühe bei der ordentlichen Bestimmung von Filzröhrlingen gegeben, dementsprechend überschaubar sind meine Kenntnisse in dem Bereich, aber nach Renates tollem Vortrag aus dem letzten Jahr hatte ich mir vorgenommen, dass dieses Jahr zu ändern.


    Und schon komme ich auf die Frage: Sollte Xerocomellus chrysenteron (ich vermute, den meinst du mit dem "normalen" Rotfußröhrling) im Querschnitt nicht im Stielbereich rötlich sein?


    Danke schon mal und beste Grüße

    Sabine

    100 Startguthaben minus APR-Gebühr 2024 = 90 + 3 (drittschnellstes Jokerverballern 2024) = 93 + 10 (dritter Platz APR 2024) = 103 minus 15 für APR 2025 = 88 + 2 (Nannettes Zwischenrätsel als 11. gelöst) = 90 + 6 (6. Platz Platzierungswette APR 2025) = 96

  • Hallo,

    Die Farbe des Fleisches im Stielquerschnitt stört mich etwas; ich denke, das könnte an der Kamera liegen. Ich halte ihn für *Xerocomus ferrugineus*. Auf dem Foto wirkt das Stielnetz sehr rot, aber ich glaube, das liegt an der Kamera und das Stielnetz ist eigentlich viel eher braun.

    Viele Grüße.

    Viele Grüße!

    Der Stiel außen passt farblich bei den Aufnahmen. Das Stielfleisch wäre mir auch zu gelb für X.ferrugineus.


    Stefan

  • Und schon komme ich auf die Frage: Sollte Xerocomellus chrysenteron (ich vermute, den meinst du mit dem "normalen" Rotfußröhrling) im Querschnitt nicht im Stielbereich rötlich sein?

    Liebe Sabine,

    das ist meistens auch so, ich kann es dir nicht sachlich begründen aber es ist mein erster Eindruck zu den Bildern gewesen,

    viele Grüsse

    Matthias

  • Hallo zusammmen,

    mMn passt das Längsschnittbild am besten zu Xerocomellus pruinatus, dem Bereiften Rotfußröhrling. Für eine Ziegenlippe ist mir die Porenfarbe zu wenig gelb und die Stielbekleidung zu rot. Für andere Rotfußröhrlinge fehlen komplett die Fleischfärbungen auf der Stielinnenseite (weinrot, schmutziggrau...).

    Also X. pruinatus, nur damit wir noch eine weitere Art in der Verlosung haben.

    FG

    Oehrling

    PSVs dürfen weder über I-Net noch übers Telefon Pilze zum Essen freigeben - da musst du schon mit deinem Pilz zum lokalen PSV!

  • Hallo,

    ich sehe das wie Oehrling: Ein recht typisches Exemplar von X. pruinatus.

    Xerocomellus chrysenteron würde sich bläulich färben und hätte rotes Stielfleisch.

    Xerocomus s. str. sehen ganz anders aus (allein schon die Poren, Fleischfarben etc.), die kann man ausschließen.

    Viele Grüße

    Emil

  • Guten Abend und Danke an alle die hier geschrieben haben!

    Bei X.pruinatus bin ich für mich nach dem Fund auch gewesen.

    Ziegenlippe und generell Xerocomus sp. kam für mich nicht in Frage, aus zum Teil oben genannten Gründen.

    Zu allem Übel kommt hinzu, dass bei einer Diskussion in einer Facebookgruppe noch cisalpinus und prosperus genannt wurden, eben mit dem Ausbleiben typischer Verfärbungen.

    Ich würde 2 Sachen nicht überbewerten, das Pseudonetz und das fehlen von Rottönen auf dem Hut.

    Letztendlich wird es keine Bestimmung geben, was mich nicht stört. Ich wollte mich nur versichern, dass ich nicht übersehen habe.

    Man kennt das ja aus der Ecke. Da gibt es immer mal wieder Pilze die aus der Reihe tanzen.


    Viele Grüße Stefan

  • Hallo Stefan,


    das Fehlen der roten Subkutis und damit auch der roten Hutrandlinie spricht doch massiv gegen pruinatus, ebenso das Fehlen jeglicher Blauverfärbung in der unteren Stielhälfte nach Anschnitt, offenbar auch nach einigen Minuten Liegezeit. Dass chrysenteron komplett rot durchgefärbtes Stielfleisch hat, wie von Emil ins Feld geführt, ist längst nicht die Regel. Sehr oft ist nur ein Teil der Stielrinde rötlich eingefärbt und/oder ein schwachrötlicher Schimmer erkennbar - so wie hier. Der fein körnig-filzige Aspekt der Huthaut (wie Schmirgelpapier) in Großaufnahme ist für chrysenteron typisch (entspricht mikroskopisch den großen, zebrierten Endzellen).


    Grüße, Jürgen


    NB: Wie man hier auf cisalpinus (Schnittbild!) oder porosporus (Stielfarbe!) kommen kann, ist mir schleierhaft.

  • Hallo Jürgen,


    also ich meinte, eine rote Subcutis gesehen zu haben, insbesondere am Hutrand auf den ersten beiden Bildern. Dann täuschen die Bilder hier also? Bildbestimmung ist eben immer schwierig.

    Dennoch stellen sich mir einige Fragen:

    1. Müsste nicht X. chrysenteron ebenfalls eine rote Subcutis haben? So gesehen, sollten sich die beiden Arten doch gar nicht unterscheiden?

    2. Meines Wissens nach muss X. pruinatus nicht blauen und tut es nur manchmal im Stiel. Stärker blauen müsste doch tendenziell eigentlich X. chrysenteron (der über den Röhren und in der Stielspitze blauen kann, aber nicht muss). Das Fehlen einer Blauverfärbung hätte ich jetzt also ebenfalls nicht als Merkmal betrachtet, sich für eine der beiden Arten zu entscheiden (und wenn, dann eher für pruinatus).

    3. Die fein körnig-filzige Hutoberfläche müsste ebenfalls doch bei pruinatus vorhanden sein, schließlich hat der auch einen ähnlich strukturierten Hut und heißt sogar „Bereifter Rotfußröhrling“ – was ist genau der Unterschied?

    4. Hier ist ja wirklich extrem wenig Rot im Stiel zu sehen. Wenn das für dich chrysenteron ist, heißt das, dass schon bei einem winzigen Bisschen Rot im Stielfleisch von chrysenteron auszugehen ist?


    Viele Grüße

    Emil

  • Hallo Emil,

    also ich meinte, eine rote Subcutis gesehen zu haben, insbesondere am Hutrand auf den ersten beiden Bildern. Dann täuschen die Bilder hier also? Bildbestimmung ist eben immer schwierig.

    Ich bin nicht Jürgen und kann deine anderen Fragen nicht beantworten, aber hierzu kann ich immerhin sagen: Farbdarstellungen auf Monitoren sind ja gerne mal unterschiedlich, aber auf meinem Laptop sehe ich am Hut/Hutrand überhaupt kein Rot.


    Beste Grüße

    Sabine

    100 Startguthaben minus APR-Gebühr 2024 = 90 + 3 (drittschnellstes Jokerverballern 2024) = 93 + 10 (dritter Platz APR 2024) = 103 minus 15 für APR 2025 = 88 + 2 (Nannettes Zwischenrätsel als 11. gelöst) = 90 + 6 (6. Platz Platzierungswette APR 2025) = 96

  • Hallo Emil,


    ad 1: chrysenteron hat schon gerne auch eine rosalich/rötliche Subkutis, die bei Rissigkeit zutage tritt. Bei pruinatus ist aber der Hutrandsaum in diesem Wuchsstadium sehr oft so auffällig rot, dass das komplette Fehlen dieses Merkmals erst einmal Zweifel aufwirft.

    ad 2: es ist anders herum: chrysenteron blaut im Anschnitt tendenziell schwächer (cf. Kibby: "hardly any blueing") als pruinatus, vor allem so gut wie niemals in der unteren Stielhälfte.

    ad 3: pruinatus hat zwar sehr variable, insgesamt aber doch schlankere Endzellen, deswegen ist die Huthaut tendenziell glatter. Das Attribut "bereift" bezieht sich auf den eisgrauen Flaum bei jungen Pilzen, der aber sehr vergänglich ist.

    ad 4: Eine +/- ausgedehnte Rotfärbung (wein- bzw. rhabarberrot) unter dem Stielkortex (speziell im mittleren Stielbereich) ist ein wichtiges Merkmal, aber nicht das allein entscheidende. Wichtig ist z.B. auch zu beachten, dass die unterste Stielbasis bei chrysenteron nicht rot, sondern ockerbräunlich gefärbt ist.


    Insgesamt ist es im Feld gar nicht selten sehr knifflig, sich zwischen beiden Arten zu entscheiden.


    Grüße, Jürgen