Guten Tag,
wir haben im Enzkreis im Nordschwarzwald in einem von Buchen dominierten Mischwald einen Röhrling gefunden, der mich nicht in Ruhe läßt. Leider ist der Röhrling nicht mehr frisch, ich habe mich dennoch an einen Bestimmungsversuch gewagt.
Hutdurchmesser: 6 cm
Stiellänge: 14 cm
Geruch: fruchtig
Geschmack: mild
Hutoberfläche: braun, lederartig
Stieloberfläche: unter dem Hut gelbliches Netz, darunter bräunliches/rötliches Netz und rötliche Flocken, am Grund Zone gelblich
Porenfarbe: dunkel olivgrün, an einer Fraßstelle (?) auch rotbraun
Blauen: vor allem Röhren und Hutfleisch über den Röhren, außerdem teilweise Stieloberfläche
Auffällig ist der sehr lange und zylindrische Stiel. Ich hätte den Pilz dennoch zu den Dickröhrlingsartigen gesteckt, da ich Filzröhrlinge und ähnliche im Alter nicht so robust kenne. Die Röhrenwände zerreißen teilweise beim Trennen (spricht gegen Dickröhrlinge), das könnte aber auch am Alter des Gewebes liegen.
Den milden Geschmack würde ich nicht überbewerten, da ich Bitterkeit nicht immer wahrnehme und der Pilz außerdem recht alt ist.
Die Merkmale passen zu keinem Pilz eindeutig, den ich im Winkler und in Fungi of Temperate Europe nachschlage, was ich auf den nicht mehr frischen Zustand schiebe. Wenn ich die Stielfarbe, die Netzzeichnung und das Blauen der Röhren und über den Röhren stärker gewichte, kämen Butyriboletus fuscoroseus und fechtneri in Frage. Wenn ich die fehlenden Rosa- und Rottöne der Huthaut in die Waagschale werfe, wäre ich beim Silberröhrling.
Ist der Fruchtkörper in diesem Zustand überhaupt bestimmbar? Geht meine Einschätzung in die richtige Richtung oder ist das sicher ein Holzweg?
Vielen Dank für alle Antworten.
Grüße,
Benjamin
