russula vesca?

Es gibt 8 Antworten in diesem Thema, welches 641 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag () ist von Eddie.

  • Hallo,

    vielleicht könnt ihr mir mal wieder helfen?

    Er wuchs an Buche, war mild, Geruch unauffällig, leider kein Spurenabwurf, mit Eisensulfat ganz schwach gelblich, reagierte mäßig in den Lamellen mit Guajak. Mit 400-facher Vergrößerung habe ich die HDS mikroskopiert, ich suchte die Haare, weiß aber nicht, ob sie das sind. Das 1. Foto zeigt unten die schwache FeSO4-Rkt..

    LG, Eddie

  • Hallo Eddie,


    bei der Farbe der Lamellen ist das definitiv nicht vesca, auch wenn man nicht von der Lamellenfarbe direkt auf die Spp-Farbe schließen sollte. Zudem ist die Farbreaktion vom Eisensulfat viel zu schwach. Das sollte kräftig orange sein. Leider erkennt man auch auf den Mikrofotos nicht wirklich viel. Falls Du "Crins" suchst, dann immer die Hutmitte mikroskopieren. Nur dort befinden sie sich.

    Was ich allerdings vermisse sind Sporenaufnahmen (in Melzer), um die Ornamentation zu beurteilen bzw. ob der Täubling Pileozystiden oder Inkrustationen hat. Pileozystiden kann man auch in Kongorot sehen, allerdings kommen sie meist in SV viel besser zur Geltung. Mein Vermutung hier wäre (von der Gesamterscheinung) entweder Russula veternosa oder Russula globispora agg. Die werden zwar als schwarfe Arten geführt, haben aber eine Gewisse Varianz in der Schärfe (siehe Marxmüller).

    LG, Andreas

  • Ich wäre beim milden Dotter-Täubling R. risigallina, sofern die nicht vorhandenen Mikromerkmale es auch so hergeben würden.

    Grüße Axel

    "Das Artensterben ist der neue Klimawandel. Der Verlust der Biodiversität ist die wahre Krise des 21. Jahrhunderts"

    aus Glaubrecht: "Das Ende der Evolution"

  • Hallo,

    Russula risigallina könnte es auch meiner Meinung sein.

    Kleiner Tipp: bei Russula vesca stehen die Lamellen unter der der Huthaut vor. Es sieht immer aus, als ob die nicht reicht. Auüerdem schmeckt der nicht nur mild, sondern ausgeprägt nussig.

    Viele Grüße

    Heidrun

  • Hallo zusammen,


    darf man mitraten? Ich würde Russula curtipes raten, so als Ausgangspunkt für eine Bestimmung. Das Hutfarbenspiel kommt ganz gut hin, auch der Habitus. Die Mikromerkmale sind angesichts dieser Bilder dagegen nicht zu erahnen, was bei einem mikroskopierpflichtigen Pilz fatal ist.


    Man sollte bei der Täublingsbestimmung sich nicht die Artenmerkmale so hinbiegen (etwa mit "kann auch selten mal...", oder "die Schärfe war da, sie wurde nur nicht geschmeckt"), dass sie zu der in den Blick genommenen Art passend gemacht werden, dafür gibt es schlicht zu viele weitere, eher unbekannte, aber viel besser passende Arten.


    FG

    Oehrling

    PSVs dürfen weder über I-Net noch übers Telefon Pilze zum Essen freigeben - da musst du schon mit deinem Pilz zum lokalen PSV!

  • Hallo,

    kurzer Nachtrag - ich hatte viel zu tun:

    danke für eure Beiträge! Chemikalien sind bestellt.

    2 Wochen darauf habe ich an der gleichen Stelle wohl die gleiche Art gefunden; leider waren sie schon etwas alt und sporten kaum aus.

    Makroskopische und mit PSV-Hilfe lagen wir dann bei curtipes.

    (Hut war sehr groß, etwa 13 cm, die Huthaut war nur zu maximal 1 cm abziehbar.

    Die Eisensulfat-Reaktion war relativ schwach: gelblich.

    Der Pilz war sehr brüchig.

    Er wuchs unter Buchen.

    Geschmack war mild, und vielleicht etwas käsig, das lag vielleicht am Alter.

    Der Rand des Hutes war zunächst fleischrosa hinterher weinrot oder braun in der Mitte ocker bis gelblich-blass mit weißen Löchern auf der Huthaut.

    Der Stiel war unten etwas braun.)

    LG, Eddie