Hab ich tatsächlich Champignons gefunden?

Es gibt 18 Antworten in diesem Thema, welches 1.181 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag () ist von Andreas_Nausa.

  • Der Betreff sagt ja schon alles. Mein Latein sagt Champignon. Gefunden in Gruppe stehend im Buchenlaub mit Fichten und Tannen in der näheren Umgebung.

    Keine Riesenchampignons mangels Marzipangeruch. Die Lamellen gab's in allen Tönen von schwach rosa bis dunkelbraun, siehe Fotos. Ich bin gespannt, ob ich richtig liege. :)


    PS: ayayay, grade nochmal nachgelesen bzgl Gelbverfärbung. 🙈






  • Hallo Jack,


    Champignons dürften das in jedem Fall sein. Typisch sind die dunkelbraunen bis schwarzen Lamellen im Alter, welche bei Champignons immer freistehend sind.

    Der Geruch ist eines der wesentlichen Bestimmungsmerkmale zur Bestimmung des Speisewertes von Champignons. Wie würdest du diesen beschreiben?
    Wie man auf den Fotos erkennen kann gilben die Champignons am Hut. Gab es ein ähnliches Gilben auch in der Stielbasis?


    VG Cornelius

  • Hi,

    ich habe der Vollständigkeit halber noch einen Längsschnitt gemacht.


    Geruch ist weder als Karbol noch Anis feststellbar. Neutral bis schwach pilzig würde ich sagen.

    LGs Patrick

    Pilzsucher rund um München.

    CHIP-COUNT: 110 - 5 (an erebus verschenkt) = 105
    davon im Einsatz: 0

  • Hallo Patrick,

    Champignons ja, aber essbar nein. Selbst wenn die Art an sich essbar sein sollte, weisen die Pilze ungute Verfärbungen auf, d. h. die haben alle irgendeinen Schuss weg, waren vielleicht in der Nacht gefroren und sind wieder aufgetaut.

    FG

    Oehrling

    PSVs dürfen weder über I-Net noch übers Telefon Pilze zum Essen freigeben - da musst du schon mit deinem Pilz zum lokalen PSV!

  • Grundsätzlich stimme ich dir ja zu, Wolfgang.

    Von den Anischampignons lass ich jetzt auch die Finger. Aber die Wiesenchampignons esse ich selber ganz gern und geb sie auch noch frei. Das sind allerdings die einzigen.

    Lieben Gruß


    Claudia


    ...leben und leben lassen... ;)


    Hier im Forum gibt es grundsätzlich keine Verzehrfreigaben.

    Pilzsachverständige findest du hier.

  • Von den Anischampignons lass ich jetzt auch die Finger. Aber die Wiesenchampignons esse ich selber ganz gern und geb sie auch noch frei. Das sind allerdings die einzigen.

    Reichern die Wiesenchampignons nicht auch jeden möglichen Unsinn an? Also grad da sie die obersten Erdschichten zersetzen und gefühlt alle 50 Meter in Wiesennähe irgendwo eine Straße langgeht, die den Feinstaub mit auf die Wiesen pustet, lasse ich seit mehreren Jahren von allen Champignons die Pfoten. Vor allem auch hier im Ruhrpott, wo unsere Böden durch den Bergbau teils echt kritisch sind. Früher habe ich sie sehr gerne mitgenommen, da ich quasi direkt vor der Haustür von Juli bis Oktober ein riesen Vorkommen habe.

  • Hallo Husidusi,

    wenn ein Pilz am Straßenrand wächst, auf der Hundepipistrecke oder auf kontaminiertem Gelände, sollte er grundsätzlich nicht gegessen werden. Pilze und Pflanzen können alles mögliche aufnehmen bzw. Auf der Oberfläche ablagern, was der Gesundheit abträglich ist.

    Lieben Gruß


    Claudia


    ...leben und leben lassen... ;)


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  • Aber die Wiesenchampignons esse ich selber ganz gern und geb sie auch noch frei. Das sind allerdings die einzigen.

    ...die haben nur die neue Verwechslungsgefahr mit der giftigen mediterranen Art A. pseudopratensis, die ich selbst noch nicht bewusst gesehen habe, aber durch den Klimawandel vermutlich in den nächsten Jahren häufiger wird.


    Grüße,


    Wolfgang

  • Guten Morgen Wolfgang!


    Kann man mit KOH oder anderer Chemie ( Schaeffer'sche Kreuzreaktion etc.) eine zuverlässige Identifikation/Abgrenzung vornehmen? Ich habe gestern eine schöne Kollektion gefunden und frage mich, ob es ohne Mikroskop möglich ist, die wenigen giftigen Arten auszuschließen.


    Gruß,


    Frank

  • Stimmt, das ist ein wichtiges Argument. Allerdings hoffe ich, dass die Erwärmung hier bei mir am Kältepol nicht so rasch voranschreitet. Wenn die hier angekommen sind, gebe ich gar keine Pilze mehr frei.

    Lieben Gruß


    Claudia


    ...leben und leben lassen... ;)


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  • Ich habe gestern eine schöne Kollektion gefunden und frage mich, ob es ohne Mikroskop möglich ist, die wenigen giftigen Arten auszuschließen.

    Hallo Frank,

    A. pseudopratensis selbst sollte Schaeffer negativ sein, gehört ja in die Karbolverwandtschaft. Damit also kein Unterschied zu campestris. Mit der KOH-Reaktion habe ich selbst keine Erfahrung.


    Hier gibts eine kleine Tabelle der Kombination beider Reaktionen (im Text nach unten scrollen):


    Champignon - Bestimmung - myko-kitchen
    Im Gespräch mit Dr.Gerhard Pöppel, Naturwissenschaftler (Physiker), Experte im Bereich der Datenanalyse und dem Maschinellen Lernen. Als Naturfreund und…
    myko-kitchen.de


    Aber ob ich das bei einer Korbkontrolle an jedem Fruchtkörper anwenden würde??


    Wolfgang

  • Klasse! Vielen Dank, genau so eine Zusammenstellung habe ich gesucht.


    Einen ganzen Korb voll Champis damit zu kontrollieren ist sicher mühselig. Vorgestern habe ich einen Hexenring gefunden, die - makroskopisch - alle zusammen gehören. Da sollte es bei einer solchen Auffindesituation doch vertretbar sein, nur zwei oder drei Fruchtkörper zu testen?


    Beste Grüße,


    Frank


  • Hallo Wolfgang! Die riechen angenehm, schwach süßlich. Bei solchen "Stadtfunden", hier ein Grünstreifen mit Hainbuchen in Gießen, denke ich immer an Karbolchampignons. Allerdings gilbt die Stielbasis nicht. Die Hutschuppung finde ich auch sehr markant.


    Gruß

    Frank

  • So, jetzt habe ich endlich einen Karbol-Champignon (erstes Foto rechts) als Vergleich und kann schonmal die KOH-Probe präsentieren. Bei meiner Kollektion nur ganz schwache Gelbfärbung nach einiger Zeit, während der Karbol sofort dottergelb wird.


    Anilin/Salpetersäure habe ich hier nicht zur Verfügung, das klappt frühestens Dienstagabend.


    Beste Grüße,


    Frank


  • So, endlich konnte ich die Kreuzreaktion mit Salpetersäure und Anilin durchführen. 53 % Salpetersäure alleine gibt keinerlei Farbreaktion, ebenso Anilin. Die Schnittstelle der beiden Reagenzien wird deutlich orangegelb, siehe beigefügte Fotos.


    Bei älteren Exemplaren mit voll aufgeschirmten Hut ist die Reaktion deutlich schwächer als bei jüngeren Exemplaren mit halbkugeligem Hut. Im Vergleich mit den im Internet kursierenden Fotos fällt die Reaktion bei meiner Kollektion insgesamt recht schwach aus. Allerdings liegen die Fruchtkörper nunmehr seit Donnerstag letzter Woche im Kühlschrank, möglicherweise hat das Einfluss genommen.


    Beste Grüße,


    Frank


  • wenn ein Pilz am Straßenrand wächst, auf der Hundepipistrecke oder auf kontaminiertem Gelände, sollte er grundsätzlich nicht gegessen werden.

    Ob ein Gelände mit irgend was kontaminiert ist, kann man ja leider oft gar nicht sehen. Da gibt's ja gruseligste Geschichten, wo Leute ein Häusle gekauft haben und später stellt sich heraus, dass da mal Chemiemüll abgeladen worden ist, wo jetzt die Siedlung ist — und die haben alle schön die ganzen Jahre gesundes Obst und Gemüse im Garten gezogen …

    Ich meine: dass man da, wo der Boden schwermetallhaltig ist (da gibt's doch diese besondere "Galmeiflora" in und um Stolberg im Rheinland, z.B.), da würde ich vermutlich von vielen Pilzen auch die Finger lassen, bzw. zuvor mal recherchieren, welche Schwermetalle die gern akkumulieren. (Gibt's da eigentlich irgend wo eine Übersicht?)