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letzter Beitrag von Felli am

Mycena

  • Servus,

    Ich hab an der Basis eines Haselnußstrauches in der Laubschicht ( nicht auf Holz) ein paar Mycenen gefunden.

    Der Hut von graublau - cremefarben, bis zu 4cm Hutdurchmesser und der Stiel ca. 10 cm hoch.

    Beim Blick auf die Lamellen war mir makroskopisch eigentlich klar, dass es sich um Mycena galericulata handeln müßte, wobei mir der komplette Habitus und auch die Rostflecken am Hut verkehrt vorkamen.

    Aber die deutlich rosa Lamellen.....


    Also mitgenommen und angeschaut

    Erst einmal ein Sporenabwurf --> Sporenpulver weiß

    Hier mit Kongorot

    Sporen 10-13 x 5-7µ,

    leicht J+ grau


    Lamellentrama weinrot mit Melzers


    Stiel leicht zusammengedrückt, mit unscheinbaren Rillen,hohl, Stielbasis filzig


    Die Cheilozystiden passen mit ihren Formen nicht zu M. galericulata


    Hier noch die Stielhyphen der Kortikalschicht


    Bei der HDS tat ich mich recht schwer, konnte keinen deutlich Blick drauf werfen, die äußerste Schicht war mit unheimlich vielen ölhaltigen Dingen ( evtl toten Sporen, nach Kristallen sah das nicht aus) belegt,

    ich denke, dass da auch was gelantinöses mit dabei war.


    So,

    die 4-sporigen Basidien, der gerillte Stiel, die Cheilozystiden sprechen jetzt für M.cf.polygramma.

    Dagegen:

    1.Sporen sind etwas zu groß,

    2. die rosa Lamellen -

    Darf der denn so rosa Lamellen haben?


    Die relativ großen Sporen und die Rostflecken könnten auch zu M. zephirus passen,

    doch da stimmen dann die Cheilozystiden nicht.


    Ganz schön verzwickt.


    Vielleicht habt ihr ja noch Ideen dazu

    oder könnt die M.polygramma mit rosa Lamellen bestätigen ?


    Grüße

    Felli

  • Servus Bernd,


    M. polygramma wächst meines Wissens immer an Holz und hat viel dunklere Hutfarben. Für mich sieht das sehr nach M. zephirus aus.

    Aronsen schreibt zu den Lamellen "sometimes with faint pink flush" und zeichnet recht ähnliche Cheilozystiden, die ja überdies sehr variabel sein sollen.


    Grüße

    Hias

  • Servus Stefan


    Kibby schreibt auch von "witish to pinkish gray".

    Danke,

    ja, auch Ludwig schreibt, dass die Lamellen auch rosa sein können.


    Für mich sieht das sehr nach M. zephirus aus.

    Servus Hias,

    Mercy für´s Nachschauen

    Ich kenn M. zephirus aus der Nadelstreu, als " Massenpilz", mit hellen gefleckten Hüten ohne diesen Reif. Hab mir auch bei Ludwig nochmal die Beschreibung durchgelesen.

    Das passt irgendwie nicht zusammen.

    M. polygramma wächst meines Wissens immer an Holz und hat viel dunklere Hutfarben.

    Die dunkleren Farben kann man bei den jungen Pilzen( zumindest in Natura) gut erkennen.( 2.Bild)

    Auch die Sporenform bei M. zephirus ist - nach Ludwig - eine andere als bei meinem jetzigen Fund.


    Evtl schaff ichs nachher noch in den Wald zu schauen vielleicht wächst ja M. zephirus dann kann ich die beiden vergleichen.


    Grüße

    Felli

  • Servus,

    Für alle die es interessiert -

    ich habe es tatsächlich noch in den Wald geschafft,

    und- man glaubt es kaum, es gab sogar noch Schwammerl;

    darunter auch

    Mycena zephirus,

    zumindest halte ich das für M. zephirus- oder ?

    Matthias


    Melzer´s Reaktion


    Sporen in Kongorot


    Und die Cheilozystiden


    Also für mich sieht dieses Schwammerl makroskopisch und mikroskopisch anders aus.


    Meinungen dazu ?


    Grüße

    Felli

  • Servus Bernd,


    ja, du hast wahrscheinlich recht. Ich habe M. zephirus nur einmal mikroskopiert und da auch so keulig-mucronate Cheilos gesehen - ganz anders als bei Aronsen gezeichnet. Und die Sporen passen auch besser zu M. polygramma, keine Frage.

    Das Vorkommen bei Hasel ist ja auch typisch und kann wohl auch mal scheinbar terrestrisch auftreten. Die ungewöhnlich weiß ausgeblassten Hutfarben mit Rostflecken sind sicher ungewöhnlich, aber vielleicht der Kälte geschuldet.


    Grüße

    Hias

  • Hallo Bernd

    Der zweite Fund sieht genauso aus, wie ich M. zephirus kennengelernt habe. Die Cheilos (fast nur mucronat oder keulig) haben mich lange von der Bestimmung abgehalten auch wenn ich in Hutrandnähe sehr wenige Cheilos mit stärkeren Auswüchsen gesehen habe. Den als M. cf. zephirus abgelegten Fund hat mir Jürgen Miersch jedoch bestätigt und gerade diese Cheilos als absolut typisch bezeichnet.

    LG Karl

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