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letzter Beitrag von St3M3 am

PSV Prüfung - ein Erfahrungsbericht

  • Hi, ich habe mir den Korb auch angesehen.

    Dabei ist mir die Frage aufgekommen, ob es auch reicht, die deutschen Namen dazu zu kennen.

    Da ich kein Latein-Unterricht hatte, fällt es mir schwer, die lateinischen Namen zu merken...

    Gattungsnamen mitunter , aber eben auch nicht alle und Gattungsnamen reichen da ja auch nicht zum bestehen der Prüfung
    Wieviel Pilze muss man 100%ig bestimmen können und reicht beim Rest auch die Gattung????

    Ohne diese Pilze in die Hand genomen zu haben, ist es eh schwer alle im Korb zu bestimmen...:/


    Liebste Grüße vom Engelchen

    ==19


    Vorweihnachtliche Grüße von Angela


    Wer geliebt wird,

    ist nie ganz unglücklich.

    Wilhelm v. Humboldt



    67 Pilzchips


    Stand November 2021= 77 Pilzchips - 10 Einsatz APR 2021=67



    Einmal editiert, zuletzt von Engelchen ()

  • Dabei ist mir die Frage aufgekommen, ob es auch reicht, die deutschen Namen dazu zu kennen.

    Da ich kein Latein-Unterricht hatte

    Hi,


    klar reicht das. Bei der Prüfung musst du "nur" die deutschen Namen kennen. Das Thema hatten wir ja auch schon mehrfach besprochen. ;)


    Die meisten von uns "Lateinern" hatte in der Schule kein Latein; meiner Wenigkeit inkl. Übrigens sind auch viele Pilznamen dem Altgriechischen entlehnt, die latinisiert wurden. Das nur mal so als Fun-Fact so am Rande.


    l.g.

    Stefan

    Risspilz: hui; Rissklettern: bisher pfui; ab nun: na ja mal sehen...


    Derzeit so pilzgeschädigt, das geht auf keine Huthaut. :D


    Meine Antworten hier stellen nur Bestimmungsvorschläge dar. Verzehrsfreigaben gibts nur vom PSV vor Ort.

  • Wieviel Pilze muss man 100%ig bestimmen können und reicht beim Rest auch die Gattung????


    Ohne diese Pilze in die Hand genomen zu haben, ist es eh schwer alle im Korb zu bestimmen...:/

    Bei 15 stehen alle Namen dran, auch mitunter die die Gattungen. 5 Pilze kann ich so bloß anhand des Fotos nicht bestimmen.
    Ich habe auch nicht gemogelt und mir die Lösung angesehen.:S

    ==19


    Vorweihnachtliche Grüße von Angela


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  • Hi,


    na ja. Bei den komplizerten Gattungen/Gruppen, wie Risspilze, Hypogäen, Rötlinge, Tintlinge und Fälblinge reicht, wenn du die Gattung/Gruppe erkennst. Es sei denn die sind makrokopisch so auffällig, dass sie deswegen gleich auf Artniveau bestimmt werden können. Bei den Cortinarien solltest du schon wissen, woran du die Untergattungen erkennst und du solltest ggf. auch die tödlich giftigen Arten erkennen. Ansonsten reicht es, wenn du den Schleierling als Schleierling erkennst.


    Bei den Champis reicht es, wenn du den "Wiesenchampignon", die Anisegerlinge und die Karbolchampis erkennst. Das Thema ist sowieso gerade im Fluss.


    Täublinge und Milchlinge: Da solltest du einfach zu bestimmende Arten auch auf Artniveau bestimmen können.


    Am wichtigsten ist, dass du die gängigsten Standardpilze, die überall sehr häufig wachsen, auf Artniveau/Aggregatsniveau erkennst und den Speisewert korrekt einschätzt. Daneben solltest du auch die wichtigsten Giftpilze erkennen. Es verlangt niemand, dass du die ganzen Birkenpilze auf Artniveau bestimmen kannst.
    Die wichtigste Gattung ist übrigens Amanita. Da solltest du die wichtigsten und häufigsten Arten aus dem FF kennen und erkennen.


    In der Korbkontrolle darfst du selbstverständlich dir die Pilze auch ansehen und in die Hand nehmen. In meinem Korbbild sind übrigens Arten drin, die du bestimmt alle schon mal gefunden hattest, denn die wachsen alle auch in Sachsen recht häufig.


    Ansonsten ist es kein Problem, wenn du 1-2 Sachen im Korb nicht (er)kennst. Wenn das aber zu häufig passiert, dann hast du die Prüfung nicht bestanden, denn eine gewisse Grundkenntnis an Arten/Gattungen brauchst du um bestehen zu können.


    l.g.

    Stefan

    Risspilz: hui; Rissklettern: bisher pfui; ab nun: na ja mal sehen...


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  • Hallo Peter,


    die Fälle und Situationen sind ja immer unterschiedlich, von daher kann man da auch nicht unbedingt was lernen, wie man mit den Leuten umgeht und was man ihnen rät. Das ist im Grunde eine Erfahrungssache.

    Im vorliegenden Fall hätte ich auf jeden Fall geraten, ins Krankenhaus zu gehen und mir die noch vorhanden Pilze vorzulegen um noch irgendwas bestimmen zu können. Mit gefrorenen, bzw. auch schon zubereiteten Pilzen kann das natürlich sehr mühsam sein und man kriegt u.U. auch nix raus - zaubern kann man ja auch nicht. Wenn keine Pilze zu bestimmen sind, kann man den Ärzten - sofern sie einen Rat hören wollen - raten, die Leber- und Nierenwerte zu kontrollieren, oder auch einen Amanitin-Test machen zu lassen. Bei Verdacht auf Knolli-Vergiftung auf jeden Fall Legalon verabreichen.


    Beste Grüße

    Harald

  • Hi,


    ja das sind auch mehr oder minder allg. gültige Fragen; analog Prüfung in Erster Hilfe. Für die speziellen Fragestellungen, bzw. Diagnostik gibt es dann den Kurs.


    l.g.

    Stefan

    Risspilz: hui; Rissklettern: bisher pfui; ab nun: na ja mal sehen...


    Derzeit so pilzgeschädigt, das geht auf keine Huthaut. :D


    Meine Antworten hier stellen nur Bestimmungsvorschläge dar. Verzehrsfreigaben gibts nur vom PSV vor Ort.

  • hallo Harald,

    ja, bei einer Latenzzeit von ca. 4 Stunden hätte ich ihm wahrscheinlich raten müssen sofort ins Krankenhaus zu gehen. Er hatte mir noch Bilder geschickt von den Fragmenten aus der Sauce, und da habe ich nur Röhrlingsreste erkannt. Ich hatte ihn beruhigt und ihm geraten am nächsten Morgen, sofern noch Symptome da sind sofort zum Arzt zu gehen und sich Leber- und Nierenwerte überprüfen zu lassen. Glücklicherweise ist das gut ausgegangen aber ich hatte in der Nacht ein richtig schlechtes Gewissen.

  • ja, bei einer Latenzzeit von ca. 4 Stunden hätte ich ihm wahrscheinlich raten müssen sofort ins Krankenhaus zu gehen

    Nun, das hätte auch in die Hose gehen können. Es könnten ja neben Knollis auch noch andere Magen-Darm-giftige Sachen dabei gewesen sein, die frühere Symptome auslösen. Wichtig ist bei solchen Situationen immer - und darauf dringen die Ärzte - eigentlich eine Knollenblätterpilzvergiftung auszuschließen.

    Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, das in solchen und ähnlichen Fällen, für einen selbst die Nacht gehalten ist. Ob man da noch ein Auge zu macht, ist fraglich. Wenn man dann von privaten Anfragen noch nicht mal unbedingt ein "Danke" erhält, freut es einem doch, dass man so ein "Ehrenamt" ausüben darf [Ironiemodus aus].


    Grüße

    Harald

  • Nicht ohne Grund habe ich mich bei der Giftnotrufzentrale nur "tagsüber" listen lassen. :)


    l.g.

    Stefan

    Risspilz: hui; Rissklettern: bisher pfui; ab nun: na ja mal sehen...


    Derzeit so pilzgeschädigt, das geht auf keine Huthaut. :D


    Meine Antworten hier stellen nur Bestimmungsvorschläge dar. Verzehrsfreigaben gibts nur vom PSV vor Ort.

  • Hallo zusammen


    Ich plane auch, mich bei der Giftnotrufzentrale eintragen zu lassen, sobald ich mich dazu bereit fühle.

    Unter anderem beschäftigt mich da eine Frage. Wie lässt sich Giftnotruf mit ständig, auch unregelmäßig wechselnder Schicht vereinbaren? Ich arbeite an lauten, Maschinen, da merke ich es meist nie, dass ich gerade angerufen werde, auch wenn ich das Telefon eingeschoben habe. Was, wenn da jetzt ein dringender Notfall dabei wäre? Klar, wenn ich nicht erreichbar bin, wird wahrscheinlich der nächste kontaktiert. Aber wenn das häufiger so vorkommt, ist das auch nicht ideal.


    LG Matthias

    98 PC vorm APR

    - 10 PC Startgebühr

    = 88 Pilzchips



    Ohne den Pilz selbst in der Hand gehabt zu haben, ist eine 100%ige Bestimmung nie möglich. Keine Verzehrfreigabe übers Internet. Die gibt es nur beim Pilzsachverständigen/-berater/-kontrolleur vor Ort.

  • Ja, Harald,

    ich werde in Zukunft die Ratsuchenden immer sofort zum Arzt schicken-mit dem Hinweis sich die Blutwerte überprüfen zu lassen. Eine Amanitin-Vergiftung kann man nie ausschließen, da kann man noch so viele Pilzputzreste oder Saucenfragmente untersuchen.

  • Hallo Matthias,

    mach dir mal keine unnötigen Gedanken. Die anderen PSV sind auch nicht immer erreichbar. Ich hatte letztens nachts halb drei einen Anruf. Das habe ich aber erst morgens bemerkt. Wenn's um eine Vergiftung ging, hat dann sicher jemand anderes geholfen.


    Nach meiner Erfahrung rufen die Ratsuchenden regelmäßig bei mehreren PSV an, um sich ein Bild zu machen. Wenn du da einmal nicht erreichbar bist, ist das nicht schlimm. Jeder Fall, in dem du einem einzelnen Betroffenen helfen kannst, ist ein Gewinn. Wenn du dich mit deinem Wissen und deiner Erfahrung listen lässt, ist das sehr sinnvoll.

    Die Anfragen sind im übrigen ganz unterschiedlich. Betroffene selbst, Krankenhäuser und die Giftnotrufzentralen kontaktieren dich.

    Ich hatte am ersten Tag des Wiesenpilzkurses einen Anruf aus der Münchener Giftnotrufzentrale (wie ich gerade anhand der Telefonnummer recherchiert habe), weil sich zwei Leute in Thüringen mit Pilzen vergiftet hatten. Sie hatten einen Pilznamen genannt, von dem vermutet wurde, es sei Thüringer Mundart. Im Grunde wollten die Münchner nur wissen, ob mir der Name geläufig ist. War er aber nicht, den anderen im. Kurs auch nicht. Vermutlich eine Erfindung.

    Lieben Gruß


    Claudia


    ...leben und leben lassen... ;)


    Hier im Forum gibt es grundsätzlich keine Verzehrfreigaben.

    Pilzsachverständige findest du hier.

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