Beiträge von St3M3

    Danke! Ich hatte bei vapko recherchiert, dass es sich jedoch um die Angabe des Tages und nicht Monat handelt beständig ausgeblendet. Wirkt nun noch skurriler.

    Ich war kürzlich urlaubsbedingt im VS und der Großteil der Funde aus deinen Berichten deckt sich mit den meinigen. Gleichfalls das Problem der grauen Lärchenröhrlinge, deren Habitus sich in meiner Gegend in NRW völlig anders darstellt. Gomphidius maculatus war ebenfalls vorhanden (auf etwa 1500m).

    Hallo,


    ich kann hier nur raten aber meiner Meinung nach bedeutet die Stellung auf deinem unteren Bild, dass das Ventil völlig offen ist. Die nächsthöhere Stufe ist zum Dampfablassen. Dann kommt die mit mittlerem Druck und als letztes die mit dem höchsten Druck. Die einzelnen Stufen sind durch die Dreiecksmarkierungen zu erkennen.


    VG Jörg

    Das sollte so stimmen.

    Wobei irgendwo am/im Topf der Druck der Stufen zu finden sein sollte. Ich nehme an, Stufe 1 ist 0.5 bar Überdruck und wenn du Glück hast schafft Stufe 2 1.05 bar, womit du 121°C erreichen solltest (falls du damit sterilisieren willst). Bei weniger Glück sind es nur die üblichen 0.8 bar Überdruck.

    Hallo Azalee,

    Das, was Du beobachtest sind Röhren, die noch im Wachstum sind und die noch, vereinfacht gesagt, weiße Hyphenschöpfe am äußeren Ende haben. Diese hellen Hyphenschöpfe ergeben den Farbunterschied auf Deinem zweiten Bild. Die Entwicklung der Röhrenschicht erfolgt kurz gesagt so: Bereits in jüngsten Stadien mit 1cm Hütchen kann man feststellen, dass die Anzahl der Röhren bereits festgelegt ist (an den Rändern kommen anfangs noch welche dazu. Diese haben anfangs einen Durchmesser quasi 0 aber spannenderweise bald schon eine Wanddicke, die bis zum Ende der Röhrenentwicklung gleich bleibt.

    Diese Röhrchen wachsen dann nach unten, immer mit fast gleichbleibender Wanddicke mit weißem Hyphenschopf am Ende, so lange, bis alle Strukturen, zB die Sporentragenden Basidien, ausgebildet sind. Die Röhrendurchmesser wachsen inzwischen. (Das weiße Stielnetz ist auch nix anderes als eine Fortsetzung der Röhren am Stiel, mit Sporen!... auch wenn am Hut die Röhren mit freien Auge noch gar nicht erkennbar sind, kannst Du schon Sporen am Stiel finden*. Ein mikroskopisches Präparat, ein Längsschnitt durch die Röhren würde Deine Fragen gut beantworten: Du würdest die jungen Röhren im Längsschnitt sehen, wie einen umgekehrten Springbrunnen von Hyphen, der in einen langen Schopf von Hyphen übergeht.

    Sehr schöne Erklärung, vielen Dank!

    Welche Literaturstellen gibts dazu?


    Gruß


    Steffen

    Und es geht weiter in der Freien Presse: Steinpilzflut in den Wäldern: Vogtländische Sammler entzückt | Freie Presse - Reichenbach

    Zitat: " [...] Ihr Tipp, um giftige Pilze von genießbaren zu unterscheiden: Im Wald ein kleines Stück des rohen Pilzes kosten und danach gleich ausspucken. Schmeckt er bitter, handelt es sich um einen giftigen Pilz. [...] "

    Mit diesem Satz wird eine Beraterin aus Auerbach zitiert.

    Jedoch dürfte der Satz mal wieder aus dem Kontext der Interviews gerissen sein, was dann zu derart irreführenden und gefährlichen Zeilen führt.

    Auch im Steinpilz finden sich Derivate der Pulvinsäure, welche gelbliche Farben hervorrufen.

    Siehe dazu:


    Steffan, B., and W. Steglich: Die Hutfarbstoffe des Maronenröhrlings (Xerocomus badius). Angew. Chem. 96, 435 (1984); Angew. Chem. Int. Ed. Engl. 23, 445 (1984).


    Steglich, W., Furtner, W., & Prox, A. (1968). Neue Pulvinsäure-Derivate aus Xerocomus cbrysenteron (Bull, ex St. Amans) Quél, und Untersuchungen zur Frage des Vorkommens von Anthrachinonpigmenten bei Boletaceen, Zeitschrift für Naturforschung B, 23(8),

    Vergangenes We: Perpilze, Graue Wulstlinge, Goldröhrlinge, Hexenröhrlinge, Maronen. Alle in eher suboptimalem Zustand und homöopathischen Dosen in der Gegend um Hürtgenwald.

    Hallo Claudia,


    als Literatur dazu sehr empfehlenswert ist "Russularum Icones" von Helga Marxmüller. Das Werk gibt es mittlerweile auf CD oder USB-Stick, inklusive der Sporenfarbtafel (Diese ist unabdingbar). Zusätzlich sehr lehrreich: Täublingskurse mit Felix Hampe


    Gruß


    Steffen

    Hallo Marcel,


    es ist beständig mit chemischen Reaktionen zu rechnen im Leben ;)

    Im "Heimlabor" ließe sich für roh vs. gekocht mittels einer einfachen Papierchromatographie zumindest für bereits bekannten Stoffe eine qualitative Aussage treffen (den Bezug der Standards vorausgesetzt).

    Bezüglich des Apfels wird vermutet, dass Phenole die allergieauslösenden Proteine beeinflussen (ebenfalls sehr interessantes Thema).

    Derartige Studien werden im Allgemeinen an Tieren oder Zelllinien durchgeführt, womit die Ergebnisse zunächst nicht 1:1 auf den Menschen übertragbar sind. Dennoch ist deratiges Vorgehen valide, wissenschaftliche Praxis.

    Bezüglich T. equestre kam es in einer Studie aus Polen (2018), bei welcher 10 Freiwillige je 300g Pilz konsumierten, zu keinerlei Intoxikationserscheinungen.


    Leider sind derartige Thematiken ohne Flipchart, Zugang zu Fachliteratur und Labor nur begrenzt zu veranschaulichen.


    Gruß


    Steffen


    P.s: Sollte man Nebelkappen evtl. reiben? ;)

    [...]

    Hallo Marcel,


    eine LD50 Angabe von etwa 100 mg/kg findest du hier (Löfgren et al. 1954), ein Datenblatt z.B. hier.

    Dort ist, neben einigen positiv zu wertenden Effekten, folgendes angeführt: "[...] Cytotoxic. DNA, RNA and protein synthesis inhibitor [...] sowie [...] Adenosine deaminase inhibitor [...]".

    Die Funktion der Adenosindesaminase kann u.a. hier nachgelesen werden.


    Darüberhinaus ist das Nebularin nicht alleiniger Kandidat, welcher zur Fragwürdigkeit hinsichtlich Verzehr der Nebelkappe beiträgt.

    So finden sich weiterhin Lektine, Proteaseinhibitoren, Sesquiterpenoide und noch ein paar andere Substanzen in der Nebelkappe.


    Gruß


    Steffen

    Hallo Craterelle,


    ;) also, kulturell gebildeter Geschmack und geschmackliche Vorlieben sind 2 verschiedene Dinge.

    Könnte jetzt mehr dazu schreiben, hat hier IMHO aber keinen Platz.

    ;)

    Hallo Jorge,


    "Die Nebelkappe aus der Sicht Bourdieus" könnte durchaus auflockernd wirken.


    Gruß


    Steffen