Watte an Süßgras?

Es gibt 15 Antworten in diesem Thema, welches 3.241 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag () ist von Felli.

  • Servus,

    Heut nach dem Canyoning fielen mir an relativ hohen Gräser immer wieder weiße, watteartige Gebilde an den Fruchtständen auf.

    Beim genauen Betrachten sieht man längliche, rosaliche Gebilde auswachsen.

    Ich habs noch nicht unterm Mikroskop gehabt, weiß jemand von euch Pflanzenkenner was das darstellt?

    Grüße

    Felli

  • Laetisaria fuciformis

    Liebe Grüße Rudi

    aktuell vor dem APR21: 8 Punkte... Eintritt: 8-5= 3 Punkte - inzwischen durch Stummmalus 3-5= -2 Punkte

    Platz12 : +4P, Segmentwette: +4P, Pltzierungswette: +10P= 16 Chips

    wp.markones.de

  • Hallo Bernd,

    die Anfrage hatte ich auch erst letztens von einem Pilzfreund und ich bin auf das gleiche Ergebnis gekommen wie Rudi - Laesitaria fuciformis - die Rotspitzigkeit oder Rotfadenkrankheit des Rasens



    LG Ulla

  • Servus Ulla,+Rudi,

    Die Rotspitzigkeit kenn ich eigentlich von der Heide, und die unterscheidet sich doch etwas von diesem Fund.

    Ich schau nacher oder morgen mal mikroskopisch nach.

    Bilder stell ich dann ein.

    Danke für die Hilfestellung.

    Grüße

    Felli

  • Hallo zusammen,


    das ist keine Laesitaria fuciformis und auch nicht Claviceps purpurea, sondern etwas anderes.

    Mein erster Gedanke war eine Akanthomyces, aber dann müsstest du ein Insekt finden.

    Mir kommt das bekannt vor, nur ich weiß nicht, wo ich so etwas schon gesehen habe :/


    VG : Thorben

  • So, jetzt hab ich mir mal so einen " rosa Stachel" vorgenommen.

    Recherchiert hab ich noch nicht, hier erstmal die Bilder.




    in Kongorot


    Karl W

    Das Mutterkornsclerotium war auch auf einem der Proben, ist aber beim Transport abgefallen.


    Grüße

    Felli

  • Hallo Felli,


    also das was ich sehe erinnert mich, an ganz andere Gattungen wie Cercospora, Ramularia und co.

    Nur Makroskopisch passen diese nicht, denn bei dir sieht man eine Synnemata.

    Wirklich eigenartig das Teil :/


    VG : Thorben

  • Servus Thorben,

    Bei Ramularia war ich auf Grund der Konidien auch schon, aber wie du schon sagst da passt eigentlich nichts.

    Werd Morgen mal ein so ein Teil völlig auseinandernehmen ob sich nicht doch eine parasitierte Schaumzikade oder so etwas darunter verbirgt.

    Grüße

    Felli

  • Servus,

    ok, ich hab nun mal ein so ein Teil geschnitten.

    Makroskopisch gab es so gut wie keine Veränderung!


    Der Schnitt


    In der Aufsicht sind 3 Teile zu erkennen die vom rosa Mycel umhüllt sind.

    Die eng zusammenliegen gehören zum Gras, sind aber mit Pilzhyphen durchzogen!

    Das Dunkle könnte ein Mutterkornsclerotium sein ( ich hab so was noch nicht mikroskopiert - darum die Unsicherheit)


    Mikrobilder des Sclerotiums cf


    Hier nochmals die Synnemata ( teilweise nun auch verzweigt) mit Konidiophoren

    das Ganze in Kongorot


    Und nochmal die Konidien


    Also im Schnitt nichts tierisches festgestellt.


    Im Internet bin ich auf die Gattung Gibellula ( G.pulchra) gestoßen die makroskopisch recht ähnlich aussieht aber halt auf Spinnen und nicht auf Sclerotien parasitiert.


    Ja und nu bin ich mit meinem Latein am Ende:(

    Ist das wenigstens ein entstehendes Mutterkornsclerotium ?


    Grüße

    Felli

  • Hallo Felli,


    durch Zufall bin ich auf etwas gestoßen, was dein Rätsel löst.

    Der Fund und die Diskussion auf Ascofrance.

    Neobarya aurantiaca - Forum ASCOFrance

    Und noch eine Beschreibung.

    Barya aurantiaca Plowr. & A.S. Wilson. In Gard. Chron., N.S. 21 176. (1884)


    Ich denke da gibt es im Net noch mehr.


    VG : Thorben

  • Servus Thorben,

    Das sieht wirklich nicht schlecht aus, :thumbup:

    Ich hab das Teil vor ca. einem Jahr zur Gen-Analyse abgegeben. Leider gab es da Probleme und der Pilz ist noch nicht da angekommen wo er hin sollte. Aber gut Ding will Weile haben, die Hoffnung geb ich noch nicht auf :)

    Grüße

    Felli

  • Hallo Felli,

    Ich hab das Teil vor ca. einem Jahr zur Gen-Analyse abgegeben. Leider gab es da Probleme und der Pilz ist noch nicht da angekommen wo er hin sollte. Aber gut Ding will Weile haben, die Hoffnung geb ich noch nicht auf :)

    Das kenne ich, dass plötzlich ein Pilz nicht mehr ankommt, deshalb schicke nicht alles, sondern behalte einen Teil (falls möglich).

    Ich hoffe dein Pilz kommt noch in dem Labor an.

    Ansonsten, wenn du das Teil wiederfinden solltest, dann trockne den Pilz und sag mir Bescheid.


    VG : Thorben

  • Hallo miteinander,


    ich habe in den letzten Tagen einen ähnlichen Pilz gefunden, auch an Mutterkorn, welches auf Brachypodium sylvaticum (Waldzwenke) wuchs und diesen Thread daher auch interessiert gelesen. Allerdings hatte ich Probleme, mikroskopisch Konidien entsprechend der Originalbeschreibung zu finden. Die Beschreibungen zu Neobarya aurantiaca habe ich gelesen (Candousseau et al, Plowright/Wilson, ascofrance). Allerdings komme ich damit bei mir nicht weiter, da ich die beobachteten makroskopischen Eigenschaften dort nicht gefunden habe.

    Felli: Du hattest ja geschrieben, dass du eine Probe zur molekularbiol. Bestimmung abgegeben hast. Hat sich daraus etwas ergeben?


    Schöne Grüße


    Peter

  • Servus Peter,

    Erstmal Willkommen im Forum :)

    Felli: Du hattest ja geschrieben, dass du eine Probe zur molekularbiol. Bestimmung abgegeben hast. Hat sich daraus etwas ergeben?

    Die Ergebnisse stehen immernoch aus. Mehrmaliges Nachfragen ergab aber, dass die Proben noch nicht vergessen sind :/


    Werde demnächst nochmal nachfragen


    Grüße

    Felli