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letzter Beitrag von haruma am

Tomentella ellisii ?

  • Hallo in die Runde!


    Heute möchte ich einen Fund vorstellen, bei dem ich mal wieder den Rat der Fachleute brauche. Mit Tomentella habe ich mich bisher noch nie beschäftigt.
    Erst mal eine kurze Beschreibung:

    Resupinater, filziger, weicher Belag auf einem final vermorschten Laubholzast, hellbraun bis graubraun gefärbt, keine Verfärbungen am Rand; kein Rhizomorphen sichtbar

    Sporen überwiegend elliptisch mit Stacheln bis 1,1 µm, braun, keine Verfärbung mit KOH 3% oder mit Melzer

    6,8-8,7x5,2-7,1, Mittelwert aus 14 Messungen in H2O: 7,2x6,1

    Subikulumhyphen dünnwandig, bräunlich 4,4 bis 5,9 µm Durchmesser mit Schnallen

    Subhymeniumzellen farblos bis bräunlich, kurz, dünnwandig mit Schnallen

    Basidien 4-sporig, lang clavat, farblos

    36,4x7,7

    43,3x8,5


    Bild 1 Frisch gewachsener Bereich


    Bild 2 älterer Bereich


    Bild 3 Sporen 100 er Objektiv in Wasser


    Bild 4 dito in Kongorot/SDS


    Bild 5 Subikulumhyphen


    Bild 6 Subhymenium, 100 Objektiv in Konogrot/SDS


    Bild 7 Zellgruppe aus dem Subhymenium in Kongorot/SDS, 100 Objektiv


    Bild 8 Basidie 100er Objektiv in Kongorot/SDS



    Mit dem Schlüssel von Frank Dämmrich bin ich bei Tomentella ellisii gelandet.

    Allerdings bleiben noch Zweifel, da ich keinerlei eigene Erfahrungen zu diesem Thema habe.


    Für Infos und Tips wäre ich sehr dankbar.


    Viele Grüße aus dem Oberbergischen


    Harald

  • Hallo, Harald!


    Wäre Tomentella ellisii nicht die mit den ungewöhnlich breiten Basidiolen? :gkopfkratz:

    Ich hätte hier spontan an Tomentella sublilacina gedacht, wobei die Sporen halt schon recht wenig gelappt sind...

    Aber wenn du schon mit Frank's Schlüssel arbeitest, vielleicht hat Tomentella direkt ja eine Eiinschätzung zu deinem Fund?



    LG; Pablo.

  • Hallo Pablo,


    wenn ich den Schlüssel und dich richtig verstehe, sind auf den folgenden Bildern Basidiolen zu sehen:

    Bild 9 Übersicht in Wasser mit 40 er Objektiv


    Bild 10 in Wasser mit 100 er Objektiv; Durchmesser 11 und 15µm an der bauchigen Stelle



    Frank hat sich noch nicht dazu geäußert.


    Viele Grüße


    Harald

  • Hallo Harald,


    in Kongorot habe ich Tomentellen sehr selten mikroskopiert, sodass ich zu den Farben in diesen Medium nicht viel sagen kann. Tomentella ellisii darf in KOH keine braunen Hyphen haben. Die Sporenstacheln sind mir für T. ellisii auch etwas zu lang. Wenn die Sporen nicht so relativ regelmäßig wären, würde T. sublilacina besser passen, was Pablo auch schon erwähnte. Es kommt also auf eine intermediäre Form zwischen T. ellisii und T. sublilacina raus, die ich nicht genau einordnen kann. Allerdings habe ich mehrere ähnliche Funde. Wenn du länger mit Tomentellen arbeitest, musst du mit diesen Problemen "leben", was die Undankbarkeit dieser Gattung aufzeigt. Einen Schlüssel zu kreieren, der all diese Abweichungen berücksichtigt ist die größte Herausforderung.


    LG

    Frank

  • Tomentella ellisii darf in KOH keine braunen Hyphen haben

    Hallo Frank,


    meine Tomentella hatte auch in KOH braune Hyphen; das Bild kann ich leider nicht mehr herausfinden, da ich bei meinem ersten Versuch zu Tomentella die Medien nicht genau dokumentiert hatte. Das wäre ein weiteres Argument für T. sublilacina.

    Wäre dann eine Bezeichnung Tomentella sublilacina cf zutreffend oder wie dokumentierst du solche Funde?

    Inzwischen habe ich noch eine Tomentella vor die Linse bekommen. Die stelle ich aber erst morgen ein - vielleicht treffe ich dabei besser.


    Vielen Dank und viele Grüße


    Harald

  • Hi Mario,


    ist erledigt.


    l.g.

    Stefan

    Risspilz: hui; Rissklettern: bisher pfui; ab nun: na ja mal sehen...


    Derzeit so pilzgeschädigt, das geht auf keine Huthaut. :D


    Meine Antworten hier stellen nur Bestimmungsvorschläge dar. Verzehrsfreigaben gibts nur vom PSV vor Ort.

  • Wie sieht es eigentlich mit Sequenzierung bei Tomentella aus?



    Hallo Harald,


    in dieser Gattung passiert es oft, dass eine Sequenzierung nicht gelingt. Die genauen Gründe kenne ich auch nicht. Entscheidend ist aber die Untersuchung der Typen, die hauptsächlich von Elia Martini aus der Schweiz durchgeführt wird. Nach seinen morphologischen Erfahrungen dieser Arbeit gibt es sehr viel mehr Arten, als bis jetzt bekannt sind. Da sich kaum die älteren Typen der Arten sequenzieren lassen und die morphologischen Unterschiede schwierig zu interpretieren bzw. in einem Schlüssel unterzubringen sind, sind nachvollziehbare Neubeschreibungen ein große Herausforderung. In den letzten Jahren haben chinesische und skandinavische Mykologen bei den tomentelloiden Pilzen neue Arten beschrieben, die wir (Elia Martini und ich) trotz 25 jähriger Erfahrung, oft nicht nachvollziehen können.


    LG

    Frank

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