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letzter Beitrag von Beorn am

Kann das Antrodia citrina sein? → Antrodia xantha

  • Hallo allerseits,

    an dem verbrannten Haus, das ich hier Brandstätte gezeigt hatte, habe ich heute einen gelben Pilz gefunden. Auf weißem Papier und weils wieder Kunstlicht ist, auch noch den Zollstock in postgelb / reinweiß zum Vergleich. Der dunkle Fleck links war KOH, das ist aber einfach nur nass, Farbveränderung würde ich da nicht behaupten wollen. Der Geruch ist spezifisch, angenehm, aber mir ist noch nicht eingefallen, woran der mich erinnert. Die Unterlage war mal Fichte, ist aber mindestens 10-15 mm tief komplett verkohlt.


    Danke für's Anschauen,

    Liebe Grüße

  • Hi Kruenta,

    schaut spannend aus. Antrodiella citrinella benötigt ja den rotrandigen Baumschwamm. Der könnte theoretisch ja schon auf den Nadelholstämmen des Holzhauses gewachsen sein. Ob sie sich da dann tatsächlich wieder so durchkämpft?

    Tricholomopsis hat den schon öfter gefunden, vielleicht meldet er sich dazu. wieder da: Antrodiella citrinella hier hat er auch einige seiner Funde gezeigt.

    Meine Funde hatten immer eher Hütchenbildung, die Fruchtkörper sind dazu noch sehr weich gewesen.

    Wie war dein Fund von der Konsistenz?

    Bin gespannt was da rauskommt.

    LG Joe

  • Hallo Kruenta,


    Farbe und Sporengröße könnten schon passen. Ich kenne antrodiella citrinella (natürlich heißt sie schon wieder anders)

    mit Hütchenbildung und sehr weicher Konsistenz. Die Hütchen bei meinem Fund sind allerdings eher ungewöhnlich.

    Deine Schwammerl würde ich aber nicht benamsen. Ich denke, da müsste schon das Mikroskop bemüht werden...

    Flaviporus citrinellus, ≡Antrodiella citrinella | Pilzseite


    LG Rudi

    aktuell nach dem APR 20 10 Punkte:saint:- jetzt mach ich auch noch Frühjahrsputz und löhne sogar dafür...

    10 Punkte- 2 = 8 Punkte...


    wp.markones.de

  • Hallo, Antrodiella citrinella hatte ich eigentlich ausgeschlossen. Ich bin immer noch der Auffassung, dass Antrodia citrina (Fibroporia citrina (Bernicchia & Ryvarden) Bernicchia & Ryvarden laut species fungorum) eine andere Art ist, die allerdings sehr dünn dokumentiert ist (im Netz) und in meiner Literatur gleich gar nicht. Drüber gestolpert, dass es so eine Art zu geben scheint, bin ich hier im Forum in einer kurzen Beschreibung als Verwechslungsart von Pablo (Antrodia xantha = Gelbe Braunfäuletramete), die zu passen scheint.

    Dass der Rotrandige an dieses fast nur noch Holzkohle geht, glaube ich nicht. Vorher war er auch nicht da, ungeachtet dessen, dass das Haus vor der Brandstiftung über 10 Jahre unbewohnt war. Antrodiella citrinella habe ich aber auf der Suchliste, nur ganz woanders, auf den Waldinseln im Moor.


    LG, Bernd

  • Servus Bernd,


    Fibroporia citrina hat typischerweise gelbe Rhizomorphen am Fruchtkörperrand bzw. solche, die ins Substrat hinein gehen. Ich würde - neben Mikrtoskopie - raten, danach mal zu schauen. Denn abgesehen davon, dass ich keine Rhizomorphen auf den Bildern sehe, käme das makroskopisch hin.


    Antrodiella citrinella habe ich so oft gesehen, dass ich auch an dem Kunstlichtfoto meine, die ausschließen zu können (ganz abgesehen von dem Habitat und fehlendem Wirt). Aber die hattest du ja eh schon ausgeschlossen.


    Liebe Grüße,

    Christoph

  • Hallo bernd, hallo zusammen!

    oha da hab ich wohl wieder gröber was verwechselt==Gnolm12

    in kombination mit dodos beitrag hab ich hier leider gleich auf antrodiella statt antrodia geschlossen.

    von der hab ich noch nichts gehört- zwar blamiert aber wieder was gelernt...

    lg joe

  • Hallo Joe, das ist bei dem häufigen Namenswechsel auch wirklich nicht zu verdenken. Zumal es sich um einen sehr seltenen Pilz zu handeln scheint. Die Kartierung bei pilze-deutschland sagt, es gibt zwei Datensätze.

    Zitat

    Antrodia citrina soll hier noch kurz erwähnt werden, weil sie ebenfalls recht feinporig und auch gerne gelb ist. Allerdings soll diese seltene Art dünnere, weichere und streng resupinate Fruchtkörper mit gelben Rhizomorphen bilden; auch angesichts der breitellipsoiden Sporen dürfte es da kaum Anlass für Verwechslungen geben.

    von Pablo aus dem Link oben. Ich geh nachher noch weitere Bilder vor Ort machen.

    LG, Bernd

  • Hallo Bernd,

    Ich geh nachher noch weitere Bilder vor Ort machen.

    bei einem so seltenen Pilz wäre es vielleicht gut, wenn Du ein Exsikkat machen könntest als Beleg.


    Ich bin übrigens auch der Meinung, dass der Pilz nicht Antrodiella citrinella ist. Zu flach, zu eben, die Poren zu klein und zu gleichmäßig, die weißlichen subikulumsartigen Stellen innerhalb des Fruchtkörpers - das passt alles nicht zur Antrodiella.


    Hier zwei Bilder von Antrodiella citrinella aus dem Ällgau (Eistobel), leider Handyknipserei und entsprechend schlecht ....


    beste Grüße,

    Andreas

  • Salve!


    Wie Antrodiella citrinella sieht das nicht aus, aber auch Finroporia cintrina sieht anders aus.
    Die hat auch keine so gelben Poren (dafür gelbe Rhizomorphen). Eine Fibroporia mit gelben Poren gibt es aber auch, müsste ich aber nachgucken, da gab's irgendwie noch ein taxonomisches Probleem, ob die noch saxonica heißen kann oder jetzt einen anderen Namen hat...
    Die Arbeit dazu müsste ich aber erst raussuchen und durchlesen.


    Alle Finroporias müssten aber erstens ein recht deutliches Subikulum und zweitens Rhizomorphen haben, darum könnte man sich hier auch Gedanken in richtung Ceriporia machen zB. Da müsste es auch mindestens eine so schick gelbe Art geben.

    Ich fürchte aber, reinlinsen ist hier so oder so Pflicht.


    Und - weil's auch echt ein interessanter Pilz ist - parke ich das Thema mal bei den Holipilzlis...



    LG, Pablo.

  • Hallo,


    makroskopisch käme Ceriporia gut hin. Ich hab aber nicht geschaut, obs da tatsächlich so gelbe gibt, mir ist auf jeden Fall keine bekannt. Die Gattung wäre aber unschwer rauszubekommen (monomitisch, keine Schnallen, keine Zystiden).


    An Lindtneria (flava ...) dachte ich übrigens auch kurz, aber dafür sind mir die Poren zu regelmäßig.


    Bin gespannt!


    beste Grüße,

    Andreas

  • Hallo Bernd,


    makroskopisch passt dein Bild weder zu Fibroporia citrina noch zu Antrodiella citrina. Kannst du was zur Konsistenz dieses Pilzes sagen? Ist er ziemlich fest oder wachsartig? Irgendwie erinnert er mich an die Gattung Ceriporia. Richtig weiter kommen wir also nur mit mikroskopischen Merkmalen.


    LG

    Frank


    P.S. Da war gerade Andreas schneller mit ähnlicher Vermutung!

  • Hallo, so richtig weiß ich nicht, was wachsartig in dem Kontext bedeutet. Mir ist noch kein Pilz begegnet, der auch nur annährungsweise die Konsistenz von Bienenwachs hatte. Bei der Größe und dem Substrat kann ich auch mit "fest" nichts anfangen. Wie wär's mit "filigran"?


    Da müssen wir wohl warten bis a) eine Sendung fertig wird und b) bei Pablo die Warteliste abgearbeitet ist :D


    LG, Bernd

  • Ahoi!


    Mei, ist der hübsch. :thumbup:

    Gesehen habe ich sowas bisher noch nie, Ceriporia mellita ist relativ nah dran, aber der ist jung mehr cremefarben mit rosa bis lachsfarbenem Reflex und alt bzw. trocken dann goldgelb / goldbraun. Bei Spirin et Al. 2016 (Studie zur C. purpurea - Gruppe) wird eine Ceriporia aurantiocarnescens erwähnt, die jung wohl gelb sein darf (alt dann mehr orange / rot). Wenn >das Bild< wirklich C. aurantiocarnescens zeigen sollte, dann käme das optisch schon einigermaßen hin.



    LG; Pablo.

  • Hallo,


    wir haven in einer der letzten Z. Mykols Ceriporia aurantiocarnescens vorgestellt, aber unsere Fruchtkörper waren eindeutig orange-lachsfarben-ockerlich getönt und nicht rein gelb. Auch nicht so gelb wie die gerade verlinkten Bilder.

    Ceriporia aurantiocarnescens wird mit Lauge violett, während andere Ceriporia-Arten eher rot werden (oder nix machen). Vielleicht lässt sich das noch testen? Wobei viele gelbe Cortis und Porlinge mit Lauge reagieren ....


    beste Grüße,

    Andreas

  • Hallo Andreas, wie eingangs erwähnt habe ich mit KOH (unbekannter, aber geringer Konzentration) getestet, ohne Farbumschlag, außer "nass". Trocken sieht es aus wie vorher.


    Die gestern eingestellten Bilder treffen die Originalfarbe des Pilzes sehr genau, jedenfalls auf meinem Bildschirm.


    Deine Bilder sind vom Juni (von welchem Substrat?), die bei den Tschechen sind auch von Mai, Juni. Wenn es heißt, dass der Pilz in jung gelb ist und dann erst orange/rötlich wird, müsste es sich bei mir um einen jungen handeln, der auch gerade erst aus dem Schnee aufgetaucht ist, evtl. Farbveränderungen sollten zu beobachten sein. Kann es sein, dass die Reaktion auf Lauge beim jungen Pilz geringer ausfällt?


    LG, Bernd

  • Hallo Bernd,


    nein, die KOH-Reaktion wäre immer da. Insofern können wir Ceriporia aurantiocarnescens definitiv streichen. Ich glaube auch nicht, dass aus so einem quietschgelben Pilz ein orangeockerfarbener würde, das sind doch ganz verschiedene Farbtöne.

    Mein Fund war von Buche übrigens.


    Ich glaube wir müssen es vertagen bis Beorn die Auflösung mitteilt irgendwann. Und ich denke der Pilz lässt sich bestimmen, er sieht frisch und fit und nicht steril aus.


    beste Grüße,

    Andreas

  • Moin allerseits, der Pilz ist unverändert gelb. Keine Rotfärbung, keine Verblassung. Vielleicht ist die gelbe Färbung aber auch nur die Variante bei weniger Licht und mehr Feuchtigkeit des ansonsten vor Ort weißen Pilzes? Da nur an auf dem Boden liegenden Holzstücken an der Unterseite zu sehen.

    LG, Bernd

  • kruenta

    Hat den Titel des Themas von „Kann das Antrodia citrina sein?“ zu „Kann das Antrodia citrina sein? → Antrodia xantha“ geändert.
  • Hallo allerseits, dieses Rätsel ist gelöst. Frank (tomentella) hat es als Antrodia xantha bestimmt. Die Annahme, dass die weiße und gelbe Form zusammengehören und je nach Dunkelheit, Feuchtigkeit und Wachstumsphase eher gelb werden, hat sich dabei bestätigt.

    Anbei noch zwei Bilder von heute. Bei der aktuellen Feuchtigkeit und offensichtlich auch Wachstumsphase ist der überall gelb(lich) - die Farben stimmen so, das untere grellgelbe stammt von dem auf dem Boden liegenden Holz, nach unten zeigend.


    LG, Bernd

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