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letzter Beitrag von PhilEsc am

Pippos Asco Thread

  • Servus Philipp,

    Da hast ja wieder schöne Sachen:/



    Die Sporen sind ca. 14-15x8, die Iodreaktion ist sehr undeutlich und nur bei leeren Asci zu sehen, was ja eigentlich passen würde.

    Das ist so nicht ganz richtig.

    Die Jodreaktion müßte auch bei gefüllten Asci zu erkennen sein, jedoch erkennt man keinen deutlich gefärbten Apikalring, sondern nur eine dunkler gefärbte Apikalregion und die Färbung zieht sich dann dezent bis 2/3 die Sporenwand hinab.

    Die multiguttulaten, ornamentierten Sporen gehen aber schon in die Richtung von P. retrocurvata.

    Wuchs die Peziza auf Holz oder Erde ?

    P. retrocurvata hatte ich bisher nur auf Nadelholz,

    P. retrocurvatoides eher auf Laubholz ( da hab ich aber noch keinen gesicherten Fund selbst angeschaut).

    Und einige Pezizen die evtl. in diese Gruppe gehören sind noch nicht sequenziert.

    Ist ein schweres Gebiet mit vielen Unsicherheiten.


    Bin auf die Mikro´s der Durella gespannt


    Grüße

    Felli

  • Hi


    Ich habe auch ein Präparat mit Melzer gemacht weil es mit Lugol kaum zu sehen war. Gefunden habe ich nur einen FK neben einem Waldweg auf Erde. Gibt es noch weitere Pezizas mit multiguttulaten Sporen ausser P. brunneoatra, P. retrocurvata und P. retrocurvatoides?


    Ich bin heute zu faul für's Mikroskop, die Durella muss warten... Aber ich habe sonst noch Zeug das ich in den letzten Wochen gefunden habe.


    Hier komme ich auf Anthracobia tristis, vor allem wegen der Form der Sporen. Den habe ich an zwei Orten gefunden.

    Bulgaria inquinans. Einer der Pilze die man in einem Buch sieht und denkt: Wow, den will ich auch mal finden! Und plötzlich steht man davor.





    Stictis radiata auf Holz.





    Ein Parasit: Beauveria bassiana auf Rotbeinigen Baumwanzen. Da bin ich an drei oder vier Orten darüber gestolpert.



    Hymenoscyphus fagineus, einige davon mit Bakterienbefall. Die Mikrofotos habe ich anscheinend nicht gespeichert. Zu sehen waren Sporen von H. fagineus mit blauen Pünktchen drin. Zudem stäbchenförmige blaue Bakterien ca. 2x0.6my gross. In Funghi of Temperate Europe steht, dass der nach Kaugummi riecht. Das tut er tatsächlich, so richtig nach Bubble Gum. Aber erst wenn er gelblich wird. Solange die Apothezien weiss sind rieche ich da nichts.




    Zum Schluss noch ein Basidiomycet: Lachnella villosa. Da stolpert man relativ bald mal drüber wenn man anfängt kleine Ascomyceten zu jagen. Unter dem Mikroskop sieht das dann aber ganz anders aus als erwartet. Laut Funghi of Temperate Europe hat L. villosa Zystiden, L. alboviolascens aber nicht. Mehr Literatur habe ich darüber nicht.


  • Servus,

    Gibt es noch weitere Pezizas mit multiguttulaten Sporen ausser P. brunneoatra, P. retrocurvata und P. retrocurvatoides?

    ja, gibt es,

    Ich hab noch 2 Funde die ich keinem der 3 oberen Pilzen zuordnen kann.

    In deinem Melzer´s Bild sieht man jetzt schön die gefärbte Ascuswand:thumbup:

    Grüße

    Felli

  • Grüezi


    Normalerweise hätte ich diese Helvella crispa ja stehen gelassen. Aber da hat ein weisser Fleck mein Interesse geweckt darum habe ich sie mitgenommen. Mit Ellis&Ellis bin ich innert Kürze auf Mycogone cervina gekommen. Der aktuell gültige Name ist laut Index Fungorum Hypomyces cervinus. M.perniciosa sieht sehr ähnlich aus, hat aber grössere Sporen und wächst laut Ellis&Ellis auf Agaricus campestris und Pluteus.



  • Grüezi


    Hier habe ich noch Bilder von Durella commutata. So ganz sicher bin ich zwar nicht, laut E&E soll der von Januar bis April zu finden sein. Es ist mir nicht wirklich gelungen gute Fotos zu machen. Weiss aber auch nicht was es sonst sein könnte. Schwieriges Ding.




    Heute habe ich auf Urtica dieses Lochbecherchen gefunden. Ich würde es gerne als Stictis stellata bestimmen aber ich finde kaum Asci und keine Sporen. Hübsch ist es trotzdem.




    Zudem kämpfe ich noch mit diesem Ding hier, ebenfalls auf Urtica, das ich schon zum zweiten Mal gefunden habe. Ich würde es gerne als Trichopeziza mollissima bestimmen, soll ja auf Brennnessel sehr häufig sein. Aber irgendwie passt das nicht so ganz. Sporengrösse stimmt nicht und eine Iodreaktion kann ich auch nicht feststellen. Manchmal ist der Kleinkram echt frustrierend. Ich bin ja auch kein Profi, ich sammle einfach Zeug ein das interessant aussieht und schau mal wie weit ich komme 8o



  • Anscheinend habe ich diesen Pilz gefunden: Claussenomyces xylophilus nom. prov. ss. "in vivo veritas" Baral


    Der lag hier schon eine Woche im Kühlschrank. Substrat weiss ich nicht genau, jedenfalls Laubholz. Gefunden am Rand einer Rietlandschaft. Die Apothezien sind von blossem Auge kaum sichtbar, ich habe sie erst zu Hause unter der Stereolupe entdeckt. Durch blättern in Fungi of Temperate Europe bin ich zur Gattung gelangt, über Google zu Asco Sonneberg und dem oben verlinkten Thread.





  • Servus Philipp,

    deine Trichopeziza sollte auf den Namen Trichopeziza urticae hören wenn ich das richtig in Erinnerung habe und sich namenstechnisch einmal nichts verändert hat.

    Die Cl. xylophilus hast in einem guten Zustand erwischt, schön sind die Primäsporen zu erkennen:thumbup:


    Grüße

    Felli

  • Grüezi


    Sehe ich das richtig, dass bis jetzt weder Claussenomyces xylophilus noch Trichopeziza urticae gültig beschrieben sind? Lustig wie schnell man so Sachen findet wenn man sucht. Heute habe ich C. xylophilus gleich nochmals gefunden, diesmal eine schönere Gruppe. Das Tierchen das darauf herumkriecht habe ich nicht bestimmt. :S




    Zudem habe ich einen weiteren Winzling gefunden. Substrat ist ein entrindeter Eichenast der feucht im Laub lag. Die Apothezien sind 0.5mm oder kleiner, der Ascoporus blaut leicht in Lugol. Die Sporen sind rund, etwas kleiner als 3my und enthalten einen Tropfen. Hat jemand eine Idee? Ich bin komplett ahnungslos...



  • Servus Philipp,

    dass bis jetzt weder Claussenomyces xylophilus noch Trichopeziza urticae gültig beschrieben sind?

    Claussenomyces war früher eine Tympanis und wurde - so glaube ich dann bei Claussenomyces eingeordnet.

    Ob die Trichopeziza schon gültig beschrieben ist weiß ich nicht.


    Zu deinem anderen Asco, da dachte ich erst - wegen der runden Sporen-

    an eine Unguiculariopsis, aber die sind IKI negativ und haben Haare an der Aussenseite.

    Sind deine Asco´s glatt am Rand?


    Grüße

    Felli

  • Hi


    Claussenomyces xylophilus heisst anscheinend seit neuestem Vexillomyces xylophilus. Über T. urticae hat Baral irgendwo auf Ascofrance sinngemäss geschrieben, dass er ihn sofort beschreiben würde wenn er hundert Hände hätte, dass er aber noch etwas warten muss weil er halt nur zwei hat. Wie aktuell das ist weiss ich nicht.


    Am anderen Asco bastle ich wahrscheinlich erst Morgen weiter. Bis jetzt sind mir keine Haare aufgefallen. Nur dunkle Marginalzellen, bisschen ähnlich wie die Durella weiter oben.

  • Grüezi


    Ich bin bei dem Pilz immer noch komplett ahnungslos. Die Fk scheinen Jung gelblich zu sein, dann schmutzig gelb, rot und schliesslich (rötlich) grau zu werden. Irgendwie wär der Pilz lustiger wenn ich da keine Iodreaktion sehen würde. Vielleicht bilde ich mir das nur ein?

    Mit viel Liebe im Herz und einem Lied auf den Lippen habe ich es zum ersten mal geschafft, einen wie ich denke ganz akzeptablen Schnitt von einem 0.5mm grossen Apothezium anzufertigen. Geil. Bin fast ein klitzekleines bisschen stolz. Ich habe das Ding unter der Stereolupe auf einem Objektträger halbiert, dann die Rasierklinge flach abgelegt und die eine Hälfte mit der Nadel gegen die Schneide gedrückt.


  • Grüezi


    Diesen Pilz hier habe ich schon drei mal gefunden. Im Dezember auf Fraxinus und Vorgestern auf Fagus und Quercus. Die Gattung Dactylospora scheint mir dank den in Jod intensiv blauenden Gelkappen auf den inamyloiden Asci sonnenklar zu sein. Die häufigste Art aus dieser Gattung ist wohl Dactylospora stygia. Wobei ich grad sehe, dass der mittlerweile wohl Sclerococcum stygium heisst... In Ellis&Ellis steht, dass der von April bis Mai erscheint und die Apothezien maximal 0.6mm Durchmesser erreichen. Das stimmt nicht ganz mit meinen Funden überein, da sind die Apos bis 1.5mm gross. Weiss aber nicht was es sonst sein soll, soll ja auch eine schwierige Gattung sein. Hafellner (1979) habe ich im Internet gefunden, ist mir leider ein kleines bisschen zu hoch. Mit Barals Dateien komm ich nicht klar weil ich meistens nicht finde was ich suche. Ich verstehe seine Ordnung nicht und durchsuchen kann ich es nicht. Dactylospora müsste doch eigentlich irgendwo im Ordner Eurotiomycetes zu finden sein... Ich checks nicht 8o


    Unter dem Mikro jedenfalls ein sehr schönes Pilzchen. So ein intensives Blau sieht man sonst ja nur bei lichenisierten Ascos.


  • Servus Philipp,

    Was spricht den gegen stygia, nur die etwas größeren Apo´s?

    Gutes Substrat viel Wasser könnte das evtl verursachen;)

    An den Sporen kann man mit etwas guten Willen eine Streifung erkennnen,

    ob es die D. stygia var. striata noch gibt - wer weiß das schon:/?


    Grüße

    Felli

  • Servus Philipp,


    die hier sehen den deinen schon sher ähnlich: Nahuby.sk - Fotografia - dactylospora tmavá Dactylospora stygia (Berk. & M.A. Curtis) Hafellner


    Und wenn die Anatmoie passt, würdeich auch fragen, was gegen D. stygia spricht.


    Liebe Grüße,

    Christoph

  • Nabend :S


    Also einfach so nach Ellis&Ellis scheint mir das eigentlich auch ein klarer Fall zu sein. Wenn ich den Namen dann bei Google eingebe lande ich in einem Thread auf Ascofrance wo H. O. Baral als erstes gleich sagt, das sei eine sehr schwierige Gattung. Obwohl die Bilder eigentlich nur anders aussehen weil der Threadstarter dort anscheinend Melzers statt Lugol genommen hat. Wenn Baral sagt es sei schwierig obwohl ich die Bestimmung eigentlich recht einfach fand beschleichen mich dann halt leise Zweifel ob ich mich nicht irgendwie blöd anstelle. :)

  • Grüezi


    Ich habe wieder mal eine Orbilia mitgenommen... Auf Rinde von abgestorbenem, stehenden Ahorn, Durchmesser ca. 10cm. Die gute Nachricht: Ich glaube ich kann mittlerweile ziemlich gut dünne Schnitte unter der Stereolupe anfertigen. Die schlechte Nachricht: Ich bin immer noch meilenweit von einer Bestimmung entfernt. Das ist auch keine Bestimmungsanfrage, ich kann sowieso nicht ansatzweise genug Infos dafür liefern. Mit dem Schlüssel in der Monografie bin ich komplett überfordert... 8o





    Zudem habe ich im Buchenlaub gewühlt... Das hier müsste eigentlich Petrakia liobae sein. :S




    Pseudothecium (ist das ein Pseudothecium?) im Querschnitt in Baumwollblau.


  • Hallo Phillip,

    ja, die Schnitte hast du extrem gut drauf, Respekt! Ich schließe mich da Fellis Frage an, schaffst du die per Hand so gut? 8|

  • Grüezi


    Ich habe mal einen Mikrometer gekauft mit dem ich mir einen Anschlag basteln wollte um die Klinge zu führen. Hab ich dann aber nicht gemacht. Ich mache die Schnitte mit einer halbierten Rasierklinge unter der Stereolupe bei 6-16x Vergrösserung in der unteren Hälfte des Blickfeldes damit ich eine Fläche der Klinge sehe. Das Objekt lege ich auf ein Stück richtig dickes glattes Papier damit ich es gut verschieben kann ohne den Finger auf dem Objekt zu bewegen. Die Klinge Stelle ich am Fingernagel an. Der Rest ist Übung, Geschicklichkeit, Geduld.... ;)


    €1: Die richtige Dosis Kaffee hilft natürlich auch. Ausserdem ist es sehr hilfreich wenn die Katze zufrieden auf dem Sofa schläft und nicht um die Stereolupe streicht. :D



    €2: Ach ja, und um die Schnitte dann auf den Objektträger zu befördern habe ich meine Präpariernadeln selbst nachgeschliffen, so spitz wie nur irgendwie möglich. Die waren viel zu grob.

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