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letzter Beitrag von Beorn am

Glattstieliger Hexenröhrling?

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    Hallo! Diese suboptimalen Fotos habe ich gerade von einem Fund in der Nähe von Wörth am Main bekommen. Leider habe ich keine näheren Informationen zum Wuchsort , aber der erste Gesamteindruck erinnert mich an queletii. Ich frage mal, ob ich ein Schnittbild der Stielbasis bekomme, das sollte machbar sein.

    Bis dahin würde ich mich ein paar Einschätzungen freuen. Viele Grüße,


    Frank


  • So, jetzt sollten hoffentlich nochmal fünf Fotos sichtbar sein. Was für ein Krampf, die von Whatsapp auf mein Notebook zu bekommen, denn mit dem Smartphone bekomme ich hier keinen brauchbaren Beitrag verfasst. Generation 50+ , sorry ...

  • Hallo miteinander!


    Dieses Bild sagt uns aber immerhin, daß man den Glattstieligen Hexenröhrling (Suillelllus queletii) ausschließen kann.
    Das ist viel mehr ein Flocki im weiteren Sinne (Neoboletus erythropus s.l.), für solche Exemplare mit kaum beflocktem Stiel und eher gelblichen als roten Farben wurde von Wolfgang Klofac und Alexander Urban "Boletus xanthopus" beschrieben. Keine Ahnung, ob der mittlerweile auch zu Neoboletus umkombiniert ist (sollte er eigentlich), ob das wirklich eine eigene Art wäre, da habe ich allerdings ein wenig Zweifel.



    LG; Pablo.

  • Dieses Bild sagt uns aber immerhin, daß man den Glattstieligen Hexenröhrling (Suillelllus queletii) ausschließen kann.

    Ich beiße mal an und frage woran du das bei dem ersten Bild erkennst? Ich kenne die Unterscheidung nur durch Wuchsort und Stielbasisschnitt (inklusive Chemie am besten).

    Bin lediglich fortgeschrittener Anfänger.
    Posts sind nicht als Essensfreigabe zu verstehen. :-]

  • Hallo, Schupfnudel!


    An dem ersten Bild?
    Da war's vor allem der Habitus, mit dem ultrafetten Stiel im Verhältnis zum Hut, der garnz und gar nicht zum Glattstieligen passt. Dazu das Fehlen von jeglicher weinroter Farbe an und um die Stielbasis herum, die Stielstruktur und die (eher vermuteten als wirklich festgestellten) Hutfarben und Struktur der Hutoberfläche.

    Im grunde würde schon die Form des Fruchtkörpers alleine ausreichen, solche dicken Klopper bildet Suillellus queletii gar nicht, oder nur in extremen Ausnahmefällen, wenn irgendwas beim Wachstum schief gegangen ist.



    LG; Pablo.

  • Huhu.


    Danke für die Antwort. Bei dem fehlenden Rot und der Hutfarbe gehe ich gerne mit, aber die dicken Klopper finden sich hier zumindest auch.

    Ist natürlich unklar, ob die Bestimmungen passen, aber bei einigen denke ich schon, dass einige richtig bestimmt worden vor allen die mit dem kräftige Rot in der Basis. Oder?

    Bin lediglich fortgeschrittener Anfänger.
    Posts sind nicht als Essensfreigabe zu verstehen. :-]

  • Hallo Frank,


    so eine Netzhexe, nur komplett in rot, ohne jegliche Netzzeichnung hatte ich vor ein paar Jahren auch einmal. Der rote Röhrenboden hatte ihn dann entlarft. Schade das Du kein Schnittbild deines Fundes nachgereicht hast. Das würde mich, trotz leicher Zweifel, vom Flocki überzeugen.


    VG Jörg

  • Hallo Frank,


    so eine Netzhexe, nur komplett in rot, ohne jegliche Netzzeichnung hatte ich vor ein paar Jahren auch einmal. Der rote Röhrenboden hatte ihn dann entlarft. Schade das Du kein Schnittbild deines Fundes nachgereicht hast. Das würde mich, trotz leicher Zweifel, vom Flocki überzeugen.


    VG Jörg

    Hallo Jörg


    an welche Netzhexe aus Franks Kollektion meinst du ?


    LG beli !

  • Hallo Jörg!


    Das Schnittbild musste ich erst in Auftrag geben. Der Pilz befindet sich in der Nähe von Aschaffenburg und ich bin derzeit in der Nähe von Gießen. Also dort anrufen, telefonisch schildern was benötigt wird, wegen schlechtem Wetter und Abenddämmerung waren leider nur noch grauslige Kunstlicht-Fotos mit der Handy-Kamera möglich:


    Keine Spur von weinrot in der Stielbasis, Pablo hatte wieder einmal den Nagel auf den Kopf getroffen.


    Viele Grüße,


    Frank

  • Hallo!


    Boletus xanthopus wurde zumindest meines Wissens bisher nicht offiziell als Synonym zu Neoboletus erythropus untergeordnet.

    Also inerhalb einer fachlichen Publikation. Klofac und Urban haben die Art schon ordentlich beschrieben, auch eine genetische Abweichung festgestellt, aber mir sind die Grenzen zu dem, was Flockis sonst so alles farblich können, einfach nicht klar.
    Muss man mal abwarten, wie sich das in der Zukunft bestätigen lässt.


    Die richtig dicken Fruchtkörper von Suillellus queletii, die bei den italienischen Kollegen vereinzelt zu sehen sind, sind allerdings schon Ausnahmen, und teilweise auch auf Wuchsstörungen zurückzuführen. So wie der erste fette Fruchtkörper, der eigentlich nicht einer, sondern zwei ist, die nur zusammengewachsen und darum so dick geraten sind.



    LG, Pablo.

  • Hallo, Thomas!


    Ach, danke für den Hinweis. :thumbup:
    Und eben nachgeguckt: Den Artikel habe ich tatsächlich sogar abgespeichert, hatte es aber gar nicht mehr im Kopf, daß der auch ordnungsgemäß ein Neoboletus ist.

    Jetzt bleibt nur noch für mich irgendwie zu verstehen, ob und wenn ja wie sich der von blass geratenen "Flockis" abgrenzen lässt.

    Da werde ich eben bei Gelegenheit mal wieder ein paar passende Röhrlinge einsammeln müssen, denn entsprechende "nacktstielige" und hellhütige Flockis sind mir hier durchaus schon hin und wieder begegnet, so wie zB jener hier in der Mitte:


    Oder dieser, welcher allerdings schon umgeschubst war, als ich ihn fand:


    Heißt für mich weiterhin finden, genau beobachten, und dann vestehen.



    LG, Pablo.

  • Hi Pablo,

    dem kann man nur zustimmen. Die morphologisch-ökologische Abgrenzung zwischen xanthopus und erythropus (=luridiformis=praestigiator=Neoboletus=Sutorius usw., das Namenschaos beim Flocki ist schon doll) scheint mir auch noch ziemlich unklar zu sein, vielleicht auch, weil Röhrlinge einfach zu selten gründlich mikroskopiert werden. Zudem wird heute ja gerne schnell publiziert, sobald sich - überspitzt gesagt - 5 Basenpaare unterscheiden. Zumindest in dem Sydowia-Artikel liegen 5 österreichische und eine tschechische Kollektion zugrunde. Ob das als Basis für das Herausarbeiten von guten morphologisch-ökologischen Merkmalen reicht? Man wird hier - wie in so manch anderem Fall - damit leben müssen, einstweilen nicht jede Kollektion eindeutig (was auch immer das heißt) bestimmen zu können und öfter mal ein cf. oder agg. oder ss. l. vergeben zu müssen. Aber das ist ja auch nicht schlimm, finde ich.

    Also kann man in Zukunft bei Flockis im Laubwald unter Eichen, die sehr feinflockig sind und an der Stielbasis oder -spitze auffällige Gelbtöne zeigen, öfter mal ein xanthopus cf. oder "Flocki ?" dazuschreiben.

    Und abwarten, wie es weitergeht.

    Bleibt jedenfalls spannend ...

    Gruß

    Thomas

  • Hallo, Thomas!


    Aye, darum ist mit den Bildern früherer Funde von mir auch nichts anzufangen, weil eben ohne getrockneten Beleg und ohne Mikroskopie. Das sollte schon beides dabei sein, um der Frage gezielter nachgehen zu können. Wenn man zB einen morpholgisch passenden Fund von Neoboletus cf. xanthopus dokumentiert, lohnt es sich, auch in einem herbar das Material zu hinterlegen - weil das dann zugänglich wäre, wenn sich jemand noch mal intensiver damit befassen will und vielelicht auch noch mal durchsequenzieren (andere loci zB) will.

    ...

    Auch im Laubwald unter Eichen gibt's halt "ganz normale" Flockis mit fett rot beflocktem Stiel und dunkelbraun filzigem Hut.



    LG; Pablo.

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