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letzter Beitrag von Beorn am

terana caerulea?

  • Fundort Möckmühl (BaWü), 10.6.2019 auf einer Kalkscherbe in einem Kalkriegel, nahe Eiche mit toten Ästen (1m) sowie wilden Gartendeponie (ca. 15m). Das Gras darunter ist nicht der Fundort, sondern für ein helleres Foto entstanden. Der Untergrund waren andere Kalkscherben, Humus, Moos.
    Ist das Terana Caerulea oder was käme sonst in Frage?

  • Hi,


    (welcome)


    nein, der würde auf Holz wachsen. Ich halte das erstmal für Farbe.


    l.g.

    Stefan

    Risspilz: hui; Rissklettern: bisher pfui; ab nun: na ja mal sehen...


    Derzeit so pilzgeschädigt, das geht auf keine Huthaut. :D


    Meine Antworten hier stellen nur Bestimmungsvorschläge dar. Verzehrsfreigaben gibts nur vom PSV vor Ort.

  • Hallo, Felix!


    "Farbe" wäre auch mein erster eindruck gewesen. Aber man weiß ja nie: Manchmal passieren ja auch sogenannte Übersteiger. Klar ist Terana caerulea (Blauer Rindenpilz) ein Holzzersetzer und bildet die Fruchtkörper dann auch auf dem Substrat (nach meinen beobachtungen übrigens stets offen liegendes oder hängendes Substrat, auch in Substrathaufen, aber nicht in vergrabenem Substrat). Wie bei vielen anderen Pilzen können sich die Fruchtkörper aber auch mal auf anliegende Strukturen verlagern. Auf anliegende äste und Zweiglein habe ich das schon gesehen, aber noch nie auf Stein. Nicht bei Terana jedenfalls.


    Hier wären auch das Farbspektrum der Fruchtkörper und die Struktur ungewöhnlich, da hätte ich sogar an Holz Zweifel, ob das tatsächlich Terana ist.

    Die naheliegendste Option (wenn es tatsächlich ein Pilz wäre) wäre dann wass aus der gattung Amaurodon. Das sind dann auch Mykorrhizapilze, und damit wären die auch etwas variabler was die Platzierung ihrer Fruchtkörper angeht. Da wären Fruchtkörper auf Steinen eher denkbar als zB bei Terana.
    Ich glaube von Tomentella (ist ja stammbaumtechnisch nicht weit von Amaurodon weg) sind sogar fruchtkörper an Steinen dokumentiert? Sicher bin ich nicht. Tomentella an Dung wurde schon gefunden, und vorstellbar ist bei Mykorrhizapilzen ja Vieles.


    ich würde auf jeden Fall mal reinlinsen, um sicher zu gehen, daß es wieklich Farbe und nicht doch ein Pilz ist.



    LG; Pablo.

  • Es ist eindeutig keine Farbe, Farbe würde nicht auf diese fein verästelte Art dem extrem vergänglichen Substrat folgen und sich organisch darum herumschließen und an dem Ort war vermutlich vor 10 Jahren zuletzt ein Mensch.
    Es sieht ziemlich exakt so aus wie dieses hier, Amaurodon atrocyanea. evtl. auch wie onlinebild von Amaurodon mustialaënsis?
    In fondo...Terana caerulea - foto 1484 , Forum Natura Mediterraneo | Forum Naturalistico
    Amaurodon atrocyaneus

    "In Pilze Deutschland sind bisher 8 Funde der Art verzeichnet."


    Verbreitung Amaurodon atrocyaneus (Wakef.) Kõljalg & K.H. Larss. 1996

    Ich habe den Stein aus Unwissen und zur Bestimmung des Kuriosums mitgenommen. Ich halte es feucht mit Laubhumus im Terrarium. Wenn ich eine Probe einschicken soll, bitte Bescheid geben. Für Mikroskopfotografie fehlt mir das Equipment. Wenn jemand Vorschläge für die Präparation hat, freue ich mich über nützliche Hinweise.
    Fundort wie gesagt ein Steinriegel wie sie durch Kalkscherbenäcker entstanden, heute zu 80% beschattet durch Sukzession, insb. neben einer ca. 100-jährigen Eiche und unter Moos. Der Stein lag mit dem "Myzel" auf der feuchten Unterseite und mit dem "Überläufer" am Licht. Präzise Geodaten auf Anfrage, ich bin auch häufiger nahe dem Ort.

  • Ich glaube von Tomentella (ist ja stammbaumtechnisch nicht weit von Amaurodon weg) sind sogar fruchtkörper an Steinen dokumentiert? Sicher bin ich nicht.

    Servus Pablo,


    doch doch, da kannst du dir sicher sein. Es gibt immer wieder Fruchtkörper an Stein - Tomentellen (und andere Mykorrhizabildende Cortis) können auch im Boden an Höhlungen fruktifizieren. Sie nehmen gerne alles, woran sie Fruchtkörper bilden können.


    Zur Art: Amaurodon viridis kommt auch in Frage - die kann so leuchtend hellblau sein. Kurz gesagt: muss mikroskopiert werden. Vielleicht ist Frank - Tomentella - interessiert.


    Liebe Grüße,

    Christoph

  • Moin!


    Klar hätte ich auch Lust, den Fund zu untersuchen. :)

    Wenn's ein NoFu (Non - Fungus = KeinPilz) ist,, wäre das schnell klar und man kann's beiseite legen. Aber wenn es ein Pilz ist, dann wär's ja wirklich was Tolles.

    Mit Amaurodon habe ich zwar keine Erfahrung, aber >die Gattung ist durchaus übersichtlich<, das bekäme ich schon auch raus.
    Aber einen Steinbrocken mit der Post verschicken... Das musst du wissen. Wenn ja, schicke ich dir meine Postanschrift gerne per PN.

    Es gibt aber vielleicht noch eine weitere Option: Möckmühl ist ja nicht allzu weit weg von Mannheim. Also falls du mal hier in der Gegend wärst, Felix, dann könnte ich den Stein auch direkt in Empfang nehmen. Oder ich wäre mal bei dir in der Ecke ("Kalkriegel" klingt gerade irgendwie ziemlich spannend), dann könnten wir uns auch da treffen. Ich bin allerdings nicht motorisiert, aber das wie und wo kann man ja allzeit besprechen.



    LG, Pablo.

  • Tomentelloide Pilze wachsen gern mal über Steine drüber. Die filzig-spinnwebigen Fruchtkörper von Amaurodon müssten sich abziehen lassen, so dass du nicht den ganzen Stein zu Pablo tragen musst. :) Wenn es ein Vertreter der Gattung Amaurodon sein sollte, dann höchstwahrscheinlich A. atrocyaneus. Amaurodon viridis ist zähnig und grünlich.

    Und wenn es doch Farbe ist, gibt es was zu Lachen.


    LG

    Frank

  • Guten Abend!


    Schon, Lukas und Frank haben da sicherlich recht. Ideal auch so am Stein anhaftende, vom Pilz (?) besiedelte Teile wie das Stückchen Wurzel und das Blatt auf dem ersten und dritten Bild. Das reicht schon völlig aus für eine Untersuchung. Wichtig ist natürlich: Trocknen vorm Verschicken.

    Ich sende mal eine Konversation mit "Zielkoordinaten", falls das Interesse nach wie vor besteht.



    LG; Pablo.

  • Also, leider eine Enttäuschung: Volker Walther sagt, es sei: Farbe.
    Mir ist zwar unerklärlich, wie an dieser unzugänglichen Stelle ausgerechnet diese Farbe auf diese Weise sich über den Humus unter dem liegenden Stein sich ziehen kann, aber das Mikroskop hatte das letzte Wort.
    Womöglich hat ein Jugendlicher dort aus Langeweile eine Sprühdose angetestet beim Kiffen oder ein Kleingärtner einen Farbtopf den Hang hinunter geworfen.

  • Hallo, Felix.


    Schade! Es ist aber trotzdem richtig, solche Erscheinungen genauer anzugucken. Wie die Farbe hier über Stein und Detritus gelaufen ist, macht schon einen makabren Eindruck.

    Vielleicht... Gibt es sowas wie Wegmarkierungen in der Nähe? Oder ein Schild, einen Schuppen oder sonstwas, was mal jemand gestrichen haben könnte? Bei Malerarbeiten im gelände ist ja leicht mal eine Farbdose umgefallen, und wenn die Farbe aus dem Topf läuft, nimmt die ja manchmal komische Wege.



    LG; Pablo.

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