Stockschwämschen bitte um Bestimmung

Es gibt 14 Antworten in diesem Thema, welches 2.395 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag () ist von Gaukler.

  • Haloo liebe pilzfreunde,

    Heute habe ich gefunden stockschwämschen, ob wohl bin ich mir sicher habe ich Angst die zu essen wegen Doppelgänger. Danke für eure Hilfe. Die Bilder sind auch im Wald gemacht und später nach mehreren Stunden zuhause.

    • Offizieller Beitrag

    Moin.


    Was den Verzehr dieser Kollektion betrifft, können wir nicht helfen. Gerade bei Stockschwämmchen wäre es lebensbedrohlich, sich auf Bildbestimmungen zu verlassen. Sowas geht nicht übers Netz, da brauchst du selbst die Sicherheit, oder musst den Fund einem PSV (siehe Link in Signatur) vorlegen.


    Aber machbar ist es wirklich: Achte auf die Schuppen am Stiel, und auch hilfreich sind feine Schuppen auf den Hüten, wie man sie bei einigen deiner Pilze sehen kann. Sowas kann >der Gifthäubling< nicht.

    Es gibt viel Sicherheit, Gifthäublinge gezielt zu suchen, und wenn man die ein paar mal gefunden und bestimmt hat, bekommt man genug Sicherheit, um sich an Stockschwämmchen zu wagen (und die dann auch zu essen).



    LG; Pablo.

  • Zuerst Pablo danke ich dir für deinen Antwort.Ich weiß das ich einen Gifthäubling finden muss zuerst, aber bis jetzt habe ich keinen gefunden.Für meinen Aussprache ich entschuldige mich aber bin ich Ausländerin .Ja alle hatten die schuppen aber bestimmt werde ich diese Art von Pilzen nicht essen.Danke noch einmal

    • Offizieller Beitrag

    Hallo!


    Es besteht gar kein Grund für eine Entschuldigung. Du machst das sehr gut, und ich wünschte, ich könnte in anderen Sprachen auch so gut schreiben, wie du auf deutsch. :thumbup:



    LG, Pablo.

  • Hallo pamint,

    natürlich kann und darf es hier keine Verzehrfreigabe geben. Einen Tip kann ich Dir trotzdem noch geben. Stockschwämmchen wachsen immer nur auf Laubholzstümpfen. Wenn es Dir also möglich ist den Baumstumpf nach Laub- oder Nadelholz zu unterscheiden, wärest Du schon einmal einen Schritt weiter.

    Vom Bild her sehen Deine Pilze aber schon stark nach Stockschwämmchen aus. Charakteristisch ist auch ein schmaler Ring um den Stiel im oberen Bereich. Die hellen Ringe auf dem Hut und die kleinen Schüppchen sprechen ebenfalls für ads Stockschwämmchen.

    viele Grüße

    Micha

    • Offizieller Beitrag

    Guten Morgen!


    Das mit dem Substrat möchte ich so nicht stehen lassen, Micha.

    Das ist im Umkehrschluss nämlich falsch, und damit gefährlich. Denn es ist ja völlig egal, auf welchem Substrat Stockschwämmchen (bevorzugt) wachsen.
    Entscheidend ist: Gifthäublinge wachsen sehr häufig an Laubholz. Gifthäublinge können auch zwischen Stockschwämmchen am selben Stumpf wachsen.

    Darum spielt das Substrat für die Unterscheidung von Gifthäublingen und Stockschwämmchen überhaupt gar keine Rolle.

    Das gilt übrigens auch für das "Spiegelei" auf dem Hut: Auch die Hüte von Gifthäublingen sind hygrophan, so daß sie ebenso von der Mitte her ausblassen können und dann zweifarbig sind.
    Also auch wichtig: Mit Ausnahme der gelegentlich auf dem Hut vorhandenen Schuppen beim Stockschwämmchen können die Hutoberseiten von Stockschwämmchen und Gifthäubling absolut identisch aussehen.

    Was mit "hellem Ring" gemeint ist, verstehe ich jetzt nicht so ganz. Wenn es den normalen Ring / Rückstand vom Teilvelum meint: Auch der Stielring von Gifthäubling und Stockschwämmchen kann absolut identisch sein.


    Darum hab' ich ja ins Portrait verlinkt, und tue es gerne noch einmal: >Hier klicken<, und auch mal den direkt verlinkten Beitrag von Anna sehr genau lesen.


    FunFact am Rande, Stockschwämmchen an Nadelholz (Fichte):


    Findet man zwar viel seltener als Gifthäublinge an Laubholz, aber die Stockschwämmchen von Fichte, Douglasie oder Kiefer haben mir bisher ebenso gut geschmeckt, wie die von Buche und so weiter.

    Man muss sie nur untescheiden können. :gzwinkern:



    LG; Pablo.

  • Im Fichtenwald bei meinem Eltern wuchsen die auch sehr gut. Aber mal eine andere Frage. Als mein Vater Stockschwämmchen vor ca. 35 Jahren durch einen anderen Pilzsammler kennenlernte, wurde nur auf das Verwechslungsrisiko durch Schwefelköpfe hingewiesen, auch von unserem alten PSV. Ich habe sie auch immer blind gesammelt bis ich bei Eintritt in das Forum auf die Gifthäublinge gestossen bin. Nun meine eigentliche Frage, ich habe mal alle alten Pilzbücher bei meiner Mutter rausgekramt und nirgends wird dieser Pilz erwähnt. War er vor 35 - 40 Jahren noch nicht so bekannt oder warum fehlt er in sämtlichen Büchern als Doppelgänger?


    LG, Marco

  • Wenn man mal die Historie der Namensgebung von Stockschwämmchen und Gifthäubling ansieht könnte man vermuten daß die erst in der 30er oder 40er Jahren überhaupt in der Welt der Speisepilzsammler wahrgenommen wurden. Davor waren die in der Welt der schwierigen Pilze wohl einigermaßen gut versteckt.

    Dann kamen Krieg und Aufbau, also lange Zeit keine guten Voraussetzungen um das Wissen um diese Pilze groß publik zu machen. Daran wird es liegen, denke ich.

    Zudem, Pilzwissen braucht offenbar recht lange um weit und gut verbreitet zu werden, wenn ich daran denke wann Pilzbücher überhaupt mit aktuellem Wissen aufgefrischt werden.


    Wie lange man überhaupt weiß daß der Gifthäubling zudem giftig ist wäre evtl. ein weiteres Kriterium. Man neigt ja dazu nur vor Gefahr zu warnen.


    Und nebenbei stelle ich fest das Stockschwämmchen ist wieder eine Pholiota. Hurra! :gzwinkern:

    Und noch etwas. DAS Stockschwämmchen ist ja nicht alleine. Wenn wir davon reden meinen wir das gemeine Stockschwämmchen.

  • Soweit ich weiß ist der Gifthäubling in Ausbreitung begriffen. Man vermutet dass er früher in unseren Breitengeraden schlicht derart selten war, dass es praktisch kaum zu Verwechslungen gekommen ist.


    Das Pilzarten seltener oder häufiger werden passiert oft. Vermutlich spielen klimatische und ökologische Einflüsse eine nicht unwesentliche Rolle.

  • Ich hänge mich hier mal dran, weil wir das auch vor kurzem diskutiert hatten.

    Folgendes habe ich verinnerlicht: die Stieloberfläche ist das einzige sichere Merkmal, alle anderen sind unsicher.

    Soll man ein zweites benennen, würde meine Wahl wohl am ehesten auf die Hutschuppen junger Fruchtkörper fallen, auch wenn das bei ausgewachsenen nicht weiterhilft.

    Wir haben dann aber auch noch Literatur gewälzt, da wird einmal die Ausprägung des Rings als weiteres sicheres Abgrenzungsmerkmal genannt (Gminder, Böhning), anderswo die Dextrinoidität des Gifthäublings, makroskoposch am Sporenabwurf überprüft (Lüder).

    Ersteres widerspricht Pablos Ausführung oben, bei letzterem frage ich mich, wie gut das bei Braunsporern überhaupt zu erkennen wäre.

    Welches Merkmal würdet ihr als zweites zur Unterscheidung heranziehen?

    LG, Craterelle

    • Offizieller Beitrag

    Hallo, Craterelle!


    Ich würde das alles so unterschreiben, wie du schreibst. Bis halt auf die Ringausprägung.

    Nach Ansicht der Ringe diverser Gifthäublinge und Stockschwämmchen, erscheint mir völlig unklar, wo da ein Unterschied sein soll. Ist halt bei beiden Arten variabel.

    Dextrinoidität bei Braunsporern ist in der Tat nicht einfach nachzuweisen, das müsste ich mal probieren wie das im Vergleich aussieht. Wäre aber auch für den Ottonormalsammler ein wenig überzogen, von jedem Fruchtkörper einen Sporenabwurf zu machen und dann Melzer draufzutropfen. Dann kann man auch gleich was untes MIkro legen, ein paar Sporen abgucken und hat innerhalb einer Sekunde ja auch absolute Sicherheit...



    LG; Pablo.

  • das Stockschwämmchen ist wieder eine Pholiota. Hurra!

    Ahoj, wo steht das?


    und: das St.-schw. ist auch schon wieder viele?


    LG

    Peter

  • Habe ich doch im Beitrag verlinkt. g:-)

    Sorry, hatte ich überflogen.

    Danke.


    LG

    Peter

  • ... Stockschwämmchen wachsen immer nur auf Laubholzstümpfen. Wenn es Dir also möglich ist den Baumstumpf nach Laub- oder Nadelholz zu unterscheiden, wärest Du schon einmal einen Schritt weiter.

    Hallo Micha,


    unabhängig davon, ob diese Aussage stimmt (dazu gibt es oben ja einige Kommentare), halte ich es für ausgesprochen diffizil Laub- und Nadelholzreste sicher als solche zu bestimmen. Ich übe mich da dran, und (ver-)zweifle immer wieder.


    Die Ökologie gibt vielleicht einen Fingerzeig. Mehr nicht. Es hilft nix, man muss K.m. (oder P.m.) kennen. Oder einfach stehen lassen.


    Grüßle

    RudiS