Ultimatives Ferien-Pilzrätsel

Es gibt 14 Antworten in diesem Thema, welches 2.629 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag () ist von Climbingfreak.

    • Offizieller Beitrag

    Hallo ihr lieben,


    zu meinem letzten Fachberaterkurs


    Fachberater Teil 4: Weiße Pferdchen im Labor


    gabs nicht nur Schimmelpilze zu bestaunen. Nein einen Vertreter, den fast alle von euch kennen gabs auch gezüchtet auf Agarplatte; sogar mit Fruchtkörpern.==Gnolm7==Gnolm7



    3 Tipps gebe ich euch. Der Pilz hat schöne Schnallen. ==Gnolm7==Gnolm3



    Nun, welcher Pilz ist das?


    l.g.

    Stefan

    Risspilz: hui; Rissklettern: bisher pfui; ab nun: na ja mal sehen...


    Derzeit so pilzgeschädigt, das geht auf keine Huthaut. :D


    Meine Antworten hier stellen nur Bestimmungsvorschläge dar. Verzehrsfreigaben gibts nur vom PSV vor Ort.

  • Ahoj, lieber, lieber Stefan,


    Du kannst ja sooo gemein sein!

    Deine breitestgrinsenden Smilies sind also völlig berechtigt.


    ==19

    LG

    Peter

    • Offizieller Beitrag

    Stimmt, ich bin aaaalllermeistens ganz lieb. Ich bin echt mal gespannt, ob den jemand rausbekommt.


    Beorn  Tricholomopsis  Karl W ihr seid meine Favoriten für die Lösung. Ich muss auch zu meiner Schande zugeben, dass ich den Pilz noch nie mikroskopiert hatte, sonst hätte ich schon vorher gewusst, was der für tolle Schnallen hat. ;)


    l.g.

    Stefan

    • Offizieller Beitrag

    Hallo, Stefan!


    Hm, ich hoffe mal, ihr habt mit Atemschutz gearbeitet, oder daß zumindest niemand irgendwelche Immunschwächen oder schweren pulmonalen Vorerkrankungen hatte. :gzwinkern:



    LG, Pablo.

    • Offizieller Beitrag

    Nein, wir waren alle gesund. <X :saint:

    • Offizieller Beitrag

    Aha.


    Dann also nicht S.c.?

    Nun wird's kompliziert, denn "solche" Schnallen sind mir von ungefähr ein paar Dutrzend Arten aus ungefähr ein paar Dutzend Gattungen bekannt.
    Beachtet man nur Pilze, die im Anfangsstadium cyphelloide Fruchtkörper aber schon mit Lamellenansätzen bilden, wird's freilich etwass weniger, aber auch da bleiben ja noch genug Arten aus einigen Gattungen übrig.



    LG; Pablo.

    • Offizieller Beitrag

    S.c. passt schon du Fuchs. ;) :daumen:Wenn ich gewusst hätte, dass der solch schöne Schnallen bildet, dann hätte ich mir den schon eher mal unterm Mikro angesehen.


    Wusste auch vorher gar nicht, dass man den so einfach auf Agar züchten kann und vor allem, dass auch wirklich so einfach Fruchtkörper gebildet werden. War schon eine gewisse Überraschung. Leider war das bei unserer Serpula lacrymans nicht passiert. ==Gnolm7


    l.g.

    Stefan

  • Dann bin ich zu spät online :)


    Ich hätte zwar S. spec. draus gemacht, da man bei Laborstämmen nie genau weiß, welche Kleinart als S.c. bezeichnet wird, aber die Frage nach pulmonalen Problemen bis hin zu Nervenentzündung und tödlichem Hirnfraß hätte ich so auch gestellt ==Gnolm3


    Liebe Grüße,

    Christoph

    • Offizieller Beitrag

    Hallo; Stefan!


    Oh, man kann Vieles auf Agar züchten. Bei sehr vielen Pilzen kommst du damit aber nicht über ein anamorphes Stadium hinaus. Wenn die so viel und so einfach an Nahrung kommen, es denen also so dermaßen gut geht, werden die sich hüten, Energie für geschlechtliche vermehrung zu verbraten. Auch Serpula lacrymans wird man da ein wenig kitzeln müssen, und zB die Umgebungsbedingungen massiv verschärfen (Substratfeuchtigkeit verringern oder übergebührlich erhöhen, Nahrungsangebot reduzieren usw).

    Schnallen gibt's ja bei sehr vielen (mehr oder weniger leicht kultivierbaren) Cortis und S.c. ist ja im Grunde nichts anderes: Ein Corti mit cyphelloiden Fruchtkörpern.

    Superschnallen gibt's zB bei manchen Coniophora - Arten oder (genetisch gesehen ganz andere Baustelle) Phanerochaete im Subikulum: Also doppelte, dreifache oder sogar vierfache, große Schnallen.
    Auch interessant sind "offene" Schnallen bei vielen Cortis, die sich aber auch bei diversen Clavarioiden Pilzen finden.



    LG, Pablo.

    • Offizieller Beitrag

    Euch beiden kann ich aber auch gar nichts vormachen. :) :daumen:


    Irgendwann krieg ich euch schon. :saint:


    Für alle Anderen: Der Pilz ist der Gemeine Spaltblättling; zumindest eine Laborzucht. :)

  • Hallo; Stefan!

    Oh, man kann Vieles auf Agar züchten.

    Hallo Stefan

    da kann ich Pablo nur recht geben, viele von den schönen Dingen, die Du im Kurs gesehen hast, haben wir hier auch immer für mykologische Praktika gezüchtet, einige Arten u.a. durch richtige Nährmedienzusammensetzung oder auch etwas Stress zur Konidienbildung zu bringen war da Teil des Spiels :)

    S.c. hatten wir zwar nicht dabei, aber mir fällt zum Thema auch immer die Dissertation von Wilhelm Mair bei Meinhard Moser ("Untersuchungen über Myzelwachstum und Fruchtkörperbildung bei Boletus edulis Bull. ex Fr.", 1974, Uni Innsbruck) ein, die es im Labor schafften, Boletus edulis immerhin soweit auf Agar zu züchten/pflegen, dass er ein paar ca 1,5 cm hohe Fruchtköperchen bildete. :)


    Grüße aus dem Süden,

    Eberhard

    Chiprechnerei:

    284 (goldene Zeit < APR 2020), viele Min-, wenig Plusse = 269 (Zeitrechnung < APR 2021), minus 25 (APR2021-Teil-(und Aus-)nehm-Gebühren) = 244 – 10 („Büh‘an“(2)&Wetten(8) mit GI) + 9 (Platz 5 geteilt) +5 (Joker-Schnellst-Rauswurf) + 4 (Dank f. APRäsenz) + 10 +8 (Phahlwahl Platz 2&5) = 270 ...Sic transit gloria unki.

    • Offizieller Beitrag

    Hi,


    spannend. :) Leider sind die Ergebnisse der Dissertation nicht in die populäre Literatur eingezogen.


    l.g.

    Stefan

  • Hallo Climby!

    Ich hätte das mit den Schnallen zwar nicht gewusst, habe aber auch sofort an S. c. gedacht. Ich finde es nur etwas schade, dass der Name in Abkürzung hier genannt wird. So haben die später dazugekommenen Miträtsler keine Chance mehr.


    (Falls Du noch ein weiteres Rätsel einstellen solltest, könntest Du vielleicht um Lösung per PN bitten?)

  • Hi,


    spannend. :) Leider sind die Ergebnisse der Dissertation nicht in die populäre Literatur eingezogen.

    Servus Stefan,


    das ist eigentlich der Normalfall, denn die Ergebnisse sind für Populärbücher zu speziell, denke ich. In München hat Prof. Dittrich intensiv an der Kultur von Boletus edulis aud Agar geforscht. Es gibt auch Arbeiten aus Italien.

    Leichter geht es mit Imleria badia und anderen Filzröhrlingen i.w.S. Auch da wurden Primordien und Fruchtkörper erreicht. Das geht aber nicht so einfach, da es eben Ektomykorrhizapilze sind. Es ging nur indirekt in die Populärliteratur ein, da immer wieder behauptet wird, dass Arten wie Paxillus involutus oder imleria badia fakultative Mykorrhizapilze seien, die auch ohne Baumpartner vorkommen können.

    Es gibt zu Paxillus involutus eine sehr aufwendige Studie, die in vivo das Gegenteil belegt. Es wurden die Myzelien von den Baumpartnern gekappt und durch Trennwende separiert. Und siehe da, keine Fruchtkörper mehr - ein Myzel bildete noch welche und da wurde dann eine Lücke in der Trennwand entdeckt und das Myzel hatte wieder Wurzelkontakt.

    Dass Myzelien von Ektomykorrhizapilzen wenige Jahre ohne Partner überdauern können, mag sein (auch da gibt es Publikationen), ohne Partner sind sie aber auf Dauer nicht lebensfähig (Agar ist was anderes, da wird die Symbiose durch die Nährstoffzugabe quasi teils simuliert).


    Insofern als Fazit: doch, sowas geht oft indirekt in die Populärliteratur ein. Manchmal auch mit einer Art Stille-Post-Effekt.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    • Offizieller Beitrag

    Hallo Christoph,


    danke für deine Ergänzung/Erklärung. :)


    l.g.

    Stefan

    Risspilz: hui; Rissklettern: bisher pfui; ab nun: na ja mal sehen...


    Derzeit so pilzgeschädigt, das geht auf keine Huthaut. :D


    Meine Antworten hier stellen nur Bestimmungsvorschläge dar. Verzehrsfreigaben gibts nur vom PSV vor Ort.