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letzter Beitrag von Toffel am

Stereum-Arten (Schichtpilze)

  • Liebe Mykos,


    ich habe eine tabellarische Übersicht der makroskopischen Bestimmungsmerkmale einiger Stereum-Arten zusammengestellt. Ich bitte um eine kritische Überprüfung und Korrektur, ggf. aber auch um Ergänzung weiterer Arten.


    Hier ist ein Bildschirmfoto der Datei, unten findet ihr die Word-Version.


    H Gr Dryocopus


    Schichtpilze, Stereum.doc

  • Hallo, Dryocopus!


    So auf den ersten Blick siehtd as sehr gut aus. :alright:
    Damit kann man arbeiten, in den Beschreibungen und Merkmalen sieht das alles sehr stimmig aus. Eine Art fehlt: Stereum ostrea (Prächtiger Schichtpilz).
    Und natürlich all die Arten, die noch außerhalb von Mitteleuropa vorkommen. Zu trennung von Stereum ostrea und Stereum subtomentosum kann ich aber nicht viel sagen. Stereum ostrea hat Acanthohyphidien, also aus der Trama aufsteigende, zystidenähnliche Elemente in der Fruchtschicht, die mit feinen Tröpfchen gefüllt sein sollen. Zystiden hat allerdings S. subtomentosum auch, aber eben ohne solchen Inhalt.
    Mit meinem Mirkoskop (Billigmaterial, keine Ölimmersion) sehe ich den Unterschied nicht.
    Zur makroskopischen Unterscheidung wurde viel wiedersprüchliches geschrieben, da habe ich kein Vertrauen, solange ich nicht selbst die Arten ein paar Mal untersucht habe (und das geht erst mit besserem material).



    LG, Pablo.

  • Hallo Pablo,



    Eine Art fehlt: Stereum ostrea (Prächtiger Schichtpilz).
    Und natürlich all die Arten, die noch außerhalb von Mitteleuropa vorkommen. Zu trennung von Stereum ostrea und Stereum subtomentosum kann ich aber nicht viel sagen. Stereum ostrea hat Acanthohyphidien, also aus der Trama aufsteigende, zystidenähnliche Elemente in der Fruchtschicht, die mit feinen Tröpfchen gefüllt sein sollen. Zystiden hat allerdings S. subtomentosum auch, aber eben ohne solchen Inhalt.
    Mit meinem Mirkoskop (Billigmaterial, keine Ölimmersion) sehe ich den Unterschied nicht.
    Zur makroskopischen Unterscheidung wurde viel wiedersprüchliches geschrieben, da habe ich kein Vertrauen, solange ich nicht selbst die Arten ein paar Mal untersucht habe (und das geht erst mit besserem material).


    Acanthohyphidien sind Elemente mit fingerartigen Auswüchsen an der Spitze. Makroskopisch habe ich S. ostrea gleichmäßig braun und behaart auf der Oberseite kennengelernt. Auf der Unterseite war der braune Rand an der Seite zur Anwuchsstelle hin breiter ausgeprägt. Ich durfte den Pilz allerdings auch erst einmal beim Forumtreffen bewundern, wobei ich ihn nur als "wahrscheinlich subtomentosum" eingesammelt hatte. Außerdem ist die Art bisher offenbar nur in SW-Deutschland häufiger.


    Viele Grüße
    Steffen

  • Hallo, Steffen!


    Achja, Finger nicht Bläschen. :alright:
    Gut, habe ich auch noch nicht gesehen. Wie groß müssten die denn sein? Sind die ohne Ölimmersion darstellbar?
    Weil wenn ja, dann nehme ich mir demnächst mal wieder ein paar Büschel von den etwas brauneren mit.



    LG, Pablo.

  • Hallo,


    ich war ja bei dem Fund in Offenbach dabei. Für mich war das makroskopisch ganz klar St. subtomentosum, bis Toffel das revidiert hat...
    Ich denke das ist nur mit viel Übung und vor allem vielen Funden, die anschließend noch mikroskopisch abgesichert werden müssen, zu schaffen. Oder aber man heißt Frank (Tomentella) hier im Forum der kann die auch makroskopisch unterscheiden; jede Wette. :D


    l.g.
    Stefan

    Risspilz: hui; Rissklettern: bisher pfui; ab nun: na ja mal sehen...


    Derzeit so pilzgeschädigt, das geht auf keine Huthaut. :D


    Meine Antworten hier stellen nur Bestimmungsvorschläge dar. Verzehrsfreigaben gibts nur vom PSV vor Ort.

  • Hallo.


    Es ist gar nicht gesagt, daß eine makroskopische Unterscheidung überhaupt möglich ist. Es kann auch sein, daß die makroskopische Variationsbreite von S. subtomentosum die von S. ostrea weitestgehend einschließt. Dann blibe nur Mikokopie.
    Aber rein nehmen in die Auftallung kann man sie ja dennoch, schreibt man halt dazu, daß sie sich durch dei Acanthophysen unterscheidet.


    LG, Pablo.

  • Hallo,


    ich habe noch ein Bild, bei dem ich S. ostrea (links) und S. subtomentosum (rechts) gegenübergestellt habe. Der abgebildete S. subtomentosum war übrigens auch ein Fund, der für mich zunächst S. ostrea ähnelte. Auffällig ist auch die Neigung zum Verkahlen bei der Anwuchststelle bei S. subtomentosum. Vermutlich sind auch die Zuwachskanten bei S. subtomentosum heller.



    Die Acanthophysen habe ich damals nur sicher mit Ölimmersion erkannt. Mir fiel aber schon bei 400-facher Vergrößerung auf, dass das Hymenium komplexer erscheint als bei S. subtomentosum, den ich vorher schon mal angesehen hatte. Möglicherweise kann man die Acanthophysen aber auch schon bei 600-facher Vergrößerung identifizieren. Bisher habe ich kein 60-fach-Objektiv, aber ich überlege, mir eins zuzulegen. ;)


    Viele Grüße
    Steffen

  • Hallo, Steffen!


    Das ist gut nur...
    Welcher ist nun welcher? ;)
    Abgesehen davon daß ich bezweifle, daß man aus jeweils einer Kollektion sinnvolle Trennmerkmale ableiten kann.
    Aber ich verspreche, mir im Winter ein paar Schichtpilze vorzunehmen.
    S. ostrea sollte hier in der Gegend ja schon zu finden sein.



    LG, pablo.

  • Hallo.


    Das ist super! :alright:
    Übrigens: Neulich hat IngoW mal die Frage in den Raum gestellt, ob die Fruchtschicht von S. ostrea auch so gilben kann wie die von S. subtomentosum.
    Das wäre mal ein Punkt, auf den man bei Untersuchungen noch achten könnte und die Ergebnisse hier dokumetieren.



    LG, Pablo.


  • H
    Übrigens: Neulich hat IngoW mal die Frage in den Raum gestellt, ob die Fruchtschicht von S. ostrea auch so gilben kann wie die von S. subtomentosum.
    LG, Pablo.


    Ja, das würde mich auch interessieren. Also Aufruf an alle, die S. ostrea nachweislich finden: Daumennagelprobe durchführen - und Resultat melden!


    H Gr Dryocopus

  • Hallo,


    Stereum insignitum =Stereum ostrea ss. auct. europ. gilbt bei Versetzung nicht. Makroskopisch ist das ein kleiner (?) Unterschied zu Stereum subtomentosum. In der Ökologie sind beide Arten aber auch gut zu unterscheiden. Stereum subtomentosum kommt meist an Ufern von Gewässern vor und der Hauptwirt ist Alnus (Erle). Er liebt also kühleres feuchtes Klima und im Gegensatz dazu ist Stereum insignitum wärmeliebend und wächst in eher trockenen Wäldern an Fagus (Buche). Bis jetzt ist S. insignitum nur in Baden-Württemberg, Hessen, Rheinland-Pfalz und im Saarland aufgetreten. In den ostdeutschen Bundesländern gibt es beispielsweise noch keine gesicherten Funde. Fundmeldungen die nicht zur Ökologie dieser beiden Arten passen, sind ohne Belege kritisch zu bewerten.


    LG
    Frank


  • Hallo, Frank,


    sehr gute Informationen. Wir wissen nun, wonach wir suchen müssen, und sind gewarnt, voreilig Funde als St. insignitum = St. ostrea anzusprechen.


    Danke.


    H Gr Dryocopus

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