Porling an Laubholz - vermutlich Antrodia malicola

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  • Hallo zusammen!


    Heute fand ich bei einem Spaziergang entlang einer stillgelegten Bahntrasse mit viel Totholzstämmen folgenden Porling an einem liegenden, noch teilweise berindeten Laubholzstamm (wohl Pappel). Die Fruchtkörper wuchsen an zwei Stellen - an der Schnittfläche des Stammes sowie auch seitlich. Wuchs: resupinat bis pileat, teils treppenförmig. Farbe - gelbweißlich bis cremerosa mit ockergelblichen Anflügen, besonders an der Zuwachszonen, die meist etwas dunkler waren. Konsistenz der Fruchtkörper- zäh und korkig. Poren relativ groß, weit entfernt von der Zuwachskante einsetzend, bei herablaufendem Substrat stark verlängert. Geruch: unbedeutend.


    In unmittelbarer Nachbarschaft der Pilze am selben Stamm wuchsen u.a.: Gezohnter Ohrlappenpilz, Orangeroter Kammpilz, Austern, Schmetterlingstrameten, Spaltblättlinge.


    Die Fotos wurden fast alle mit Blitz gemacht, da das Wetter heute so furchbar trüb war. :(


    Der Stamm:




    Pilze:










    Länge dieses Stücks ca. 2cm.




    Könnte das z.B. eine Antrodia-Art sein, z.B. Antrodia albida? Oder etwas ganz anderes? Vielen Dank schon mal! :)


    Edit: Der Treppenförmige Steifporling (Oxyporus populinus)würde mir inzwischen auch ganz gut gefallen. ;)

  • Hallo Frank,


    vielen Dank!


    Leider habe ich nur sehr kleine zwei Fruchtkörper (in der Größe des auf dem Foto losgelösten Stückes auf den Bildern gestern) mit nach Hause genommen. Die Fruchtkörper sind äußerst korkig und hart.


    Einen von diesen habe ich eben durchgeschnitten, und konnte keine gelatinöse Schicht erkennnen. Das mag aber vielleicht darn liegen, dass dies keiner der größeren und älteren Fruchtkörper war. Eigentlich gefällt mir dein Vorschlag nämlich recht gut. :thumbup:







    Vielleicht sollte ich die Tage nochmal hinradeln und einen größeren Fruchtkörper absägen. ;)

  • Hallo Frank,


    der ist irgendwie ein bißchen sperrig.


    Vielleicht radele ich bei Gelegenheit nochmal zur der Stelle und nehme einen größeren Fruchtkörper mit.


    Danke jedenfalls schon mal für deine Hilfe!

  • Hallo Frank,


    Nein, er riecht sicher nicht nach Anis, das kann ich sagen, zumal ich ja die Anistramte von neulich auch noch hier herumliegen haben.


    Die Farbwiedergabe ist leider nicht immer ganz exakt, doch das letzte Schnittbild kommt z.B recht gut hin... Durchgehend Hellockerweiß, fast schon Hautfarben. Fast scheint es mir, als wäre der mitgenommene Fruchtkörper etwas dunkler geworden beim Trocknen.


    Die Poren bei dem kleinen Fruchtkörper etwa 1-2 pro mm, ich weiß aber das sie bei den großen Fruchtkörpern in der Mitte - wie an auf dem Bildern auch sehen kann, doch wesentlich sein müssen.


    Deshalb werde ich nächste Woche am besten nochmal hinfahren und einen fotografieren, abmachen und mitnehmen. Wenn mir das denn gelingt, die sind wirklich furchtbar zäh... ;)[hr]



    Bei meiner Suche im Netz bin ich soeben noch auf die Hellbräunliche Tramete, Antrodia malicola gestoßen, die mir für meinen Fund sehr gut gefallen könnte...



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  • Hallo Frank,


    vielen Dank, schön, dass dir der Vorschlag dir hier auch als möglich erscheint. *freu*


    Vom Gefühl her würde ich inzwischen sagen, das passt ganz gut.


    Das Exikat scheint tatsächlich mit der Zeit etwas bräunlich nachzudunkeln, Zimtbraun trifft es eigentlich sehr gut, und auch die Pilze am Stamm waren ja keineswegs reinweiß. Aber zuhause kamen sie mir dann dunkler vor, als vor Ort.


    Heute war ich nochmal an dem betreffenden Stamm für eine zweite Fotosession mit Lineal und habe einen weiteren Fruchtkörper abgemacht, zerschnitten und mitgebracht. ;)

















  • Hallo zusammen!


    Ich würde sagen, dass Anna's Funde durchaus mit Antrodia malicola ansprechbar sind.


    Aus eigener Erfahrung jedoch kann ich sagen, dass sich selbst Porlingsspezialisten bei einer makroskopischen Bestimmung per Bild nicht wirklich festlegen wollen und das trifft hier wohl auch auf Frank zu ("...hast Du eventuell Recht...").


    Eine vergleichbare Bestimmungsanfrage habe ich vor fast 4 Jahren selbst gestellt, auch ich bin damals mit einer Vermutung in Richtung Schizopora eingestiegen (dies betrifft die Anfangsvermutung von Anna in ihrem "Parallelthread"), auch damals wurde bei mir die Art Antrodia albida mit ins Spiel gebracht.


    Mein Fund war jedoch für die Experten so interessant (und das dürfte in diesem / bzw. in diesen Fällen immer noch der Fall sein!), dass er mikroskopiert und kartiert wurde. Seither kann man ihn bei der Pilzkartierung Online unter "Antrodia malicola" in Baden-Württemberg bewundern.


    Die ganze Geschichte findet Ihr HIER, auch Ingo war damals dabei.


    Ich denke, dass Werner oder Christoph (oder Frank?) die Funde von Anna sicherlich gerne mikroskopisch absichern würden und dass die Funde danach auch bestimmt einen Ehrenplatz bei der Pilzkartierung Online verdient hätten!


    Grüße an alle Porlingsfreunde,


    Fredy

    Pilzliebe geht durch das Objektiv und nicht durch den Magen!

    Einmal editiert, zuletzt von Fredy ()

  • Hallo Fredy!


    Danke für deine Einschätzung zu Antrodia malicola und den Link zu deiner Anfrage. :thumbup:


    ...natürlich ist es viel schöner, wenn dann aus der Vermutung dann doch Sicherheit wird, da hast du natürlich Recht! :thumbup:


    Hallo Frank!



    Hallo Anna,


    kannst die vermeintliche Antrodia malicola gern mal schicken.


    ...lieben Dank für das Angebot, dann werde ich die Tage mal was von dem Porling an die Adresse schicken, die ich auf deiner Internet-Seite finde.

    • Offizieller Beitrag

    Hallo, Frank!


    den genauen Fundort von Anna kenne ich nicht, aber den gibt sie sicher noch preis.
    Jetzt kommt was Witziges:
    Kann sein, daß da die Tage noch ein zweiter Fundort dazu kommt. Den mir begegnete heute in einem Auwald am Rhein bei Lampertheim ein Pilz mit einer optisch frappierenden Ähnlichkeit:


    Ein wenig heller und ein wenig kleiner und mit einem irgendwie unangenehm - süßlichen Geruch. An liegendem Weidenstamm in einem Bereich, der bei Hochwasser auch geflutet sein dürfte.
    Ich will mir den aber noch durch's scharfe Glas angucken und melde mich dann nochmal mit mehr Daten (auch Fundort, ist klar).



    LG, Pablo.

  • Hallo!


    Zitat

    Hallo Anna und Pablo...


    ...na ja, mich interessiert's auch noch ein bisschen, aber ich scheine wohl bei Frank auf der Ignoriertenliste zu stehen...


    Wenigstens habe ich die Genugtuung, im Kreise der hier Mitwirkenden mit meiner Vermutung richtig gelegen zu haben :) !


    Gruß,


    Fredy

    Pilzliebe geht durch das Objektiv und nicht durch den Magen!


  • Hallo Anna und Pablo,


    es ist Antrodia malicola. Der Fruchtkörper ist ideal reif und alle Merkmale stimmen. Für die Deutschlandkartierung bräuchte ich mal noch die Funddaten.


    LG
    Frank


    Hallo Frank, hallo Pablo, hallo Fredy,


    lieben Dank erstmal an Frank für die Untersuchung und Bestätigung des Fundes als A. malicola, sowie natürlich auch an Pablo (fürs Verschicken) und Fredy (fürs Nachhaken und Mitdiskutieren). :)


    Es freut ich mich natürlich sehr, dass wir gemeinsam auf der richtigen Fährte waren :thumbup:


    Hier noch genaueren Daten zum Fund (bitte gib mir kurz Bescheid, falls da noch etwas fehlt, Frank):


    Baden-Württemberg
    Heidelberg-Süd
    Alter Bahndamm, Rohrbach
    Blatt Nr. : 6618
    64tel MTB: 111
    Funddatum 22.1.2014
    Angaben zum Fund: ruderal, an liegendem Pappelstamm, teilweise entrindet


    @Pablo: Insbesondere das 2. Bild deines Fundes kommt meinem Fund oben wirklich sehr nahe - es würde mich daher auch nicht wundern, wenn es sich auch bei dir um A. malicola handelt.

    • Offizieller Beitrag

    Hallo, Anna!


    @Pablo: Insbesondere das 2. Bild deines Fundes kommt meinem Fund oben wirklich sehr nahe - es würde mich daher auch nicht wundern, wenn es sich auch bei dir um A. malicola handelt.


    Das hat auch damit zu tun, daß der da schon ein paar Stunden erst im Döschen und dann zuhause rumlag. Die Fruchtkörper nehmen mehr und mehr so ein hübsches Zimtbraun an, was freilich auch wieder ein Punkt für A. malicola ist.
    Unters Mikro kommt die trotzdem noch, immerhin die auffällige Sporenform und das Hyphensystem wird sich ja darstellen lassen. dauert aber noch ein bisschen.



    LG, Pablo.

    • Offizieller Beitrag

    Hallo.


    So, mal ein wenig durch mein "Möchtegern - Mikro" geguckt.


    Erstmal die Hyphen im Hutfleisch angeguckt:




    Viel Literatur habe ich ja nicht. Aber bei Jahn lese ich zu A. malicola, daß das Hyphensytem "dimitisch mit trimitischem Aspekt" sein soll. Hier finde ich zwischen breiten und dickwandigen, blassbräunlich getönten Hyphen (= Skeletthyphen?) auch dünnere, hyaline und Verzweigte(= Generative Hyphen?). Dann sind da noch ganz dünne, teils aber auch gefärbte Hyphen, die irgendwie auch etwas knubbelig wirken.
    Das sollte also schon mal passen?


    Vereinzelt meine ich an den "Generativen Hyphen" auch Schnallen zu finden:


    Aber das ist so eine Sache, da bin ich oft nicht ganz sicher, ob ich der Optik trauen darf.


    Kommen wir zu den Sporen. Das war hier etwas schwierig, weil kaum was zu finden war. Und das meiste schien mehr Hyphentrümmer oder Fremdsporen zu sein. Zwei "Sporenarten" kamen in die engere Auswahl, zunächst mal diese hier:

    Wenn das welche sind. Sehr wenige gab's davon, kann auch was Fremdes sein.
    Besser gefielen mir diese hier:


    Davon geb's immerhin etwas mehr, eben auch in unmittelbarer Nähe zu Basidien, seltener freischwimmend. Sieht dünnwandig aus, und die Form müsste auch in etwa passen.


    Die Basidien sollten übrigens viersporig sein, auch da fanden sich nur sehr wenige mit sichtbaren Sterigmen:


    Ob das nun reicht, um A. malicola fest zu nageln? :/



    LG, Pablo.

    • Offizieller Beitrag

    Hallo.


    Ich schubs hier noch mal an, vielleicht gibt's ja bald Erkenntnisse, ob ich hier wirklich Antrodia malicola gefunden habe, oder doch eher eine sonderbare Trametopsis cervina.



    LG, pablo.

    • Offizieller Beitrag

    Hallo, Frank!


    Danke # 1! :thumbup:
    Das ist natürlich interessant, zwei Funde einer eigentlich eher als selten geführten Art, in der selben Region und ungefähr zur selben Zeit.
    Ob der sich in der Ausbreitung befindet?
    Aber an zwei Funden lässt sich sowas natürlich nicht ablesen. Trotzdem wär's interessant, was dann Hartmut, Rudi und Lothar >neulich am Blutsee gefunden haben<. Muss man mal abwarten.
    Vielleicht erhält der Pilz auch nur etwas mehr Beachtung in letzter Zeit.



    LG, pablo.