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letzter Beitrag von Jürgen am

Boletus mit knallrotem Stiel - Boletus rubrosanguineus

  • Wie sich hier herausgestellt hat ist mein Schönfussröhrling wohl keiner. Daher eine separate Bestimmungsanfrage


    Standort: Almwiese am Waldrand von Bergmischwald bei Fichten, 1000müM Berner Oberland, Kalkalpen. Ansonsten sind dort regelmässig Steinpilze und später Fliegenpilze zu finden


    Hut: Blass Walnussbraun mit rötlichen Schimmer, dort wo er im Gras festhing schwarzbraun. Frassstellen mehrheitlich rötend, teilweise blauend (frischere?)


    Röhren: Ziemlich sicher gelb, evtl. leichter Orange- oder Rotstich, sehr dünne Röhrenschicht


    Stiel: Auf der ganzen Länge knallrot mit deutlicher (roter) Netzzeichnung. Frassstellen leicht blauend, ältere rötlich. Druckstellen weinrot bis violett


    Fleisch: weiss-gelb, leicht blauend, Madengänge teilweise rotbraun


    Geruch: nichtssagend, aber auch nicht sehr genau geprüft
    Geschmack: nicht getestet


    Bestimmungsergebnis: Boletus rubrosanguineus / Weinroter Purpurrörling






  • Hallo, Hannes!


    Jup, ist aus meiner Sicht eine Möglichkeit.
    Ich stelle mal noch ein paar Alternativen zur Debatte:
    >Boletus legaliae<
    >Boletus rhodopurpureus<
    >Boletus rhodoxanthus<


    Aus meiner - ziemlich unwesentlichen - Sicht zeigen sich da Merkmale für verschiedene dieser vier Arten. Da traue ich mir kein Urteil zu, weil Funderfahrung fehlt, und hoffe auf Jürgen. :)



    LG, Pablo.

  • Hallo Pablo,


    gut gekontert:alright:. Für alle die lieber die deutschen Beschreibungen haben wollen, hier sind sie:


    http://tintling.com/pilzbuch/a…etus_rubrosanguineus.html
    http://tintling.com/pilzbuch/a…Boletus_rhodoxanthus.html
    http://tintling.com/pilzbuch/arten/b/Boletus_legaliae.html
    http://tintling.com/pilzbuch/a…letus_rhodopurpureus.html


    Ich bleibe trotzdem bei meiner Meinung und würde die beiden letzten wegen des durchgehend roten Stieles sogar ausschließen:D.


    Viele Grüße

  • Da der Pilz offenbar im Gebirgsnadelwald auf 1000 m NN gewachsen ist, tippe ich auf Boletus rubrosanguineus. Die anderen ins Spiel gebrachten Arten sind wärme- und kalkliebende Laubwaldpilze.

    PSVs dürfen weder über I-Net noch übers Telefon Pilze zum Essen freigeben - da musst du schon mit deinem Pilz zum lokalen PSV!

    Einmal editiert, zuletzt von Oehrling ()

  • Der Standort war wie gesagt eine Almwiese am Rande eines Bergmischwaldes, die nächsten Bäume sind Fichten, aber Buchen sind auch in der Nähe, Eichen sind dort keine.
    Der Hang ist aber nach Süden exponiert und man könnte den Standort durchaus als 'wärmebegünstigten, südexponierten Kalkboden' bezeichnen.
    Danach würde ich B. legaliae und B. rhodopurpureus eher ausschliessen, zweiteren auch wegen dem nur schwachen Blauen.
    Bleiben für mich B. rubrosanguineus und B. rhodoxanthus mit Tendenz zu ersterem.


    Danke auf jeden Fall schon einmal für die hilfreichen Hinweise!

  • Hallo!


    Und rodoxanthus dürfte nur im Hut blauen, im Stiel dann gar nicht. Also war wohl Hannes und mein erster Gedanke der richtige, durch Stephan bestätigt, und kommt dann wohl gut hin. :alright:


    Glückwunsch!



    LG, Pablo.

  • Dann sehe ich den Pilz doch als bestimmt an als:


    Boletus rubrosanguineus / Weinroter Purpurrörling


    Vielen Dank für die Hilfe, ich habe ein paar Sachen gelernt:
    - ich brauche bessere Bestimmungsliteratur (in meiner findet sich keiner der Verdächtigen, daher bin ich beim Schönfussröhrling gelandet)
    - auch wenn ein Merkmal sehr markant ist (hier der blutrote Stiel) sollte ich mir alle anderen ganz genau anschauen (hier die Röhren, die zwar gelb waren aber bei genauer Betrachtung hätte ich evtl. rötliche Poren entdeckt und daraus schliessen können dass diese im Alter noch röter werden)
    - den botanischen Name wortwörtlich übersetzen kann weiterhelfen. Hier wäre es dann der 'Blutrote Purpurröhrling' was auf den Stiel meines Exemplares besser zutreffen würde
    - bevor man fragt oder gar bestimmt noch besser recherchieren, eigentlich hätte ich hier im Forum schon auf die richtige Spur kommen müssen: http://www.pilzforum.eu/board/thema-boletus-rubrosanguineus (von Hut und Stiel meinem Exemplar doch sehr ähnlich)
    - ist ein Pilz bestimmt sollte man den richtigen Namen im Titel und Eingangspost ergänzen / korrigieren, das hilft bei der Forensuche und beim Googlen

  • - den botanischen Name wortwörtlich übersetzen kann weiterhelfen. Hier wäre es dann der 'Blutrote Purpurröhrling' was auf den Stiel meines Exemplares besser zutreffen würde


    Hallo ,


    aufrichtige Gratulation zu einem Pilz von dem ich zuvor nie gelesen habe und auch sicher niemals gesehen !


    Latein hab ich nicht gelernt, aber gerade beim Gassi gehen einen Schwammerl gefunden, dessen Name überhaupt nicht passt


    --Lactarius picinus -- / Pechschwarzer Milchling


    der einzige annähernde "Sparringspartner" vom Mohrenkopfmilchling,
    noch dazu an selben Standorten.


    OK, ich weiss nicht wie pechschwarz aussieht, aber der Pilz ist dunkelbraun, somit viel heller als der schwarzbraune Mohrenkopf

  • Hallo,


    ich hatte Boletus calopus und B. rubrosanguineus auf Alpweide unter Fichte schon unmittelbar beieinander stehend. Weil ganz junge Purpurröhrlinge noch graubraunen Hut (ohne Rottöne) und gelbe Poren haben, entscheidet im Zweifel die Geschmacksprobe (calopus bitter, rubrosanguineus mild).


    Grüße, Jürgen


  • Es gibt nicht nur einen "Sparringspartner", wie du ihn nennst (vielleicht in deiner Literatur?), sondern noch ein paar mehr: Lactarius fuliginosus, Lactarius romagnesii, Lactarius pterosporus...


    Wenn der Pilz wirklich nur dunkelbraun und nicht schwarz und damit deutlich heller war als ein Mohrenkopf, war es vermutlich Lactarius romagnesii und nicht Lactarius picinus.

    PSVs dürfen weder über I-Net noch übers Telefon Pilze zum Essen freigeben - da musst du schon mit deinem Pilz zum lokalen PSV!

  • Danke,


    hab ich nun wieder drei neue Namen und auch mal schnell gegoogelt.


    Lactarius romagnesii hat nen recht hellen Stiel, die Hutfarbe kommt jedoch hin, allerdings war bei meinem Fund die Farbe von Stiel nur ein wenig heller als der Hut.


    Werde bestimmt wieder in die Ecke kommen, dann behandeln wir das mit
    Bildern. Will ja schliesslich was lernen.


    PS: der Mohrenkopf kann , je nach Witterung z.b. bei starkem Regen
    die Farbe auch kräftig verändern.

  • Gute Frage!
    Aus meiner Erfahrung...
    - Geruch deutlich "stinkend"
    - eher bei Buchen/Eichen als bei Fichten
    - von der Form her eher gedrungen... von den meisten Satansröhrlingen sieht man nur den Hut und keinen Stiel, weil die so flach sind
    - die rötlichen Töne auf dem Hut an Fraßstellen kenne ich vom Satansröhrling auch nicht


    Gibt nur zwei Stellen, an denen bei uns "bessere" Röhrlinge wachsen - so oft bekomme ich die nicht zu Gesicht - bin mal auf weitere Meinungen gespannt.

  • Hallo Benedikt,


    so weit ab bist Du mit Deiner Frage gar nicht, im Gegenteil: eine entsprechende Vermutung scheint mir durchaus angebracht.


    Es spricht jedoch sicherlich für das hohe Niveau und das Engagement der einzelnen Poster hier, dass man den Satans-Röhrling (B. satanas) bis jetzt nicht einmal erwähnt hat.


    Indirekt allerdings schon, denn der Weinrote Purpurrörling (Boletus rubrosanguineus) heißt ja nicht umsonst auch Falscher Satans-Röhrling oder auch Moser's Satansröhrling = Boletus splendidus ssp. moseri.


    Sehr gut beschrieben ist das im von Hannes2 verlinkten Wiki-Porträt des Weinroten Purpur-Röhrlings.


    Wie ich gerade bemerke, will IF mittlerweile B. splendidus in B. legaliae aufgegangen wissen, B. rubrosanguineus steht dort "alleine" da.


    --> Bedeutet das nun, dass B. splendidus (ssp. moseri) nicht mehr der "Falsche Satans-Röhrling" (in Sinne Moser's) und Synonym von B. rubrosanguineus ist, sondern eine eigenständige Art, die bist jetzt zwar auch schon als "Falscher Satansröhrling", aber unter dem Namen B. legaliae bekannt war und somit stets eine Mykorrhiza mit Eichen eingeht?


    Kann jemand etwas zur "Dreier-Beziehung" "B. rubrosanguineus - B. splendidus ssp. moseri - B. legaliae" beisteuern?


    Warum ist in Wiki eigentlich keine Beschreibung von B. legaliae vorhanden?


    Doch zurück zum eigentlichen Thema:


    Dank Porcini's ausführlicher Beschreibung des Fundortes (Höhe des Fundortes, Baumvorkommen, Ökologie etc.) kann man den Laubwald-Bewohner Satans-Röhrling mit starker Tendenz zu Eichen und Rotbuchen jedoch schon mal an den Rand des Pools der möglichen Arten stellen.


    Ich persönlich würde noch den hier zu sehenden offensichtlich nicht-rundlich-birnenförmigen Stiel, wie ihn der Satans-Röhrlings besitzt und ein Fehlen (eine entsprechende Angabe fehlt leider) dessen nicht immer als angenehm empfundenen Geruches als Ausschlusskriterium sehen wollen.


    Ansonsten geht es mir wir Beorn: Mangels Funderfahrung traue ich mir keinen definitiven Bestimmungstipp zu.


    Alles was ich machen kann, ist in "solchen Fällen" bekannte Merkmale und deren Kombinationen miteinander zu vergleichen, um letztendlich zumindest eine konkrete Vermutung herauszulassen.


    Ich denke, die Art des Blauens, der Fundort und das Aussehen deuten doch sehr in Richtung des vermuteten Boletus rubrosanguineus.


    Einen schönen Tag wünscht Euch


    Fredy

  • Hallo Fredy,


    vielen Dank für die ausführliche und sehr informative Antwort. Stimme dir bei allen genannten Ausschlusskriterien, bis auf die Stilform, vollkommen zu.


    Für mich lassen die von Porcini hochgeladenen Bilder eher eine rundlich-birnenförmige Stilform erkennen, als eine nicht-rundlich-birnenförmige.


    Wenn ich, alleine anhand der Stilformen, Bilder von Boletus rubrosanguineus mit Boletus satans vergleiche, so erscheint mir hier die Stilform von Boletus satans doch eher in Richtung der Bilder von Porcini zu gehen.


    Habe mich primär bei folgenden zwei Bildern aus der Wikipedia orientiert:
    Boletus satans:

    Boletus rubrosanguineus


    Natürlich ist es schwierig über das Internet eine Analyse zu versuchen, und ich glaube auch dass Boletus rubrosanguineus, gerade nach Freddies Ausführungen, vermutlich der gefestigste Bestimmungsversuch ist, mich würde aber dennoch noch eure Meinung zur Stilform interessieren. Gerade weil es mir dann vlt. auch in Zukunft leichter fällt, verschiedene Stilformen zu unterscheiden.


    Schöne Grüße,
    Benedikt

  • Hallo, Benedikt!


    Der Vergleich über Bilder (zumal wenn es nur eins von jeder Art ist) funktioniert nicht. Die Variationsbreite der Arten ist schon beträchtlich; da helfen nur gute Beschreibungen weiter, so man die Arten nicht aus eigenen Funden kennt.
    Gerade die Stielformen sind - wie bei allen Dickröhrlingen - ein eher nachrangiges Kriterium. Wichtiger sind hier Merkmale wie der Geruch, der Standort, Verfärbungsmuster und insbesondere die Hutfarben: Rosatöne schließen da den Satan (Boletus satanas) schon aus.


    [hr]



    Hallo, Fredy!


    Jedenfalls nach GPBWs ist B. splendidus ein Synonym zu B. rubrosanguineus. Theoretisch wäre es das ältere (und zudem ein über lange Zeit gebräuchliches Taxon), aber die Originalbeschreibung sei "schlecht interpretierbar", weswegen die eindeutigere Beschreibung als B. rubrosanguineus bevorzugt werden solle.


    Wie sich das Wirrwar mit den deutschen Namen auflösen ließe, kann ich nicht sagen. Da steige ich selbst kaum durch und plädiere daher dafür, hier immer auch einen wissenschaftlichen Namen hinzuzufügen.


    Jedenfalls wird meine Liste der Röhrlinge, die ich finden will, immer länger. :)



    LG, Pablo.

  • Hallo nochmal,


    der hier gezeigte Pilz ist nach meiner Einschätzung (die sich v.a. auf völlig übereinstimmende eigene Funde stützt) ganz eindeutig Boletus rubrosanguineus und nicht satanas, legaliae, rhodoxanthus, rhodopurpureus etc.


    Aus taxonomischer Sicht ist Boletus rubrosanguineus dasselbe wie B. splendidus ssp. moseri, während Boletus legaliae mit B. splendidus ssp. splendidus identisch ist. Der Name B. splendidus wird für diese beiden nicht mehr verwendet, weil der Autor C. Martin 1894 damit ursprünglich ein stark blauendes Taxon beschrieben hatte, vermutlich das, was heute als B. rhodopurpureus bezeichnet wird.


    Grüße, Jürgen

  • Hallo miteinander!


    Ich hake jetzt an dieser Stelle mal ein. Das hat nicht direkt etwas mit dem Pilz von Matthias zu tun. Der ist ja als Weinroter Purpur - Röhrling (B. rubrosanguineus) abgeschlossen bestimmt.


    Mir geht es um etwas Anderes.
    Wo wir hier gerade etwas in die Gruppe der Purpurröhrlinge eingestiegen sind, bin ich noch über eine weitere, wohl auch in Dt. vorkommende Art gestolpert, und zwar über Boletus luteocupreus (Gelbhütiger Purpurröhrling ?).
    Eine Beschreibung mit Bildern finde ich >hier<, einen hübsch bebilderten deutschen Fund gibt es >hier< zu sehen.
    Interessant ist für mich dabei auch die Fundortangabe von Rudi. Auf dem Würzburger Friedhof tummelt sich doch auch Boletus legaliae (LeGals Satansröhrling), wenn ich das richtig mitbekommen habe?
    Rein optisch (insbesondere von Rudis Bildern ausgehend) sieht das für mich vor allem B. legaliae sehr ähnlich. Die Arten haben aber nichts miteinander zu tun, oder? Zumindest >SpeciesFungorum< führt B. luteocupreus als eigenständige Art, und Bestimmungen von Rudi und Jürgen zweifle ich normalerweise per se nicht an. ;)


    Aber wie sieht es da dann mit der Abgrenzung aus?
    Und müsste unsere Purpur - Röhrlings - Liste (für in deutschland vorkommende Arten) dann nicht so aussehen:


    -> Boletus legaliae = LeGals Satansröhrling (/ Falscher Satansröhrling)
    thermophile Art bei Laubbäumen; Blauend an Poren, Stiel und im Schnitt; Gelbtöne am Hut
    -> Boletus luteocupreus = Gelbhütiger Purpurröhrling
    thermophile Art bei Laubbäumen; Blauend an Poren, Stiel und im Schnitt; ebenfalls mit Gelbtönen
    -> Boletus rhodopurpureus = Blaufleckender Purpur –“ Röhrling
    thermophile Laubwaldart; Blaut auch bei Druck an der Hutoberfläche; Hut mit mehr Rosatönen
    -> Boletus rhodoxanthus = Blasshütiger Purpur –“ Röhrling
    thermophile Laubwald - Art; Hut in grau und Rosatönen; Blaut im Schnitt nur im Hut, Stielfleisch gelb
    -> Boletus rubrosanguineus = Weinroter Purpur –“ Röhrling (/Falscher Satansröhrling)
    Vorkommen in Gebirgsnadelwäldern; Hut blass und mit Rosatönen


    Die Merkmalsauflistungen sind natürlich nicht vollständig. Aber darum geht's hier auch nicht. Nur mal so um einen groben Überblick.

  • Hallo Pablo,


    ich erlaube mir einiges zu präzisieren und zu berichtigen.



    Eine Beschreibung mit Bildern finde ich >hier<


    Die Boletales-Seite von Assyov zeigt B. luteocupreus sehr typisch. Genauso sahen die Funde aus Mainfranken aus, anhand derer ich die Art 1997 in der Mycologia Bavarica erstmals für Deutschland beschrieben habe.


    Zitat

    einen hübsch bebilderten deutschen Fund gibt es >hier< zu sehen.


    Rudi müsste seine Website korrigieren, denn die abgebildeten Funde vom Würzburger Waldfriedhof gehören nicht zu B. luteocupreus, sondern zu Boletus rhodopurpureus fo. xanthopurpureus (gelbhütige Form). (Anm.: Falls beide Arten konspezifisch sind, was noch nicht endgültig geklärt ist, müssen sie aus Prioritätsgründen ohnehin rhodopurpureus heißen.)


    Zitat

    Rein optisch (insbesondere von Rudis Bildern ausgehend) sieht das für mich vor allem B. legaliae sehr ähnlich.


    Boletus legaliae wächst unmittelbar zusammen mit rhodopurpureus (luteocupreus ss. Rudi) bei Eiche. Die Art sieht aber gänzlich anders aus, vor allem hat sie keine Gelbtöne am Hut


    Ergänzt/geändert werden müsste auf jeden Fall:
    -> Boletus luteocupreus = Gelbhütiger Purpurröhrling
    thermophile Art bei Laubbäumen; im Schnitt sehr stark blauend; blaut auch bei Druck an der Hutoberfläche; Hut mit Gelbtönen, Poren und Netz von Anfang an rot
    -> Boletus rhodopurpureus = Blaufleckender Purpur –“ Röhrling
    thermophile Laubwaldart; im Schnitt sehr stark blauend; blaut auch bei Druck an der Hutoberfläche; Hut mit mehr Rosatönen, aber auch gelb (und dann jung gelbporig und -netzig = fo. xanthopurpureus) oder dunkel weinrot (und dann jung rotporig und -netzig = fo. polypurpureus)
    -> Boletus rhodoxanthus = Blasshütiger/Rosahütiger Purpur –“ Röhrling thermophile Laubwald - Art; Hut in weißlich-ocker und Rosatönen; Blaut im Schnitt meist nur im Hut, Stielfleisch leuchtend gelb; Stiel auf gelbem Grund auf gänzer LÄnge blutrot genetzt (Kontrast!)
    -> Boletus legaliae = LeGals Satansröhrling (/ Falscher Satansröhrling) thermophile Art bei Laubbäumen; mäßig blauend an Poren, Stiel und im Schnitt; Hut in grau und Rosatönen (Anm.:KEINE Gelbtöne); Stiel oben orangerotnetzig auf gleblichem Grund, unten rötlich flockig
    -> Boletus rubrosanguineus = Weinroter Purpur –“ Röhrling (/Mosers Satansröhrling) Vorkommen in Gebirgsnadelwäldern, aber auch unter Rotbuchen; mäßig blauend an Poren, Stiel und im Schnitt; Hut mausgrau und mit Rosatönen, bei Reife altrosa bis tief weinrot; Stiel rot mit rotem Netz auf ganzer Länge

  • Hallo, Jürgen!



    Hallo Pablo,


    ich erlaube mir einiges zu präzisieren und zu berichtigen.


    Super. Genau darauf hatte ich gehofft. :alright:
    Das sind in der Tat enorm hilfreiche Korrekturen und Ergänzungen.
    Jetzt glaube ich aber, daß ich in letzter Zeit einige Bilder von einem "legaliae" im Netz sah (Stichwort: Würzburger Parkfriedhof), die irgendwie nicht so richtig passen. Dann ist da vielleicht jemandem irgendwie die Kamera verrutscht. Das muss ich die Tage noch mal raussuchen und etwas kritscher beäugen. ;)


    In diesem Sinne vielen Dank für den Beitrag, der sicher nicht nur mir weiterhilft.



    LG, Pablo.

  • Hallo Jürgen,



    der hier gezeigte Pilz ist nach meiner Einschätzung (die sich v.a. auf völlig übereinstimmende eigene Funde stützt) ganz eindeutig Boletus rubrosanguineus und nicht satanas, legaliae, rhodoxanthus, rhodopurpureus etc.


    meinst Du das relativ quadratische Bild?


    Leider kann ich nicht garantieren, dass ich alle Röhrlingsdiskussionen mitbekomme, in denen auf Fehler in der Wikipedia hingewiesen wird. Entsprechend würde ich mich über Hinweise per PN oder E-Mail freuen. Ansonsten kannst Du natürlich auch selbst in der WP aktiv werden - das gilt auch für andere Pilzfreunde. Ein Wiki ist stets ein Gemeinschaftsprojekt.


    Gruß, Andreas

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