Hallo Liebe Freunde!
ich rolle mal die schönen Tage vom Altmühltal von Hinten auf. Es war wunderschön! Danke nochmal an Maria für die Tolle Organisation!
Am letzten Tag hieß es, es geht auf die Wiesen! Das ist natürlich was für den Enno, der die Wiesenpilze als seine Lieblinge erkoren hat. Aber es gab nicht nur Wiesenpilze zu bestaunen, seht selbst!
Unser Begrüßungspilz an dem Tag, war eine Art welche ich selbst so noch nicht finden konnte.
1. Tricholoma aurantium, Orangeroter Ritterling

Ritterlinge gab es da überall, so konnten wir auch,
2. Tricholoma batschii, den Fastberingten Ritterling finden

Ein Dritter Ritterling im Bunde war:
3. Tricholoma vaccinum, der Bärtige Ritterling

Auch Blühtechnisch war noch etwas los, so zeigte uns Maria...
4. Den Deutschen Kranzenzian, Gentianella germanica

Und:
5. Die Silberdistel, Carlina acaulis

Bei den Fichten an der Wiese wuchsen auch noch, durch Ihren wunderbaren Marzipanduft gekennzeichnet,
5. Wohlriechende Schnecklinge, Hygrophorus agathosmus

Und Dann ging es los mit den Wiesenpilzen!
Der Rudi fand einen Rötling, welcher sich unterm Mikroskop als...
6. Flockenstieliger Rhombensporiger Rötling, Entoloma rhombisporum var. floccipes herraustellte. Dieses Artenaggregat wird derzeit von Nordeloos erneut überarbeitet, weshalb meine Bestimmung nur ein s.l. darstellt.

Hier hänge ich nochmal ein paar Mikros dran:
Sporen:
(8.2) 9.3 - 10.1 (10.6) × 7.9 - 8.2 (8.3) µm
Q = (1) 1.1 - 1.2 (1.3) ; N = 6
Me = 9.5 × 8.1 µm ; Qe = 1.2

Cheilozystiden:

Kaulozystdiden:

Und dann gabs die erste Erdzunge bzw. hier in dem Fall eine Haarzunge:
7. Gemeine Haarzunge in der langsporigen Varietät, Trichoglossum hirsutum var. longisporum

Auch hier noch ein Paar Mikros:
Sporen:
(162.6) 162.62 - 176.67 (176.7) × (5.3) 5.33 - 6.1 µm
Q = (26.8) 26.84 - 33.17 (33.2) ; N = 3
Me = 170.2 × 5.8 µm ; Qe = 29.3


Mit Setae zwischen den Asci:

Ein Überraschender Fund, war auf diesen Trichoglossum (Leider keine Makroaufnahme, da sich dieser befall erst in der Dose gebildet hatte):
8. Hypomyces papulasporae, Hier geht der Dank an boccaccio der die Art erst kürzlich hier vorgestellt hatte. Bisher kannte ich nur Stephanoma strigosum an den Geoglossales!

Weiter ging es mit einem Rötling mit schwach blauem Stiel:
9. Poliertstieliger Zärtling, Entoloma poliopus var. parvisporigerum, eine Art welche wahrscheinlich nicht mehr lange auf diesen Namen hören wird, da diese sich ebenfalls lt. Nordeloos in Überarbeitung befindet.

Auch hier nochmal ein paar Mikros:
Sporen:
(7.7) 8.5 - 10.3 (11.5) × (6.1) 6.4 - 7.7 (7.8) µm
Q = (1.1) 1.2 - 1.5 (1.6) ; N = 30
Me = 9.4 × 7.1 µm ; Qe = 1.3

Cheilozystiden:

Als nächstes fanden wir eine Art welche relativ einfach anzusprechen war und schon durch Ihr Äußeres gut gekennzeichnet ist:
10. Zitzenrötling, Entoloma hebes

Wunderschön und neu für mich waren auch diese Kerlchen hier:
11. Lilastieliger Rötelritterling, Lepista personata

Ebenfalls neu Für mich waren auch diese hier:
12. Dattelbraune Ellerlinge, Cuphophyllus colemannianus

Zum Schluss fanden wir noch eine wunderschöne Keule, welcher ich leider keinen "richtigen" Namen geben kann, da mir die Trennung dieser beiden Arten etwas Schleierhaft wirkt.
13. Fleischfarbene Keulchen, Clavaria incarnata oder Clavaria messapica.

Warum Schleierhaft?
Die Sache ist leider ziemlich verzwickt. C. incarnata wurde in zwei Arten aufgeteilt, einmal in C. incarnata sensu auct. Ohne Leptozystiden Größeren Sporenmaßen mit Violettem Fleisch und mit vergelbung beim Exsikieren. Jetzt kommen wir zu meinem Problem und zwar die andere Art, Clavaria messapica heißt diewelche mit Leptozystiden, durchschnittlich kleineren Sporen, ohne vergelben im Exsikat und ohne Violettem Fleisch. Unser Fund hat diese "Leptozystiden" aber die Sporenmaße von C. incarnata, Besitzt kein Violettes Fleisch und wird schon etwas Gelblich beim Exsikieren. Die Gute Nachricht, von der C. messapica gibt es eine Sequenz, die Schlechte Nachricht von der C. incarnata sensu auct. Gibt es keinen Herbarbeleg und somit keine Sequenz des Originalmaterials. Die einzige Möglichkeit dass Ding zu Bestimmen ist selber eine Sequenz anzulegen und diese mit der von C. messapica zu Vergleichen. Sollte es aber nicht der Fall sein, dass die Sequenzen von C. messapica mit unserem Fund übereinstimmen, wird es noch verzwickter, denn scheinbar soll es noch eine 3. Art im Bunde geben, bei welcher ich noch nicht weiß ob sie schon veröffentlicht wurde. Möglicherweise kann ich das Keulchen sequenzieren lassen.
Die Arbeit zu der C. messapica verlinke ich mal hier: https://www.researchgate.net/profile/Ivona_Kautmanova/publication/274706047_Clavaria_messapica_una_nuova_specie_del_sud_della_Puglia/links/552667650cf2628d5afdef5d/Clavaria-messapica-una-nuova-specie-del-sud-della-Puglia.pdf?origin=publication_detail
Auch hier hänge ich mal die Mikros mit dran.
Sporen:
(6.9) 7.4 - 8.4 (8.5) × (4.8) 5 - 5.5 (5.7) µm
Q = (1.4) 1.5 (1.7) ; N = 6
Me = 7.9 × 5.2 µm ; Qe = 1.5


"Leptozystiden"




So dass soll es erstmal von mir hier gewesen sein.