Hallo Felli,
meines Erachtens passen Standort, Jahreszeit, makroskopisches Erscheinungsbild und Sporenform recht gut zu Entoloma vinaceum (Entocybe vinacea). Deutsche Namen sind Weinroter Rötling oder Winter-Rötling.
LG Ingo
Die Idee klingt nicht unbedingt schlecht. Mir fiel im nachschlüsseln aber die Unterschiedliche Artenauffassung von E. vinaceum in der Literatur auf.
Ludwig sieht diesen Pilz teilweise mit glatten Stielen aber auch mit teilweise mit deutlichen Längsstreifen, angewachsenen schwach ausgebuchteten (am Stiel nur schwach abgerundet) bis herablaufenden Lamellen.
Funga Nordica beschreibt die Art mit glatten Stiel, welcher gelb (var.vinaceum) oder auch rauchgrau (var. fumosipes), schlüsselt diese auch so aus, mit ausgebuchtet angewachsenen Lamellen.
Nordeloos schreibt in Fungi Europaei, Stiel oft verbogen,glatt, poliert oder sehr fein überfasert. Lamellen angewachsen oder ausgebuchtet angewachsen.
So was sehen wir hier? Poliert ist dieser Stiel keinesfalls, auch nicht nur "fein überfasert" sondern die Überfaserung des Stiels ist ziemlich deutlich und erinnert sogar an E. sericeum Stiele. Die Lamellen sind nicht nur angewachsen, sie sind deutlich ausgebuchtet angewachsen. Quasi haben wir hier eine Mischung aus allen Drei Beschreibungen
Das nur mal so am Rande.
Warum ich nicht für E. vinaceum plädiere sind die Viel zu Runden und zu großen Sporen, in jeglicher Literatur wird der max Wert mit 9 µm angegeben, in der FN sogar nur mit 8µm.
aber irgendwas aus der Ecke muss es schon sein. Ich ende mit meinem Schlüsselversuch bei E. turbidum/pseudoturbidum, aber auch da wären die Sporen zu Groß, außerdem haben die Arten einen mehr oder minder convexen bis konischen Hut und nicht so eingedrückt. Was du machen könntest wäre die Sporen nochmal nachmessen. Und in der Schreibform niederzutragen: (minimale Sporengröße) mittlere Sporengröße (maximale Sporengröße). Am Besten die Werte aus einer Messreihe nehmen. 15 Sporen sollten reichen um einen ungefähren Mittelwert zu ermitteln.