Hallo Andreas,
mittlerweile habe ich von anderer - sehr berufener - Seite die Bestimmung als Thelebolus microsporus bekommen.
Schön, dass Dir die "sehr berufene Seite" helfen konnte!
Ich finde es etwas merkwürdig, wenn da so Götter über dem Olymp schweben und alles wissen!
Ohne Diskussion und anonym.
Immerhin haben wir hier seit fast einem Jahrzehnt eine Plattform aufgebaut, wo sich Dungpilzfreune nicht nur aus Deutschland, sondern u.a. auch aus der Ukraine, den Niederlanden und den U.S.A. einbringen. Hier zu diskutieren macht nicht nur Spaß, sondern führt auch zu einem Zugewinn an Wissen!
Aber ok.
Jeder wie er will!
Ach ja, zurück zum Thema.
Thelebolus microsporus kann ich Dir natürlich auch gern bestätigen.
Übrigens habe ich vorgestern Sporormia fimetaria gefunden - bei DEN Sporen gibts doch keine Verwechslungsmöglichkeit, oder?
Naja, wie man es halt sieht, Andreas.
Neben den zwei großsporigen Arten Sporormia fimicola und mirabilis haben wir es vermutlich bei Sporormia fimetaria mit zwei kleinsporigen Arten zu tun.
Einmal die Art von De Notaris, zum anderen die amerikanischen Funde mit größeren Sporen.
Mike Richardson schreibt zu Sporormia fimetaria folgendes:
(In: New and interesting records of coprophilous fungi. Bot. J. Scotl. (1999). 50 (2): 161-175)
"Sporormia fimetaria (De Not.) De Not.Diese Aufsammlungen, zwei britische und zwei französische, haben Pseudothecien von 70-110 µm Durchmesser mit zylindrischen Asci 55-65 x 11-12 µm, welche abrupt in einem kurzen Stiel enden. Die Sporen sind konstant 16-zellig, 37,5-42 x 3-3,8 µm, acht pro Ascus, eng miteinander verbunden, die Bündel sind 40-51 x 9,5-11,5 µm groß, mit gelatinösen Anhängseln an beiden Seiten der Bündel. Nur wenige britische Aufsammlungen...
Sporormia fimetaria sensu Ahmed & Cain (1972) hat Sporen von 50-57 µm Länge, mit Asci 70-80 x 12-16 µm, festgestellt an fünf nord- u. zentralamerikanischen Aufsammlungen.
Ich möchte auf die deutlich kleineren Sporen des ersten schottischen Fundes (Richardson & Watling, 1982) sowie Bell (1983) verweisen, welche zu einer ähnlichen Aufsammlung anmerkt: "Das könnte eine neue Art sein. Die Sporen sind ca. 10 µm kürzer, als Ahmed & Cain für Sp. fimetaria de Not. angeben." (Die Maße nach Ann Bell: 37-40 x 3,5-4 µm).Dissing (1992) beschreibt 11 arktische und nordamerikanische Funde mit Sporenmaßen von 40-55 µm Länge, welche scheinbar die Differenz überbrücken zwischen der kürzersporigen Species aus Schottland, Frankreich und Neuseeland und dem amerikanischem Material mit längeren Sporen und Asci. Leider diskutiert Dissing nicht die Variabilität der Sporengröße seiner Aufsammlungen; die eine, die er abbildet (9 Sporenbündel), hat Sporen von 40-42 µm. Abweichend von Ahmed & Cain's Material sind alle Sporen konstant 16-zellig. Obwohl Ahmed & Cain die Sporen 16-20 zellig beschreiben, sind deren Illustrationen (mit Ausnahme einer 18-zelligen) alle 16-zellig. In der Originalbeschreibung (de Notaris, 1849) fehlen Angaben zur Sporen- und Ascusgröße. Die Sporen sind als 16-18 zellig beschrieben, jedoch sind nur 18-, 19 -, und 20- zellige Sporen abgebildet. Saccardo (1879) beschreibt die Sporen 50-55 x 3-4 µm und, in einer schlechten, offensichtlich ungenauen Darstellung, als 13-19 zellig mit Asci von 100-110 x 15 µm. Rabenhorst (1887) erwähnt im Haupttext Asci von 80 x 14-16 µm, mit bis zu 20-zelligen Sporen, 50 x 4 µm, mit 4 µm langen Endzellen, während die anderen um 2,5 µm lang sind; in einem Untertext verweist er jedoch auf konstant 16-zellige Sporen, 38 µm lang mit Asci 50-55 x 12-13 µm, was an Material denken läßt, dass den rezenten europäischen und neuseeländischen Aufsammlungen recht ähnlich ist, im Gegensatz zu dem Material, das Ahmed & Cain (1972) studiert hatten.
Daher ist es sehr wohl möglich, dass die europäischen und neuseeländischen Aufsammlungen Sporormia fimetaria sensu De Notaris repräsentieren, während Sporormia fimetaria sensu Ahmed & Cain, mit deutlich längeren Sporen und Asci, eine andere Art ist."
In diesem Sinne folge ich den Schlußfolgerungen von Richardson, der in den größersporigen amerikanischen Arten eine neu zu beschreibende Species sieht, während er in der kleinsporigen Art diejenige von De Notaris zu sehen glaubt. Vorläufig bleibe ich dabei, diese kleinsporige Sporormia als Sporormia fimetaria (De Not.) De Not. zu benennen.
Doveri glaubt, dass die Funde von Dissing eine Brücke zwischen den beiden diskutierten Arten schlagen, so dass er die Art sehr weit fasst. Ich denke, dass er das falsch interpretiert.
Soweit in Kürze meine Meinung, ob berufen oder nicht, zu dieser Problematik.
Liebe Grüße, und man sieht mal wieder, das auch scheinbar einfache Pilze nicht immer einfach sind!
Nobi