Ach, das ist ja bitter, Askger. Ich hatte angenommen, der Corona-Pilz-Hype hätte ganz Deutschland erfasst.
Bei uns in der Gegend war das so krass, dass beide Vereine, in denen ich Mitglied bin, die Vereinswanderungen praktisch nur noch für Vereinsmitglieder durchführen, damit sie nicht plötzlich mit über 50 Leuten am Treffpunkt stehen.
Dass du so gar keine Gleichgesinnten triffst (bzw. nur mit langer Anfahrt) ist ja echt schade.
Hinsichtlich der Teilnehmer*innen an meinen VHS-Wanderungen weiß ich gar nicht, womit ich mir die verdient habe, denn wenn ich "einfach so" Pilzinteressierte treffe - sei es im Wald oder bei anderen Gelegenheiten, bei denen wir ins Gespräch kommen - höre ich natürlich auch dauernd das unvermeidliche Steinpilze - Steinpilze - Steinpilze. Tolle Stellen, Gewichtsangaben von krassen Funden, Vorräte, Rezepte, whatever... Ich glaube, beim nächsten Mal, wenn jemand "Steinpilz" sagt, läuft mir Blut aus dem Ohr.
Aber die Leute, die bei meinen Wanderungen dabei sind, interessieren sich tatsächlich für alles Mögliche. Hören zu, versuchen sich am Selber-Bestimmen, geben begeistertes Feedback, kommen im nächsten Jahr wieder. Das freut mich schon total. Ich schreibe das zwar in meine Kursbeschreibung rein, dass der Fokus nicht darauf liegt, sich das Körbchen mit Speisepilzen vollzumachen, aber das müsste Leute, die nur darauf aus sind, Steinpilze zu finden, ja trotzdem nicht abschrecken. Vielleicht sind ja gelegentlich welche dabei, und die heulen dann leise?
Beste Grüße
Sabine
