Alles anzeigenHallo Alex,
bei deinem "Speisetäubling" halte ich auch den Morgenrottäubling (Russula velutipes) für möglich, zu welchem mir der Habitus sogar etwas besser zu passen scheint. Nur mit Geschmacksprobe und Sporenpulverabwurf kommst du dem aber bestimmungstechnisch nicht bei, da braucht es mindestens Chemie (z. B. Sulfovanillin auf der Stielrinde leuchtend magentarot bei R. velutipes, oder Eisensulfat auf der Stielrinde lebhaft orange bei R. vesca), besser noch das Mikroskop (inkrustierte Primordialhyphen bei R. velutipes, Dermatozystiden und Crins-Haare bei R. vesca). Ein erstes Indiz für R. velutipes wären jedenfalls feine, mehlartige Flöckchen an der Stielspitze. Der Morsetäubling zeichnet sich ggü. den anderen Täublingen der foetens-Gruppe nicht nur durch die "Morsezeichen" auf den Lamellenrändern, sondern auch durch einen deutlichen Violettton (verursacht durch den aufliegenden Hutschleim) in der Hutfarbe aus, der deutlich anders aussieht als das lebhafte bräunliche Gelb von R. subfoetens oder R. grata/laurocerasi. Mit R. violeipes liegst du mMn richtig, und L. glaucescens ließe sich gut am Folgetag aufgrund der stark grünenden Milch identifizieren.
Im Übrigen muss ich leider mitteilen, dass in 80 km Luftlinie in südöstlicher Richtung pilztechnisch auch so gut wie nichts geht, allenfalls in den Bachtälern im Schwäbischen Wald haben sie letzte Woche ein paar Flockies, Schönfüße und Breitblätter entdeckt. Mein erster für mich wirklich interessanter Pilzfund steht hierzulande und heuer also noch aus.
FG
Oehrling
Hallo Oehrling und vielen Dank für Dein Kommentar, vollgepackt mit tollen Hinweisen auf die Unterschiede zwischen den Arten! ![]()
Ich werde mir diese Merkmale notieren und beim nächsten mal genau darauf achten.
