Beiträge von Alexander

    Hallo Sven,


    gleich vorab: die Pilze die Du zeigst sind höchstwahrscheinlich Spindelige Rüblinge. Nichts tödlich Giftiges aber auch kein Speisepilz. Überlkeit kann da schon auftreten. Also, kleine Entwarnung.


    Und...das soll Dir klar sein, dass wenn Du diese Pilze mit Hallimasch verwechselt hast, dann kannst Du die Pilze die Du sammelst nicht sicher erkennen. Hallimasche sind nicht gerade Doppelgänger von Spindeligen Rüblingen. Solche Aktionen können auch mit tödlicher Vergiftung oder mit einer Behinderung in Folge von Organschäden durch Pilzgifte enden.

    Hallo Nobi, Ute, Phillip,


    da gibt es doch noch einen interessanten Aspekt - Nachtrocknen bzw. sicherstellen dass keine Feuchtigkeit mehr übrig ist. :thumbup: Wie schön dass wir uns hier darüber austauschen können :)

    Ich trockne grundsätzlich die im Dörrautomaten getrockneten Pilze noch für wenige Minuten im Backofen bei ca. 50°C und Umluft rascheltrocken nach.

    Einfach um sicherzugehen, dass die Feuchtigkeit kompett raus ist.

    Ich mache es genauso mit dem Nachtrocknen. Aber wirklich nur, um auf Nummer sicher zu gehen. Und auch die in der Sonne getrockneten kommen noch mal in die Backröhre.

    Interessant dass ihr im Backofen nachtrocknet. Warum eigentlich wenn schon mal ein Dörrgerät vorhanden ist?


    Ich selbst trockne i.d.R. Pilze wie Kräuter und Beeren im Dörrautomat nach. Bevor ich damit angefangen habe, ist mir nur ein mal ein Fiasko passiert, und zwar letztes Jahr mit Johanniskraut. Alle Pilze und Pflanzen habe ich bis dann sofort vom Dörrgerät in Schraubgläser oder sonstige luftdichte Behälter verpackt und alles war gut. Bei der gesamten Johanniskraut-Ernte gab es allerdings später Schimmel, und zwar in allen drei verschiedenen Behältern. Obwohl das Johanniskraut zumindest optisch und haptisch absolut trocken war, gab es doch irgendwie da drin etwas Feuchtigkeit. Deshalb trocknte ich jetzt nach.


    Ich lasse nach dem Haupt-Dörrvorgang das Getrocknete ruhen, von mehreren Stunden bis über mehrere Tage. Danach wird noch ca. 1-2 Stunden nachgetrocknet, wieder im Dörrgerät, und erst dann wird das Trockengut luftdicht verpackt. So wie ich es verstehe, kann es passieren dass bei schneller Trocknung im Dörrautomat, Teile des Trockenguts ungleichmäßig getrocknet werden (bspw. innen noch etwas feucht, oberflächlich aber trocken, oder am Rand trocken und in der Mitte nicht). Wenn man das Trockengut liegen lässt, verteilt sich die Feuchtigkeit binnen weniger Stunden gleichmäßig. Nach meinem Verständnis ziehen die besser getrocknete Teile die Feuchtigkeit aus den weniger trockenen ab. So hoffe ich, dass mit dieser Ruhepause vor dem kurzen abschließenden Dörrvorgang das Restfeuchtigkeitsrisiko eliminiert wird.

    Hallo Phillip, hallo zusammen,


    wie habe ich das Thema hier übersehen? Ich trockne gerne Pilze :) Viele verschiedene Pilze. Versorge teilweise meine Familie und Freunde damit. ;) Und mache dann auch noch Einzelverkostungen von getrockneten Pilzen und berichte hier davon.

    Aber OK. Vieles wurde schon gesagt, ich kann nur meine eigene Erfahrungen hier noch weitergeben, die sich mit denen meiner Vorredner fast komplett decken:


    1. Gibt es irgendwo eine Liste mit Dörrzeiten und Temperaturen, nach der ich mich richten könnte? Sprich: Welche Arten müssen wie lange ca. bei welcher Temperatur gedörrt werden? Vielleicht gibt es ja pauschal ein Richtwert, nach dem man sich richten kann.

    > Grundsätzlich trockne ich die Pilze bis sie rascheltrocken sind. Das kommt auf die Pilze an, wie durchgenässt sie waren, wie dünn geschnitten, usw. I.d.R. sind es bei mir ca. 8 Stunden auf Stufe 2 (d.h. 40° mehr als Raumtemperatur, also 50-60 Grad).

    > falls nichts dazu in der Anleitung zu Deinem Dörrgerät steht, hier ist die Bedienungsanleitung meines Dörrgerätes. Siehe Tabelle auf den Seiten 8 bis 9:

    anleitung_doerrautomat.pdf

    Das Gerät wurde mir übrigens hier im Forum von nobi und Mausmann empfohlen, leistet mir beste Dienste seit ein paar Jahren, auch beim Trocknen von Kräutern.


    3. Welche Gläser sollte ich verwenden? Bügelgläser oder sind Marmeladen-Schraubgläser besser?

    > egal, Hauptsache luftdicht. Manche Pilze ziehen Luftfeuchtigkeit schnell an, bspw. Parasol. Rascheltrockene bruchige Parasole werden nach einem Tag elastisch wenn sie nicht luftdicht gelagert werden. Meine Eltern trocknen Pilze allerdings an der Luft und lagern sie dann in Stoffbeuteln, Papiertüten und so. Ihre Pilze sind nicht rascheltrocken, dann kann man halt kein Pilzpulver daraus machen :) Das funktioniert allerdings auch und solche Pilze sind ebenso jahrelang haltbar. Ich finde luftdichte Gläser besser, da geht kein Aroma raus. Aber die Pilze müssen dafür total trocken sein, rascheltrocken eben, sonst darf man sie nicht luftdicht aufbewahren denn es könnte schimmeln. <X


    4. Ich habe noch nie Trockenpilze verwendet: Wie lange sollte ich die Pilze einweichen? Ich habe gehört ca. 12h sind immer gut, habe aber Angst dass Steinis zum Beispiel matschig werden.

    > ich weiche idealerweise über die Nacht ein und verwende Einweichwasser mit. So soll der Geschmack besser rüberkommen. Manche Leute geben trockene Pilze direkt in ihre Suppe ohne einzuweichen. Probier ruhig beides aus, am Besten im Direktvergleich :) Eins habe ich allerdings nie gehabt - matschige Pilze nach Einweichen. Sogar andersrum, weiche Pilze (Birkenpilze, Parasolhüte) werden bissfester wenn sie zuerst getrocknet und dann eingeweicht wurden. Pilzpfanne aus frischen Birklenpilzen ist etwas zwischen Ragout und Brei. Aber wenn man getrocknete Birkenpilze aufweicht und brät, dann sind sie recht fest. Wir hatten sie sogar einmal so zubereitet als Füllung für selbstgemachte Sushi verwendet. :)


    5. Fruchtschicht bei größeren Röhrlingen entfernen zum dörren? Anmerkung: Beim frisch zubereiten entferne ich die Röhren grundsätzlich ab einem gewissen Alter der FK.

    > Nicht entfernen, warum denn den vollen Geschmack reduzieren? Es sei denn dass der Pilz alt ist und sein Schwamm zum Brei wird. Solche Pilze soll man aber weder essen noch trocknen.


    Noch eine kleine Sache: Ich hätte Angst, dass mir die Pilze verderben, wenn ich sie an der frischen Luft einfach so vortrockne. Vergreifen sich da nicht auch vielleicht ungewollte Gäste dran?

    Prinzipiell finde ich das ansonsten eine sehr gute Idee mit dem Vortrocknen.

    Bewohner die beim Trocknen an der Luft einziehen? Theoretisch möglich, aber das habe ich noch nie gehabt. Wenn es viele Pilze gibt, mache ich mein Dörrautomat voll und der Rest liegt dann über die Nacht, geputzt und zum Trocknen bereits geschnitten, auf dem Tisch bis die erste Ladung gedörrt wurde. Nie Probleme gehabt. Früher, in meiner Kindheit, haben wir die Pilze immer an der Luft getrocknet, an Fäden aufgefädelt ;) Ich glaube nicht dass da mehr passieren kann as bei Obst das irgendwo rumliegt.

    Hallo Stefan,


    ein toller Bericht, Danke fürs Zeigen! :thumbup: Gerne mehr davon :)


    Ich wollte noch anmerken, dass dieser Kleine Odermennig (Agrimonia eupatoria) eine Heilpflanze ist und ergibt einen recht angenehm schmeckenden Kräutertee. Bei uns im Rhein-Neckar Raum ist diese Pflanze recht häufg. Ich habe vor einer Woche genug davon gesammelt und getrocknet, wird als Teezutat bei meinen selbstgemischten Kräutertees benutzt.

    Es gibt ja eine Versionshistorie die man wiederherstellen kann. Das Stockschwämmchen war wohl am 20. Dezember 2019 versehentlich flöten gegangen.

    Cool! Danke, Schupfnudel:thumbup: Wusste ich nicht... Habe gegoogelt und festgestellt dass der Punkt "Version history" unter "FIle"-Menü bei mir ausgegraut ist. Vielleicht muss man bei Google eingeloggt sein um die Versionsgeschichte sich anzuschauen.

    Bin ich blind? Ich finde das Sockschwämmchen nicht mehr in der Liste. Nicht Mal mit der Suchfunktion ==Gnolm22

    Das ist ja doof... ich hatte schon mal den Eindruck, dass die Liste kürzer geowrden ist :cursing: Toll, dass Du da konkreten Verdachtsfall genannt hast, Craterelle! :thumbup:


    Ich habe ja ab und zu die Tabelle als Datei gesichert, weil eben jeder da frei rumeditieren kann und Datenverlust passieren kann, auch ganz ohne bösen Absichten ;)

    Leider ist meine Backup-Datei schon etwas älter, vom 11.11.2019, aber dort war Stockschwämmchen noch drin. Die Zeile habe ich wieder in die gemeinsame Google-Doc Tabelle reinkopiert. Nächstes Backup von mir war am 24.06.2020, dort fehlte das Stockschwämmhen bereits.


    Wenn ich etwas mehr Zeit habe, kann ich Abgleich machen und schauen ob weitere Pilzarten verschwunden sind.

    Hi!


    Ich wüsste nichts was dagegen spricht, die Temperatur muss halt hoch sein, und beim Dampfgaren ist das doch kein Problem?

    Was die Zeiten angeht, hat Oehrling schon 15-20 Minuten genannt.


    Ich möchte noch was hinzufügen, was mir ein Pilzsachverständiger mal gesagt hat. Und zwar, erst wann die Pilze in der Pfanne zischen, dann kommt ein Deckel drauf, und ERST DANN beginnt die Garzeit. Die Flüssigkeit von Pilzen verdampft und durch den Deckel bleibt dieser heißer Dampf eine Weile lang in der Pfanne drin. So kann es garantiert werden dass alle Pilze gut durchgehitzt sind. Ansonsten könnten die Stückchen die oben in der Pfanne liegen nicht ausreichend durchgegart sein. Wie die Pilzstückchen beim Rühren innerhalb der Pfanne umgelagert werden ist eine Glückssache, man soll sich lieber nicht auf Zufall verlassen, denke ich.

    Einzige Ausnahmen sind für mich solche Pilze wie Reizker, Parasole und Zuchtchampignons, diese bereite ich ohne Deckel zu.

    Hallo Alexander,

    sehr interessant, Deine Bilder. Ich habe den Zottigen Schillerporling noch nie an Maulbeeren gesehen. Sind Deine Bilder Nr. 10 und 11 auch von dem Maulbeerbaum m. dem Zottigen?

    Das ist nämlich definitiv die Amerikanische Maulbeere bzw. Rote Maulbeere (Morus ruba L.)! Das wäre Klasse, wenn Du dies bestätigen könntest.


    LG Mischa

    Hallo Mischa, Danke für die Anmerkung! Ich kenne mich da leider nicht wirklich aus. Nach meiner laienhaften Einschätzung anhand der Früchte könnten die Bäume Morus alba und Morus rubra sein, wahrscheinlich durcheinander wachsend und möglicherweise sogar hybridisiert.


    Dieses Bild ist vom selben Baum wie der frischere Pilz, von anderen Bildern kann ich leider nichts genau sagen:

    So, als Nächstes waren die Nelkenschwindlinge dran, die wie erwartet gut waren. Für mein Geschmack sogar sehr gut. :thumbup:

    Wer Stockschwämmchen für die beste Suppeneinlage hält, dem kann ich nur empfehlen die Nelkenschwindlinge zum Vergleich zu probieren ;)

    Ein Testesser fand sie zwar ziemlich gut, aber es ein angenehmer pilziger Nachgeschmack wurde vermisst. Im Durchschnitt waren wir allerdings bei knapp 9 Punkten.


    Hier ein Bild um vor allem die Farben von getrockntenen Pilzen, eingeweichten Pilzen und Pilzpulver zu zeigen. Leider habe ich es versäumt die fertige Suppe zu fotografieren, sie wurde ziemlich schnell gegessen.


    Hallo zusammen!


    Ist das ein Zottiger Schillerporling (Inonotus hispidus) auf Maulbeerbaum? Für Bestimmugnstipps zu diesem Pilz wäre ich sehr dankbar :)

    Fundort ist die Maulbeerinsel mitten in Mannheim mit vielen alten Maulbeerbäumen, link zur Wikipedia

    Datum: 1. Juli 2020


    Die Pilze saßen leider recht hoch, ich bin weder mit der Nase noch mit der Hand dran gekommen.







    Hier noch ein älterer FK am anderen Baum:




    Hier noch ein paar Bilder von exotischen Maulbeeren.

    Es gab welche die auch in reifem Zustand weiß blieben, höchstens rosa überhaucht waren. Es gab aber auch welche die ähnlich wie Brombeeren sich verfärbt haben, über rot zu schwarz.
    Eventuell sind das sogar verschiedene Arten der Maulbeerbäumen (Gattung Morus).




    Hallo zusammen!


    Ich war heute mit Familie im Wald, Kräuter sammeln und spazieren gehen. Pilze wachsen momentan eher wenig, aber man findet immer wieder etwas.


    Auch heute Pilze gab es kaum, aber ausser seltenen Düngerlingen und Tintlingen gab es zwei leckere Überraschungen, zufällig beim Vorbeilaufen entdeckt:

    Ich bin nicht sicher ob es Parasole sind, aber auf jeden Fall Riesenschirmlinge (Gattung Macrolepiota) mit genatterten Stielen und verschiebbaren Doppelringen.


    Einzelner frischer Täubling:

    Und dann noch zwei Pilze die ich erst mal als Große Scheidlinge identifiziert habe, da bin ich mir aber nicht 100% sicher. Die Lamellen sind frei, jung weiß, im Alter rosa-braun, Stielbasis mit Resten der Gesamthülle, ohne Ring oder Ringzone. Geruch rettichartig. Was kann es sonst sein?


    Hallo zusammen,


    ich habe die Liste gestern um zwei Arten erweitert:

    • Laubholz-Knäueling (Panus conchatus), 7
    • Grauer Lärchen-Röhrling (Suillus viscidus), 5

    Die Laubholzknäuelinge waren noch ganz jung und bereits etwas zäh. Die Hüte waren aber noch durchaus OK, nicht zu zäh um sie zu essen. Geschmacklich fand ich sie durchaus interessant, gar nicht schlecht für einen Pilz der überhaupt nicht als Speisepilz bekannt ist.



    Hallo Thomas,


    Danke für den Link, noch nie davon gehört.

    Von kommerziellen Seite abgesehen, finde ich die Idee toll, warum nicht? Pilze sind sehr universell einsetzbar, ich finde es gut wenn Neues (oder was vergessenes Altes) damit probiert wird.

    Hallo Jim,


    ja, das ist er. Sehr gute Bilder :thumbup: Da gibt es noch eine verwandte Art auf Nadelholz, Laetiporus montanus. Diese Art habe ich selsbt noch nie gesehen. Solche Funde zumindest auf Laubholz bestimme ich schnell als "Schwefelporling".


    PS: ich weiß nicht ob Dein Fund sehr jung ist. Sehr alt ist er nicht, aber zum Essen wäre er nichts mehr, wenn ich mir die Unterseite mit gelben Poren anschaue. Bei ganz jungen FK sind die Poren kaum zu sehen, die Unterseite wirkt fast glatt.

    Hallo Craterelle,


    interessantes Thema :thumbup: Mir kommt als erster der Parasol in den Sinn. Ich empfinde sein Geschmack als nussig. Aber nicht nach Mandeln oder Walnüssen oder Haselnüssen sondern, genau wie Du es schön formuliert hast "eher allgemein nach der Idee von Nüssen". So schmeckt mir auch Avocado, etwa nach einer Idee von Nüssen :)


    Beim Geruch vergleichen wir ja auch Pilze mit Mehl, Gurken, Jod, Anis, Marzipan, Kartoffelkeller, Waschküche, Aas, usw. Das sind meiner Meinung nach ge­wagte Analogien. Mehl und Gurke riechen nicht gleich. Aber ein Maipilz riecht so, dass ein Mensch sein Geruch als mit Mehl und Gurke vergleichbar findet.

    Hallo zusammen!

    Heute am Feierabend ist bei uns Gewitter vorausgesagt... aber ich bin früh aufgestanden und noch vor der Arbeit ein paar Stunden beim besten Wetter im Wald verbracht.

    Es sind immer noch wenige Pilze da, die erhoffte Pfifferlings-Explosion ist nicht stattgefunden, aber es gab einiges zu sehen und sogar einiges für die Pfanne. ==Premiere

    Zuerst essbares:


    Körnchen-Röhrling oder Schmerling (Suillus granulatus). Mein Erstfund 2020.


    Nelkenschwindlinge! Leider waren die meisten ziemlich madig...


    Einzelner Pfifferling. Mein Erstfund 2020.


    Irgendwelche rötende Champignons.
    Meine unsichere Vermutung anhand von Verfärbung, Geruch nach Zuchtchampignons, Größe, Fundort "im Feld": Wiesenchampignon (Agaricus campestris)


    Parasol im weiteren Sinne. Die Überraschung des Tages und mein Erstfund 2020.


    Die kleine aber feine "Juni-Ausbeute" von heute:



    Sonst wurden u.a. folgende Pilze gesichtet:


    Rehbrauner Dachpilz, Blutmilchpilze und Schichtpilze im Hintergrund


    Weitlöcheriger Stielporling (Polyporus arcularius)


    Einzelner Scheidenstreifling, höchstwahrscheinlich der rotbraune (Amanita fulva)


    Die Samtfusskremplinge


    Ein Trichterling?


    Vermutlich Waldfreundrüblinge:


    Meine Vermutung: Geweihförmiger Schleimpilz (Ceratiomyxa fruticulosa). Ja, ja, ich weiß, das ist kein "echter" Pilz :P Der Blutmilchpilz oben war auch kein "echter".


    Manchmal finde ich solche historische Getränkedosen, aus der Zeit als Cola, Fanta, usw noch ein ganz anderes Erscheinungsbild hatten als heute. Hier vermute ich sogar dass die Dosen von amerikanischen Soldaten dort hinterlassen wurden, damals als die Amis noch in Wäldern rund um Mannheim geübt haben.

    Hallo Alexander, jetzt bin ich richtig gespannt auf Deinen Vergleich zu den Nelkenschwindlingen. und: schade, dass Du keine Goldröhrlinge im Programm hast. Die muss ich dann wohl selbst ausprobieren. Ich las neulich, die wäre sehr gut. Hab das aber noch nie solo getestet.

    Hallo Claudia!


    Nelkenschwindlinge habe ich schon mal frisch in einer Suppe verkostet und fand sie sehr sehr gut. :thumbup: Bin auch gespannt ob die getrockneten da ran kommen.


    Goldröhrlinge hatte ich zwar vor zwei Jahren im Programm gehabt (siehe das 1. Bild gaaanz oben), aber nicht genug um sie "solo" zu verkosten. Ich vermute dass sie in getrockneter Form geschmacklich ähnlich wie die anderen Schmierröhrlinge wären, die ich bererits probiert habe. D.h. ziemlich mild, gute Konsistenz, aber wenig Aroma. D.h. für mich - kann man zwar gut trocknen, aber es gibt da bessere Pilze für mein Dörrgerät. Die Goldröhrlinge lege ich inzwischen lieber sauer ein, sowie die meisten anderen Schmierröhrlinge.

    Hallo Peanut,


    zum Pilz und Kontaktgiften hast Du bereits gute Antworten bekommen.

    Ich möchte noch folgendes ergänzen:

    • das mit Kontaktgiften gilt nur für Pilze in Mitteleuropa, nicht für Pfalnzen. Es gibt Pflanzen die man nicht anfassen soll, bspw. Riesen-Bärenklau
    • Die meisten essbaren Pilze gelten roh als unverträglich oder giftig. Manche Wulstlinge (Gattung Amanita, zu der auch der Pilz auf Deinen Fotos gehört) beinhalten Hämolysine. Das sind die Stoffe, die rote Blutkörperchen auflösen. Viele Pilze soll man dehalb vor dem Essen unbedingt durchgaren. Erst durch Erhitzen werden nicht hitzebeständige Stoffe, bspw. Hämolysine in Perlpilzen, neutralisiert.

    Hallo Wastel.

    Ja, das ist er, schönes Bild. :thumbup:

    Ich habe vor wenigen Tagen den auch an mehreren Stellen gesehen. Er hat jetzt "seine Zeit" oder phänologisches Maximum, wie Pablo wahrscheinlich sagen würde ;)

    Ahoi Alex, spannendes (und fein dokumentiertes) Projekt. Ich stehe ja total auf den Geschmack von Reizkern. Ein paar Menschen kenne ich, denen die Edelreizker zu festfleischig sind, deshalb wäre meine Konservierungsmethode der Wahl nach wie vor eher Einlegen als Trocknen. Ich bin gespannt auf die weiteren Arten.


    LG, Craterelle

    Hallo Craterelle! Oh ja, eingelegt finde ich die Reizker auch besser (oder auch eingesalzen). Sie sind zum Glück unviersell einsetzbar.

    Getrocknet oder als Pilzpulver kommt der Geschmack allerdings näher an die frischen Reizker, finde ich.

    Getrocknete Reizker bekamen von uns die Noten 7 bis 8.

    Ja, genau, ich habe Reizker getrocknet. :cool: Die meisten Pilzbücher und die meisten Pilzfreunde sagen dass man Reizker nicht trocknen soll. Warum denn nicht? Manches Pilzbuch sagt dass man alle Speisepilze trocknen darf, manche muss man dann halt zum Pulver vermahlen. Fredo sagte mir allerdings schon vor ein paar Jahren dass bei Reizkern selbst das nicht unbedingt notwendig ist, mann kann sie sogar "ganz normal" trocknen und verwenden. Das müsste ich ausprobieren.


    Ich habe meine Reizker in dünnen Streifen geschnitten in einem Dörrgerät getrocknet. Es sind Edel-Reizker gemischt mit Wechselblauen Reizker.

    Das Ergebnis ist durchaus positiv!

    Das einzige Ungewöhnliche wäre hier die Konsistenz. Die Konsistenz ist auch bei frischen Reizkern seltsam, nicht pilzig sondern eher gemüseartig, das hat was mit Zellenaufbau der Milchlinge und Täublinge zu tun. Ich glaube dass es diese andere Konsistenz ist, was manche Pilzfreunde an getrockneten Reizkern stört. Anders bedeutet natürlich nicht gleich schlecht. Die Reizker sind gut eingeweicht und durchgekocht gewesen, weder zäh noch hart. Und geschmacklich sind die Reizker auch getrocknet absolut in Ordnung!



    Etwa die Hälfte wurde zum Pulver vermahlen, die andere Hälfte über Nacht eingeweicht.



    Die Reizker-Suppe in der Reizker-Farbe :)

    Trockenpilz-Verkostungen Phase II

    Hallo zusammen,


    ich möchte diese Verkostungsreihe nach einer längeren Pause mit weiteren Arten fortsetzen. Da hat sich bei mir im Vorratsregal in letzten zwei Jahren so Einiges gesammelt was ich im Form der Trockenpilze noch nie probiert habe, bspw. Perlpilze, Schopftintlinge, Kiefern-Habichtspilz, Netzhexen und auch solche Arten die normalerweise nicht getrocknet werden: Riesenporlinge und Reizker.



    Diesmal habe ich kleine Korrekturen zum obigen Rezept vorgenommen:

    • Ghee statt Pflanzenöl
    • Mehlschwitze wird separat zubereitet und dann zur Suppe gemischt
    • 0,5-1 TL Gemüsebrühe-Pulver statt Dill und Petersilie
    • Die Gesamtmenge wurde auf 2/3 der Angaben im Rezept oben reduziert (d.h. ca. 400g Kartoffel), damit wir etwas kleinere Portionen haben. So bekommen wir genau 4 Teller Suppe.


    Hier sind die Kandidaten für kommende Verkostungen:



    obere Reihe: Steinpilze, Flockenstieliege Hexenröhrlinge, Netzstielige Hexenröhrlinge

    mittlere Reihe: Riesenporlinge, Kiefern-Habichtspilz, Nelkenschwindlinge

    untere Reihe: Perlpilze, Reizker (Edel- und evtl. auch die Wechselblauen), Schopftintlinge (vorwiegend Stiele)


    Nach einer Trockenpilz-Verkostungs-Pause fangen wird wieder mal mit Steinpilzen an um die Geschmacksempfindung zu justieren. Geschmack der Steinpilze enspricht der Note "10". D.h. wenn eine Pilzsuppe mit einer anderen Art nur halb so gut wie die Steinpilzsuppe schmeckt, bekommt diese Art die Note "5". Sollen wir eine Art verkosten die doppelt so gut wie der Steinpilz in dieser Suppe schmeckt, könnte diese Art theoretisch die Note "20" bekommen. Das war aber bis jetzt noch nie der Fall, weil die getrockneten Steinpilze zu den besten Trockenpilzen gehören, d.h. de facto ist die zehn der Steinpilze auch die höchste Note. Aber wir lassen uns gerne eines besseren belehren :D


    Hier unsere neue "10-Punkte-Mustersuppe" mit getrockneten Steinpilzen:



    Steinpilze getrocknet und eingeweicht:


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