Beiträge von Wutzi

    Hallo benola, wer sagt dir eigentlich, dass die Leute, die dir hier antworten ausreichend Erfahrungen mit Pilzen besitzen? Vielleicht hat dir ja jemand geantwortet, der nicht viel mehr Ahnung hat als du. Aufgrund deiner dürren Informationen hätte ich mir eine seriöse Bestimmung jedenfalls nicht zugetraut.


    Also nicht dass ich dich verunsichern wollte. Aber lies doch mal das hier.

    aurantiosplendens und laeta sind übrigens zwei Arten, die mir bislang aus dem Weg gegangen sind.
    Auch schön, daß es immer noch Neues zu finden und zu entdecken gibt.

    Hallo Pablo,

    vielleicht muss das alljährliche Saftlingstreffen einfach mal nach Thüringen verlegt werden ==Gnolm7 . Und zu deinen Überlegungen zu H. spadicea im Nachbarthread: Das wird ja wahrscheinlich nicht der letzte dürre Sommer gewesen sein. So von der Hand zu weisen finde ich das nicht, dass manche Arten mehr und andere weniger auf Dürre reagieren. Wir werden. das einfach mal beobachten.

    Mir ist heute aufgefallen, dass die Saftlinge ganz überwiegend am Waldrand standen. Also im Schatten der Bäume, bis zu 20 m entfernt. Dann war Schluss, wie abgeschnitten.



    Maria und Mykovino es ist immer schön, wenn sich auch ein paar andere Leute begeistert können an dieser Pracht. Leider waren sie heute schon nicht mehr so richtig schön - ausgeblasst, überständig. Schade, dass der Pilzherbst nicht länger dauert.

    Uiuiui ==Gnolm4 ,

    die Macht der Finsternis nähert sich mit großen Schritten. Ich spüre eisigen Wind. ==Gnolm19

    Don Gnolmeone und seine windigen Gesellen sind im Anmarsch. Also ist es höchste Zeit, Vorkehrungen zu treffen, damit seine von langer Hand ausgeheckten Betrügereien und Bestechungsversuche unterbunden werden können. Da wird die Wutz wieder eine unerschrockene Rotte von Gefolgsleuten der hellen Mächte um sich versammeln müssen. Hach kaum wird's ruhiger mit den Pilzen, ist wieder jede Menge Arbeit in Sicht. ==Gnolm12


    Egal. Wir werden es auch in diesem Jahr wuppen. ==Pilz23

    Hallo zusammen,

    leider geht die Saftlingssaison zu Ende und es ist Zeit, Bilanz zu ziehen. Nachdem es bis in den September gar keine Pilze gab, explodierten die Saftlinge auf den Magerwiesen im Oktober nach dem Regen regelrecht. Dabei war auffällig, dass sich in diesem Jahr erstmals Arten zeigten, die ich hier sonst nicht finde und sich sonst häufige Arten kaum oder gar nicht zeigten.


    Den Dattelbraunen Saftling - Hygrocybe spadicea konnte ich das erste Mal bewundern und zwar nicht nur einzelne Exemplare, sondern gleich auf mehreren Wiesen mit jeweils mehr als 10 oder 20 Fruchtkörpern. Dasselbe konnte ich beim Papageiensaftling - Hygrocybe psittacina, bei dem Zähen Saftling - Hygrocybe laeta, beim Granatroten Saftling - Hygrocybe punicea und dem Prächtigen Saftling- Hygrocybe splendidissioma beobachten. Erstmals konnte ich auch - Juchtenellerlinge - Cuphophyllus russocariacea und Graue Saftlinge - Hygrocybe irrigata finden.


    Von den in den letzten Jahren recht häufigen Kirschroten Saftlingen - Hygrocybe coccinea, Honigsaftlingen - H. reidii , Zerbrechlichen Saftlingen - H. ceracea, Glänzenden Orange-Saftlingen - H. aurantiosplendens und Stumpfen Saftlingen - H. chlorophana gab es nur wenige. Völlig fehlten H. ovina und H. nitrata. Ob das etwas mit der extremen Dürre zu tun hat, ist zwar reine Spekulation. Aber auffällig ist das schon.


    Vielleicht waren die Wiesen ja nur verhext.

    1.



    Hygrocybe spadicea - persönlicher Erstfund

    2.


    Hygrocybe aurantiosplendens - Unmengen in allen Altersstufen

    3.


    3.1



    3.2.


    3.3.


    3.4.


    3.5.


    3.6.


    Hygrocybe psittacina - ebenfalls massenhaft

    4.


    4.1.


    4.2.


    4.3.


    4.4.


    Hygrocybe laeta - auch Unmengen

    5.


    5.1.


    Hygrocybe chlorophana - nur Einzelexemplare

    6.


    Hygrocybe aurantiosplendens - durchnittliches Aufkommen

    7.


    7.1.


    7.2.


    Hygrocybe punicea - noch nie gesehene Mengen. Ich fand 52 Fruchrkörper an nur einer Stelle.

    8.


    8.1.


    8.2.


    8.3.


    8.4.


    Da staunte sogar der Pilzspürhund.

    8.5.


    Hygrocybe irrigata -persönlicher Erstfund

    9.


    9.1.


    Cuphophyllus russocariacea - persönlicher Erstfund

    10.


    10.1.


    Hygrocybe ceracea

    11.


    Hygrocybe coccinea

    12.


    Hygrocybe reidii

    13.




    Danke fürs mitkommen!

    Stockschwämmchen sammle ich erst seit drei Jahren. Vorher war mir das zu unsicher. Das Problem ist, dass sich viele Anfänger der Risiken nicht bewusst sind.

    Woher kommt denn diese Unsicherheit? Stockschwämmchen sind doch durch die Schüppchen absolut sicher von Gifthäublingen zu trennen und dieses Merkmal ist doch auch für jeden Anfänger sofort zu begreifen. Von der Bestimmung her, ist das Stockschwämmchen doch eigentl. ein Anfänger-freundlicher Pilz.

    Hallo Michael,

    theoretisch hast du Recht. Praktisch hatte ich immer das Gefühl, dass ich etwas übersehen haben könnte. Wahrscheinlich bin ich übervorsichtig und auf alle Fälle habe ich Respekt vor Gifthäublingen. Aber ich kenne mindestens eine dienstältere PSV, die über größere Artenkenntnis verfügt als ich und ebenfalls bis vor drei Jahren keine Stockschwämmchen gesammelt hat. Insofern fühle ich mich in guter Gesellschaft.

    Beseideter Dickfuß habe ich jetzt als Verwechslungspilz noch gefunden …. Finde, der passt auch sehr gut , aber eben halt ungenießbar. /

    Hallo, dann müsste der ja rostbraunes Sporenpulver haben und daran mag ich nicht glauben. Ich wäre auch eher bei der Lepista-Fraktion.

    Ich hatte schon einige Male Stockschwämchen in der Hand habe die sicher bestimmt aber essen traue ich mir noch nicht zu

    Hallo Tomas,

    das halte ich für besser als eine Lebensversicherung. ==Gnolm13 Ich habe auch lange gebraucht, bis ich mich an die herangewagt habe. Besser so, als du erwischt die falschen. Wir leiden ja nicht unter Hunger und müssen unbedingt Pilze essen und glücklicherweise gibt es ja genug andere Pilze, die leichter zu bestimmen sind und keine tödlich giftigen Verwechslungspartner haben.

    Hallo Alex,

    du sagst es. Da gibt es Leute, die sind zum zweiten Mal bei einer Pilzwanderung dabei und erklären dir stolz, dass sie jetzt Hallimasch, Marone, Rotfuß, Steinpilz, Fichtenreizker und Pfifferling gut kennen. Du freust dich und denkst, dass es an der Zeit sein könnte, ihr Basiswissen zu erweitern und zeigst auf einen Gefleckttblättrigen Flämming und fragst, ob sie den kennen und sie antworten stolz: Klar, das ist Hallimasch. :gkopfwand:


    Es fehlt am Bewusstsein, wie viele Pilzarten es gibt und dass mehr als ein flüchtiger Blick nötig ist, sie zu unterscheiden.


    Hier in Thüringen, wie auch in Sachsen waren Pilze früher tatsächlich so etwas wie Grundnahrungsmittel. Die Menschen waren arm und erweiterten ihren Speiseplan. Sie sammelten Steinpilze, Maronen, Pfifferlinge und Stockschwämmchen. Wobei sie unter der Bezeichnung Stockschwämmchen Hallimasch und Stockschwämmchen verstanden. Gifthäublinge müssen früher selten gewesen sein, jedenfalls gibt es kein Bewusstsein für die Verwechslungsgefahr bei den Leuten.

    Die Statistik lehrt, dass Pilzvergiftungen in den östlichen Bundesländern eine größere Rolle spielen und dass sie in Sachsen in etwa so hoch sind wie in allen anderen Bundesländern zusammen.

    Leider trifft die Statistik keine Aussagen über die Vergiftungsursachen. In der Regel erfahren wir PSV auch oft nicht, was aus den Fällen geworden ist, in denen wir Ärzte oder Betroffene über den Kontakt mit dem GIZ beraten haben. Ich versuche wenn möglich, es herauszubekommen. Aber ich bin überzeugt, viele Vergiftungen tauchen in der Statistik gar nicht auf.


    Vor drei Wochen z.B. hatte mich vormittags eine Frau aus Coburg angerufen. Die Familie hatte selbst gesammelte Champignons auf dem Raclette zubereitet und das war buchstäblich in die Hose gegangen und nicht nur das. Klassische Karbolchampignonvergiftung. Die Frau meinte, das Krankenhaus hätte gesagt, sie sollten sich an einen PSV wenden, sie hätten auch keine Ahnung von Pilzen. Den Wahrheitsgehalt dieser abenteuerlichen Aussage kann ich nicht überprüfen. Es ging wohl allen schon wieder besser, aber sie machte sich Sorgen um den achtjährigen Sohn. Ich empfahl, das Krankenhaus aufzusuchen und sich nicht abwimmeln zu lassen. Ob sie das getan hat, weiß ich nicht. Wenn nicht, tauchen die drei Fälle in keiner Vergiftung auf.


    Übrigens scheint es in Bayern nicht sehr viele PSV zu geben, die mit dem Giftnotruf zusammenarbeiten. Wir bekommen hier in Thüringen fast genauso viele Anfragen aus Bayern wie aus der Region.

    Ich versuche das auch auf mich anzuwenden lieber nicht so selbstsicher an manche pilze zu gehen. Ich sammle den Perlpilz sehr gerne aber auch da enddecke ich bei mir eine vielleicht zu sichere Haltung.

    Hallo Thomas,

    bei Perlpilzen verhalte ich mich tatsächlich irrational. Wenn ich sie ins Körbchen lege, bin ich mir meiner immer absolut sicher. Ich putze sie vorher richtig sauber, weil ich zu Hause keine Lust dazu habe. Und jetzt kommt: Zu Hause sind dann aber die zentralen Merkmale nicht mehr vorhanden und so hab auch schon einige besonders schöne makelfreie Exemplare entsorgt, weil nicht mehr sicher war. Stockschwämmchen sammle ich erst seit drei Jahren. Vorher war mir das zu unsicher. Das Problem ist, dass sich viele Anfänger der Risiken nicht bewusst sind.

    Hallo Murph,

    deine Befürchtungen teile ich. Aber immerhin hab ich jetzt ein paar Beispiele aufgeschrieben, mit denen ich die Antwort auf eine schräge Bestimmungsanfrage dekorieren kann. :gfreuen:

    Aber es gibt nichts, was es nicht gibt: Ich habe schon Leute im Wald gesehen, die mir einen Korb voller Nebelkappen präsentierten und sie mir als Shiitake weiß machen wollten.

    Hallo Michael,

    so ist es und wenn man den Leuten einen Hinweis gibt, erntet man meist Ablehnung. Ich habe dann das Gefühl, dass die denken, ich würde ihnen ihre schönen Pilze nicht gönnen.


    Ich habe sowieso absolute Hochachtung für euch PSV‘s. Mir wurde beim letzten Seminar auch geraten, diesen Weg zu gehen und ich habe dankend, aus Angst vor der Verantwortung für dritte, abgelehnt.

    Hallo André,

    denk doch noch einmal darüber nach. Es muss ja auch Leute geben, die sich um Pilzvergiftungen kümmern. Mir ging es anfangs auch so und ich habe erst einmal gezögert, mit dem Giftnotruf zu kooperieren. Und beim ersten Anruf aus einem Krankenhaus saß mir auch der Schreck im Nacken.

    Aber es gibt gute Literatur und immerhin verstehen Menschen, die sich mit Pilzen und Pilzvergiftungen beschäftigt haben mehr, als alle, die das nicht getan haben. Ein Mikroskop ist mit entsprechender Anleitung und ein bisschen Übung auch hilfreich. Du musst ja den Ärzten auch nicht sagen, welche Therapie sie anwenden sollen. Im Grunde geht es darum zu erkennen, zu welchen Pilzen die Vergiftungssymptome, die Beschreibung durch die Patienten, Putzreste etc. passen könnten. Bei der PSV-Vorbereitung lernst du die Basics und dann empfiehlt sich, ein bisschen Literatur zu wälzen. Nur Mut!


    Hi Claudia


    Auch ich möchte mich bedanken. So ein Thema ist wichtig und sollte jeden sensibilisieren grade bei den ersten beiden Fällen sieht man wie gefährlich es werden könnte. Besten Dank


    LG Tomas

    Hallo Thomas,

    leider unterschätzen das Menschen, die sich wenig mit Pilzen beschäftigen sehr oft. Da ist eine gefährliche Mischung aus Selbstüberschätzung und Leichtsinn im Spiel.


    Hallo Iglpeter,

    ja, das ist schon blöd, wenn du keinen Verein hast, der dich im Zweifel schützt und versichert. Aber an sich bin ich auch vorsichtig mit der Diagnose. Wenn ich nicht erkenne, welche Pilze der Betroffene verspeist hat, dann muss ich das wohl oder übel zugeben. Besser als eine Fehlbestimmung ist das allemal. Wenn ich mikroskopiere und finde keine Hinweise auf einen Knollenblätterpilz, dann schließe ich den auch nicht aus. Außerdem habe ich inzwischen mitbekommen, dass Silibinin offenbar generell sehr frühzeitig gegeben wird bei unklaren Vergiftungen, auch wenn der verursachende Pilz noch gar nicht feststeht. Da fällt dann schon mal ein großes Risiko weg.

    Aber verstehen kann ich dich schon. Ich bin nicht sicher, ob ich das wollen würde ohne meine Rückendeckung.

    Fast etwas schade, dass neue Forumsteilnehmer das wahrscheinlich nicht sofort wahrnehmen. Da geht es ja i.d.R. im ersten Moment darum, die Unsicherheit der Bestimmung schnell zu klären...

    Vielleicht wäre es ja denkbar, Erfahrungsberichte und Berichte von Vergiftungen im Forum etwas prominenter zu platzieren? Vielleicht habe ich sowas aber auch übersehen...

    Hallo Peter,

    jetzt kann ja ich leichtsinnigen Fragestellern diesen Beitrag verlinken und so besteht zumindest die Chance der Aufklärung bei den allzu sorglosen Pilzverspeisern. Auch deshalb hab ich ihn geschrieben. Sozusagen als Arbeitserleichterung, wenn täglich hunderte Anfragen kommen und man nur wenige ausführlich beantworten kann,

    Hallo Frank,

    dem Trüffel-Hype kann ich so gar nichts abgewinnen. Aber um deine Fläche beneide ich dich. Da kannst du ganz wunderbare alte Obstsorten pflanzen und so ganz nebenbei den einen oder anderen Pilz ernten. Also wenn ich mir ein Erfolgserlebnis verschaffen wollte, würde ich eine Streuobstwiese anlegen.

    Mal im Ernst: Muss ein Pilz erst giftig sein, damit er nicht gegessen wird, oder reicht vielleicht schon, dass er Verdauungsbeschwerden verursacht und nicht mehr schmeckt? Wozu um Himmels Willen werden denn Pilze gegessen? Um nicht zu verhungern, oder um Abwechslung mit einem leckeren Pilzgericht in den Ernährungsplan zu bekommen? Die Zeit der Kriegspilze ist doch vorbei, also lasst das alte Zeig im Wald! Und was soll ein Klopftest auf einem halb vertrockneten Pilzfruchtkörper bringen? Ich glaube, dass es sinnvoll wäre für neue Anfragen einen neuen Thread aufzumachen, Climbingfreak,

    Hallo Cratie, auch von mir alles Gute! Bleib gesund und Erfolg bei deinen kleinen und großen Projekten.


    Hier ein brandaktueller Gruß von meiner verhexten Lieblingssaftlingswiese.

    Hallo Don, du hattest doch nach Tintlingen gefragt und nicht nach Bovisten, oder habe ich das falsch verstanden? Außer dass beides Pilze sind, haben die Gattungen nichts miteinander zu tun, daher die Frage.