Beiträge von Karl W


    Und damit meint er natürlich nicht den vor wenigen Jahren erst beschriebenen C. luhmannii, sondern den von Schäffer beschriebenen C. caesiogriseus.

    Also war es ja scheinbar notwendig die Art neu als C. luhmannii zu beschreiben. Mich würd halt interessieren warum

    Hallo Werner,

    jetzt hast Du mich auch neugierig gemacht und ich hab mal in den Index fungorum geschaut.

    Record Details:

    Cortinarius caesiogriseus Jul. Schäff., Sydowia 5(3-6): 357 (1951)

    Nomenclatural comment:

    Nom. inval., Art. 36.1 (Shenzhen)

    Editorial comment:

    Published as 'ad int.'

    LG Karl

    PS. Statt einer Neubeschreibung hätte man natürlich auch den alten Namen validieren können, aber mit Nomenklaturregeln kenn ich mich nicht so genau aus.

    Hallo zusammen,

    heute mal viele Zahlen und wenige Bilder. Ein langer Tag mit Hans coprinusspezi , der sich nach ca. 5h verabschiedet und mit Nachbestimmungen begonnen hat. Ein niederländischer Pilzfreund und ich hingen noch fast drei weitere Stunden an. Inzwischen sind diverse Bestimmungs- und Mikroskopierarbeiten abgeschlossen und wir kommen auf 198 Arten bzw. Varietäten. In mehr als 20 Jahren Kartierung im Depot wurde ein derartige Zahl an einem Tag nur zweimal überschritten. Besonders erfreulich war, dass wir 10 Arten erstmals für das Gebiet festgestellt haben und die Gesamtzahl damir jetzt bei 1469 liegt. Durch die Beschäftigung mit der "Buchführung" blieb natürlich weniger Zeit zum fotografieren und bekannte Arten wurden nicht im Bld festgehalten, auch wenn sie noch so schön waren. Man muss eben manchmal Prioritäten setzen. :kaffee:

    Einige Bilder gibt es natürlich trotzdem :)

    Gelbe Form des Hohlfuß- Röhrlings (Boletinus cavipes f. aureus)


    Hygrophaner Wiesen-Trichterling (Clitocybe agrestis) mit angenehmem würzigen Geruch.




    Geradrandiger Rötling (Entocybe turbida) wahrscheinlich bisher übersehen und Neufund für das Gebiet


    Kleiner Trockenrasen-Rötling (Entoloma vindobenense) Wahrscheinlich nicht selten aber oft im Vorbeigehen als E. sericeum abgetan worden.


    Glatter Schirmling (Lepiota oreadiformis) bisher meistens nur Einzelfrucktkörper gefunden. Diesmal größere Gruppen an mehreren Stellen


    Marmorierter Rötelritterling (Lepista panaeolus) neue Fundstelle im Gebiet. Die triste Farbe und die dunklen Flecken sind gute Merkmale




    Um Weichritterlinge macht man ja gerne einen Bogen, da die Bestimmungsversuche mit mehreren Schlüsseln auch zu mehreren Ergebnissen führen. Hoffentlich erscheind bald eine gründliche Bearbeitung der Gattung, die schon länger angekündigt ist. Im Depot wird natürlich alles mitgenommen und bei Unstimmigkeiten hat man zumindest eine ausführliche Dokumentation, bis eine genaue Bestimmung möglich ist. Auch Melanoleuca excissa wird wie nicht anders zu erwarten unterscheidlich interpretiert, aber ich habe mich wegen des sehr starken (für mich angenehmen) Geruchs für einen Namen entschieden.

    Melanoleuca exscissa var. iris (Kühner) Boekhout erster Nachweis im Gebiet


    LG Karl

    Ich habe Schnallen an den Basidien und Basidiolen gesucht und nichts gefunden, würde mich darauf nicht verlassen. Da müsste ich nochmal nachgucken. Ich dachte aber, es würde nicht schaden, Schnallen woanders auszuschließen. Guckt man bei Rötlingen nur an den Basidiolen nach Schnallen?

    Hallo Oliver,

    es gibt etliche Arten, bei denen Schnallen nur an den Basidiolen zu finden sind. Ebenso gibt es Arten, die Schnallen im gesamten Frk. haben, was durchaus bestimmungsrelevant sein kann oder eben Arten völlig ohne Schnallen. Einen Namen habe ich für Deinen Fund ebensowenig wie Wolfgang.
    E. sericeum würde ich ausschließen (Sporenquotien praktisch nie über 1,2) und deutlicher inkrustiertes Pigment in der HDS.

    LG Karl

    Hallo Tuppie

    Pilz 2 ist ganz sicher eine Galerina. Die Form der Zystiden findest Du bei vittiformis/atkinsoniana aber auch perplexa, wobei die augenscheinlich schwache Qrnamentierung der Sporen sogar gut zu perplexa passt. Zur genauen Bestimmung müsstest Du noch auf Pileozystiden und Kaulozystiden schauen und eventuell auch noch auf die Anwesenheit von Pleurozystiden. Galerina ist eine tolle Gattung, aber sie macht etwas Arbeit :giggle:.

    LG Karl

    Hallo Oliver,

    makroskopisch passt R. versicolor. Geschmack in den Lamellen scharf, Guajak +++, Starkes Gilben im Stiel, SPP IIIa, Birke als Baumpartner. Da hätte ich glatt aufs Mikroskop verzichtet.
    Leider sieht man nur von einer Spore, das Ornament, welches allerdings im Rahmen liegt. Die Haare der HDS sind bei dieser Art gewöhnlich recht dünn und zylindrisch, wie auf Deinen Bildern teilweise zu sehen. Die Elemente auf Bild 7, 8, 9, 11 sind für mich Dermatozystiden. Schau Dir die Huthaut von Täublingen zunächst in Kongorot an. Die Dermatozystiden sind eigentlich fast immer so zu erkennen und Du siehst auch eine mögliche Septierung besser. Es gibt Arten bei denen sich die DZ in SV nur schwach anfärben, aber ich weiß momentan nicht, ob R. versicolor dazu gehört.

    LG Karl

    Dermatozystiden von R. versicolor in Kongorot

    Hallo Frank

    C. splendens ist in allen Teilen auch im Fleisch leuchtend gelb und hat auch noch gelbes Basalmyzel. Die rote KOH-Reaktion kenne ich von C. splendesn so auch nicht

    LG Karl

    Hallo zusammen,

    seit mir der Unterschied bekannt ist, habe ich bei uns nur noch C. mediterraneus gefunden, aber dafür auch kurz hinter der Grenze den Erstnachweis für die Niederlande. Die haben den noch nicht in der Kartierung.

    LG Karl

    Hallo Andreas

    Man muss den Lamellenansatz sehen und Du solltest zumindest schreiben ob Hut und/oder Stiel trocken oder schleimig ist. Die Bilder durchnummerieren wäre ebenfalls von Vorteil.

    LG Karl

    Vor allem Korallen in ähnlichem Umfang würde ich gern einmal finden.

    Hallo Claudia,
    die sind in der nächsten Woche sicher fällig :)

    Ich dachte immer, daß der Zerbrechlicher Saftling heißt.

    Hallo Jörg
    der Name wird im DGfM-Kartierungsprogramm verwendet, aber es gibt noch mehr im Angebot :)
    Zerbrechlicher Gold-Saftling, Zitronensaftling, Zitronengelber Saftling,

    Wachsiger Saftling, Wachsgelber Saftling, Gebrechlicher Saftling



    Welch reiches und schönes Vorkommen dieses Pilzes, der seinem deutschen Namen mehr als gerecht wird!

    Ja, das war überragend und gleichzeitig ein für mich neuer und in NRW noch nicht kartierter Fund

    Ramariopsis robusta Matouš & Holec Kräftige Wiesenkoralle

    Die erst 2017 von Ramaria kunzei u.a wegen der deutlich stacheligen Sporen abgetrennte Art habe ich noch nie gesehen.

    Danke ganz besonders fürs Zeigen!:thumbup:


    Mein erster Fund der Art ist von 2014. Zunächst noch mit Unbehagen als R. kunzei bezeichnet und später umbenannt. R. kunzei ist viel filigraner und wird nie mehr als faustgroß, wie ich es schon mehrfach bei R. robusta gesehen habe.
    LG Karl

    Hallo zusammen

    Nachdem der Titel Wiesenpilzwahnsinn bereits verwendet wurde, musste ich auf Wunderland ausweichen :).
    Auf dem Weg zur Alme-Tagung im Hochsauerland folgte ich noch einem Hinweis von üppigem Pilzwachstum auf einer bekannten Wiese, die ich 2017 bereits besucht hatte. Zu dritt fanden wir 18 verschiedene Saftlinge und 6 verschiedene Clavariaceen überwiegend in gutem Zustand. Natürlich gab es auch noch diverse Rötlinge, die aber leider überständig und meist nicht mehr bestimmbar waren.
    Zur Beschriftung mit wissenschaftlichen und deutschen Namen, habe ich eine zeitsparende Möglichkeit gefunden, da ich meine Funde in das Kartierungsprogramm Mykis eingebe. Fundliste exportieren, hier reinkopieren und Bilder einfügen. Jetzt sind auch noch die Autorenzitate dabei.

    Cuphophyllus pratensis (Pers.) Bon Orange-Ellerling



    Cuphophyllus virgineus (Wulfen) Kovalenko Weißer Ellerling



    Gliophorus irrigatus (Pers.) A.M. Ainsw. & P.M. Kirk Grauer Saftling







    Gliophorus laetus (Pers.) Herink Zäher Saftling





    Gliophorus psittacinus (Schaeff.) Herink Papageien-Saftling



    Hygrocybe ceracea (Wulfen) P. Kumm. Gebrechlicher Saftling





    Hygrocybe chlorophana (Fr.) Wünsche Stumpfer Saftling





    Hygrocybe coccinea (Schaeff.) P. Kumm. Kirschroter Saftling







    Hygrocybe conica (Schaeff.) P. Kumm. Kegeliger Saftling



    Hygrocybe insipida (J.E. Lange) M.M. Moser Gelbrandiger Saftling



    Hygrocybe punicea (Fr.) P. Kumm. Granatroter Saftling



    Hygrocybe quieta (Kühner) Singer Schnürsporiger Saftling



    Hygrocybe reidii Kühner Bitterer Honig-Saftling




    Hygrocybe splendidissima (P.D. Orton) M.M. Moser Prächtiger Saftling









    Neohygrocybe nitrata (Pers.) Kovalenko Nichtrötender Nitratsaftling





    Clavulinopsis corniculata (Schaeff.) Corner Geweihförmige Wiesenkoralle



    Clavulinopsis helvola (Pers.) Corner Goldgelbe Wiesenkeule





    Clavulinopsis laeticolor (Berk. & M.A. Curtis) R.H. Petersen Schönleuchtende Wiesenkeule



    Clavulinopsis luteoalba (Rea) Corner Gelbweiße Wiesenkeule



    Ramariopsis robusta Matouš & Holec Kräftige Wiesenkoralle




    Weitere Funde ohne Foto:

    Cuphophyllus colemannianus (A. Bloxam) Bon Dattelbrauner Ellerling
    Neohygrocybe ingrata (J.P. Jensen & F.H. Møller) Herink Rötender Nitratsaftling

    Neohygrocybe ovina (Bull.) Herink Rötender Saftling Ramariopsis kunzei (Fr.) Corner Weiße Wiesenkoralle

    Entoloma conferendum (Britzelm.) Noordel. Kreuzsporiger Glöckling
    Entoloma prunuloides (Fr.) Quél. Mehl-Rötling


    LG Karl

    Hallo Bernd,

    ich habe damals Camarophyllopsis foetens nicht untersucht, da sie zu der Zeit noch eindeutig und unverwechselbar war. Jüngere Funden, die ich nach dem Erscheinen der Publikationen gemacht habe, waren bisher nur H. foetens .

    LG Karl

    Hallo Thorben

    Der Pilz heißt heute R. bresadolae. Neben anderen Merkmalen ist das weiße Sporenpulver trotz cremfarbiger Lamellen ein gutes Merkmal. Meistens finden sich auf dem Hut einige ockerliche Flecken, die Dir vielleicht noch aufgefallen sind und im Alter beginnen die Stiel leicht zu grauen.

    LG Karl

    Hallo Karl


    Wie am besten Makroskopisch L. echinatum und umbrinum trennen . Glaube jetzt das ich habe in meine Kollektion ein paar Funde , sehr ähnlich an Thorbens Fund welche ich habe als L. echinatum bestimmen

    LG

    Hallo Beli

    Bei L. echinatum bleibt beim Ablösen der Stacheln ein Netz zurück und die Stacheln sind viel derber, weshalb er ja auch Igelstäubling genannt wird.


    LG Karl

    Hallo zusammen

    Ich war leider zu beschäftigt, um mich früher einzuschalten obwohl die Geoglossaceae zu meinen Lieblingsgattungen unter den Ascomyceten gehören. Ich kann das von Ingo und Nobi gesagte voll bestätigen.
    Beide Kollektionen sind recht typisch. Die Paraphysen von G. umbratile sind nach meiner Beobachtung immer schwach pigmentiert und nur ein Teil der Paraphysen hat erweiterte Endzellen (wobei der Anteil hier schon recht hoch ist). Andernfalls müsste man noch mit Arten, die aus dem mediterranen Raum bekannt sind vergleichen. Da gibt es noch geesteranii , pseudoumbratile, subumbratile, wobei die evt. noch nicht alle gültig beschrieben sind.
    Bei G. fallax kann ich mir beim besten Willen keine bessere Darstellung wünschen. Ich habe nur selten einzelne Sporen mit 10 oder mehr Septen bei meinne Kollektionen gesehen und die Sporenlänge passt ebenfalls. Toll sieht man die Paraphysen welche wie Benkert schreibt "durch eine reichlich vorhandene Kittmasse verklebt sind". Ein absolut geniales Bild.

    Zur Verwechselung mit G. elongatum waren Benkert und Roobeek möglicherweise auf dem falschen Dampfer (und damit wären auch unsere bisherigen Bestimmungen falsch). G. elongatum wurde ja in die Gattung Hemileucoglossum überführt. Gattungsmerkmal sind dunkle Seten mit abgerundeten Enden am Stiel wie bei der Typusart
    H. littorale. Die Überführung von G. elongatum in die Gattung hat mich zunächst irritiert.


    Hemileucoglossum alveolatum (E.J. Durand ex Rehm) Arauzo comb. nov. Mycobank MB 809535

    Basionimo: Leptoglossum alveolatum E.J. Durand ex Rehm Annal. Mycol. 2(1) :32 ( 1904)

    ≡ Geoglossum alveolatum (E.J. Durand ex Rehm) E.J. Durand Annal. Mycol. 6(5) :432 (1908)


    Hemileucoglossum intermedium (E.J. Durand) Arauzo comb. nov. Mycobank MB 809534

    Basionimo: Geoglossum intermedium E.J. Durand. Annal. Mycol. 6(5) :431 (1908)


    Hemileucoglossum elongatum (Starb. ex Nannf.) Arauzo comb. nov. Mycobank MB 809536

    Basionimo: Geoglossum elongatum Starb. ex Nannf. Ark. Bot., 30 :24 (1942)


    Jetzt habe ich mal bei Nannfeld (1942) nachgelesen worauf die Umkombination basiert und das gefunden:



    Augenscheinlich reichte Arauzo das bereits aus. Ich habe inzwischen mal einem Fund von G. elongatum wie Ingo und ich sie kennen zur Sequenzierung weitergeleitet. Bin gespannt, was dabei herauskommt.

    Leider habe ich auf der DGfM-Tagung Mathias Lüderitz nicht angetroffen der einen Fund auf Fehmarn als G. elongatum bestimmt hat. Mir fehlen leider die Kontaktdaten um ihn mal anzuschreiben. nobi_† kannst Du helfen?

    LG Karl

    Hallo Björn,

    kein Problem. Ich musste selber im Beitrag zweimal nachlesen und mir beide Arten genau ansehen. L. echinatum hatte ich sogar makroskopisch schon völlig ausgeschlossen, da ich die Art oft gesehen habe.

    LG Karl

    ich wäre hier wegen des Sporenornaments auch bei L. nigrescens.

    Hallo Björn,

    bei L. nigrescens sollte nach Ablösen der Stacheln ein Netz erkennbar sein, was Thorben ja verneint. . Ich denke die zuerst genannte Einschätzung als L. umbrinum ist richtig.

    LG Karl

    PS Bestimmung nach "Puffballs in Northern and Cenral Europe"

    Hallo tuppie,

    Ich kann es morgen wohl schaffen und könnte eine Präsentation über Winter- und Frühjahrspilze zeigen, die ich für Freitag bei der Tagung der Westfälischen Pilzfreunde vorbereitet habe. Wäre quasi ein Probelauf für mich :).

    LG Karl