Beiträge von Climbingfreak

    Hi,


    ich habe gerade mal in der Gesamtfundliste für Sachsen nachgeschaut. Wir allein haben aktuell über 8100 Pilzarten.


    Für die 10.000 Arten: Da wird es vor x Jahren mal eine Einschätzung von einem Kenner gegeben haben, die allerdings inzwischen hoffnungslos veraltet ist.


    Wenn ich davon ausgehe, dass an die 1000 Inocybe-Arten gibt, 1500 Cortinarienarten und auch ständig neue Arten abgespalten werden, dann wären in Europa 30.000 bis 50.000 Arten realistisch. Ob nun Myxomyceten und Oomyceten mit dazu gezählt werden? Aus historischen Gründen ja, aus taxonomischen Gründen eher nicht. Das sind aber Fragen über die sich die Landeskoordinatoren und die Wissenschaftler austauschen müssen.


    Ein Fakt noch am Rande: Du nimmst eine Fläche, sagen wir 1 ha. Du erfasst alle Pflanzenarten auf dem Areal. Du multiplizierst die Anzahl mal 6 und du hast tendenziell die Anzahl der Pilzarten, die auf der Fläche vorkommen. Das stimmt zwar nicht immer, ist aber ein guter Schätzwert, der auch oft passt. Natürlich sind dann auch Zygomyceten, Chitridiomyceten und Glomeromycota etc. also die "niederen Pilze", wenn du so willst, dabei.


    Ansonsten hatte ich auch eine alte DDR-Definition im Hinterkopf, dass Großpilze alle die sind, welche Fruchtkörper über 2 mm Größe ausbilden. Ist aber auch wieder schwammig, denn wenn du z.B. Kohlebeeren und Holzkeulen da mit rein nimmst, dann sind die Einzelfruchtkörper vielleicht 0,1 mm groß. Du siehst makroskopisch nur die Stromata, wo die eingebettet sind. Dann kommt noch die Frage hinzu ob auch Flechten da mit dazugehören oder nicht usw. Wenn du den Begriff "Großpilz" wirklich sauber definieren willst, dann ist das ein Fass ohne Boden!


    l.g.

    Stefan

    Ja die würde ich auch empfehlen (danke für den Einwurf, hatte ich nicht auf dem Schirm); ebenso das Doppelbändige Werk von Thomas Laessoe "Fungi of Temperate Europe", das vor allem durch die grandiosen Bilder besticht. ==Gnolm8==Gnolm3

    Hi,


    zu "Grundkurs Pilzbestimmung": Ich halte das Buch nur für Anfänger hilfreich, weil es ein sehr guter 1. Schritt ist "Ordnung" in die Systematik von Pilzen bringt und die ersten Schritte für die Pilzbestimmung sehr gut rüber bringt.


    Ansonsten bin ich über das Buch sehr zwiegespaltener Meinung. Ich habe es ja im "Tintling" Heft 119 rezensiert und dort auch die 1., 3. und 5. Auflage miteinander verglichen. Leider enthält es einige Fehlinformationen, z.B. dass Chlorophyllum brunneum "unangenehm riechen" soll und es enthält auch sehr viele falsch beschriftete Bilder, die teilweise noch extrem rotstichig sind. Das ist insbesondere bei den Leccinen sehr auffällig. Ich würde es nicht (mehr) emfpehlen, wenn sich Prüflinge auf die PSV-Prüfung vorbereiten. Dazu ist "Die Pilze Deutschlands" von Christoph Hahn und Jürgen Guthmann deutlich besser geeignet.


    Für "Profis" gibt es viele gute Bücher: Die Fungi of Northern Europe-Reihe, Die Fungi Europaei-Reihe, die beide sehr gute Gattungsmonographien beinhalten. Weiterhin "Gröger", und "Funga Nordica" als Standardschlüsselwerke, Pilze der Schweiz und Großpilze Baden-Würrtembergs, die allerdings taxonomisch veraltet sind. Pilze der Schweiz ist leider auch etwas fehlerbehaftet, was aber nicht so schlimm ist, wenn man das weiß.


    Ansonsten gibt es noch einen Haufen gute Bücher. Im Lauf des Jahres kommt noch ein deutschsprachiges mykologisches Lehrbuch von Frau Prof. Meike Piepenbring heraus, was ich sehr wahrscheinlich auch rezensieren darf. Da Meike eine absolute Fachfrau ist, wird das Buch erwartungsgemäß fachlich sehr gut sein. Ich weiß allerdings nicht, für welche Leserschaft das konzipiert ist.


    Je nach Wissensgebiet und je nach Interessenslage gibt es unzählige gute Bücher, die ich empfehlen kann. Ein sehr gutes Einsteigerbuch, was Boletaceae nicht genannt hat, ist Pareys Buch der Pilze, das leider nur noch antiquarisch zu Mondpreisen gehandelt wird. Mehr als 40€ sollte dafür nicht ausgegeben werden. Ebenso die Großpilze Baden-Würrtembergs; mehr als 60€ pro Einzelband sind Wucher und sollten nicht bezahlt werden.


    l.g.

    Stefan

    Hi,


    ich lasse die meist am Holz und nehme "die innerlich auch nicht ein". Du bringst es gut auf den Punkt. Eine pos. Wirkung wird denen nachgesagt und nicht mehr!


    l.g.

    Stefan

    Hi,


    uralte Samtfußrüblinge wären hier möglich; allerdings gibts bestimmt noch andere Möglichkeiten. Wichtig wäre Blick auf Lamellenansatz und Stiel und komplettes Schnittbild. Selbst wenn das eine Speisepilzart wäre, dann sind die Fruchtkörper schon definitiv zu alt für den Verzehr.


    Verzehrsfreigaben sind ja ohnehin per Bildeinschätzung aus der Ferne nicht möglich.


    l.g.

    Stefan


    auch so ja; fast vergessen: (welcome)

    Erstaunlich, wie weiß die Lamellen doch sein können, die sollten bei Champignons doch auch jung schon blassrosa sein.

    Hi,


    ja, gerade bei der Gruppe der Anisegerlingen (Sektion Arvenses) sind die Lamellen jung reinweiß (zumindest fast). Die werden erst spät, wenn der schon ziemlich aufgeschirmt ist, rosa und erst dunkelbraun, wenn er wirklich sehr alt ist. Das muss man wissen. Ansonsten ist A. verna ein ziemlich schmächtiges Pilzchen mit kurzen Stiel, was hier ja auch nicht gegeben ist...


    l.g.

    Stefan

    Hallo Katharina,

    ich denke, Rhizopus stolonifer ist ein guter Arbeitsname!

    Den hatte Hans hier angefragt. Bei #4 findest Du den Link zur Monografie.


    LG, Nobi

    Hi,


    zu Steffens Fundvortrag meinte Irmgard Greilhuber, dass die Rhizopus-Arten nur genetisch sicher bestimmt werden können. Deswegen auch meine entsprechende Antwort.


    l.g.

    Stefan

    Hi,


    ich bin schon mehrfach bei der Bestimmung von Mucor s.st. gescheitert. Das wird bei Rhizopus nicht anders sein. Artbestimmung wird wohl nur genetisch gehen.


    l.g.

    Stefan

    Hi,


    ist erledigt. Es empfiehlt sich bei "neuen" Pilzen, die nix mehr mit dem Ursprungsbeitrag zu tun haben, einen neuen Thread aufzumachen, denn so schauen vielleicht auch Leute, wie z.B. thorben96 rein, die sich mit Anamorphen allgemein befassen. Ich bin hier bei synnematabildenden Pilzen leider draußen.


    l.g.

    Stefan

    Hi,


    ich kenne die App auch nicht. Dennoch bin auch ich der Meinung, dass die Seite keine valide Quelle ist. Ja sie ist bezüglich Bildmaterial für die Standardpilze besser geworden, aber gerade für die spezielleren Arten ist da Vorsicht geboten.


    l.g.

    Stefan

    Hi,


    das ist ein jedem Fall einer aus der ehem. Sektion Narcotici, erkennbar an dem Epispor und dem Velum (kugelige Zellen mit "Noppen"). Damit ist C. lagopus schon mal raus; falsche Sektion.


    Jetzt wirds schwer; Form der Zystiden wäre wichtig, Geruch (einige in der Sektion riechen markant), Basidien 2- oder 4 Sporig? Es gibt auch eine 3-sporige Art (scheidet hier aber aufgrund der Sporengröße natürlich aus). Anhand der Sporengröße allein vermag ich hier keinen Artvorschlag zu bringen. Dennoch habe ich gerade im Melzer-Schlüssel nachgesehen. Perispor würde ich als "glatt" interpretieren. Die Größe der Zystiden von bis zu 100 µm sind auch markant. Obwohl ich gerne die Form der Zystiden gesehen hätte, komme ich mit den "Annahmen" auf Coprinopsis cf semitalis.


    zuehli Hans ist nicht der einzige hier, der sich mit Tintlingen befasst. ;)


    l.g.

    Stefan


    P.S. habe gerade nachgesehen. Es bleibt auch nach neuer Nomenklatur bei der Sektion Narcoticae; auch Gattung Coprinopsis bleibt.

    Hi,


    na ja, so was wie Schmetterlingstramete oder Zunderschwamm würde ich schon dazu zählen. Ein paar mehr Baumpilze, die über die üblichen Speise- und Giftpilze hinaus gehen, sollten schon erkannt werden (schon allein deswegen, weil man mit dem PSV ja auch automatisch Feldmykologe Stufe 1 beantragen kann). Ansonsten noch ein Tipp. Auch solche Arten, die sehr massig wachsen und weder Speise- noch Giftpilze sind, wie den Geflecktblättrigen Flämmling und Gefleckter Rübling etc. sollten erkannt werden. Klar Kenntnis der giftigen Arten, aber wenn du einen Schönfußröhrling als zu groß geratenen Rotfuß oder einen Galli freigibst, dann ist die Prüfung auch nicht bestanden.


    l.g.

    Stefan

    Hi Martin,


    auch von mir ein herzliches Willkommen. Hier weht glücklicherweise ein anderer Ton als bei FB. ==Gnolm7 Ich habe durch das Forum im Laufe der Jahre sehr viel lernen können. Ohne es, wüsste ich nicht mal halb so viel, wie jetzt. Zudem sind hier einige Experten aktiv, die es bei FB nicht sind.


    l.g.

    Stefan