Meiner Erfahrung nach gehen die Interessen der Pilzausstellung-Pilzbeschaffer und die der Besucher ordentlich auseinander. Erste schleppen das seltenste Zeug an, das der Besucher aber in aller Regel nicht wertschätzen kann. Denn er ist sowieso völlig erschlagen von der Fülle unterschiedlicher Pilzarten. Der Besucher beachtet jenes am meisten, was er bereits (vom Hörensagen oder aus Pilzbüchern) kennt. Und so wird er in der Regel bei der superseltenen Phlegmatie allenfalls kurz staunen, aber beim Bitterröhrling lange verweilen.
Daher mein Ratschlag: die Ausstellung sollte optimalerweise nicht nur die wichtigsten Speisepilze und Giftpilze zeigen, sondern vor allem auch Speisepilze und ihre Doppelgänger. Also Steinpilz vs. Gallenröhrling, Pfifferling vs. Falscher Pfifferling, Stockschwämnchen vs. Gifthäubling etc. Toll sind auch Pilze mit außergewöhnlichen Gerüchen oder Farben.
Lass das selten Zeug besser im Wald.
