Beiträge von thorben96

    Hallo zusammen,


    Es gibt die Publikation Nierhaus-Wunderwald et al. (2012): Hallimasch – Biologie und forstliche Bedeutung. Merkbl. Prax. 21: 1-8 (ISSN 1422-2876, Veröffentlichung der WSL) – das ist eine schöne Bestimmungstabelle für Hallimasche (und natürlich die Arbeiten von Helga Marxmüller).

    Danke für den Hinweis mit der Literatur :)
    Falls jemand die Literatur sucht, die gibt es kostenlos im Internet.

    https://www.vapko.ch/index.php/de/fragen-rund-um-pilze/publikationen?download=551:hallimasch-biologische-und-forstliche-bedeutung


    Was die Mikroskopie angeht, ist das letzte Wort noch nicht gesagt. Es wurden z. B. Armillaria ostoyae (europäisch) und Armillaria solidipes (nordamerikanisch, wurde da auch als A. ostoyae bestimmt) offenbar doch Unterschiede, z. B. bezüglich der Zystiden und der HDS-Zellen. Mich würde nicht wundern, wenn auch bei den europäischen Arten Unterschied eherausgearbeitet werden könnten. Heutzutage geht das Korellieren der Merkmale mit Sequenzergebnissen einfacher als früher. Es ist halt aufwändig und für uns Amatuere teuer (die Sequenzierung) und "Profis" brauchen vermutlich keine dezenten Mikromerkmale bei so einer kleinen Gattung, bei der viel makroskopisch geht (und zur Not eben schnell per Sequenz).

    Das klingt spannend :)


    Ich habe meine beiden Frk. jetzt erst einmal beiseite gelegt.

    In diesem Jahr werde ich die Fundstellen erneut aufsuchen, aber dann bessere Makroskopische Merkmale herausarbeiten und auch etwas gründlicher Mikroskopieren.

    Jetzt bleibt nur zu hoffen, dass die Frk. auch auftauchen.


    VG : Thorben

    Hallo Markus,


    genau das ist IKI+.

    Klasse wie du die Merkmale herausgearbeitet hast :)

    Also wäre Cistella Dentata damit wahrscheinlich?

    Ich habe die Cistella dentata leider selber noch nicht gefunden, aber würde deinen Fund so bezeichnen.


    VG : Thorben

    Hallo Markus,


    einen Schlüssel gibt es so nicht, aber du kannst halt auf Asco-Sonneberg, ascofrance oder Zottos Sammlung von Ascomyceten (hier) anschauen.

    Letzteres ist für Anfänger schwieriger, weil du musst schon wissen musst in welche Richtung es geht.


    VG : Thorben

    Hallo zusammen,


    vielen Dank für eure Hinweise :)
    Ich nehme die Armillaria mellea als Namen für den ersten Fund.

    Den Fund werde ich mir trotzdem noch einmal anschauen, denn nach Schnallen hatte ich nicht gesucht gehabt.

    Auch bei dem zweiten Fund werde ich nach Schnallen suchen.


    Von borealis habe ich selbst kein so klares Bild, aber das wäre beim zweiten wohl eine gute Option. Die Art soll in Mittelgebirgen deutlich häufiger sein als im Flachland, von welcher Höhe stammt denn der Fund?

    Nicht hoch 131m vom Mittelgebirge noch weit entfernt :)


    Es gibt von Helga Marxmüller einen schönen Artikel zur Hallimasch Bestimmung, in Ausgabe 4 der Mycologia Bavarica.

    Kann man alle hier downloaden:

    Vielen Dank für den Link zu dem Artikel :)


    VG : Thorben

    Hallo zusammen,


    ich habe mich letztes Jahr wieder getraut und zwei 0815 Pilze eingesammelt und Mikroskopiert.

    Das Objekt der Begierde waren zwei Armillarias.

    Eingesammelt Mikroskopiert, beiseitegelegt und später verglichen, aber schon bei der ersten Armillaria habe ich bemerkt, dass es kaum Mikromerkmale dazu gibt.

    Die zweite Armillaria eingesammelt, wieder Mikroskopiert, beiseitegelegt und genau wie bei der ersten Armillaria war auch die zweite für mich nicht zuzuordnen.

    Irgendwie habe ich das Gefühl, dass die Gattung Armillaria doch nicht so einfach ist.

    Oder sollte ich lieber auf das Mikroskopieren verzichten ;)


    Die erste Armillaria wurde am 28.09.25 am Wegesrand von einem Buchenwald (Fagus) gemacht.

    Um der Armillaria herum wuchs Gras, Brombeeren (Rubus) und Brennnesseln (Urtica).

    1.0


    1.1


    1.2 HDS mit gelben Inhalt


    1.3 Cheilozystiden


    1.4 Stiel


    1.5




    Die zweite Armillaria wurde am 01.11.25 an einem Baumstumpf von Buche (Fagus) gemacht.


    2.0


    2.1


    2.2


    2.3 HDS


    2.4 Cheilozystiden


    2.5 Cheilozystiden


    2.6 Stiel vom Beleg mikroskopiert


    2.7


    Vielleicht habt ihr zu meinen Funden Ideen, denn momentan steht bei beiden nur Armillaria sp.

    Ich werde auf jeden Fall weiter Armillarias Mikroskopieren und sammeln.


    VG : Thorben

    Hallo Markus,


    das sollten schon die Haare sein.
    Ich meine auch zu erkennen, dass diese leicht warzig sind.

    Auf deinem letzten Bild sieht man sogar ein Ascus mit Haken, damit bleibt nur noch zu klären, ob die Asci auch IKI+ oder - sind, also der Test der Jod-Reaktion.
    Ohne jetzt viel nachgeschaut zu haben, aber bis jetzt sieht es mit Cistella dentata gut aus.


    VG : Thorben

    Hallo zusammen,


    zurzeit ist die Phaeoisaria clavulata wieder häufiger zu finden, weshalb ich euch einen Fund von dem 21.12.25 zeigen möchte.

    Der Fund wurde im Botanischen Garten Münster kartiert.
    Das Substrat war ein liegendes vermodertes Stück vom Stamm.

    Hier sind die Bilder:
    2.0


    2.1


    2.2


    2.3


    VG : Thorben

    Hallo zusammen,


    ich bearbeite weiter meine Altfunde von dem letzten Jahr und bin auf diese Mycena gestoßen.

    Am 29.09.25 konnte ich an einer Quercus (Eiche), eine Mycena finden, wo ich denke das es Mycena pura ist.

    Leider gibt es nur ein Makrobild, da meine SD-Karte kaputt gegangen ist und ich nur diese Bild retten konnte.

    Hier sind die Bilder:
    1.


    2. HDS


    3. HDS


    4. Kaulozystiden


    5. Cheilozystiden


    6. Cheilozystiden


    VG : Thorben

    Hallo zusammen,


    am 21.12.25 und 08.02.26 war ich im Botanischen Garten Münster, wo ich eine Ceuthospora auf Arctostaphylos uva-ursi finden konnte.

    Es könnte etwas neues sein und der Fund wurde zur weiteren Bearbeitung verschickt.

    Mal sehen, was am Ende herauskommt und ob es eventuell eine neue Art ist.

    Hier sind die Bilder:
    1.


    2.


    3. mit Anhängel am Polende der Konidie


    4.


    VG : Thorben

    Hallo Markus,

    Auf den Außenseiten waren keine Haare zu finden.

    Das doofe ist, dass die Außenhaare auch farblos sein können, daher du siehst sie nur unter dem Mikroskop.


    Käme vielleicht die Gattung Pezoloma in Frage ?

    Nein die fällt definitiv weg.

    Die ist zum einen viel größer, hat deutliche Haare und die Sporen sind anders.

    Vielleicht geht es bei dir in die Richtung Cistella, aber da musst du halt schauen, ob Haare vorhanden sind, Haken am Ascus sind und wie die Jod-Reaktion des Ascus (IKI+ ist gleich blaufärbung des Asci) ist.

    Eine gute Seite, wo vieles sehr anschaulich gezeigt und erklärt wird findest du hier.

    ASCO-SONNEBERG - Wissenswertes über Pilze


    VG : Thorben

    Hallo Harald,

    inclinata will mir nicht so recht gefallen. Mir kommt da eher was in Richtung epipterygia in den Sinn.

    Das als Spekulation aus der Ferne...

    ich habe mir jetzt die M. epipterygia angeschaut und gesehen, dass ich vor ein paar Jahren einen Fund bearbeitet hatte.

    Der hat jetzt nicht so Ähnlichkeiten.

    Mycena epipterygia = Dehnbarer Helmling - Agaricales s.l. - Pilzforum.eu

    Was mir hier fehlt sind der glitschige Hut und Stiel, die Farbe des Stiels und passende Sporenform.

    Allerdings werden im Robich auch noch einige Varietäten genannt, aber alle sehen etwas anders aus.

    Es ist für mich schwierig hier einen geeigneten Namen zu finden.


    VG : Thorben

    Hallo zusammen,


    ich möchte euch einen Pilz zeigen, der im Winter häufig zu finden ist und auf dem Namen Bactridium flavum hört.

    Der Fund stammt aus dem Botanischen Garten Münster und wurde am 21.12.25 gemacht.

    Bactridium flavum bildet gold-gelbe bis schneeweise kleine "Polster" aus.

    Diese "Polster" bestehen aus Ansammlungen von Konidien, die an Konidienträgern abgeschnürt werden.

    Hier sind die Bilder:

    1.


    2.


    3.


    4.


    VG : Thorben

    Hallo zusammen,


    wie bei so vielen Pilzen aus dem letzten Jahr, liegen sie auf dem Tisch sind Mikroskopiert, aber der Name fehlt noch.

    In diesem Fall habe ich einen Arbeitsnamen, aber mit der Art nicht so viel Erfahrung und ehrlich gesagt sieht die Art nicht typisch aus.

    Ich war am 01.10.25 im Botanischen Garten Münster zum Pilze Kartieren, wo ich an einer Chamaecyparis obtusa diese Mycena gefunden habe.

    Meine Vermutung ist eine junge Mycena inclinata.

    Was meint ihr dazu ?

    Hier sind die Bilder:
    1.


    2.


    3.


    4. Cheilozystiden


    5. Cheilozystiden


    6. Stiel


    7.


    VG : Thorben

    Hallo Ulla,


    die Nectriopsis violacea kenne ich auch, aber habe sie bisher noch nie mikroskopieren können.

    Zu der N. violacea kenne ich noch die Verticillium rexianum, aber sonst erging es mir wie dir, dass ich nicht wusste das mehr Arten auf Schleimpilzen existieren.

    Normalerweise beachte ich Schleimpilze nicht mehr, auch wenn sie spannend sind, aber leider auch zeitintensiv.

    Dieser Befall dagegen sah spannend aus und dachte eigentlich erst an einen Hefepilz oder wieder Verticillium.

    Zum Glück wird es nie langweilig und man wird immer wieder auf das Neue Überrascht :)

    Wenn alles gut klappt, bekommt dieser Pilz auch einen sicheren Namen oder mit "Pech" einen neuen Namen.


    VG : Thorben

    Hallo zusammen,


    auf einem Ast von einem vermoderten Laubast konnte ich am 17.01.26 einen Dactylaria-ähnlichen Pilz entdecken.

    Es gab nur Konidien die recht klein waren und unseptiert.

    Oft sind die Konidien eher groß und septiert, manchmal auch warzig.

    Hier sind die Bilder:
    1.


    2.


    3.


    4.


    VG : Thorben

    Hallo zusammen,


    am 02.10.25 konnte ich auf einem Schleimpilz (vielleicht Diderma), einen Befall entdecken.

    Dieser Befall hat sich als Nectriopsis herausgestellt.

    Sowohl Nectriopsis microspora als auch Nectriopsis didymii würden passen, aber lassen sich aufgrund identischer Mikromerkmale nur genetisch voneinander trennen.

    Hier sind die Bilder:

    1.


    2.


    3.



    VG : Thorben

    Hallo zusammen,


    am 02.10.25 konnte ich an einem Blatt von einem Acer pseudoplatanus (Berg-Ahorn) mit Aceria pseudoplatani Befall (eine Milbe), einen Lecanicillium-ähnlichen Befall finden.

    Ich dachte erst, dass es einfach nur weiße Fusel sind, aber zu meiner Überraschung ist das ein Pilz.

    Hier sind die Bilder:

    1.


    2.


    3.


    VG : Thorben

    Hallo zusammen,


    am 12.10.25 konnte ich einen interessanten Befall auf einer Ascocoryne machen.

    Normalerweise können die Sporen keimen und Konidien bilden, aber das ist hier nicht der Fall.

    Es ist ein Befall der dem einer Calcarisporium ähnelt, aber mittlerweile bin ich mir unsicher, ob es nicht doch etwas eigenes ist.

    Einen ähnlichen Befall konnte ich auch schon auf alten Russula nigricans machen.

    Hier sind die Bilder:

    1.


    2.


    3.


    4.


    5.


    VG : Thorben

    Hallo Felli,

    Auf einzelnen Stromata sah man einen weissen Hyphenfilz mit rundlichen, gelb-orange gefärbten,

    beihnahe halbkugeligen Scheibchen.

    Wann hast du den Fund gemacht ?

    Also ich kann ihn dir nicht bestimmen, aber bin mir ziemlich sicher, dass es die Anamorphe von einer Bionectriaceae (früher Nectriaceae zugehörig) oder Nectriaceae ist.

    Man könnte bekannte Telemorphen von den beiden Familien suchen, die auf Biscogniauxia wachsen und mit deren Anamorphen vergleichen.

    Es gibt aber auch Anamorphen deren Teleomorphen nicht bekannt ist.

    Ebenfalls sollte man mit einplanen, dass wenn die Biscogniauxia eine neue Art ist, ebenfalls eine neue Art auf dieser wachsen könnte.


    VG : Thorben

    Hallo Ingo,

    Absolute Sünde!

    Schande auf mein Haupt :haue:

    Ich bin ja nicht so versiert in der Gattung, erinnere mich aber, dass sich gerade die beiden, aus meiner Sicht in Frage kommenden Arten Mycena aetites und leptocephala prima anhand des Geruchs auseinanderhalten lassen.

    Ich bin da ja eher jemand, der einsammelt Mikroskopiert und dann auf ein zufriedenstellendes Ergebnis hofft.

    Mycena aetites und Mycena leptocephala sind da Neuland und wusste gar nicht, dass M. aetites so ein Geruch hat.


    Makroskopisch vom Bild her (dunkelgraue Lamellenflächen mit weißer Schneide) könntest du mir alle als Mycena aetites verkaufen. Ich glaub die hatten die zuckrige Geruchsrichtung, wenn ich mich recht erinnere, auf jeden Fall nicht nitrös.

    Ich bin mir sicher, dass die auch Makroskopisch bei einer Kartierung gerne so kartiert werden.

    Da bin ich eher auf Mikromerkmale aus.

    Mal schauen, vielleicht gibt es sogar mehr Mycena aetites. Aggregate sind ja dank der Genetik im Trend.


    Natürlich hätte ich mir diese unwissenschaftlichen Bemerkungen auch sparen können, aber ich wollte jetzt unbedingt hier was schreiben.

    Ich finde den deutschen Namen hübsch: Adlerfarbiger Helmling.

    Erfahrungen sind immer von Wissenschaftlichen Belang ;)

    Übrigens, den Deutschen Namen höre ich zum ersten mal und finde ihn sehr passend.


    VG : Thorben