Beiträge von thorben96

    Hallo zusammen,


    ich möchte euch einen Pilz zeigen, der im Winter häufig zu finden ist und auf dem Namen Bactridium flavum hört.

    Der Fund stammt aus dem Botanischen Garten Münster und wurde am 21.12.25 gemacht.

    Bactridium flavum bildet gold-gelbe bis schneeweise kleine "Polster" aus.

    Diese "Polster" bestehen aus Ansammlungen von Konidien, die an Konidienträgern abgeschnürt werden.

    Hier sind die Bilder:

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    VG : Thorben

    Hallo zusammen,


    wie bei so vielen Pilzen aus dem letzten Jahr, liegen sie auf dem Tisch sind Mikroskopiert, aber der Name fehlt noch.

    In diesem Fall habe ich einen Arbeitsnamen, aber mit der Art nicht so viel Erfahrung und ehrlich gesagt sieht die Art nicht typisch aus.

    Ich war am 01.10.25 im Botanischen Garten Münster zum Pilze Kartieren, wo ich an einer Chamaecyparis obtusa diese Mycena gefunden habe.

    Meine Vermutung ist eine junge Mycena inclinata.

    Was meint ihr dazu ?

    Hier sind die Bilder:
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    4. Cheilozystiden


    5. Cheilozystiden


    6. Stiel


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    VG : Thorben

    Hallo Ulla,


    die Nectriopsis violacea kenne ich auch, aber habe sie bisher noch nie mikroskopieren können.

    Zu der N. violacea kenne ich noch die Verticillium rexianum, aber sonst erging es mir wie dir, dass ich nicht wusste das mehr Arten auf Schleimpilzen existieren.

    Normalerweise beachte ich Schleimpilze nicht mehr, auch wenn sie spannend sind, aber leider auch zeitintensiv.

    Dieser Befall dagegen sah spannend aus und dachte eigentlich erst an einen Hefepilz oder wieder Verticillium.

    Zum Glück wird es nie langweilig und man wird immer wieder auf das Neue Überrascht :)

    Wenn alles gut klappt, bekommt dieser Pilz auch einen sicheren Namen oder mit "Pech" einen neuen Namen.


    VG : Thorben

    Hallo zusammen,


    auf einem Ast von einem vermoderten Laubast konnte ich am 17.01.26 einen Dactylaria-ähnlichen Pilz entdecken.

    Es gab nur Konidien die recht klein waren und unseptiert.

    Oft sind die Konidien eher groß und septiert, manchmal auch warzig.

    Hier sind die Bilder:
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    VG : Thorben

    Hallo zusammen,


    am 02.10.25 konnte ich auf einem Schleimpilz (vielleicht Diderma), einen Befall entdecken.

    Dieser Befall hat sich als Nectriopsis herausgestellt.

    Sowohl Nectriopsis microspora als auch Nectriopsis didymii würden passen, aber lassen sich aufgrund identischer Mikromerkmale nur genetisch voneinander trennen.

    Hier sind die Bilder:

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    VG : Thorben

    Hallo zusammen,


    am 02.10.25 konnte ich an einem Blatt von einem Acer pseudoplatanus (Berg-Ahorn) mit Aceria pseudoplatani Befall (eine Milbe), einen Lecanicillium-ähnlichen Befall finden.

    Ich dachte erst, dass es einfach nur weiße Fusel sind, aber zu meiner Überraschung ist das ein Pilz.

    Hier sind die Bilder:

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    VG : Thorben

    Hallo zusammen,


    am 12.10.25 konnte ich einen interessanten Befall auf einer Ascocoryne machen.

    Normalerweise können die Sporen keimen und Konidien bilden, aber das ist hier nicht der Fall.

    Es ist ein Befall der dem einer Calcarisporium ähnelt, aber mittlerweile bin ich mir unsicher, ob es nicht doch etwas eigenes ist.

    Einen ähnlichen Befall konnte ich auch schon auf alten Russula nigricans machen.

    Hier sind die Bilder:

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    VG : Thorben

    Hallo Felli,

    Auf einzelnen Stromata sah man einen weissen Hyphenfilz mit rundlichen, gelb-orange gefärbten,

    beihnahe halbkugeligen Scheibchen.

    Wann hast du den Fund gemacht ?

    Also ich kann ihn dir nicht bestimmen, aber bin mir ziemlich sicher, dass es die Anamorphe von einer Bionectriaceae (früher Nectriaceae zugehörig) oder Nectriaceae ist.

    Man könnte bekannte Telemorphen von den beiden Familien suchen, die auf Biscogniauxia wachsen und mit deren Anamorphen vergleichen.

    Es gibt aber auch Anamorphen deren Teleomorphen nicht bekannt ist.

    Ebenfalls sollte man mit einplanen, dass wenn die Biscogniauxia eine neue Art ist, ebenfalls eine neue Art auf dieser wachsen könnte.


    VG : Thorben

    Hallo Ingo,

    Absolute Sünde!

    Schande auf mein Haupt :haue:

    Ich bin ja nicht so versiert in der Gattung, erinnere mich aber, dass sich gerade die beiden, aus meiner Sicht in Frage kommenden Arten Mycena aetites und leptocephala prima anhand des Geruchs auseinanderhalten lassen.

    Ich bin da ja eher jemand, der einsammelt Mikroskopiert und dann auf ein zufriedenstellendes Ergebnis hofft.

    Mycena aetites und Mycena leptocephala sind da Neuland und wusste gar nicht, dass M. aetites so ein Geruch hat.


    Makroskopisch vom Bild her (dunkelgraue Lamellenflächen mit weißer Schneide) könntest du mir alle als Mycena aetites verkaufen. Ich glaub die hatten die zuckrige Geruchsrichtung, wenn ich mich recht erinnere, auf jeden Fall nicht nitrös.

    Ich bin mir sicher, dass die auch Makroskopisch bei einer Kartierung gerne so kartiert werden.

    Da bin ich eher auf Mikromerkmale aus.

    Mal schauen, vielleicht gibt es sogar mehr Mycena aetites. Aggregate sind ja dank der Genetik im Trend.


    Natürlich hätte ich mir diese unwissenschaftlichen Bemerkungen auch sparen können, aber ich wollte jetzt unbedingt hier was schreiben.

    Ich finde den deutschen Namen hübsch: Adlerfarbiger Helmling.

    Erfahrungen sind immer von Wissenschaftlichen Belang ;)

    Übrigens, den Deutschen Namen höre ich zum ersten mal und finde ihn sehr passend.


    VG : Thorben

    Hallo Matthias,


    danke für deine Einschätzung :)
    Du hast recht bei der Nr. 2 sieht das eher glatt aus, aber Stielhyphen sind vorhanden.

    Hier ist noch ein unbearbeitetes Bild, wo ebenfalls 2 Auswüchse zu sehen sind.


    An Mycena leptocephala hatte ich auch gedacht, aber da fand ich die Cheilos nicht passend.

    Dagegen wird Mycena aetites im Robich und Fungi of Northern Europe abgebildet mit Cheilos die mehrere Auswüchse an den Spitzen haben.

    Ziemlich verwirrend das Ganze.

    Ich denke ich werde 1-3 als erst einmal nur als Mycena cf. aetites bezeichnen.

    Zu der Nr. 4, da gibt es keine Auswüchse wie bei Nr. 1-3, dafür aber andere Auswüchse.

    Ich habe hier noch 2 Varianten:



    VG : Thorben

    Hallo zusammen,


    ich habe im Zeitraum vom 13.10.25 und 01.11.25 mehrere schwarze Mycenas von einer großen Wiese aufgesammelt.

    Manche Aufsammlungen waren in der Nähe von Tilia (Linde), andere bei Aesculus (Kastanie) oder direkt mitten auf der Wiese.

    Meine Vermutung ist, dass mind. 3 oder alle als Mycena aetites interpretiert werden könnten.

    Die Sporen sind sehr variabel in der Größe und die Cheilozystiden sind nicht konstant geformt, teilweise sogar gegabelt.

    Entweder die Art ist extrem variabel oder doch vielleicht etwas anderes ?

    Aber schaut es euch ruhig selber an und ich bin gespannt auf eure Meinungen.

    Vorweg ich habe keine Geruchsprobe gemacht.

    Hier sind die Bilder:

    Fund vom 13.10.25

    1.0


    1.1


    1.2


    1.3 Cheilozystiden


    1.4 Pleurozystiden


    1.5 Stiel


    1.6 HDS


    1.7


    Fund vom 15.10.25

    2.0


    2.1


    2.2 Cheilozystiden


    2.3 HDS


    2.4 Stiel


    2.5


    Fund vom 01.11.25

    3.0


    3.1


    3.2


    3.3


    3.4 Cheilozystiden


    3.5 Cheilozystiden


    3.6 Pleurozystiden


    3.7 Stiel


    3.8 HDS


    3.9


    Fund vom 01.11.25

    4.0


    4.1


    4.2


    4.3 Cheilozystiden


    4.4 Kaulozystiden


    4.5 HDS


    4.6


    VG : Thorben

    Hallo Markus,

    Es war definitiv keine gute Idee meiner ersten Mikroskopiere Versuche mit diesen kleinen Vertretern zu machen. Aber ich freue mich das wir diesen Pilz entschlüsseln könnten .

    da muss ich widersprechen.
    Du hast dir da ein sehr gutes Testobjekt herausgesucht zum üben.

    Wenn du dich mit Ascomyceten beschäftigst und auch den kleinen, wirst du meistens Schwierigkeiten haben, weil du nicht weißt was du sehen musst.

    In diesem Fall ist das ein gutes Übungsobjekt, wo du mit dem Portrait oder anderen Mikros aus dem Net gut vergleichen kannst und sogar selber nachsuchen kannst.

    Ascomyceten bilden ihre Sporen in Asci, neben den Asci sind Paraphysen und an der Ascusbasis können Haken sein, sowie mit Jod (meistens Baral oder Lugol) wird getestet, ob die Ascus Spitze Positiv (blau) oder negativ ohne Reaktion reagiert.

    Haare gibt es bei manchen Asci auch, aber nicht bei allen.

    Die Kunst ist in Wasser Sporen zu messen, Asci, Paraphysen und Haken zu suchen und anschließend mit Jod zu testen.

    Das ist eine grobe Anleitung, die zumindest den Großteil der Ascomyceten abdeckt.

    Es dauert bis alles klappt und der Groschen gefallen ist, aber danach freut man sich oder man will nichts mehr mit Ascomyceten zu tun haben ;)


    VG : Thorben

    Hallo Markus,


    ich muss dich enttäuschen, dass ist definitiv nicht das rasige Hängebecherchen (Merismodes).

    Die Gattung Merismodes ist ein Basidiomycet und würde keine Asci besitzen.

    Dein Fund sollte Neodasyscyphus cerina sein und die Sporen sind Fremdsporen.

    Vielleicht ist dein Fund auch noch nicht reif.

    Du kannst hiermit vergleichen :
    Neodasyscypha cerina

    Besonders zu erwähnen ist auch die Farbreaktion der Haare auf Jod, die dann grün-bläulich werden.


    VG : Thorben

    Hallo Raphael,


    vielen Dank für deine Antwort.

    - Schnittbild bis in die Stielbasis

    - Geruch

    - Stielbasis gerade, verdickt, knollig?

    Darauf habe ich leider nicht geachtet.


    - Pleurozystiden vorhanden?

    - Mehr Bilder von den Cheilozystiden

    - Mehr Bilder vom Stielapex, vor allem musst du nach Stielbasidien suchen

    Es wird etwas dauern, aber ich werde später am Beleg danach suchen.

    Mein Plan ist diesen Fund sequenzieren zu lassen, nur wann weiß ich noch nicht.


    VG : Thorben

    Hallo Thomas,

    bist Du Dir mit der Gattung sicher? Weichritterlinge kenne ich nicht mit welligem Hutrand und vor allem mit sehr dicht stehenden Lamellen. Letzteres ist meines Wissens nach ein Gattungsmerkmal. Allerdings bin ich in der Gattung nicht trittfest.

    Ich dachte Anfangs an etwas Richtung Entoloma, aber das Mikroskop hat mich zu Melanoleuca gebracht.


    VG : Thorben

    Hallo zusammen,


    ich möchte euch hier eine Discosia sp. zeigen, die ich am 12.10.25 auf einem Acer Blatt machen konnte.

    Die Anhängsel kommen nicht an den Enden der Konidien heraus, sondern seitlich.

    Hier sind die Bilder:
    1. Es geht hierbei, um die Schwarzen Flecken.


    2.


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    VG : Thorben

    Hallo zusammen,


    am 21.12.25 war ich wieder im Botanischen Garten Münster zum Kartieren und konnte ein paar interessante Pilze finden.

    Einer dieser interessanten Pilze ist diese Octospora wrightii.

    Es ist für mich ein persönlicher Erstfund und auch ein Erstfund für den Bot. Garten Münster.

    Die Octospora wrightii wächst an dem Moos Amblystegium.

    Hier sind die Bilder:

    1.


    2.


    3. Amblystegium cf. serpens


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    5.


    VG : Thorben

    Hallo zusammen,


    ich habe hier noch eine Melanoleuca sp. vom 18.10.25 aus dem Brachter Wald, die ich bisher nicht näher bestimmen konnte.

    Der Fundort war neben einem Schotterweg, direkt an einer Trockenfläche mit Calluna vulgaris.
    Ich weiß das die Gattung Melanoleuca schwierig ist, aber vielleicht hat ja trotzdem jemand eine Idee oder hat etwas ähnliches/gleiches gefunden.
    Hier sind die Bilder:
    1.


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    3. Cheilozystiden in Kongorot


    4. Kaulozystiden in Kongorot


    5. HDS in Kongorot


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    VG : Thorben

    Hallo zusammen,


    also Aspergillus ist das nicht.
    Bei Aspergillus sind am Kopf keine Verzweigungen, sondern radial angeordnete Konidienträger.

    Fast schon "Sonnenförmig" sieht es aus.

    Denke Penicillium ist eine gute Idee.


    Für mich ist das weder Aspergillus noch Penicillium.

    Warum schließt du beides aus ?


    Möglicherweise in Richtung Rotula.

    Rotula kenne ich nicht. Meinst du Rutola ?

    Letzteres würde schon nicht passend, weil diese Sporodochia ausbilden und zusammenwachsende schwarze Konidien.


    Periconia glycerinicola (Ellis: Skizze 1802)

    Wächst normalerweise auf Gras, hat braune warzige Konidien und warzige Stiele.


    Cladosporium sp.

    Passt auch nicht, da die Konidien von Cladosporium nicht einheitlich groß sind, sondern verschieden groß und bei Reife warzig und einfach septiert.

    Auch sind die Konidienketten verzweigt.


    VG : Thorben

    Hallo Tonio,


    zwei sehr interessante Funde.

    Es sollten beides Acremonium sein, zumindest nach der Cephalosporium-artige Schimmelpilze (Gams 1971).

    Ich vermute mal das bei beiden Funden die Konidienträger warzig sind.

    Zum Vergleich der warzigen Konidienträger kannst du bei Acremonium longisporum das Bild 7 anschauen.


    Fund 1:

    Da werden die Konidien ebenfalls in Ketten gebildet.

    War der Pilz zufällig dunkelgrün ?


    Zu Fund 2:
    Hier wäre die Frage, ob der Pilz rosa-orange töne aufwies.


    Die Farbe spielt für die Eingrenzung eine wichtige Rolle, denn rosa-orange wäre A. longisporum eine Möglichkeit und dunkelgrün wäre A. luzulae die Idee.

    Die Arbeit von Gams ist alt und daher müsste man für A. luzulae noch schauen, wie die aktuelle Lage der Literatur aussieht.

    Letztendlich hilft hier nur die Genetik weiter, aber ein Arbeitsname ist nicht verkehrt, solange der passt.


    VG : Thorben