Schwerer Fehler, Gott sei Dank ohne schwere Folgen

Es gibt 28 Antworten in diesem Thema, welches 1.270 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag () ist von Schrumz.

  • Hallo zusammen,

    hier haben wirs mit Pilzidentifizierung auf Reddit in die kanadischen Nachrichten geschafft, weil jemand auf einem Markt Kahle Kremplinge als Pfifferlinge verkaufte...

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    Aus der Community mushroomID auf Reddit: Not-Chanterelles sold at local market (British Columbia, Canada)
    Entdecke diesen Beitrag und mehr aus der Community mushroomID
    www.reddit.com

    Zu Schaden kam wohl bis jetzt niemand, obwohl einige der Kremplinge verzehrt wurden.

    Viele Grüße

  • Hallo Schrumz,


    vielen Dank, sehr interessant. Was bedeutet "wir" in dem Zusammenhang? Warst du bei der Reddit-Identifizierung involviert?


    Für mich ist es immer wieder spannend, welche Pilze aus welchen Gründen mit welchen Speisepilzen verwechselt werden. Bevor es mir selbst unterkam hielt ich die Idee, den Spitzgebuckelten Raukopf als Pfifferling einzusammeln ja für Quatsch, und den Kahlen Krempling hatte ich als Verwechslungspartner des Pfifferlings ebenfalls so überhaupt nicht auf dem Schirm.


    Eine Frage noch zum Video: Für mich sehen die Pilze, die gen Ende dem Pfifferling gegenübergestellt werden, nicht nach Kahlen Kremplingen aus. Wie seht ihr das?


    Beste Grüße

    Sabine

    100 Startguthaben minus APR-Gebühr 2024 = 90 + 3 (drittschnellstes Jokerverballern 2024) = 93 + 10 (dritter Platz APR 2024) = 103 minus 15 für APR 2025 = 88 + 2 (Nannettes Zwischenrätsel als 11. gelöst) = 90 + 6 (6. Platz Platzierungswette APR 2025) = 96

  • Es gibt auch in Deutschland immer noch Menschen, die Kahle Kremplinge sammeln und essen. "Einmal" kann man den ja essen;-)


    grüßle

    Jürgen


    p.s. hab da mal eine Einzelverkostung gemacht und muss sagen, dass der wirklich sehr gut schmeckt.

    Disclaimer: Vorsicht, nicht nachmachen, der Kahle Krempling ist offiziell als Giftpilze eingestuft!

  • Hallo zusammen,

    ich habe in meiner Jugend oft und nicht weniger Kahle Kremplinge gegessen und nie Probleme gehabt. Seit gut 40 Jahren habe ich keine mehr angerührt, obgleich es mich immer wieder juckt ;) ,weil der Pilz tatsächlich gut schmeckt. Die Risiken und das Wissen über die Giftigkeit sind mir natürlich bewusst.

    Viele Grüße
    Veronika Weisheit - Pilzberaterin Landkreis Rostock
    Auch Pilzberater können irren, erst recht in einem Forum, deshalb gibt es keine Freigabe von mir, Pilze zu verzehren, auch, wenn diese essbar sind.

  • Also, "Kahle" Kremplinge sind mindestens vier verschiedene Arten, die sich makroskopisch so gut wie nicht auseinander halten lassen.

    Es könnte ja durchaus sein, dass einer davon das Paxillus-Syndrom auslöst und die anderen eben nicht. Das würde evtl. die Sachlage erklären, dass manche davon sterben und andere ihn immer noch mit Behagen essen.

    Ich kenne durchaus auch Menschen, die schon immer Kremplinge gegessen haben.

    Da müssten die Empiriker mal ran...


    Beste Grüße

    Harald

  • Soweit ich das weiß, alle Kahlenkremplingsarten.

    Viele Grüße
    Veronika Weisheit - Pilzberaterin Landkreis Rostock
    Auch Pilzberater können irren, erst recht in einem Forum, deshalb gibt es keine Freigabe von mir, Pilze zu verzehren, auch, wenn diese essbar sind.

  • Hallo Harald,


    Frage!: Wie willst Du wissen, dass das der häufigste der "Kahlen Kremplinge" ist, wenn die Art nur per Sporenstatistik sicher bestimmt werden kann. Ist das einer Vemutung von Dir?

  • Moin.

    Puh, zum Glück ist nichts passiert.

    Kremplinge und Pfiffis verwechseln?

    Das sind doch zwei komplett unterschiedliche Paar Schuhe.

    Ich hab das im Video so verstanden, als ob der Verantwortliche für den Markt da die Pilze "abgesegnet" hat :lightning:


    LG

    Daniel

    Ein Bestimmungsvorschlag von mir ist keine Verzehrfreigabe, dafür müsstest du bitte einen Pilzsachverständigen oder Pilzberater kontaktieren, schau mal unten der Link zur DGfM, da kannst du eine Auflistung für Deutschland finden.


    Liste von Pilzsachverständigen:

    https://www.dgfm-ev.de/service/pilzsachverstaendige

  • der "obscurisporus" war ja damals eine Hahn`sche Art, die er aufgrund der Sporenstatistik trennen konnte. Was sind denn die anderen Merkmale, gibts da auch was ökologisches?

  • Hallo Jürgen,


    ich stecke da zwar nicht tief in der Thematik drin, aber u.a. sind wohl auch die Kristalle an den Rhizomorphen bestimmungsrelevant.


    Björn

    Hallo Björn, ja, das glaube ich Dir. War und ist ein Steckenpferd vom Christoph; Rhizomorphen untersuchen;-) Was mich an "ausgewiesenen neuen" Arten vornehmlich interessiert, sind ökologische Faktoren. Kennst Du da was?

  • Hallo Jürgen,


    ich mache um das Paxillus involutus Aggregat bis jetzt immer einen großen Bogen und schaue mir nur die Erlenkremplinge an, die sich auch morphologisch gut über Sporengröße und Sporenpulverfarbe trennen lassen. Ich hänge aber mal den Schlüssel aus den FoTE an. Klare ökologische Tendenzen erkenne ich da erstmal nicht.



    Björn

  • der "obscurisporus" war ja damals eine Hahn`sche Art, die er aufgrund der Sporenstatistik trennen konnte. Was sind denn die anderen Merkmale, gibts da auch was ökologisches?

    Wie ich oben schon schrub, soll involutus eine Waldart sein, die anderen Arten wohl außerhalb des Waldes.


    Ansonsten geht man bei der Paxillus-Bestimmung wie folgt vor:

    Erster Test mit Ammoniak auf der Huthaut. Wenn grün, dann ammoniavirescens (= validus).

    Wenn Ammoniak-Reaktion negativ, dann Sporenabwurf machen und die Sporenpulverfarbe beurteilen. Da gibts schöne Farbflecken im Kibby-Band 1 und auch im FoTE (siehe oben).

    Wenn Sporenpulver graubraun-rotbraun -> involutus.

    Wenn Sporenpulver mehr (purpur)-schokoladenbraun, dann Sporen mikroskopieren. Wenn die Sporen "eingedellt" sind, dann cuprinus, wenn nicht, dann obscurisporus.


    Ist doch alles ganz einfach...


    Grüße

    Harald

  • soso;-)

  • ich wusste gar nicht, dass diese (schöne) Buch-Reihe und Bände als "amtliche" Schlüsselwerke gelten? Okee;-) Ehrlichgesagt, finde ich nur eine Art von Paxillus bei uns in den Wäldern, und das war bisher immer nur der klassisch und schlüsselbare P. involutus. Ich hab mir mal die ökologischen Daten bei Gröger ein bisschen angeschaut, und da ragen diese selteneren und seltensten Arten ökologisch schon etwas heraus - z.b. vorkommen in anthropogenen Habitaten wie Parks, lichte Laubwälder mit Linde, Hainbuche Pappel (validus) usw usf. Es mag sicher auch kryptische Arten geben, aber ich glaube, dass sich die meisten Arten immer irgendwie ökologisch unterscheiden lassen.