Haben junge Champignons weiße Lamellen?

Es gibt 8 Antworten in diesem Thema, welches 549 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag () ist von zuehli.

  • Da gehe ich vom Einkaufen heim und erblicke riesige weiße Pilze, darunter einer paar Kleinere. Einen bereits ausgerissen habe ich mal untersucht, der war noch unten geschlossen und beim Entfernen der Haut sah ich weiße Lamellen. Gut, dachte ich mir, die könnten sich durchaus im Alter verfärben, wenn sie bereit zum Aussporen sind.


    Dann habe ich aus Neugier einen Größeren ausgebuddelt und konnte nicht glauben, dass auf einem Grünstreifen ein Rudel Champignons wächst! Also ich habe noch nie aktiv nach Champignons gesucht und sie gesammelt, aber laut diversen Büchern wäre ich mir da jetzt echt sicher, dass es welche sind.


    Ich habe leider keine so genauen Fotos gemacht, was mich jetzt natürlich ärgert, aber morgen komme ich dort nochmals vorbei und nehme sie genauer unter die Lupe. In den nächsten paar Tagen dürften die gut was wachsen und dann sende ich bessere Bilder nach.


    Sind es Champignons, wenn sie alle keine Knolle/Scheide hätten? Womit könnte man sie noch verwechseln, außer dem Knollenblätterpilz? Von dem weiß ich, dass dieser eine Scheide besitzt und weiße Lamellen hat und auch eher weiß bleibt.


    Würde mich mega um Antworten freuen! 😬


    * * * * *

    Gefunden: Auf einem Grünstreifen neben einer viel befahrenen Hauptstraße


    Bäume: Linden


    Leiden Pilze wenn sie direkt neben einer viel befahrenen Straße wachsen? Würdet ihr solche Pilze sammeln und essen? Nehmen sie Schadstoffe überhaupt so auf?

  • Hallo Nikky,

    Champignons haben jung keine weissen Lamellen, die sind meist rosa oder auch hellgrau wie beim Karbolegerling.

    Champignons können eine verdickte Stielbasis haben, das ist da von Art zu Art verschieden, eine Scheide ist nicht vorhanden.

    Begleitbäume spiele hier keine Rolle das sie nicht gebraucht werden, darum gibt es auch Zuchtchampignons.

    An Grünstreifen würde ich keine Pilze zum Essen ernten da sie auch gerne als Hundetoiletten dienen und Essfreigaben wirst du hier per Bild auch nicht bekommen, da musst du zum nächsten PSV/Pilzberater.

    Experten finden - www.dgfm-ev.de/de/

    viele Grüsse

    Matthias

  • Hallo Nikky,


    erstmal vorweg: Es gibt in Mitteleuropa ca. 70-80 Champignonarten, die teilweise nur äußert schwer zu bestimmen sind. Außerdem gibt es darunter auch giftige Arten und selbst bei den ungiftigen Arten sollte man auf dem Schirm haben, daß viele von ihnen Schwermetalle wie Cadmium in ihren Fruchtkörpern anreichern.


    Zur Farbe der Lamelle: Bei jungen Fruchtkörpern von Agaricus xanthodermus sind die Lamellen in der Tat nicht rosa, sondern eher cremefarben, siehe hier.


    Björn

  • Hi,


    Viele der Arvenses haben bei sehr jungen Fruchtkörpern fast weiße, eher hellcremefarbene Lamellen. Bei denen dauert es etwas länger bis die sich rosalich verfärben. Die Färbung mag für ungeübte Augen weiß erscheinen.


    l.g.

    Stefan

    Risspilz: hui; Rissklettern: bisher pfui; ab nun: na ja mal sehen...


    Derzeit so pilzgeschädigt, das geht auf keine Huthaut. :D


    Meine Antworten hier stellen nur Bestimmungsvorschläge dar. Verzehrsfreigaben gibts nur vom PSV vor Ort.

  • Leiden Pilze wenn sie direkt neben einer viel befahrenen Straße wachsen? Würdet ihr solche Pilze sammeln und essen? Nehmen sie Schadstoffe überhaupt so auf?

    Hallo

    Ich beantworte das mal auch in der Reihenfolge der Fragen mit Ja, Nein und Ja.

    An Straßenränder sind die den Abgasen ausgesetzt. Hinzu kommt noch die "Gassiegehmeile"! Schadstoffe werden aufgenommen.

    Es gibt aber ein weiteres Problem. Dort wächst auch gerne der Giftchampignon.

  • Hallo Nikky,

    außerdem gibt es noch den Egerlingsschirmling (Gattung Leucoagaricus). Der sieht einem Champignon äußerst ähnlich und kommt auch an vergleichbaren Standorten vor, hat aber im Jungzustand in der Tat weiße Lamellen. Champignons nehmen gerne Schadstoffe, z. B. Schwermetallionen auf und lagern sie in ihren Fruchtkörpern ab. Über giftige Champignonarten wurde ja schon geschrieben.

    Was ist aus alldem das Fazit? Wenn du Champignons essen willst, kauf sie am besten im Supermarkt. Überall gibt es sie, und für wenig Geld.

    FG

    Oehrling

    PSVs dürfen weder über I-Net noch übers Telefon Pilze zum Essen freigeben - da musst du schon mit deinem Pilz zum lokalen PSV!

  • Wow, ich danke euch für die zahlreichen Antworten und neuen Informationen!

    Ich hätte sie höchstwahrscheinlich niemals mitgenommen, einfach weil ich generell kein Lamellenpilzsammler bin und jetzt wo ich mir giftige Vertreter angesehen habe, bin ich mir auf einmal nicht mehr so sicher. Ich bleibe bei meinen Steinpilzen. Aber interessant fand ich den Fund dennoch, da ich sowas zum ersten Mal gefunden habe. 😄

  • Hallo, ich kann mich meinen Vorschreibern nur anschließen; Pilze von Straßenrändern sind nicht empfehlenswert. Nicht nur Cadmium als Schwermetall wird gern von manchen Pilzen akkumuliert, sondern auch andere Metalle .. möglicherweise auch Mikroplastik in Form von Reifenabrieb liegt über den Pilzen. Übrigens haben die sogenannten Stadt-Champignions (A. bitoquis) in jungem Zustand auch eher grau gefärbte Lamellen ... und das ist wohl die häufigste Art an Wegrändern, Straßenrändern, Waldparkplätzen.