Schüppchen-Milchling?

Es gibt 21 Antworten in diesem Thema, welches 590 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag () ist von Peter.

  • Hallo liebe Pilzfreunde,


    von diesen Fruchtkörpern standen gestern einige rum und ich habe zwei zwecks Bestimmung entnommen, aber ich bin mir nicht sicher welcher Milchling das sein könnte. Vielleicht der Rosa Schüppchen-Milchling (Lactarius spinosulus)?


    Geruch war angenehm pilzig. Geschmack habe ich nicht probiert.


    Begleitbäume könnten ziemlich viele sein. Haupsächlich waren da Fichten, Kiefern, Birken und Buchen in der Nähe.


    Grüße und Danke,

    Matthias


  • Hallo,

    wenn man sich den äußersten Hutrand anschaut, fällt auf dass dieser glatt und unbehangen ist. Ich würde daher alle Zottenmilchlinge ausschließen.

    Die graue Farbe, angedeutete Zonierung und Dickfleischigkeit des Hutes würden mich eher in Richtung Verbogener Milchling Lactarius flexuosus führen. Dafür müsste die Milch unveränderlich bleiben und eintrocknen. Zudem sieht der Hut deines Fundes recht trocken aus. Denn der Verbogene Milchling ist eine Art der Glutinosi die nicht ganz so schmierig daherkommt wie seine Verwandten. Auch die recht entfernten Lamellen würden dazu passen. Vergleiche deinen Fund mal damit.

    VG Thiemo

    Bestimmungen anhand von Fotos sind immer unter Vorbehalt und mit Restrisiko!

    Sichere Freigabe zum Verzehr können nur Pilzsachverständige vor Ort geben!

  • Bei Milchlingen ist die Kostprobe der Milch und ev. vorhandene Milchverfärbung obligat.

    Rein von den Farben her denke ich in Richtung Nordischer Milchling (L.trivialis) oder den Gebänderten Hainbuchenmilchling (L.circellatus). Beide Arten hatte ich aber nur einzwei mal selbst in der Hand.

  • Hallo zusammen,

    an den Vorschlag mit dem Nordischen Milchling (L. trivialis) habe ich mich mit einem Like drangehängt. @ matthias War es vielleicht so, dass die Stieloberfläche des Milchlings klebrig oder sogar schleimig war?

    FG

    Oehrling

    PSVs dürfen weder über I-Net noch übers Telefon Pilze zum Essen freigeben - da musst du schon mit deinem Pilz zum lokalen PSV!

  • Hallo zusammen,


    Erst einmal vielen Dank für eure Antworten.


    Ja, die Stieloberfläche war klebrig / schleimig.


    Ich werde übermorgen nochmal bei dieser Stelle sein und werde mal die Milch kosten und berichten.


    Sorry für die doofe Frage, aber was muss ich bei der Milchverfärbung beachten?


    Grüße und Danke,

    Matthias

  • Hallo,

    nun, du testest zum einen ob sich die scheinbar weiße Milch nicht doch auf einem Taschentuch mit der Zeit blass gelblich verfärbt. Zusätzlich schaust du, ob sich beim eintrocknen auf den Lamellen eine graugrüne Färbung bildet.

    Der Nordische Milchling Lactarius trivialis wäre sicherlich eine wahrscheinliche Option, an der mich jedoch die auffällig entfernt stehenden Lamellen mit leichtem Orangeton stören, die ich so bisher nicht von ihm kenne. Auch beim Schlüsseln mit FoNE2 wird Lamellenstand und Fleischigkeit abgefragt um zu L.flexuosus zu kommen.

    Vergleich L.flexuosus:



    Etwas schmächtiger:





    L.trivialis , mit etwas gedrängteren, heller gefärbten Lamellen



    VG Thiemo

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  • Hallo Steigerwaldpilzchen

    Dein letztes Bild zeigt wirklich L. trivialis?

    Liegt da nicht was anderes vor, ohne deine Expertise in Frage zu stellen. LG Andy

  • Hallo zusammen,


    auch ich glaube nicht, dass Thiemos letztes Foto Lactarius trivialis zeigt. Das scheint mir stattdessen was aus der Sektion der Rotbraunen zu sein, z. B. L. tabidus

    L. trivialis hat in der Tat einen cremeorangenen und schleimigen Stiel, im Gegensatz zu L. flexuosus, dessen Stiel trocken und kälter grauweiß gefärbt ist.


    FG

    Oehrling

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  • Hallo,


    Das Bild ist bei Lothars Kurs im Schwäbischen-Fränkischen Wald entstanden. Rotbraun Töne hatte der Pilz nicht. Da es sehr dunkel war, könnte das Bild nicht ganz farbecht sein. Ich hab auf die Schnelle nur das zur Hand gehabt.


    Losgelöst davon, geht es eigentlich um Matthias Fund. Was sagt ihr zum Verbogenen Milchling, bzw. warum schließt ihr den aus?


    VG Thiemo

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  • Sooo, jetzt war ich doch heute schon wieder an der Stelle.


    Die Milch ist schaaaarffff!!!!! Mir brennt die Zunge immer noch :D


    Die scheinbar weiße Milch wurde relativ bald leicht gelb-/bräunlich und blieb über Stunden stabil. Das letzte Foto ist leider bei Kunstlicht aufgenommen und etwa 3 Stunden später.


    Helfen diese weiteren Angaben zur Bestimmung? :)


    Grüße und Danke,

    Matthias


  • Nachtrag: Die Milch war in der ersten Sekunde mild/süßlich und danach extrem scharf.


    Bei uns hat es gestern etwas geregnet, aber heute nicht. Ich habe noch Birkenpilze, Steinpilze und Maronen gefunden, alle komplett trocken. Der Milchling jedoch war am gesamten FK schleimig.

  • Hallo

    Ein weiteres nützliches Erkennungsmerkmal ist die Makroreaktion des Milchsafts zu Gelb-Orange bei Kontakt mit Kaliumhydroxid (KOH) -> bei L.trivialis.

    Das könnte man noch einfach testen.

    Die Milch sieht für mich schon etwas gelblich aus, auf dem Taschentuch.

    Spannend, möchte mich hier jetzt auch nicht gerade festlegen. LG Andy

  • Hallo an alle,

    beim heiteren Milchlings-Raten wäre ich in der trivialis-Fraktion.


    Ich sehe auf einigen Bildern einen Violett-stich in der Huthaut, Gilben der Milch, und laut Beschreibung gab es eine Verzögerung bei der Schärfe der Milch.

    L. hysginus kenne ich aber nicht - und Werner hat meistens Recht ;)


    Im Schlüssel in der FNE2 ist die Unterscheidung in der Farbe der Huthaut - eher zimtbraun bis ziegelrot oder eher grau-violett bis violettbraun?



    Wolfgang

  • Hallo zusammen,


    An L.trivialis mag ich hier weiterhin nicht so recht glauben. Aber an den von Werner ins Spiel gebrachten L.hysginus schon eher. Die nachgereichten Bilder gehen farblich auch in diese Richtung.


    Mushrooooom Wie riecht denk dein leicht angetrockneter Fund? Der Kuhrote fängt nach der Entnahme nämlich erst so richtig das „duften“ an.


    VG Thiemo

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  • Hallo Thiemo,


    ein weiteres Problem liegt bei deinem vermeintlichen trivialis-Fund in der Schmächtigkeit der gezeigten Pilze. L. trivialis ist ein sehr großer, dicker Milchling, der voll ausgewachsen auch mal 15 bis 18 cm Hutdurchmesser haben kann.


    L. flexuosus ist meines Wissens ein Pilz unter Weide, das hier sind aber Nadelwaldpilze. Daher denke ich erstmal nicht an L. flexuosus.


    FG

    Oehrling

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  • Hallo Stefan,


    Off Topic:

    Die Größe ist tatsächlich ein gutes Argument bei dem ich bei dir bin. Ich hatte die Bestimmung als Nordischen von Lothar Krieglsteiner damals nicht kritisch hinterfragt. Aber auch im Nachhinein fällt mir jetzt am quietschesauren Fichtenwald Standort noch nichts besseres dazu sein. Einer der Rotbraunen war es zumindest sicher nicht.


    On Topic:

    L.flexuosus ist kein reiner Salix-Begleiter. Ich kenne ihn von zwei Fundstellen, an denen zumindest an einem sicher keine steht. Da ich gerade nicht zuhause bin kann ich nicht in der Fachliteratur nachschauen welche Bäume da alles sein dürfen. Aber die Diskussion ist eigentlich müßig geworden, da die neuen Fotos eine Hutfarbe zeigt, die nicht dazu passt.


    VG Thiemo

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  • Hallo Thiemo

    On Topic:

    L.flexuosus ist kein reiner Salix-Begleiter. Ich kenne ihn von zwei Fundstellen, an denen zumindest an einem sicher keine steht. Da ich gerade nicht zuhause bin kann ich nicht in der Fachliteratur nachschauen welche Bäume da alles sein dürfen.

    Ich habe dir kurz in zwei Büchern nachgeschaut (Lactarius Heilmann-Clausen, V&V und Pilze Mitteleuropas Winkler/Keller):

    Zitat

    Betula and Pinus, possibly also Populus


    vorwiegend bei Birke Betula, Kiefer Pinus und Pappel Populus


    LG
    Benjamin

    Mit meinen Beiträgen gebe ich lediglich meine persönliche Einschätzung/Meinung ab. Sie sind nur als Vorschläge zu werten und es gibt damit insbesondere keine Verzehrsfreigaben meinerseits. Eine sichere Bestimmung sowie Verzehrsfreigabe kann nur der Pilzkontrolleur bzw. Pilzsachverständige vor Ort geben.

  • Hallo,


    mikroskopieren könnte etwas weiter bringen:

    Zystiden zugespitzt: L. flexuosus, hysginus

    Zystiden häufig abgerundet: L. trivialis


    Falls zugespitzt, ist trivialis raus: Hut von L. flexuosus ist glatt, wenig schleimig, L. hysginus sehr glatt, stark schleimig, glitschig

    Milch mit KOH: flexuosus - gelb ; hysginus - keine Reaktion


    Sporengröße im Mittel < 7,5 µm hysginus

    Sporengröße im Mittel > 7,5 µm flexuosus

    Man könnte also noch ein paar Sachen versuchen...


    Gruß

    Peter