Verschiedene Auenwaldfunde

Es gibt 28 Antworten in diesem Thema, welches 1.155 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag () ist von ibex.

  • Liebe Pilzexpert:in


    Ich habe ja soeben von meiner heutigen hoffnungsvollen Tour berichtet: Es tut sich was im Auenwald - aber nur dort

    Neben den gezeigten Klassikern gabs auch einige Problemfälle für mich. Ich habe mir mehr oder weniger Mühe gegeben damit;-) Vieḷleicht kannst du mir ja auf die Sprünge helfen. Danke herzlich im Voraus!


    Zuerst der: Ich hab mich echt bemüht. Mürbling, Saumpilz, Ritterling; nichts passt, ich komme nirgends hin. Standort Mischwald in einem sehr feuchten Bachtal, 500 m.ü.M.

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    Und auch sehr verwirrend für mich: Einen der ausgewachsenen habe ich nach Hause genommen und dort sah er dann so aus:

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    Dann der zweite, ein Trichterling:

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    Mit demWinkler/Keller blieb ich stecken. Infundibulicybe gibba oder Citocybe costata? Passt beides nicht wirklich. Hutmitte hat einen Buckel. Hutdurchmesser 3 cm vom grösseren Fruchtkörper. Standort bei Buche, Fichte, Weisstanne, eher feucht, 520 m.ü.M.


    Dann gibts noch diesen netten Pilz auf einem ca. 3 cm dicken Laubtotholz, welches im sehr feuchten Auenwald auf dem Boden lag. Hast du einen Tipp, wo ich suchen soll?

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    Diesen spannenden, resupinaten Porling hab ich noch gar nicht untersucht. Hast du eine Idee, in welcher Ecke ich suchen soll? Er war nicht gelb wie auf einigen Fotos, sonder abricot bis orange.


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    Und was wird wohl aus diesem Geschwür?

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    Herzlichen Dank für deine Hilfe!!


    LG Andreas

  • Hallo Austernseitling,


    ich denke bei denem ersten Pilz kann man recht gut erkennen, dass es ein Lila/Schwarzsporer ist. Ich würde mal bei Träuschlings-Verwandten mit gelblichem Stiel und etwas schuppig gezeichnetem Hut suchen, so etwas wie dem Ring-Schüppchenträuschling (Leratiomyces squamosus). Habe aber auch nichts gefunden das perfekt passt, kommt mir schon wie eine eher ungewöhnliche/seltene Art vor.


    LG Hugo

  • Hallo Andreas

    orange Porling unten nr. 14. 15. u 16 ist Auriporia aurulenta

    LG


    Hallo

    wegen "nettem Pilz" aus Bild nr. 10 , 11. , 12. u 13

    Ich glaube, es handelt sich um den Pilz *Bjerkandera fumosa*; leider ist das Foto nicht optimal, sodass man nicht erkennen kann, wie viele Poren pro Zentimeter vorhanden sind.

  • Hallo Andreas

    deine unbekannte unten nr. 17.


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    per nur diese Bild ohne weitere Bilder -Infos Bestimmung ist schwierig . Vielleicht passt Gattung Phellodon ?


    mein Phellodon Fund zu Vergleichen


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    LG

  • Hallo Zusammen

    So direkt am Boden könnte ich mir folgendes vorstellen -> Brandkrustenpilz (Kretzschmaria deusta) LG Andy

  • Hallo Zusammen

    So direkt am Boden könnte ich mir folgendes vorstellen -> Brandkrustenpilz (Kretzschmaria deusta) LG Andy

    Hallo Andy , ich glaube nicht, dass *Kretzschmaria deusta* direkt auf dem Boden wachsen kann – sondern nur auf Holz, oder?

  • Hallo, sehr schick der Aprikosenporling, noch nie gesehen.


    Beim Raten zu Nr. 17 werfe ich mal die Warzenpilze in die Runde, Thelephora terrestris in jung vielleicht?


    LG, Bernd

    Hallo Bernd

    Thelephora ist auch gute Idee


    mein Fund zu vergleichen


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    schwer zu sagen

    LG

  • Dein erster Pilz wird ein Mürbling sein. Vergleich mal mit dem seltenen Psathyrella populina, neuerdings auch als Cystoagaricus lepidotoides bezeichnet.

    Grüße Axel

    "Das Artensterben ist der neue Klimawandel. Der Verlust der Biodiversität ist die wahre Krise des 21. Jahrhunderts"

    aus Glaubrecht: "Das Ende der Evolution"

  • Hallo Zusammen

    So direkt am Boden könnte ich mir folgendes vorstellen -> Brandkrustenpilz (Kretzschmaria deusta) LG Andy

    Hallo Andy , ich glaube nicht, dass *Kretzschmaria deusta* direkt auf dem Boden wachsen kann – sondern nur auf Holz, oder?

    Am Boden bei Wurzeln, sehe ich noch oft.....

  • Hallo Austernseitling,


    ich denke bei denem ersten Pilz kann man recht gut erkennen, dass es ein Lila/Schwarzsporer ist. Ich würde mal bei Träuschlings-Verwandten mit gelblichem Stiel und etwas schuppig gezeichnetem Hut suchen, so etwas wie dem Ring-Schüppchenträuschling (Leratiomyces squamosus). Habe aber auch nichts gefunden das perfekt passt, kommt mir schon wie eine eher ungewöhnliche/seltene Art vor.


    LG Hugo

    Lieber Hugo


    Herzlichen Dank für deine Recherche und Antwort. Bei den Träuschlingen war ich auch mal. Aber die hätten wohl einen Ring. Mein Pilz hier hat keinerlei Anzeichen von Ring. Drum ist es wohl schon ein Mürbling, wie es Axel vorschlägt. Aber halt einer, der im Winkler/Keller nur sehr knapp beschrieben und nicht abgebildet ist.


    LG Andreas

  • Dein erster Pilz wird ein Mürbling sein. Vergleich mal mit dem seltenen Psathyrella populina, neuerdings auch als Cystoagaricus lepidotoides bezeichnet.

    Grüße Axel

    Lieber Axel


    Herzlichen Dank für deine Antwort. Die Art Psathyrella populina / Cystoagaricus lepidotoides / Cystoagaricus silvestris / Psathyrella silvestris sollte passen. Diesen Mürbling konnte ich mir aufgrund der Beschreibung ohne Foto im Winkler/Keller nicht vorstellen.

    Das Sporenpulver ist braun-schwarz. Auf welchem Holz der Pilz wächst, kann ich unmöglich sagen, da es offensichtlich in der Erde vergraben ist.


    Interessant finde ich, dass meine Recherchen dazu ziemlich unterschiedliche Bilder hervorbringen:

    • Aufgrund von Pilzverein Region Baden hätte ich gesagt, dass es wohl nicht diese, sondern eine ziemlich ähnliche Art ist. Es fehlt vollständig das bei meinen Fruchtkörpern auffällige Gelb.
    • Ebenso aufgrund von Interhias. Da gefallen mir auch die schmächtigen Stiele nicht, die nicht hohl sind.
    • Diverse andern Internetquellen sind dann wieder etwas näher an meinen Pilzen: Nahuby, Pharmanatur.
    • Sehr gut passen die Bilder und Beschreibungen von Pilze Sibiriens (Eine sehr tolle Homepage mit dem Internetkürzel der Sowjetunion! Was es nicht alles gibt…)

    Überall wird erwähnt, dass die Art selten sei. Ich frage mich jedoch, ob wirklich alle Homepages die gleiche Art zeigen unter diesem offenbar stark in Veränderung begriffenen Pilznamen. In der Schweiz ist die Art immerhin bereits 92mal kartiert (und im Verbreitungsatlas sieht das Bild meinem Pilz sehr ähnlich).


    Alle als ähnlich beschriebenen Arten würde ich ausschliessen. Ich glaube, der Fall ist klar. Möchte ihn jemand mikroskopieren oder müsste er genetisch abgesichert werden?



    Liebe Grüsse


    Andreas


    PS: Interessant sind auch die deutschen Namen des Pilzes:

    - Schwarzgestreifter Faserling oder Mürbling (passt überhaupt nicht zu meinen Pilzen)

    - Sternschuppiger Mürbling

    - Pappel-Faserling

  • Hallo

    wegen "nettem Pilz" aus Bild nr. 10 , 11. , 12. u 13

    Ich glaube, es handelt sich um den Pilz *Bjerkandera fumosa*; leider ist das Foto nicht optimal, sodass man nicht erkennen kann, wie viele Poren pro Zentimeter vorhanden sind.

    Danke, Beli für diese Idee. Ich glaube eher nicht, dass es dieser Pilz ist, bin aber überhaupt nicht sicher. Das ist für mich sehr schwierig. Ich werde weder im Dörfelt/Ruske fündig noch im Internet.


    Zur Klarheit allerseits: Der Porling wächst auf einem kleinen Aststück von 3-4 cm Dicke, das heisst die relativ weichen Fruchtkörper sind zwischen 2,5 und 4 cm breit, treppenförmig angeordnet, haben scharfe Kanten. Charakteristisch für mich ist diese flächendeckende Wucherung über den Ast. Die Poren sind von Auge unsichtbar klein. Mit einer 10fach Lupe kann ich die Poren erkennen. Sie sind eckig, ca. vier- bis sechseckig würd ich sagen. Poren pro Millimeter finde ich mega schwierig zu sehen; etwa 10 würde ich schätzen.


    Danke allen für weitere Hinweise.

    LG Andreas

  • Hallo Andres


    dein unbekannte


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    Der Gedanke an *Bjerkandera* kam mir, weil dein Pilz eine starke Ähnlichkeit mit dem *Bjerkandera*-Exemplar aufweist, das ich gefunden habe.

    zu vergleichen


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    LG

  • Der Gedanke an *Bjerkandera* kam mir, weil dein Pilz eine starke Ähnlichkeit mit dem *Bjerkandera*-Exemplar aufweist

    Oh..., für mich hat das so spontan fast keine Ähnlichkeit:-) Aber vielleicht hast du ja völlig recht, ich hab da echt keine Erfahrung. Ich frage mich aber, ob dieser Pilz überhaupt an so einem dünnen Ästchen wächst. Danke dir auf jeden Fall!!

  • Jetzt muss ich meine ausgiebige Recherche selbst noch einmal auf den Kopf stellen! Ich habe es ja eigentlich geahnt (siehe fett gedruckte Textstellen im Zitat): Das sind seit 2022 zwei (mindestens) Arten, nur ist es noch fast nirgends - auch nicht beim Kartierungsportal der WSL in der Schweiz.

    In der Mycologia Bavarica steht alles schön geschrieben.

    Kurz: Es gibt die Art Cystoagaricus lepidotoides, den Sternschuppigen Mürbling. Und es gibt Cystoagaricus populinus, den Schwarzgestreiften Mürbling. Und: Psathyrella silvestris ist ein Nomen ambiguus und sollte vermieden werden. Bis vor Kurzem (oder auch heute noch) wurde jedoch alles fleissig vermischt unter all den vielen Namen.


    Und das nimmt mich jetzt wunder: Geht ihr mit mir mit, dass ich hier Cystoagaricus lepidotoides, den Sternschuppigen Mürbling gefunden habe?

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    Merci und liebe Grüsse

    Andreas

  • Hallo Andreas

    Es gibt doch bestimmt jemand in deinem Verein der/die die Möglichkeit besitzt hier mal zu Mikroskopieren? Spannend wäre es auf jeden Fall. ich kann diesen Fund aufgrund der vorliegenden Bilder auch nicht einordnen. Sporenfarbe ermitteln, Sporen anschauen -> Reaktion unter Melzer.

    LG Andy

  • Es gibt doch bestimmt jemand in deinem Verein der/die die Möglichkeit besitzt hier mal zu Mikroskopieren?

    Leider nein, Andy. Wir sind eher so ein Quartierverein:-) Ich habe durchaus sehr losen Kontakt zu Leuten, die das können, aber nicht so, dass ich mich getraue, denen einfach so etwas zum Mikroskopieren zuzuschieben. Und auch ich selbst bin eher vom Naturell, dass ich alles Mögliche verstehen möchte, die Zusammenhänge sehen und vermitteln will, doch die vertiefte Spezialisierung muss ich anderen überlassen, das ist nicht meins. Gerne diene ich der Wissenschaft zu, aber nur bis zu dem Grad, wo ich es gerne und gut kann.

    Ich bin mir jedoch auch nicht sicher, wie einfach die Unterscheidung der Cystoagaricus-Arten auf mikroskopischer Ebene ist, wenn ich das so überfliege. Trocknen tu ich den Fruchtkörper mal. Du darfst dich sehr gerne daran versuchen, wenn du möchtest:-)

    Liebe Gruess

    Andreas

  • Cystoagaricus gefällt mir gut, vor allem die Schuppen am Hut passen zu dieser Gattung. Die gelblichen Stiele sehe ich zwar kaum auf Fotos, aber vielleicht liegt es am Zustand der Fruchtkörper oder es ist eine besondere Varietät. Hier wäre vielleicht auch eine Sequenzierung interessant?

  • Hallo Andreas,


    ich halte es schon für wahrscheinlich, dass das C. lepidotoides ist. Die Art kommt sporadisch auch mal terrestrisch auf vergrabenem Holz vor.

    Trotzdem sollte die Bestimmung mikroskopisch abgesichert werden. C. populinus ist das ziemlich sicher nicht. Schön, dass die MycBav gelesen wird :gfreuen:


    Beste Grüße

    Matthias

  • Es gibt doch bestimmt jemand in deinem Verein der/die die Möglichkeit besitzt hier mal zu Mikroskopieren?

    Leider nein, Andy. Wir sind eher so ein Quartierverein:-) Ich habe durchaus sehr losen Kontakt zu Leuten, die das können, aber nicht so, dass ich mich getraue, denen einfach so etwas zum Mikroskopieren zuzuschieben. Und auch ich selbst bin eher vom Naturell, dass ich alles Mögliche verstehen möchte, die Zusammenhänge sehen und vermitteln will, doch die vertiefte Spezialisierung muss ich anderen überlassen, das ist nicht meins. Gerne diene ich der Wissenschaft zu, aber nur bis zu dem Grad, wo ich es gerne und gut kann.

    Ich bin mir jedoch auch nicht sicher, wie einfach die Unterscheidung der Cystoagaricus-Arten auf mikroskopischer Ebene ist, wenn ich das so überfliege. Trocknen tu ich den Fruchtkörper mal. Du darfst dich sehr gerne daran versuchen, wenn du möchtest:-)

    Liebe Gruess

    Andreas

    Hallo Andreas, ich kann mir den schon mal anschauen.

    Schick mir doch eine PN. LG Andy