Telien-Glibber vom BiGiRo
- Brummel
- Erledigt
Es gibt 13 Antworten in diesem Thema, welches 682 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag () ist von Grüni/Kagi.
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Wasn das? 🤢🤮
Sind das diese Gitterrost-Dinger?
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Nu klar.
Die Telien, Stufe III des Birnengitterrost-Entwicklungsweges, besiedeln den Stinkwachholder oder Sadebaum, Juniperus sabina.
Hier keimen sie aus und bilden Basidiosporen, (Stufe IV) damit sie dann freundlicher- oder ärgerlicherweise mittels dieser
unsere Birnenbäume infizieren können.
Im Sommer und Herbst färben sich die Blätter der Birnenbäume schön mit gelborangeroten Flecken auf der Blattoberseite und
bilden dunklere Spermogonien. (Stufe 0 )
Unter diesen entwickeln sich auf der Blattunterseite im späteren Verlauf Verdickungen, die mit konischen, gitter-geschlitzten Kegeln die
Aezien (Stufe I ) vom Roestella-Typ darstellen.
Und nun wechselt der Pilz (die Kneipe bzw,) den Wirt --- lässt die Uredien (Stufe II) weg --- und bildet wieder Telien
auf dem Wachholder.
Kreislauf geschlossen und beginnt wieder von vorn.
LG Brummel
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Brummel, auch wenn du das ganz hervorragend dokumentiert hast: Ich hasse Phytos! Die machen Pflanzen krank. Mir hat dieser elende Birnengitterrost sogar mal einen Birnbaum gekillt. Mach doch bitte lieber erbauliche Dokus von "richtigen" Pilzen.

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Ach Wutzi, ich denke das lässt sich schon einrichten. Ich werde demnächst mal zeigen wie G. s. auch den Wacholder kaputt macht.
Das haben Schmarotzer eben so an sich.
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Hallo zusammen,
ich würde sogar behaupten, daß Gymnosporangium sabinae wenn überhaupt dann nur den Wacholder umbringt, aber nicht die Birne. Für die Birne ist der Spuk ohne Neuinfektion ja auch nach Abwurf der Blätter vorbei, während das Myzel im Wacholder auch ohne Neuinfektion überdauert.
Björn
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Servus beinand,
ich kenne Kriechwacholder, die "schon immer" ihr Gymnosporangium haben, schön mit verdickten Stämmchen am Befallsort, aber gestorben sind die nicht. Natürlich kann es ein Stressfaktor sein, der dann zuschlägt, wenn sich die Umweltbedingungen ändern und der Wort dann mit beidem zu kämpfen hat. Und wenn nicht gerade der befallene Wacholder und die Birne direkt beisammen stehen, schaukelt sich der Befall auch nicht auf. Ich finde die befallenen Blätter an den Birnbäumen richtig hübsch (siehe Foto oben, filigrane Kunstwerke).
Und wenn ich schaue, wie wir mit unseren Mitlebewesen umgehen, insbesondere, was die Ernährung angeht, wüsste ich nicht, warum ich den Phytoparasiten nicht ihre Nahrungsquelle Pflanze gönne. Wir bringen Pflanzen auch dazu, ihre Wuchsart zu ändern, um sie dann ganz abzurupfen und zu verzehren oder sogar die Knollen auszugraben (Kartoffeln) etc. Den Phytoparasiten gönnen wir aber nicht die vegane Ernährung? Kann ich so nicht nachvollziehen.
Anders sieht es aus, wenn es sich um tödliche Parasiten handelt. Da aber das Umbringen des Wirts kontraproduktiv ist, passiert das meist nur, wenn entweder das System noch nicht coevolutiv eingependelt ist (z.B. wenn wir Menschen neue Phytoparasiten hier einschleppen, an die unsere heimischen Pflanzen nicht angepasst sind) oder wenn durch andere Faktoren der Wirt geschwächt ist. Meist sind es aber wir, die das verschulden (Globalisierung, dadurch Einschleppen von sog. Schadorganismen und die Geschwindigkeit des Klimawandels).
Ich kenne den Birnengitterrost als recht harmlos, wobei hier bei mir vor allem Wildbirnen wachsen. Empfindliche Zuchtsorten kann ich nicht abschätzen, wie sie reagieren. Und ja, auch "Phytopilze" sind "echte Pilze". Mögen muss man sie nicht, aber "hassen"? Als Naturfreund oder -freundin finde ich das schade. Und Kotzsmileys finde ich auch nicht wirklich schön. Wer mal einen frischen Gymnosporangium clavariiforme gesehen hat und den nicht hübsch findet, müsste auch bei gelben Wiesenkorallen diese Smileys auspacken.

Liebe Grüße,
Christoph
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Nun ja. Ich hasse Phytos trifft den Kern tatsächlich nicht. Korrekt formuliert muss es heißen: ich fürchte Phytos, ganz besonders in meinem Garten.
Sicher sind Mikrofotos von einer Nyssopsora am Bärwurz schön anzusehen und auch die Bilder vom üppigen braunen Lametta am Wacholder sind ganz hübsch. Dass Birnengitterrost den Wacholder abtötet, habe ich auch noch nicht erlebt. Es mag ja sein, dass mein junger Birnbaum außer dem Rost noch andere Probleme hatte. Jedenfalls ist er immer schwächer geworden und zuletzt habe ich ihn entsorgen müssen. An den Wurzeln war nichts Auffälliges, also war für mich der Birnengitterrost der naheliegende Verursacher.
Aber es ist eben nicht nur der Birnengitterrost. Mir haben beim Gärtnern schon allzuoft Mehltau, Falscher Mehltau oder Rostpilze den Spaß verdorben.
Mehltaubefall zerstört sicher nur die Schönheit der Pflanzen. Meist erholen sie sich wieder.
Zuletzt hatte mir Falscher Mehltau den Gartenspaß verdorben. Ich weiß, das ist eigentlich kein Pilz, und er ist wunderschön unterm Mikro, aber er kann im Garten eben auch eine Spur der dauerhaften Verwüstung hinterlassen, die auch in den Folgejahren noch zu sehen ist. Ich liebe den Teppichphlox. Es blüht früh im Jahr und ist eine gute Nahrungsquelle für viele Insekten. Wenn dann gleich mehrere Quadratmeter Teppichphlox im Frühjahr nicht ihre üppigen rot-, violett-, weiß- oder rosa blühenden Teppiche bilden können, weil sie von einem Falscher Mehltau befallen wurden, der sie zu gelbem Dörrgestrüpp vertrocknet ließ, dann hört für mich die Freundschaft auf. Auch wenn Peronospora phlogiana ein sehr seltener Pilz ist, auch wenn er schicke Bäumchen unterm Mikroskop zeigt. Ich kann ihn nicht ausstehen. Ich will ihn nicht. Bitte keine Phytos in meinem Garten! Jedenfalls keinen großflächigen Befall. Mir ist klar, dass auch diese Organismen nur tun, was ihnen programmiert ist und mir ist klar, dass sie eine Aufgabe in der Natur haben, wie eigentlich alles (das bezweifle ich lediglich bei Zecken). Aber mir können sie tatsächlich gestohlen bleiben. Hassen ist tatsächlich das falsche Wort.
Danke, das ihr mich auf die unpassende Wortwahl aufmerksam gemacht habt.
Gesunder Teppichphloxrasen
mit Besucher
großflächiger Befall mit falschem Mehltau vor zwei Jahren. Bis heute hat sich der Teppichphlox nicht richtig erholt.
Falscher Mehltau an Teppichphlox
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großflächiger Befall mit falschem Mehltau vor zwei Jahren. Bis heute hat sich der Teppichphlox nicht richtig erholt.
Guten Tag miteinander,
für viele Lebewesen ist Mordor ihr zu Hause. Aber das Auenland scheint irgendwie sympathischer.
LG Michael
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für viele Lebewesen ist Mordor ihr zu Hause. Aber das Auenland scheint irgendwie sympathischer.
Ja. Ich gebe gern zu, dass ich befangen bin.

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Da bin ich mal zwei Wochen nicht beim Zoom-Meeting und du fremdelst schon wieder so sehr mit den Phytos? Da muß ich wohl morgen eine Extra-Portion Rost- und Brandpilze zeigen

Björn
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Nu klar.
Die Telien, Stufe III des Birnengitterrost-Entwicklungsweges, besiedeln den Stinkwachholder oder Sadebaum, Juniperus sabina.
Hier keimen sie aus und bilden Basidiosporen, (Stufe IV) damit sie dann freundlicher- oder ärgerlicherweise mittels dieser
unsere Birnenbäume infizieren können.
Im Sommer und Herbst färben sich die Blätter der Birnenbäume schön mit gelborangeroten Flecken auf der Blattoberseite und
bilden dunklere Spermogonien. (Stufe 0 )
Unter diesen entwickeln sich auf der Blattunterseite im späteren Verlauf Verdickungen, die mit konischen, gitter-geschlitzten Kegeln die
Aezien (Stufe I ) vom Roestella-Typ darstellen.
Und nun wechselt der Pilz (die Kneipe bzw,) den Wirt --- lässt die Uredien (Stufe II) weg --- und bildet wieder Telien
auf dem Wachholder.
Kreislauf geschlossen und beginnt wieder von vorn.
LG Brummel
Hallo Brummel, vielen Dank für die tolle, sehr informative Dokumentation über den Birnengitterrost! Es ist faszinierend, aber nun habe ich erst recht keine Zweifel mehr: Phytoparasiten sind eklig...ich bin da ganz bei Wutzi! 🤮 Einfach kranke Pflanzen!

Und die größte Unverschämtheit: Ausgerechnet der "Stinkwachholder" heißt wie ich!

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Aber daß der Stinkwacholder so heißt wie du, da kann der Birnengitterrost (oder wie wir hier im Ruhrgebiet sagen: Dem Sabine sein Gitterrost) nichts für.
Björn
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Nein, natürlich nicht... aber eine witzige Koinzidenz...😅 Sagt et Sabine.
